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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Oberrhein - Oberschlesische Eisenbahn
Oberrhein (IlinU-^liin), ehemaliges franz. Dc-
vartement, das durch den Frankfurter Frieden 1871
geteilt wurde. Der französisch gebliebene Teil bildet
jetzt das Arrondisfement von Velfort (s. d.), wäh-
rend das an das Deutsche Reich gekommene Gebiet
den Bezirk Oberelsaß (s. Elsaß) ausmacht.
Oberrheinische Kirchenprovinz, zusammen
fassende Bezeichnung für das Erzbistum Freiburg
und dessen Suffraganbistümer Mainz, Fulda,
Nottenburg und Limburg. Die Bezeichnung ist aus-
schließlich kirchenrechtlicher Natur und stammt aus
den Verhandlungen über Wiederherstellung der kath.
Kirchenverhältnisse in Deutschland Anfang des
19. Jahrh. Zu einer gemeinsamen Verhandlung in
Rom hatten sich erst unter württemb., später bad.
Leitung verbunden: Württemberg, Baden, Kur-
hessen, Hessen-Darmstadt, Nassau, Frankfurt a. M.;
dieser Bund erhielt jene Bezeichnung. Die Verhand-
lungen, 1817 begonnen, muhten bald wegen unaus-
gleichbarer Differenzen abgebrochen werden. Dar-
aufhin ordnete der Papst die Verhältnisse jener Län-
der von sich aus durch die Bulle ?ioviäH 80ii6i-8Mo
(1822), welcher später nach Wiederanknüpfung der
Verhandlungen die abschließende Bulle ^ä äomwici
8r6Fi8 custoämin (1827) folgte; beide stehen noch
heute in Kraft. Zu denselben erging im 1.1830 eine
gemeinsame "oberrheinische" Verordnung behufs
Wahrung der Staatshoheitsrechte. Die Diöcesen
Fulda und Limburg, welche zu diesem Nechtsver-
vande gehören, sind heute preußisch. - Vgl. Mejer,
Zur Geschichte der röm.-deutschen Frage <3 Bde.,
Freib. i. Br. 1885).
Oberrheinischer Kreis, s. Oberrheinkreis.
Oberrheinische Tiefebene, die Einsenkung
zwischen Schwarzwald und Odenwald östlich und
den Vogesen und der Kardt westlich, südlich vom
Schweizer Jura, nördlich vom Taunus begrenzt,
vom Rhein durchflossen. Sie erstreckt sich von Basel
bis Mainz in der Richtung von SSW. nach NNO.
etwa 300 km weit in einer durchschnittlichen Breite
von 40 Km und umfaßt 10 000 hkm. (S. Deutschland
und Deutsches Reich, Bodengestaltung.) - Vgl. Lep-
sius, Die O. T. und ihre Randgebirge (Stuttg.1885).
Oberrheintreis oder Oberrheinischer
Kreis, einer der zehn Kreise des ehemaligen Deut-
schen Reichs, der seit dem Westfälischen Frieden von
1648 nach und nach alle seine jenseit des Rheins
gelegenen Landschaften an Frankreich verlor. Zu
den Ständen des Kreises gehörten die ßochstifter
Worms, Speier mit den Propsteien Weissenburg,
Straßburg, Basel und Fulda, das Johanniter-
Meistertum oder das Fürstentum Heitersheim, die
gefürstete Abtei Prüm, die Propstei Odenheim, die
Pfalz, Kurpfalz wegen der Fürstentümer Sim-
mern, Lautern und Veldenz, Pfalz-Zweibrücken,
Zessen-Cassel, Hessen-Darmstadt, das Fürstentum
Hersfeld, die Grafschaft Sponheim, die gefürstete
Grafschaft Salm mit Kyrburg, die Fürstentümer
Nassau-Weilburg, Nassau-Usingen, Nassau-Idstem,
Nassau-Saarbrücken und Ottweiler, die Grafschaf-
ten Waldeck, Hanau-Münzenberg, Hanau-Lichten-
derg, Solms - Hohensolms, Solms - Braunfels,
Solms-Rödelheim und Solms-Laubach, Kurmainz
und Stolberg wegen der Grafschaften Königstein,
Isenburg-Birstein, Isenburg-Büdingen, die Wild-
und Rhcingrafen, die Grafschaften Leiningen-Har-
denburg, Leiningen-Westerburg, Münzselden, Sayn-
Wittgenstein zu Sayn-Wittgenstein, Wittgenstein
zu Berleburg, Falkenstein, Reipoltskirchen, Kri-
chingen und Wartenberg, die Herrschaft Vretzen^
heim, Dachstul und Öllbrück, die Reichsstädte
Worms, Speyer, Frankfurt a. M., Friedberg und
Wetzlar. Hessen-Cassel sagte sich wiederholt von
den Ständen des O. los, trat ihnen aber 1764 doch
wieder bei. Die ausschreibenden Direktoren waren
der Bischof von Worms und der Pfalzgraf am
Rhein. Die Kreistage wurden früher in Worms,
seit Anfang des 18. Jahrh, in Frankfurt gehalten.
Ober-Nheinthal, Bezirk im schweiz. Kanton
St. Gallen, hat 97,2 ykm und (1888) 17 543 E.,
darunter 5643 Evangelische, in 6 Gemeinden.
Hauptort ist Altstätten.
Oberriexingen, Stadt im Oberamt Vaihingen
des württemb. Neckarkreiscs, hatte 1890:1062,1895:
1037 evang. E., Post, Telegraph, Pfarrkirche; Eisen-
gießerei, Eisenwarenfabrikation, Kunstmühle, Säge-
werk, Holzstößerei und Weinbau.
Oberröblingen, s. Salziger See.
Ober Nosbach, Stadt im Kreis Friedberg der
Hess. Provinz Oberhessen, am östl. Ende des Tau-
nus, hatte 1890:1206,1895: 1231 meist evang. E.,
Pojtagentur, Fernsprechverbindung, Oberförsterei;
ein Eisensteinbergwerk, Ackerbau, Viehzucht,Obstbau.
Oberrotzarzt, s. Noßarzt und Tierheilkunde.
Oberrübe, s. Kohlrabi.
Oberrücken, s. Aftern.
Obers, öfterr. Benennung für Rahm (s. d.).
Obersächsifcher Kreis oder Obersachsen,
einer der 10 Kreise des ehemaligen Deutschen Reichs,
von ungefähr 100000 ykin mit 4^ Mill. E.,
umfaßte folgende 22 Stände: Kursachsen, Kur-
brandenburg, die Fürstentümer Sachsen-Weimar,
Sachsen-Eisenach, Eachsen-Coburg, Sachsen-Gotha,
Sachsen-Altenburg, Sachsen-Querfurt, die Herzog-
tümer Vorpommern, Hinterpommern mit Cammin,
das Fürstentum Anhalt, die Abteien Quedlinburg
und Gernrode, das Stift Walkenried, die Graf-
schaften Schwarzburg-Sondershausen und Schwarz-
burg-Rudolstadt,Mansfeld, Stolberg, Barby,Reuh
und Schönburg. Der Kurfürst von Sachfen war
stets kreisausschreibender Fürst und Direktor des
Kreises. Die Kreistage wurden früher in Leipzig,
dann auch zu Frankfurt a. O. und Iüterbog ge-
halten; seit 1683 fand keine Versammlung wieder
statt. Die Stände waren bis zum übertritt des
Kurhauses Sachsen sämtlich evangelisch.
Oberfalzbrunn, s. Ealzbrunn. Waute-).
Obersaöne, franz. Departement, s. Saöne
Obersatz lphilos.), s. Syllogismus. s(Haute-).
Oberfavoyen, franz. Departement, s. Savoie
Oberfchaffner, s. Eisenbahnbeamtc.
Oberschar, s. überschar.
Oberschenkel, s. Bein und Schenkel.
Oberschlächtiges Wasserrad, s. Wasserräder.
Oberfchlesien', s. Schlesien.
Oberfchlesische Eisenbahn. Dic O. E., 1841
genehmigt, umfaßte urfprünglich die Linie von Bres-
lau über Ohlau, Brieg und Öppeln zum Anschluß an
die Österr. Kaiser-Ferdinands-Nordbahn. Die erste
Strecke Vreslau-Ohlau (26,39 km) wurde 22. Mai
1842, der Rest bis zur Landesgrenze bei Oswiecim
25. Juni 1859, die Anschlußlinie bis Oswiecim
16. März 1863 eröffnet. Am 1. Jan. 1857 übernahm
der finanziell beteiligte Staat den Betrieb für Rech-
nung der Gesellschaft. 1858 wurde der Anschluß
von Schoppinitz an die Warschau-Wiener Eisenbahn
bei Sosnowice (2,io km) genehmigt. 1869 erwarb
die Oberschlesische Eisenbahngesellschaft die von der