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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Olympia (in Nordamerika) - Olympische Spiele
und Alexander sowie der Eurydice und der Olympias
enthielt. Hart unter dem Kronosbügel neben dem
Heratempel mündete die Wasserleitung, welche
Herodes Attieus im 2. Iadrb. n. Cbr. in da-> beiße
Tbal leitete; von da zogen sich die zwölf von ein-
zelnen Staaten in Form kleiner Teinpel errichteten
Echatzhäuser bis zum Eingang in da5 Stadium bin.
Die Erbauung der meisten fallt in das l>. und
5. Jahrb. v. Chr.
Nach Osten zu schließt sich das Stadium, die
Rennbabn, an, ein Oblongum von 214 ui ^ange
und 32 m Breite; 40 - 45000 Menschen konnten
bier Platz finden. An dem rechtwinklig abschließen-
den West- und Ostende sind die Schranken für den
Wcttlauf, durch eine <),l8 m breite Steinschwelle ge-
bildet, wohlerhalten aufgefunden. Im Osten bildete
die 17,"m lange und l),8i m tiese zweisckisfige Halle
der Ccho den Abschluß der Altis; 44 dor. Säulen
schmückten ibre nach der Altis zu gerichtete Facade.
Im Süden ist das Natdau^ (Bulenterion)'der
Cleer: inmitten ein viereckiger Bau, zu jeder Seite ein
Vangbau mit Apsis. In dem quadratischen Mittel-
räum stand wabrsckeinlieb die Statue des ^eus Hor-
tios ldes Schützers der C'ide), vor welcher die.Dampfer
und Kampfrichter die vorgeschriebenen Cide abzillegen
batten. Südlich zieht sich eine lange Halle neben dem
Buleuterion bin. Weiter nach Westen zu trifft man
auf das westl. Thor der Altis, welches das eigent-
liche Festthor war, durch das alle Züge den Ein-
gang in die Altis nehmen mußten, und lunter ibm
eine große, aus dem 4. Iabrb. v. Cbr. stammende
Wobnanlage, das ^eonidäum, nach dein Stifter so
genannt. Nach einem Umbau in rom. Zeit diente sie
den röm. Statthaltern zur Wobnung. Andere Häu-
seranlagen sowie die Palästra und das Gymnasium
schließen sich weiter nördlich an. In regelmäßigen
Straßen, noch jetzt teilweise durch die Postamente
erkennbar, zogen sich die Statuen bin. Die wich-
tigsten größern Bildwerke sind außer dem oben
erwähnten Hermes von Prariteles die Nike von
Päonius, ferner die Metopen und Giedelskulpturen
des Zeustempels. Erstere stellen die Thaten de5
Herakles dar. In den Giebeln, deren Bilder-
schmuck nach der kaum richtigen Angabe des Pan-
sanias von Päonius und Alkamenes stammen soll,
hat man auf der Ostseite die Borbereitung zur
Wettfahrt zwischen Pelops und ^nomaus vor Zeus
dargestellt, im Westen den .^ampf der Centauren
und ^apitben vor Apollon. Beide >tompofitionen
enthalten je 2l mehr oder weniger gut erbaltene
Figuren und füllen einen Naum von 25> m ^änge.
Einen Hauptgewinn der Ausgrabungen bildet außer
den Marmorstulpturen die Ausbeute von kleinern
Bronzegegenständen und Terrakotten, von denen
mehrere in das Berliner Museum gekommen sind.
Für die Fundstücke besteht in O. selbst ein Mnseum.
Vgl. Die Ausgrabungen zu O. vou Curtius,
Adler, Hirschfeld, Treu," Dörpfeld (mit pbotogr.
Abbildungen, 5 Bde., Berl. 1876-81): Owmpia.
Die Ergebnisse der von dem Deutschen Reich ver-
anstalteten Ausgrabung, hg. von Curtius und Adler,
Tcrtband 2 und Tafelband 1 (ebd. 1802-W), ent-
baltend die Baudenkmäler; Tertband .'>, 1. Hälfte,
und Tafelband 3 lebd. 18l>4^, cntbaltend die Bild-
werte in Stein und Thon: Tertband 4 und Tafel-
band 4 (ebd. 1890), entbaltend die Bronzen; Tert-
band 5) (ebd. 18W), entbaltend die Inschriften; Äd.
B^Mcher, O., das Fest und seine Stätte <2. Aufl.,
ebd. !88<;); O. und llnigegend izlvei karten und ein
Situationsplan von Kaupert und Dörpfeld, bg. von
Curtius und Adler, ebd. 1882); Lalour und Mon-
eeaur, l^^ttnuatioli ä'OIxm^i^ (Par. 1889).
Olympia, Hauptstadt des nordamerik. Staates
Wasbington und des Couuty Tburston, am südl.
Vorsprung des Pugetsundes, mit der Northern
Paeific durch Zweigbabn verbunden, hat (l890)
4<)98 E., niedrere öffentlicke Gebäude und Handel.
Olympiade, bei den alten Griechen ein Zeit
räum von vier Iabren, wonach die Feier der Olym-
pischen Spiele (s. d.) sich wiederholte. Die gezählten
O. beginnen mit dein I. 77l> v. Chr., seit welchem
man die Namen der Sieger aufzeichnete. Will man
eine Zeitangabe nach Ö. in die nach Iabren vor
Ebristi Geburt umrechnen, so multipliziert man die
der gegebenen O. vorhergebende Zahl (weil die
gegebene O. noch nicht ganz abgelaufen ist) mit 4,
addiert dazu die Zahl 1,^, 3 oder 4, je nachdem
i vom ersten, zweiten, dritten oder vierten Iabre
^ einer O. die Nede ist, und subtrahiert die Summe
! von 777 iweil 77l> schon das erste Iabr der ersten
! O. ist); der Rest giebt dav Iabr vor Cbristus, mit
desfen Mitte (Anfang Iuli> das genannte Olym-
piadenjabr beginnt. So entspricht z. V. das zweite
Iabr der !)4.0. dem Jahre von Juli 403 bis Juli 402
v. Cbr., denn W X 4 -l" 2 ^ 374; 777 - 374 -- 403.
Der sicil. Historiker Timäus (350 - 260 v. Cbr.)
bat die Zeitrechnung nach O. (Olvmpiadenära)
zuerst für die Chrouologie umfassend verwertet,
die spätern sind ihm darin fast allgemein gefolgt.
Gegenwärtig beißen O. auch die von der griech. Ne-
gierung veranstalteten Ausstellungen von Weinen
ls. Griechische Weine).
Olympias, Tochter des epir^otischen Molosser-
königs Neoptolemus, war die erste Gemahlin des
.Nonigs Pbilipft II. vonMaeedonien (seit 35i7v. Cbr.)
nnd '))tutter Alexanders d. Gr. 337 trennte sich
Vlülipp von ihr, ilm Cleopatra, die Nickte des At-
talus, zu beiraten und entfacbte dadurck den Haß
der sckönen, aber leidensckaftlichen Frau. Seine Er-
mordung (330) hat sie vielleicht mit vorbereitet; ihre
Nebenbublerin und deren kaum geborener ^obn
sind jedenfalls durch sie beseitigt worden. Aucb nach
Aleranders Tode (323) fröhnte O. in den Diadochen-
tämpfen ihrem persönlichen Haft und ihrer Herrsch-
sucht; namentlich fiel Alelanders Halbbruder Phi-
lipp Arrbidäus mit seiner Gattin und semem All-
bang ibr zum Opfer, bis endlich .^affander, der
Gegner des ihr verbündeten Polysperchon, sie 3l<>
in Pvdna gefangen nehmen und hinrichten ließ.
Olymp'ieion, s. Athen.
Olympier, s. Olymp.
Olympioniken, s. Olympische Spiele.
Olympische Spiele, das berühmteste und be-
deutendste der vier großen Nationalfeste der Hel-
lenen, wurden in Zwischenrä'umen von vier Jahren
am dritten Vollmond nach der Sommersonnenwende
im August oder September in Olympia (s. d.) zu
Ehren des Zeus gefeiert. Die Einrichtuug der O. S.,
wie sie in bistor. Zeit bestand, wird auf Iphitus von
Elis zurückgeführt; seit dem I. 77(>, wo der Eleer
Koröbus Sieger im Wettlauf war, wurde ein un-
unterbrochenes Verzeichnis der Sieger geführt, das
zu der Zeitrecknung nach Olympiaden (s. d.) Veran-
lassung gab. Seit 720 v. (5hr., wo auch die Spar-
taner sich anschlössen, folgten die übrigen Hellenen;
um die Mitte des 7. Jahrh. v. Chr. war das Fest
ein panhellenisches geworden. Diese Spiele wurdc'll
bis auf das I. 393 n. Chr., in welchem die letzte