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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Njansaja Uganda; Njassa

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Njansaja Uganda – Njassa

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Njansa'

(Anmerkung des Editors:

Beginn der Aufzaehlung auf der vorigen Seite)

  • 1) Der Victoria-Njansa (früher Ukerewesee; Njansaja Uganda oder Usukuma in der Sprache der Suaheli; Bahari arabisch) liegt 1190 m ü.d.M., zwischen 0° 20' nördl. und 3° südl. Br. und 31° 15' und 35° östl. L. von Greenwich, hat einen Umfang von 68480 qkm (ungefähr wie das Königreich Bayern). Das Wasser ist dunkelgrün und süß. Er bildet ein nach N. abgerundetes, nach S. durch den Emin-Pascha-Golf und Speke-Golf ausgezacktes Becken, von zahllosen Inseln im W. und SW. (darunter der Sesse-Archipel) durchsetzt; im S. befindet sich Ukerewe, die größte der Inseln. Die Ufer sind niedriges Hügelland, im SW. Flachland; nur im W., südlich von 1° südl. Br., fällt das felsige Hochplateau steil zum See hinab. Die wichtigsten Buchten sind: im S. der Smythsund oder die Ukumbibai, im N. die Murchisonbai und der Napoleongolf. Der einzig bedeutende Zufluß ist der Kagera (s. Alexandra-Nil). Der einzige Ausfluß ist der hier Kivira genannte Nil (s. d.). Da dieser trotz der starken Verdunstung des Sees um ein Drittel mehr Wassermenge enthält als der Kagera, so haben einzelne Geographen angenommen, der Victoria-Njansa werde durch unterirdische Quellen gespeist; nach der Meinung anderer aber genügt die kolossale Regenmasse während der Regenzeit, um die Stärke des Ausflusses zu erklären. Speke hat den Victoria-Njansa im Aug. 1858 entdeckt; Stanley die erste Aufnahme desselben 1875 gemacht, die 1889 von ihm selbst, von Stuhlmann 1890 und 1891 und von Baumann 1892 ergänzt wurde; der genauere Umriß der Ostküste ist aber noch nicht sicher gestellt. Der 1.° südl. Br. teilt den Victoria-Njansa in zwei fast gleiche Hälften: die südliche gehört mit den angrenzenden Ländern Usiba, Usinoja, Usukuma und Schaschi in die deutsche, die nördliche mit Uganda, Usoga und Kavirondo in die engl. Interessensphäre. –
  • 2) Der Albert-Njansa (Mwutan-Nzige) liegt in dem Central-Afrikanischen Graben, 670 m u.d.M., zwischen 1° 11' und 2° 18' nördl. Br., hat einen Umfang von 3910 qkm und wird auf der Ost- und Westseite von zwei mit bewaldeten Hügelkuppen gekrönten, meist steil abfallenden Hochplateaus (etwa 1700 m ü.d.M.) eingeschlossen; die Ufer am Nordost- und Südwestende sind flach. Das Wasser ist hellgrün und süß. Inseln besitzt er nur wenige und kleine. Von Buchten sind die von Tunguru, Kibiro und Nsabe zu nennen. Zuflüsse sind der in der Südwestecke mündende Semliki oder Issango und im NO. der über eine Pflanzenbarre einströmende Somerset-Nil. Der Ausfluß im N. ist der Bahr el-Djebel (oberer Nil). Der Albert-Njansa wurde im März 1864 von Baker entdeckt, 1877 von Mason zum erstenmal umschifft, 1879 von Emin Pascha, 1876 und 1888 von Stanley, 1891 von Stuhlmann in einzelnen Strecken genauer erforscht. Kein Europäer betrat noch die Westufer, südlich von Kibiro bis zur Mündung des Semliki. Der Albert-Njansa gehört in die engl. Interessensphäre; im O. begrenzt ihn das Königreich Unjoro, im W. die Landschaften der Walegga, Lendu und A-Lur. –
  • 3) Der Albert-Eduard- (Edward-) Njansa (Muta-Nzige oder Ngesi) liegt in dem Central-Afrikanischen Graben, 875 m ü.d.M., zwischen 0° 44' und 0° 6' südl. Br. (mit der Ausbuchtung des Beatricegolfs oder Ruissangasees bis 0° 6' nördl. Br.) und zwischen 29° 30' bis 30° 30' östl. L. von Greenwich und hat einen Umfang von 4480 qkm. Er hat eine unregelmäßige kreisförmige Gestalt, im O. und W. umsäumt von den steilen Abhängen des Urschieferplateaus. Im ↔ N. und S. sind die Ufer flach. Sein Wasser ist süß. Nahe der großen nördl. Bucht von Katwe befindet sich ein für den Handel wichtiger Salzsee. Ein schmaler Kanal verbindet den Albert-Eduard-Njansa mit dem Ruissanga- oder Kafurasee. Der wichtigste Zufluß ist der von dem Mfumbirogebirge herabströmende Rutschurru. Den Ausfluß, gerade gegenüber im N., bildet der Semliki oder Issango, welcher sich in den Albert-Njansa ergießt. Stanley entdeckte den Albert-Eduard-Njansa 1876 und erforschte seine nördl. Ufer 1889. Emin Pascha und Stuhlmann umgingen 1891 seine Süd- und Westseite. Zum größern Teil gehört er zum Kongostaat, während der kleinere, östliche (mit der Bucht von Katwe) in die engl. Interessensphäre fällt. Im W. grenzt an ihn das große centralafrik. Waldgebiet, im N. Ussongora, im O. Nkole, im S. Mpororo. –

Vgl. außer den Werken Spekes, Bakers und Stanleys: Emin Pascha, hg. von Schweinfurth und Ratzel (Lpz. 1888): Stuhlmann, Mit Emin Pascha ins Herz von Afrika (Berl. 1894); Baumann, Durch Massailand (ebd. 1894).

Njansaja Uganda, afrik. See, s. Njansa.

Njassa (Nyassa, Niandscha, d. i. großes Wasser), See in Ostafrika, liegt zwischen 9° 32' und 14° 25' südl. Br., und zwischen etwa 34 und 35° östl. L. von Greenwich, 475 m ü.d.M., hat 26450 qkm, eine Länge von 600 km und eine durchschnittliche Breite von 90 km, welche sich bei Makandschila auf 29 km vermindert; die Tiefe beträgt 130–170 m. Die Ufer sind, namentlich im nördl. Teil, von hohen Bergzügen umschlossen; das Ostufer begrenzt mit steilem Abfall das Livingstonegebirge (s. d.) und weiter südlich die Bergkette des Tschisindo und Mtonia (1070 m), das Westufer das Mosambagebirge mit dem Wallerberg (1640 m); am Nordende breitet sich die Kondeebene aus, umschlossen vom Beja- (3600 m) und dem Usafagebirge (Dumwe 3000 m); das Südende wird von dem flach auslaufenden Schirethal umfaßt. Buchten sind zahlreich, doch wenige als Ankerplätze geeignet, am besten Mponda, Karonga, Hohenlohehafen und Ameliabai (Wiedhafen). Heftige Stürme und oceanartiger Wellenschlag gefährden oftmals die Schiffahrt. Zahlreiche Flüsse münden in den See, am meisten auf der Nord- und Westseite; unter letztern sind die bedeutendsten der Rukuru und Songwe. Der Schire (s. d.) bildet im S. den Abfluß und zugleich die schiffbare Wasserstraße nach Njassaland (s. d.) und, nach Unterbrechung durch die Murchisonfälle, zum Sambesi und dem Meere. Der See fällt zum größten Teil in die Interessensphäre von Englisch-Centralafrika, nur das Nordende und ein Stück der Ostküste in das deutsche Schutzgebiet von Ostafrika. Die Engländer besitzen zwei Dampfer auf dem See und als wichtigste Stationen Fort Johnston und Maguire, ferner Livingstonia und Karonga (den Anfang der Stevensons Road zum Tanganika); die Deutschen einen Dampfer seit Okt. 1893, die 1893 gegründete Station Langenburg und im Kondegebiet die Missionen in Wangemannshöhe, am Fuße des Kejo- und Rungweberges. (S. die Karten: Deutsch-Ostafrika und Äquatorial-Afrika, beim Artikel Afrika.) Der N. wurde von Livingstone 16. Sept. 1859 entdeckt und von dem Engländer Young 1875 zum erstenmal zu Schiff umfahren. Die University Missionary Society begann 1870 hier ihre Thätigkeit, die schottische 1875. Die Englische Afrikanische Seengesellschaft (s. d.) suchte seit 1878 den Handel mit

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 393.