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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Mouches volantes - Moundbuilders
tcn öftersHelmbreker und Adriaen van de Velde.
Im Amsterdamer Muscnm findet sich auch ein von
M. radiertes Blatt.
Sein Sohn und Schüler, Isaak M., geb. 1670
zu Amsterdam, ebenfalls als Maler und als Kupfer-
stecher ausgezeichnet, besuchte seit 1694 Italien und
kehrte dann nach seiner Vaterstadt zurück, wo er
1744 starb. Seine Bilder zeigen geschmackvolle An-
ordnung und ein warmes Kolorit. Auch radierte
er viele Blätter, unter anderm nach Gaspard Poussin.
Illonolie" volantes (frz., spr. musch wolängt),
s. Gesichtstäuschungen. sprenkeln.
Mouchetieren (frz., spr. musch't-), schwarz
Nlonotioir (frz., spr. muschöahr), Schnupftuch.
Moudon(spr.mudöng),deutsch Milden. ^Be-
zirk im schweiz. Kanton Waadr, hat 122,2 hkm und
(1888) 11865 E., darunter 536 Katholiken, in 33 Ge-
meinden. - 2) Hauptstadt des Bezirks M., in
515 m Höhe, bei der Mündung der Merine in die
Vroye, an der Linie Lausanne-Payerne-Lyß der
Iura-Simplon-Bahn, hat (1888) 2608 E., darunter
233 Katholiken, Post, Telegraph, Fernsprecheinrich-
tung, 4 Schlösser (Carouge, Rochefort, Villens,
Estavayer), Käsereischule, Taubstummenanstalt'.
Uhrmachern, Tabak- und Tuchfabrikation, Woll-
spinnerei, Färberei, Gerberei, Riemenfabrik, Braue-
rei, Mühlen, Sägewerk, Landwirtschaft.
Moufang (spr. mu-), Christoph, kath. Theolog
und Politiker, geb. 12. Febr. 1817 zu Mainz, stu-
dierte zu Bonn und München erst Medizin, dann
Theologie, trat 1838 ins bischöfl. Seminar zu Mainz
und erhielt 1839 die Priesterweihe. Er wurde 1851
Regens am Seminar zu Mainz, 1854Domkapitular
und bischöflich geistlicher Rat, 1855 Rat am bischöfl.
Ofsizialat und trat 1862 als Vertreter des Bischofs
von Mainz in die Hess. Erste Kammer ein. 1868
wurde M. als Konsultor zu den Vorarbeiten des
Vatikanischen Konzils berufen. Seit 1871 war M.
Mitglied des Deutschen Reichstags, wo er sich der
Partei des Centrums anschloß und an den kirchen-
polit. Kämpfen lebhaften Anteil nahm. Nach dem
Tode des Bischofs von Mainz, Freiherrn von Ketteler
(1877), wurde M. zum Bistumsverweser während
Erledigung des bischöfl. Stuhls gewählt. Er leitete
die Diöcese bis 1886 und übernahm 1887 wieder
die Leitung des neu eröffneten Seminars. Er starb
27. Febr. 1890 zu Mainz. M. veröffentlichte "Akten-
stücke betreffend die Jesuiten in Deutschland" (Mainz
1872), "Die Mainzer Katechismen von Erfindung
der Vuchdruckerkunst bis zum Ende des 18. Jahrh."
(edd. 1878), "Kath. Katechismen des 16. Jahrh, in
deutscher Sprache" (ebd. 1881). Mit Heinrich redi-
gierte er den zu Mainz erscheinenden "Katholik".
Moufton (oder Mufflon, Ovig musimon
Fc/iT-ebe?-: s. Tafel: Schafe II, Fig. 2), eine Schaf-
art, welche ehedem vielleicht über ganz Südeuropa
verbreitet war, jetzt aber nur noch auf Corsica
und Sardinien angetroffen wird, wo diese Tiere
Muffione heißen. Der M. bewohnt die böchsten
Rücken der dortigen kahlen Gebirge, lebt in Her-
den von 100 und mehr Stücken zusammen und hat
in seiner Lebensweise Ähnlichkeit mit der Ziege.
Er ist scheu, gewandt im Klettern, wild und un-
bändig, im allgemeinen gelb gefärbt, teils in Ka-
stanienbraun, teils in Grau übergehend, der Rücken-
linie entlang dunkler, am Kopfe afchgrau, an der
Schnauze, am Bauche, an den innern Seiten der
Glieder und am Rande des Schwanzes rein weiß.
Seine Länge beträgt bis 1,15 m und die Schulterhöhe
Brockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl.. XII.
70 cm. Die Hörner sind nur bei dem Bocke ent-
wickelt, halbmondförmig gebogen, an der Wurzel
dreikantig, gerunzelt, mit Querringen versehen und
50-55 cm lang, die Füße lang und kräftig. Der
Körper ist stark, das Profil sehr stark gewölbt. Das
Fleisch wird dem des Rotwildes vorgezogen, das
Fell zu Decken und Leder verarbeitet; aus den Där-
men werden gute Saiten verfertigt. Im zoolog.
Garten trifft man den M. weniger häufig, als seinen
afrik.Verwandtcn, das Mähnenschaf, weil er empfind-
licher und weniger ergiebig in der Zucht ist. Er wird
wie jenes mit Hafer, Kleie und Heu gefüttert. Im
Oktober findet die Begattung, im April der Wurf
statt. Junge M. kosten etwa 100 M., erwachsene
bis zu 300 M. das Stück.
Mouillieren (frz., spr. mmji-, d. h. naß machen,
netzen), in der Lautlehre: das 11 und Fn wie W und
i^ sprechen.
Moulin, reform. Theolog, s. Du Moulin.
Moulin-a-vent (spr. muläng a wang), s. Bur-
gunderweine, fter Seide (s. d.).
Moulinieren (frz., spr. mul-), das Zwirnen
Moulins (spr. muläng). 1) Arrondissement des
franz. Depart. Allier, hat 2582,15 (ikm, (1891)
123 418 E., 85 Gemeinden und 9 Kantone. -
2)M. oderMoulins-sur-Allier,Hauptstadtdes
franz. Depart. Allier, in einer fruchtbaren Ebene, am
rechten Ufer des Allier und an denLinien Montlucon-
M. der Orle'ansbahn und (Paris-)Nevers-Lyon,
M.-Macon, M.-Cosne-sur-l'Oeil der Mittelmeer-
bahn gelegen, Sitz eines Bischofs, eines Gerichtshofs
erster Instanz, eines Assisenhofs, Handelsgerichts
und des Kommandos der 13. Kavalleriebrigade,
hat (1891) 18857, als Gemeinde 22665 E., in
Garnison das 10. Jägerregiment zu Pferd und
die 13. Traineskadron. Bemerkenswerte Gebäude
sind die 1468 als Kollegiatkirche gegründete und
seit 1885 erneuerte Kathedrale Noire-Dame, das
Stadthaus, der Iustizpalast (ehemals Iesuitenkolle-
gium), das Theater und das Lyceum, ein ehemaliges
Kloster, in dessen Kirche sich das Mausoleum des
letzten Conne'table von Montmorcncy befindet. Von
dem 1530 erbauten Schloß der Herzöge von Bour-
bonnais ist nur noch ein viereckiger Turm übrig,
der als Gefängnis dient. Die Stadt besitzt, außer
dem Lyceum, eine höhere Industrieschule, ein
Priester- und ein Lehrerseminar, eine Bibliothek
(24000 Bände), ein Archiv, Museen für Archäo-
logie, Geologie und Naturwissenschaften, Gemälde
und Kupferstiche; Woll- und Baumwollspinnerei,
Seidenweberei, Gerberei, Brauerei und Fabrikation
von Darmsaiten, von Drainageröhren und Varyt-
präparaten sowie lebhaften Handel.
Moulmain, Stadt in Birma, s. Malmen.
NIon1uro(frz.,spr.mulühr), Kehlung, Simswerk.
Moundbuilders (engl., spr.maundbilders), Be-
zeichnung für die alten Indianerstämme, welche die
Mounds (s. d.) errichteten. Es sind die Vorfahren
der in histor. Zeit in den betreffenden Gebieten an-
sässig gewesenen oder noch heutzutage ansässigen
Stämme. So stammen die Mounds in Ostarkansas
von den Arkansas oder Quagu, die Mounds von
Missouri scheinen den Chickasaw anzugehören, die-
jenigen Alabamas und Georgias stammen von den
verschiedenen Stämmen der Creeks; im westl. Nord-
carolina und im östl. Tennessee haben die Cherokee
noch in histor. Zeit Mounds errichtet. Die Mounds
der nördlichen, dem Eriesce benachbarten Gebiete
des Staates Ohio und der anstoßenden Teile des