Schnellsuche:

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

474
Nulla dies sine linea - Numerisch
Rösner, L. Förster und Th. Hansen am Bau des
Militärarsenals: N. allein besorgte seit 1853 mit
dem Maler Führich die Innenausstattung der neuen
Altlerchenfelder Kirche. 1861 begannen N. und Sic-
cardsburg den Bau ihres bedeutendsten Werkes, des
Wiener Hofopernhauses, das 1869 eröffnet wurde
(s. Tafel: Wiener Bauten I, Fig. 3, beim Artikel
Wien). Zugleich erhielt N. den Nang eines Oberbau-
rats. Er endete 3. April 1868 durch Selbstmord.
Xniia. Hitzs sins linea.! (lat.), "kein Tag ohne
einen Strich!", sprichwörtliche Redensart, als deren
Urheber in des ältern Plinius "XawraliZ liistoi-ia"
(35,36) der Maler Apelles bezeichnet wird, der sich
täglich wenigstens etwas in seiner Kunst übeu wollte.
Nullfläche, im Gelände eine vollständig ebene
und horizontal liegende Fläche. Sie bildet also den
Gegensatz zu deu geneigten Flächen und muß in
der Terrainzeichnung von Schichtlinien oder Berg-
strichen vollkommen frei bleiben. In früherer Zeit
wurde die N. in der Zeichnung dadurch kenntlich
gemacht, daß sie von einer sich spaltenden Schicht-
linie umgrenzt wurde.
Nullifizieren (lat.), null und nichtig machen,
für nichtig erklären; davon das Substantiv Nulli-
fikation.
Nullisoklme, s. Magnetismus (Bd. 11, S. 475 a).
Nullisothermfläche, die Fläche, die man sich
in der Luft denken kann, auf der überall die Tem-
peratur des Eispunktes herrscht. Darüber finden
sich die Kälte-, darunter die Wärmegrade. Gestal-
tung und Lage dieser Fläche sind kompliziert und
wechselnd. In den Tropen liegt sie sehr hoch; sie
senkt sich nach den Polen zu und erreicht in den ark-
tischen Gebieten meist die Erdoberfläche. Am Tage
liegt sie meist höher als in der Nacht, im Sommer
höher als im Winter. Die N. spielt eine große Rolle
in der Theorie der Luftelektricität.
Nullität (neulat.), Nichtigkeit (s. d.).
Nullpunkt, in der Regel der Anfangspunkt einer
jeden Scala, z. B. des Thermometers (s. d.); über
den absoluten N. der Temperatur s. Absolute Tem-
peratur. Für Höhenangaben und Wasserstände dient
der mit Normalnullpunkt (s. d.) bezeichnete N.
Nullspant, s. Spanten.
Numantla, eine Stadt des keltiberischen Volks
der Arevaker im alten Spanien, am Durius (Duero),
in der Gegend des heutigen Soria in Altcastilien
gelegen, ist berühmt durch den Widerstand, den sie
mit ihren 8000 streitbaren Männern den Römern
bis zum heldenmütigen, auch von Cervantes durch
seine Tragödie MuniHncia" gefeierten Untergang
leistete. Durch 20 Jahre (153 - 133 v. Chr.) zog
sich dieser Kampf hin. Zweimal, im 1.141 vom
Konsul Quintus Pompejus, im 1.137 vom Konsul
Hostilius Mancinus, erzwängen sie einen für sich
günstigen Frieden, der aber beidemal nicht die
Bestätiguug des Senats empfing. Erst 133 gelang
es dem jüngern Scipio (s. d.) nach 15 monatiger
Belagerung die Stadt durch Zunger zu bezwingen
und zu zerstören; die meisten Bewohner hatten sich
schon vor der Übergabe den Tod gegeben.
Numa Pompilius, in der sagenhaften Ur-
geschichte Roms dessen zweiter König, der 715 -
672 v. Chr. geherrscht haben soll. Er war nach
der Sage der Sohn eines Sabiners Pompo, der
Eidam des Tatius, der mit Romulus herrschte,
und wurde von Cures im Sabinerland, wo er
als Privatmann lebte, nach Rom zur Herrschaft
gerufen. Wie dem Romulus die Gründung uud
erste Ordnung des Staates und seine Sicherung
durch Krieg, so wird dem N. P. dessen Befestigung
durch Erhaltung des Friedens und Gründung und
Ordnung des röm. Religionswesens zugeschrieben.
Er ordnete den Gottesdienst, setzte Flamines, Salier,
Vestalinnen, Augurn, Fetialen und als Aufseher
des ganzen Kultus die Pontifices ein, verbesserte
den Kalender, förderte den Feld- und Weinbau
durch Vorschriften und sicherte ihn durch Einführung
geheiligter Grenzsteine (wrinwi), schärfte auch die
Heilighaltung des Wortes und Eidschwurs ein und
stiftete die Zünfte (col^ia) dcr Handwerker. Die
Nymphe Egeria war ihm hierbei befreundete Rat-
geberin. Seine Tochter Pompilia wurde die Mutter
des vierten röm. Königs, Ancus Marcius.
Numea (Noume'a) oder Port de France,
Hauptort der franz. Strafkolonie Neucaledonien,
unweit der Südostspitze der Insel, mit gutem Hafen,
schöner kath. Kirche, Stadthaus, Kasernen, Spital,
hat etwa 5000 E., darunter viele Beamte und ehe-
malige Sträflinge. Der Handel ist in anglo-austral.
Händen. Den Eingeborenen ist das Betreten der
Numeatt, s. Garnierit. Madt untersagt.
Numedalen, norweg. Thal und Landschaft, zwi-
schen Telemarken im S. und Hallingdalen im N.,
streckt sich von Kongsberg (s. d.) gegen das Fillefjeld
und bildet den obern Teil des Laagenbassins. Die
Einwohner sind als tüchtige Handelsleute bekannt.
Xnmsnius, s. Brachvogel.
Xnmsra.Ua. (lat.), s. Zahlwörter.
Numeri (lat., "Zähluug", uämlich des Volks),
Name des 4. Buchs Mose, weil es mit einer Volks-
zählung beginnt. Zeichnen.
Numerieren (lat.), Zahlen, mit Ziffern be-
Numeriermaschine, eine Maschine, die me-
chanisch die Numerierung von Coupons, Losen,
Banknoten u. s. w. und die Paginierung von Conto-
büchern besorgt, indem sich durch eine eigentümliche
Einrichtung die Nummern des Druckapparats selbst-
thätig in richtiger Reihenfolge verändern. Der Num-
merndruck geschieht nach Art des Buchdrucks. Die
Drucktypen, deren Bild wie das der Buchdrucktype
geformt und gewöhnlich in Stahl oder Messing gra-
viert ist, sind in der Reihenfolge von 1 bis 0 derart
kreisförmig angeordnet, daß die Druckflächen der Zif-
fern genau bis zur Peripherie des Kreises reichen.
Die so gebildeten Scheiben ähneln einem Zahnrade,
auf dessen Zähne die Ziffern graviert sind. In je-
dem Numerierapparat sind gewöhnlich sechs solcher
Ziffernscheiben nebeneinander angeordnet, die sich
durch einen sinnreichen Mechanismus derart um ihre
Achse bewegen, daß nach jedem einzelnen Abdruck
der gerade aus dem das ganze Werk umgebenden
Gehäuse hervorragenden Ziffernreihe sich die die
Einer darstellende Ziffernscheibe um eine Ziffer
weiter bewegt, also z. B. von der 1 zur 2; nach jedem
9. Abdruck bewegt sich die zweite Scheibe um einen
Zahn weiter, nach jedem 99. die dritte, nach jedem
999. die vierte Ziffornscheibe u. s. w. Solche Appa-
rate können einzeln oder in großer Anzahl mit-
einanderverbunden, auch mit der Buchdruckmaschine
in Verbindung gebracht werden, wie man auch eigen?
Maschinen gebaut hat, die, mit dem Fuß in Be-
wegung gesetzt,dieselbe Arbeit exakt besorgen. Schließ-
lich werden auch N. in Form von Handstempeln ge-
baut und^ wie letztere gehandhabt.
Numerisch (vom lat. numerug, Zahl) heißt
das, was sich auf bestimmte Zahlen bezieht, zum
Unterschied von algebraisch, was sich auf Buch-