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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Nephritis; Nephrodium; Nephrolithiasis; Nephthys; Nepidae; Nepoko; Nepomuk; Nepomuk (Heiliger); Nepos

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Nephritis – Nepos

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Nephrit'

im Altertum verarbeitet und findet sich unter antiken ägypt. geschnittenen Steinen; in China verfertigt man aus ihm Gefäße, Säbelgriffe, Petschafte, Amulette u.dgl., der neuseeländische (Punamustein) wird von den Eingeborenen zu Waffen, Äxten, Meißeln, Ohrgehängen u.s.w. benutzt. Anstehend kennt man den N. bei Gulbashen im Karakashthal, einem Querthal des Kuen-lun in Turkestan, sowie an der Westküste der Südinsel von Neuseeland, Lager zwischen Hornblendeschiefern, Gneisen und andern archäischen Gesteinen bildend; als gewaltige erratische Blöcke in Moränenablagerungen am Bach Onot, am Berge Botogol, nordwestlich von der Südspitze des Baikalsees; als Gerölle in den Flüssen Belaja, Kitoy und Büstraja im Gouvernement Irkutsk. Eine besondere Wichtigkeit hat der N. erhalten, weil man im westl. Mitteleuropa in den Pfahlbauten der vorhistor. Zeit und den entsprechenden Lagerstätten geschliffener Steininstrumente daraus gefertigte Beile gefunden hat, weshalb er auch Beilstein heißt. Es ist eine Streitfrage, ob dieses Nephritmaterial in Europa einheimisch ist, oder ob es in rohem oder verarbeitetem Zustand von den damaligen Bewohnern jener Gegenden aus Asien eingeführt wurde. Dieselbe Frage erhebt sich übereinstimmend auch für die in Amerika vorhandenen alten Nephritwerkzeuge. Es ist allerdings bis jetzt noch nicht gelungen, in Mitteleuropa wirklichen N. anstehend zu entdecken; der sogenannte N., den man 1884 im Serpentin des Zobtengebirges bei Jordansmühl in Schlesien aufgefunden haben wollte, kann auf Grund seiner abweichenden chem. Zusammensetzung nicht als völlig echt gelten. – Vgl. H. Fischer, N. und Jadeit (Stuttg. 1875); A. B. Meyer, Publikationen des ethnogr. Museums zu Dresden, Bd. 2 u. 3 (Lpz. 1882–83); ders., Neue Beiträge zur Kenntnis des N. und Jadeit (in den «Abhandlungen und Berichten des königlichen zoologischen und anthropol.-ethnogr. Museums zu Dresden», Berl. 1892).

Nephrītis (grch.), Nierenentzündung (s. Nieren und Brightsche Krankheit); nephritisch, die Nieren betreffend, nierenkrank.

Nephrodĭum, Farnkrautgattung, s. Aspidium.

Nephrolithiăsis (grch.), die Bildung von Nierensteinen; Nephroparalyse, Nierenlähmung; Nephrophthīsis, die käsige Entzündung der Nieren, Nierentuberkulose; Nephropyelītis, Entzündung des Nierenbeckens; Nephropyōse, Niereneiterung; Nephrorrhăgie, Nierenblutung; Nephrotŏmie, Nierenschnitt, die operative Entfernung der entarteten Niere; Nephrotyphus, Typhus mit Nierenentzündung.

Nephthys (ägypt. Nebthot), nach der ägypt. Göttersage Gemahlin des Typhon und Schwester des Osiris, dessen Tod sie mit der Isis beklagte. Auch Name des 287. Planetoiden.

Nepĭdae, s. Wasserskorpione.

Nepoko, rechter Nebenfluß des Aruwimi (s. d.) im westl. Centralafrika, entspringt wahrscheinlich im Lande der Momfu, nordwestlich vom Albert-Njansa, durchströmt die Urwaldregion der Mabode südlich des Monbuttulandes und mündet 1°3' nördl. Br. und 27°30' östl. L. von Greenwich in einer Breite von 330 m in den Aruwimi. Dr. Junker hatte ihn 1882 bei Mbanga Sanga entdeckt.

Nepŏmuk, ursprünglich Pomuk, Stadt in der österr. Bezirkshauptmannschaft Prestitz in Böhmen, an der Linie Wien-Eger der Osterr. Staatsbahnen. ↔ Sitz eines Bezirksgerichts (199,09 qkm, 17136 czech. E.), hat (1890) 2215 czech. E., eine von Franz Matthias von Sternberg 1686 auf der Stelle des Geburtshauses von Johann Nepomuk erbaute Kirche St. Jakob, Piaristenkollegium mit Schule und Kapelle. In der Nähe der Grünberg (Zelená Hora 529 m) mit einem befestigten Schlosse, dem ehemaligen Sitz der Herren von Sternberg; am Fuße die Ruinen des 1153 gegründeten, 1420 von Ziska zerstörten Cistercienserklosters.

Nepŏmuk, Johann von Pomuk, Heiliger der kath. Kirche und Schutzpatron Böhmens, war der Sohn eines Bürgers des Städtchens Pomuk, geb. um 1330, widmete sich dem geistlichen Stande, war 1372 öffentlicher kaiserl. Notar, 1380 Pfarrer an der St. Gallikirche zu Prag, Notar und Sekretär des Erzbischofs, 1381 Doktor des kanonischen Rechts und Domherr, bald nachher Generalvikar und Mitglied des Prager Metropolitankapitels zu St. Veit. In dem 1393 zwischen König Wenzel und dem Prager Erzbischof Johann von Jenstein und seinem Domkapitel entstandenen Streit spielte er eine hervorragende Rolle, infolgedessen der König ihn ergreifen, grausam foltern und von der Brücke in die Moldau werfen ließ (20. März 1393). Aus diesem histor. Kern entwickelte sich im Laufe des 15. bis 16. Jahrh. eine Legende, die während des 17. Jahrh. immer größere Ausdehnung gewann, 1670 vom Jesuiten Balbinus zusammengestellt wurde und 1729 in der Heiligsprechung des Johann durch Benedikt XIII. ihren Abschluß fand. Danach wurde N. der Almosenier des Königs Wenzel IV. und Beichtvater der Königin Johanna und als solcher das Opfer seiner Pflichttreue. Der gegen seine Gemahlin von Haß erfüllte, kranke und argwöhnische Wenzel verlangte von ihm zu wissen, was die Königin beichte: als N. beharrlich die Auskunft verweigerte, ließ ihn der König nachts festnehmen, auf die Moldaubrücke schleppen und, an Händen und Füßen gebunden, in den angeschwollenen Fluß werfen. Sofort erschienen fünf auf dem Wasser schwimmende Sterne. Als Heiliger, der im Wasser den Märtyrertod erlitten, wird N. um Spendung von Regen bei großer Dürre angerufen, auch gegen Verleumdungen und lügenhafte Anklagen. Er ist der eigentliche Brückenheilige, dessen Standbild fast auf jeder Brücke in kath. Ländern zu finden ist. In der Domkirche zu Prag ist ihm ein prachtvolles Grabmal von böhm. Marmor und aus gediegenem Silber errichtet. An seinem Gedächtnistag (16. Mai) kommt das Landvolk in großen Prozessionen nach Prag, um namentlich die angeblich nicht verwesende Zunge des Heiligen zu verehren. Die Entstehung der Legende und deren geschichtlichen Gehalt hat Abel in der Schrift «Die Legende vom heil. Johann von N.» (Berl. 1855) erörtert, während Frind («Der geschichtliche heil. Johann von N.», Eger 1861; «Der heil. Johann von N.», Prag 1879) soviel wie möglich von der Legende zu retten suchte. Die Verehrung und Heiligsprechung N.s begünstigten besonders die Jesuiten, um für den vom Volke noch lange als Heiligen verehrten Johann Huß einen andern heil. Johann im kath. Sinne zu gewinnen.

Nepos, Cornelius, röm. Geschichtschreiber, geb. um 99 v.Chr. in Oberitalien, vielleicht in Ticinum, gest. um 24 v.Chr. Der größte Teil seiner Werke ist verloren, wie die Bücher «Chronica», die 5 Bücher «Exempla», die ausführlichen Lebensbeschreibungen des ältern Cato und des Cicero und

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 242.