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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mola di Bari - Moldau (Fluß)
Beglaubigte Bilder von ihm selbst sind unbekannt. Er starb 1661.
Gasparo M., von Lugano, geb. zu Ende des 16. Jahrh., war einer der besten Medailleure in Diensten der Päpste Urban VIII. und Alexander VII. Seine Köpfe sind weich und doch kräftig gearbeitet, ihre Rückseiten mit antiker Einfachheit komponiert.
Mola di Bari, Stadt in der ital. Provinz und dem Kreis Bari, am Adriatischen Meere und an der Linie Foggia-Otranto des Adriatischen Netzes, hat eine schöne Kirche aus der Normannenzeit, Haien, Wein- und Ölbau, und (1881) 12435 E.
Mola di Gaēta, ital. Stadt, s. Formia.
Molāren (lat.), die Mahlzähne, s. Zahn.
Molasse nennen die Schweizer einen meist grauen und feinkörnigen Sandstein, der oft mit groben Konglomeratbänken (der Nagelfluh) abwechselt, besonders das Hügelland der Schweiz bildet und als Baustein verwendet wird. Da dieser Sandstein längs des ganzen nördl. Alpenrandes in ähnlicher Weise auftritt und die mittlere Region der tertiären Ablagerungen hier vorzugsweise charakterisiert, so nennt man diese ganze Schichtenfolge mit allen ihren besondern Einlagerungen die Molasseformation. Die schweizerische M. hat man geschieden in eine obere Süßwassermolasse, eine mittlere Meeresmolasse, eine untere Süßwassermolasse und eine untere Meeresmolasse.
Molay (spr.-läh), Jak. Bernh. von, der letzte Großmeister der Tempelherren, stammte aus dem Geschlecht von Longwy und Raon in Burgund. Er wurde sehr jung, um 1265, in den Orden der Templer ausgenommen und 1298 einstimmig zum Oberhaupte des Ordens erwählt. Als er in Cypern beschäftigt war, eine neue Ausrüstung gegen die Sarazenen zu betreiben, traf ihn 1306 die Einladung des Papstes Clemens V., nach Frankreich zu kommen. Anfangs von Philipp dem Schönen, der den Orden wegen seiner Macht in Frankreich haßte, mit der größten Freundlichkeit aufgenommen, wurde M. 13. Okt. 1307 mit allen in Frankreich lebenden Rittern, angeblich wegen der Ketzereien des Ordens, verhaftet, vor ein gedungenes Gericht gestellt und nach jahrelangem Leiden in: Kerker und den grausamsten Mißhandlungen durch Tortur 18. März 1313 in Paris verbrannt. (S. Tempelherren.)
Molbech, Christian, dän. Sprach-und (Geschichtsforscher, geb. 8. Okt. 1783 zu Sorö, erhielt 1804 eine Anstellung bei der königl. Bibliothek in Kopenhagen und wurde 1806 Mitredacteur des von der dän. Akademie der Wissenschaften veranstalteten kritischen "Wörterbuchs der dän. Sprache". Nachdem er 1829 die Professur der Litteraturgeschichte an der Universität erhalten hatte, wurde er 1830 Mitglied der Direktion der königl. Schauspiele, in welcher Stellung er bis 1842 verblieb. Seit 1846 Etatsrat, starb er 23. Juni 1857 zu Kopenhagen. Von seinen histor. Arbeiten sind hervorzuheben: "Geschichte der dithmarsischen Kriege" (Kopenh. 1813), die mit N. M. Petersen herausgegebene "Auswahl bisher ungedruckter dän. Diplome und Briefschaften aus dem 14. bis 16. Jahrh.", Bd. 1 (ebd. 1842-58) und "Historiske Aarböger til Oplysning i Nordens, särdeles Danmarks historie" (Bd. 1-3, ebd. 1845-51). Auch gab er "Foreläsninger over Historiens Philosophie" "(2 Bde., Kopenh. 1840-41) heraus und lieferte viele Beiträge in die von ihm herausgegebene "Nordisk Tidsskrift for Historie, Literatur og Konst" l4 Bde., ebd. 1827-36) sowie in die "Historisk Tidsskrift" der von ihm 1839 gestifteten "Dansk bistorisk Forening". Schätzbare Beiträge zur Geschichte der dän. Dichtung sind M.s "Foreläsninger over den danske Poesie" (2 Bde., 1831-32). Von der nachhaltigsten Bedeutung sind M.s sprachwissenschaftliche Arbeiten: "Dansk Hand-Ordbog" (Kopenh. 1813), "Dansk Ordbog" (2 Bde., ebd. 1833; 2. Aufl. 1854-59), "Dansk Dialectlexicon" (ebd. 1833-41) und das "Dansk Glossarium" (ebd. 1853-66), ein altdän. Wörterbuch. Auch lieferte M. mehrere kritische Ausgaben älterer dän. Sprachdenkmale, gab dän. Volkslieder und Volksmärchen, mehrere Zeitschriften und Lebensbeschreibungen einer Reihe dän. Dichter heraus. Ms. "Blandede skrifter" (4 Bde.) erschienen 1853-56.
Sein Sohn, Christian Knud Frederik M., geb. 20. Juli 1821 zu Kopenhagen, wirkte 1853-64 als Professor der dän. und nordischen Sprache und Litteratur zu Kiel und machte sich litterarisch durch Reiseschilderungen sowie als lyrischer Dichter ("Dämring", 3. Aufl., Kopenh. 1856) und durch eine Übersetzung von Dantes "Divina Commedia" (1851-64; 3. Aufl. 1878) bekannt. Sein Schauspiel "Ambrosius" l9. Aufl. 1893; deutsch von Strodtmann) ward 1880 in Berlin gegeben. Seit 1864 aus Kiel vertrieben, wirkte M. als Theatercensor in Kopenhagen, wo er 20. Mai 1888 starb. Seine "Samlede Digte" erschienen 1879 in neuer Ausgabe; seine "Efterladte Digte) l1888) gab E. von der Recke heraus.
Molche (Salamandrinae), eine Unterabteilung ans der Ordnung der Urodelen (s. d.), die sich von den sog. Kiemenlurchen (s. d.) durch eine deutlich höhere Stufe der äußern und innern Organisation unterscheiden. Sie atmen im ausgebildeten Zustande ausnahmslos durch Lungen; von den im Jugendzustande vorhandenen Kiemen ist keine Spur mehr vorhanden. Die Augen sind groß und mit wohlausgebildeten Lidern versehen. Die Wirbel des Skeletts gleichen nicht mehr denen der Fische, sondern sind wie die der höhern Tiere gebaut (opisthocöl, s. d.). Auch die Beine sind besser und kräftiger entwickelt, sie sind stets in der Vierzahl vorhanden und tragen vorn meist 4, hinten 5 kräftige Zehen. Die Lebensweise der M. ist in der Hauptsache an feuchte Orte, und teilweise an das Wasser gebunden. Man unterscheidet nach der Art der Bezahnung zwei Gruppen; die eine, die der Lechriodonta (d. h. Querzähner), zeigt auf der Innenseite des Daches der Mundhöhle zwei quergestellte Reihen seiner Gaumenzähnchen; es gehören zu ihnen fast nur amerik. Arten, u. a. auch der Axolotl (s. d.) in seinen: ausgebildeten (Amblystoma-) Zustande. Die andere Gruppe, die unsere sämtlichen einheimischen M. umfaßt, ist die der Mecodonta (s. d.).
Mōld, Hauptstadt der Grafschaft Flint im engl. Fürstentum Wales, am Deezufluß Alyn, hat (1891) 4457 E., schöne Kirche (15. Jahrh.); Fabrikation von Baumwollstoffen und Papier sowie Kohlengruben.
Moldau, czech. Vltava, linker Nebenfluß der Elbe, der Hauptfluß Böhmens, entspringt auf dem Böhmer Wald aus zwei Quellflüssen, von denen die Warme M. unterhalb des Schwarzen Berges und dem Kwildagebirge (Außergefilde) in 1179 m Höhe entspringt und nach 30 km Lauf sich mit der vom Tafelberge (1107 m) jenseit der bayr. Grenze kommenden Kalten M. vereinigt. Das Stromgebiet umfaßt 30840 qkm. Die M. fließt zuerst nach Südosten, wendet sich aber bei Hohenfurth, durch die 1 km lange Paßenge der "Teufelsmauer" fließend.