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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Nulla dies sine linea – Numerisch

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Nüll'

Rösner, L. Förster und Th. Hansen am Bau des Militärarsenals; N. allein besorgte seit 1853 mit dem Maler Führich die Innenausstattung der neuen Altlerchenfelder Kirche. 1861 begannen N. und Siccardsburg den Bau ihres bedeutendsten Werkes, des Wiener Hofopernhauses, das 1869 eröffnet wurde (s. Tafel: Wiener Bauten I, Fig. 3, beim Artikel Wien). Zugleich erhielt N. den Rang eines Oberbaurats. Er endete 3. April 1868 durch Selbstmord.

Nulla diës sine linĕa! (lat.), «kein Tag ohne einen Strich!», sprichwörtliche Redensart, als deren Urheber in des ältern Plinius «Naturalis historia» (35,36) der Maler Apelles bezeichnet wird, der sich täglich wenigstens etwas in seiner Kunst üben wollte.

Nullfläche, im Gelände eine vollständig ebene und horizontal liegende Fläche. Sie bildet also den Gegensatz zu deu geneigten Flächen und muß in der Terrainzeichnung von Schichtlinien oder Bergstrichen vollkommen frei bleiben. In früherer Zeit wurde die N. in der Zeichnung dadurch kenntlich gemacht, daß sie von einer sich spaltenden Schichtlinie umgrenzt wurde.

Nullifizieren (lat.), null und nichtig machen, für nichtig erklären; davon das Substantiv Nullifikation.

Nullisoklīne, s. Magnetismus (Bd. 11, S. 475a).

Nullisothérmfläche, die Fläche, die man sich in der Luft denken kann, auf der überall die Temperatur des Eispunktes herrscht. Darüber finden sich die Kälte-, darunter die Wärmegrade. Gestaltung und Lage dieser Fläche sind kompliziert und wechselnd. In den Tropen liegt sie sehr hoch; sie senkt sich nach den Polen zu und erreicht in den arktischen Gebieten meist die Erdoberfläche. Am Tage liegt sie meist höher als in der Nacht, im Sommer höher als im Winter. Die N. spielt eine große Rolle in der Theorie der Luftelektricität.

Nullität (neulat.), Nichtigkeit (s. d.).

Nullpunkt, in der Regel der Anfangspunkt einer jeden Scala, z. B. des Thermometers (s. d.); über den absoluten N. der Temperatur s. Absolute Temperatur. Für Höhenangaben und Wasserstände dient der mit Normalnullpunkt (s. d.) bezeichnete N.

Nullspant, s. Spanten.

Numantĭa, eine Stadt des keltiberischen Volks der Arevaker im alten Spanien, am Durius (Duero), in der Gegend des heutigen Soria in Altcastilien gelegen, ist berühmt durch den Widerstand, den sie mit ihren 8000 streitbaren Männern den Römern bis zum heldenmütigen, auch von Cervantes durch seine Tragödie «Numancia» gefeierten Untergang leistete. Durch 20 Jahre (153–133 v.Chr.) zog sich dieser Kampf hin. Zweimal, im J. 141 vom Konsul Quintus Pompejus, im J. 137 vom Konsul Hostilius Mancinus, erzwangen sie einen für sich günstigen Frieden, der aber beidemal nicht die Bestätigung des Senats empfing. Erst 133 gelang es dem jüngern Scipio (s. d.) nach 15monatiger Belagerung die Stadt durch Hunger zu bezwingen und zu zerstören; die meisten Bewohner hatten sich schon vor der Übergabe den Tod gegeben.

Numa Pompilĭus, in der sagenhaften Urgeschichte Roms dessen zweiter König, der 715–672 v.Chr. geherrscht haben soll. Er war nach der Sage der Sohn eines Sabiners Pompo, der Eidam des Tatius, der mit Romulus herrschte, und wurde von Cures im Sabinerland, wo er als Privatmann lebte, nach Rom zur Herrschaft gerufen. Wie dem Romulus die Gründung und ↔ erste Ordnung des Staates und seine Sicherung durch Krieg, so wird dem N. P. dessen Befestigung durch Erhaltung des Friedens und Gründung und Ordnung des röm. Religionswesens zugeschrieben. Er ordnete den Gottesdienst, setzte Flamines, Salier, Vestalinnen, Augurn, Fetialen und als Aufseher des ganzen Kultus die Pontifices ein, verbesserte den Kalender, förderte den Feld- und Weinbau durch Vorschriften und sicherte ihn durch Einführung geheiligter Grenzsteine (termini), schärfte auch die Heilighaltung des Wortes und Eidschwurs ein und stiftete die Zünfte (collegia) der Handwerker. Die Nymphe Egeria war ihm hierbei befreundete Ratgeberin. Seine Tochter Pompilia wurde die Mutter des vierten röm. Königs, Ancus Marcius.

Numea (Nouméa) oder Port de France, Hauptort der franz. Strafkolonie Neucaledonien, unweit der Südostspitze der Insel, mit gutem Hafen, schöner kath. Kirche, Stadthaus, Kasernen, Spital, hat etwa 5000 E., darunter viele Beamte und ehemalige Sträflinge. Der Handel ist in anglo-austral. Händen. Den Eingeborenen ist das Betreten der Stadt untersagt.

Numeaīt, s. Garnierit.

Numedalen, norweg. Thal und Landschaft, zwischen Telemarken im S. und Hallingdalen im N., streckt sich von Kongsberg (s. d.) gegen das Fillefjeld und bildet den obern Teil des Laagenbassins. Die Einwohner sind als tüchtige Handelsleute bekannt.

Numenĭus, s. Brachvogel.

Numeralĭa (lat.), s. Zahlwörter.

Numĕri (lat., «Zählung», nämlich des Volks), Name des 4. Buchs Mose, weil es mit einer Volkszählung beginnt.

Numerieren (lat.), Zahlen, mit Ziffern bezeichnen.

Numeriermaschine, eine Maschine, die mechanisch die Numerierung von Coupons, Losen, Banknoten u.s.w. und die Paginierung von Contobüchern besorgt, indem sich durch eine eigentümliche Einrichtung die Nummern des Druckapparats selbstthätig in richtiger Reihenfolge verändern. Der Nummerndruck geschieht nach Art des Buchdrucks. Die Drucktypen, deren Bild wie das der Buchdrucktype geformt und gewöhnlich in Stahl oder Messing graviert ist, sind in der Reihenfolge von 1 bis 0 derart kreisförmig angeordnet, daß die Druckflächen der Ziffern genau bis zur Peripherie des Kreises reichen. Die so gebildeten Scheiben ähneln einem Zahnrade, auf dessen Zähne die Ziffern graviert sind. In jedem Numerierapparat sind gewöhnlich sechs solcher Ziffernscheiben nebeneinander angeordnet, die sich durch einen sinnreichen Mechanismus derart um ihre Achse bewegen, daß nach jedem einzelnen Abdruck der gerade aus dem das ganze Werk umgebenden Gehäuse hervorragenden Ziffernreihe sich die die Einer darstellende Ziffernscheibe um eine Ziffer weiter bewegt, also z. B. von der 1 zur 2; nach jedem 9. Abdruck bewegt sich die zweite Scheibe um einen Zahn weiter, nach jedem 99. die dritte, nach jedem 999. die vierte Ziffernscheibe u.s.w. Solche Apparate können einzeln oder in großer Anzahl miteinander verbunden, auch mit der Buchdruckmaschine in Verbindung gebracht werden, wie man auch eigene Maschinen gebaut hat, die, mit dem Fuß in Bewegung gesetzt,dieselbe Arbeit exakt besorgen. Schließlich werden auch N. in Form von Handstempeln gebaut und wie letztere gehandhabt.

Numērisch (vom lat. numerus, Zahl) heißt das, was sich auf bestimmte Zahlen bezieht, zum Unterschied von algebraisch, was sich auf Buch-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 475.