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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Month - Monti
dichts über die Zerstörung der Bastille zu drei'
monatiger, 1795 wegen eines zweiten Preßvcr-
aehens zu sechsmonatiger Haft verurteilt; 1806 er-
schien "^N6 ^vanäklßr ol 8^vit26rlanä, auci otdei-
po6in8", die ihm sofort einen ehrenvollen Platz
unter den engl. Dichtern sicherten. 1810 folgte das
Gedicht "11i6 ^V68t-Inäi68", worin die Abschaffung
der Sklaverei durch das brit. Parlament verberr-
licht wird. Noch gröftere Teilnahme fand "'I1i6
noriä delors tli6 üooä" (1812), eine Schilderung
des idyllisch-patriarchalischen Lebens der ersten
Menschen. 1819 veröffentlichte M. "(^kulanä ",
ein Gedicht, das die Schönheit der arktischen Natur
darstellt, 1827 "^de ?s1iean Island". Eine Samm-
lung seiner Werke wurde 1841 in vier Bänden ver-
anstaltet. Seitdem veröffentlichte er noch einige
geistliche Lieder: "Original K^inii8, toi- pudlic. pri-
vaw auä 80cia1 ä^votion" (Lond. 1853). M. starb
30. April 1854 zu Sheffield. Die Dicktungen M.s
zeichnen sich aus durch reine Moral, Religiosität und
feinen Natursinn. Seinen Nachlaß gaben Holland
und Everett heraus (7 Bde., Lond.1855-56). - Vgl.
Ellis, I.it'6, tim6 anä HarHetkr ol^Iin N. (1864).
Month (Mont), ägypt. Kriegsgott, der nament-
lich in der oberägypt. Stadt Hermonthis id. i. "On
des Gottes Mont") verehrt wurde.
Monthey. 1) Bezirk im schweiz. Kanton Nallis,
bat 193,7 ^m und (1888) 10124 E., darunter 184
Evangelische, in 9 Gemeinden. - 2) Marktflecken
und Hauptort des Bezirks M., in 430 m Höbe, beim
Eingang in das Val d'Illicz auf dem linken Ufer
der Viöge, an der Linie Bouveret-St. Maurice der
Iura-Simplonbahn, hat (1888) 2605 E., daninter
60 Evangelische: Mühlen, Feld-, Obst- und Wein-
bau, Glasfabrikation und Ausbeutung der Grauit-
sindlinge oberhalb des Fleckens. Im Mittelalter
savoyisch, kam M. 1536 an Wallis, dessen Kastellane
bis 1798 auf dem alten Schloß residierten.
Montholon (spr.mongtolong), Charles Tristan
de, Graf von Lee, franz. General, geb. 21. Juli
1783 zu Paris, zeigte als Estadronschef bei der
Revolution vom 18. Brumaire (9. Nov. 1799) für
Bonapartc großen Eifer. In der Folge wobnte er
den Feldzügen in Italien, Osterreich und Polen bei
und wurde 1811 von Napoleon als Bevollmächtigter
an den Hof des Großherzogs Ferdinand nach Würz-
burg geschickt. Bei seiner Rückkehr stieg er zum
Brigadegeneral, 1814 erhielt er das Kommando im
Dcpart. Loire. Nach der Schlacht von Waterloo be-
gleitete er den Kaiser nach St. Helena. Von Napo-
leon zu einem der Testamentsvollstrecker ernannt,
gab M. mit dem General Gourgaud die "^lemoireL
poni- 86i'vir ü. 1'Iii8t0ii-6 äs I^i'Hnce 8ou8 Kapo^on,
^ci-it8 ü, 8t6.'ll6i6N6 80U3 8H clict66" (8 Bde., Lond.
und Par. 1822-24; 2. Aufl., 9 Bde., ebd. 1830;
deutsch, 9 Bde., Verl. 1823-25) heraus. In den
Proklamationen, die Ludwig Napoleon (später Na-
poleon III.) bei seiner Landung in Boulogne 1840
ausstreuen ließ, ward M. als Chef feines General-
stabes bezeichnet. Infolgedessen wurde M. ver-
haftet und vom Pairshofe zu 20jähriger Einsperrung
verurteilt. Er verfaßte in dieser Zeit die Schrift
"I^6cit8 äs la. captivits äs 1'6iup6r6ur Xapoieon u
8t6.-Il6i6N6" (2 Bde., Par. 1846; deutsch, 2 Bde.,
Lpz. 1846). Auch veröffentlichte M. " 8ontiin6nt8
66 ^Hpoißon 8ur la. äivinit6" (hg. von Veauterne,
3. Aufl., Par. 1843); 1849 wählte ihn das Depart.
Charente-Inferieure in die Legislative. M. starb
23. Aug. 185Z.
Monthyon (spr. mongtlöng) oder Montyon,
Jean Baptist Robert Äuget, Baron de, franz. Phi-
lanthrop, geb. 23. Dez. 1733 zu Paris, wurde 1766
Mitglied des königl. Rates, zeigte aber hier eine
so große Unabhängigkeit der Gesinnung, daß ihn
Maupcou seiner Stelle entsetzte. Erst 1775 trat er
wieder in den Staatsdienst und erhielt der Reihe
nack die Intendanz der Provence, der Auvergne
und von La Rochelle. 1780 wurde er Kanzler des
Grafen von Artois, mit dem er nach Ausbruch der
Revolution nach England auswanderte. Hier ver-
öffentlichte er 1796 seinen "ligppoi-t, lnit ü. 83, N^.
I.0M8 XVIII 8ur Ie8 pi'incip68 äs 1a, monarekic;
ti'Äucai86". Nach der zweiten Restauration kehrte
er nach Frankreich zurück. Er starb 29. Dez. 1820.
Sein Testament bestimmte den größten Teil seines
bedeutenden Vermögens zu wohlthätigen Stiftun-
gen; am bekanntesten ist der nach ihm benannte
Tugendpreis (prix ä6 vertu, Monthyonsche
Preis), den er zum Teil schon 1782 gestiftet hatte.
- Vgl. Labour, Non^m- äs ^1. (Par. 1880).
Monti, Alois, Kinderarzt, geb. 13. Okt. 1839
zu Abbiategrasso bei Mailand, studierte zu Wien
Medizin, übernahm 1862 die Sekundär- und Assi-
stentenstelle im St. Annen-Kinderhospital, habili-
tierte sich 1869 als Docent sür Kinderheilkunde und
wirkt seit 1871 als Abteilungsvorstand der Wiener
allgemeinen Poliklinik. 1881 wurde er Titular-
profcssor, 1887 wirklicher außerord. Professor für
Kinderheilkunde, 1893 Direktor der allgemeinen
Poliklinik. Die Pädiatrie verdankt ihm zahlreiche
vortreffliche monograph. Abhandlungen; so z. B.
"Epidemische Cholera" (in Gerhardts "Handbuch
der Kinderkrankheiten", Bd. 2, Tüb. 1877), "Krupp
und Tipbtheritis im Kindesalter" (2. Aufl., Wien
1885). Auck giebt er seit 1880 mit Baginsty, jetzt
mit Frühwald das "Archiv für Kinderheilkunde"
beraus und gründete mir Albert einen Verein zur
Errichtung von Seehospizen, welcher bereits in San
Pelagio bei Rovigno das erste Seehospiz für 150
Kinder erbaut und eröffnet hat. Unter feiner Leitung
wurde 1893 von demselben Verein in Sulzbach das
Kaiser- Franz -Joseph -Kinderhospiz eröffnet.
Monti, Vincenzo, ital. Dichter, geb. 19. Febr.
1754 bei Fusignano unweit Ravenna, studierte zu
Fcrrara, ging 1778 nach Rom, ward Sekretär des
Fürsten Luigi Braschi und dichtete die Tragödie
"^ri8t0ä6iu0", die 1787 mit großem Erfolg in Rom
aufgefübrt wurde. 1788 trat er mit einer zweiten
Tragödie, "Oaleotto ^Vlaiiti-eclo", hervor. 1793
wurde Hugo Vasseville, Gesandtschaftssekretär der
franz. Republik in Neapel, der als Agitator nach
Rom gekommen war, vom Volke erdolcht. Dieses
Ereignis und die Hinrichtung Ludwigs XVI. regten
M. zu seiner "La3vi11iana" an, einer poet. Chronik
der Zeit im Stil Dantes, von der im Aug. 1793
die ersten vier Gesänge erschienen. Später wurde
M. der offizielle Lobsänger Napoleons I., der ihn
als Sekretär der Cisalpinischen Republik in Mailand
anstellte. Während eines Aufenthalts in Paris,
wo er eine Stelle am l^0ile^6 äo Francs erhielt,
vollendete er die Tragödie "^aio (-i-acco" und be-
gann ein größeres Gedicht im Stile Dantes auf den
Tod des Mathematikers und Dichters Lorenzo
Mascheroni (gest. 1800). Nach seiner Rückkehr
weihte er erst in Pavia als Professor der Beredsam-
keit, dann in Mailand als kaiserl. Hofpoet, endlich,
nach der Krönung Napoleons, als Historiograph
des Königreicbs Italien seine Feder der VerHerr-