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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Monogynus - Monophobie

Monogynus, monogynisch (grch., "einweibig"), Blüten mit nur einem Griffel. Monogynia nannte Linné die 1.Ordnung in den Klassen 1-13.

Monokeros (grch.), Einhorn (s. d.).

Monoklines Krystallsystem, s. Krystalle.

Monokotyledonen oder Monokotylen, die eine der beiden großen Gruppen der Angiospermen (s. d.) mit etwa 20 000 Arten, also bedeutend weniger als die Gruppe der Dikotyledonen (s. d.). Zu den M. rechnet man alle Gewächse, deren Embryo oder Keim nur einen Samenlappen oder Kotyledon besitzt. Übrigens giebt es auch einige Pflanzen mit nur einem Kotyledon, die zu den Dikotyledonen gehören. Der Embryo der M. nimmt gewöhnlich nur einen verhältnismäßig unbedeutenden Teil des Samens ein, und die Reservestoffe, wie Stärke, Öl n. dgl., die zur Auskeimung wie zur Entwicklung der zuerst auftretenden Organe an der Keimpflanze gebraucht werden, sind fast stets in dem sog. Endosperm (s. d.) aufgespeichert; das letztere erreicht deshalb bei vielen M. mit großen Samen bedeutende Größe. So stellt z. B. bei der Kokosnuß und in ähnlicher Weise bei vielen andern Palmen die ganze fleischige oder auch zum Teil flüssige Masse das Endosperm dar, während der Embryo von sehr geringer Größe ist. Die Form des Embryos ist verschiedenartig, in der Regel ist er gerade und ungefähr cylindrisch oder zapfenförmig, nicht selten aber erreicht er eine bedeutende Länge und zeigt dann gewöhnlich eine spiralige Krümmung. Bei einigen Familien ist er nur rudimentär ausgebildet und stellt einen wenig zelligen Gewebekörper dar; erst bei der Keimung tritt eine weitere morpholog. Differenzierung an demselben auf, wie z. B. bei den Orchideen. Die meisten M. entwickeln zwar bei der Keimung eine Hauptwurzel, die schon am Embryo angelegt ist, dieselbe stirbt aber bald ab, und nunmehr besteht das ganze Wurzelsystem aus Neben- oder Adventivwurzeln (s. Wurzel). Die ausdauernden Stammorgane der M. sind vielfach als Rhizome (s. d.), Zwiebeln oder Knollen ausgebildet, seltener zeigen sie einen strauch- oder kammartigen Wuchs. Die Blätter stehen meist zweireihig abwechselnd; nur in wenigen Familien haben sie eine andere Anordnung; sie sind in der Regel an der Basis stengelumfassend und scheidenartig entwickelt. An diesen scheibenförmigen Teil setzt sich gewöhnlich die Blattspreite an, wie bei den Gräsern, oder es ist ein besonderer oft sehr langer Blattstiel wie bei den Palmen vorhanden. Ihrer Form nach ist die Blattspreite in der Mehrzahl der Fälle ganzrandig, lineal und mit untereinander parallel laufenden Nerven versehen; doch giebt es auch eine ziemliche Anzahl anderer Blattformen, so z. B. die pfeilförmigen Blätter von Sagittaria gefiederten oder fächerförmigen der Palmen, die mannigfach geteilten oder zerschlitzten mancher Araceen (wie Philodendron, Amorphophallus u. s. w.). Im anatom. Bau der Stämme unterscheiden sich die M. von den Dikotylen dadurch, daß die Leit- oder Gefäßbündel in der Regel über den ganzen Querschnitt zerstreut liegen. Ein weiterer wichtiger Unterschied beruht darin, daß die Stammorgane der M. kein fortwährendes Dickenwachstum haben, wie die der Dikotyledonen. Ein Bildungsgewebe wie das Cambium (s. d.) fehlt den allermeisten M. Nur einige baumartige Liliaceen, wie die Drachenbäume (s. Dracaena), haben in spätern Entwicklungsstadien eine dem Cambium ähnlich wirkende Gewebeschicht, durch deren fortwährendes Wachstum sie einen bedeutenden Durchmesser erreichen können. Die vorherrschende Anzahl der Teile in den einzelnen Blattkreisen der Blüte ist die Zahl 3 oder ein Vielfaches derselben, dagegen kommen 2- oder 4 zählige Blätter nur selten, 5 zählige hingegen fast gar nicht vor. Diese letztere Zahl ist in den Blüten der Dikotyledonen die am häufigsten zu beobachtende. Die wichtigsten Ordnungen der M. sind die Enantioblasten, Glumifloren, Gynandren, Helobien, Lillifloren, Scitamineen und Spadicifloren (s. diese Artikel).

Monokratie (grch.), soviel wie Monarchie.

Monokulares Sehen, das Sehen mit einem Auge, im Gegensatz zu dem binokularen Sehen, s. Binokular.

Monoline, s. Setzmaschine.

Monolith (grch.), ein aus einem einzigen Stein gefertigtes Kunstwerk, z. B. ein Obelisk.

Monolog (grch., "Alleinrede", "Selbstgespräch") heißt im Schauspiel im Gegensatz zum Dialog (s. d.) die Scene oder Rede, in der eine einzelne Person allein und zu sich selbst spricht.

Monom, s. Mononom.

Monomachie (grch.), Einzelkampf, Zweikampf.

Monomanie (grch.) ist ein zuerst von Esquirol in die Psychiatrie eingeführter Begriff und diente demselben zur Bezeichnung aller derjenigen Formen chronischer Geistesstörung, bei denen nur eine partielle Störung der Intelligenz, der Neigungen oder des Willens vorhanden ist oder zu sein scheint. Esquirol unterschied demnach eine intellektuelle, affektive und impulsive M., welch letztere er als besondere geistige Krankheitsarten ansah. Diese Lehre erlangte besonders in forensischer Beziehung Wichtigkeit, da aus Esquirols und seiner Nachfolger Darstellung hervorzugehen schien, daß es Formen von Geistesstörung gäbe, die sich ausschließlich auf die Willenssphäre beschränken und nur in der unmotivierten Neigung zu kriminellen Handlungen (Mord und Brandstiftung) sich kundgeben (Mordmonomanie, Pyromanie, d. i. Brandstiftungstrieb, Kleptomanie, d. i. Stehlsucht). Neuere Untersuchungen haben ergeben, daß die Esquirolschen M., soweit sie nicht der partiellen Verrücktheit und der gewöhnlichen Manie angehören, meist als Teilerscheinungen einer erblichen Entartung und epileptischer Zustände aufzufassen sind.

Monomerisch (grch.), einteilig, nur aus einerlei Teilen bestehend; Monomerie, Einteiligkeit.

Monometallismus, im Gegensatz zu Bimetallismus (s. Doppelwährung) jene Ordnung des Geldwesens, bei der nur aus einem Metall (Silber oder Gold) Währungsmünzen geprägt werden.

Monometer (grch.), ein nur aus einem Metrum (z. B. einer iambischen oder trochäischen Dipodie) bestehender Vers.

Monomorphie (grch.), Eingestaltigkeit, Gestaltung nach einem Typus, Einförmigkeit.

Monomotapa, Negerkönig, s. Mozambique.

Monomyarier, Ordnung der Muscheln (s. d.).

Monongahela (spr. -gĕhihlĕ), Quellfluß des Ohio (s. d.).

Mononom (grch., auch Monom), ein eingliedriger Größenausdruck.

Monopetalen, s. Sympetalen.

Monophag (grch.) heißen Tiere, welche bloß eine Art von Nahrung genießen (s. Tier und Polyphag).

Monophobie (grch.), die krankhafte Furcht, allein zu sein, häufiges Symptom bei Nervenleiden.