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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Olympos - Omajjaden
Feier stattfand, regelmäßig fortgesetzt. Die Weti
kämpfe, an welchen jeder Hellene (Nichtgriechen Ware
Die Wett-
en waren
bis anf die ^eit der ro'm. Herrschaft ausgeschlossen)
teilnehmentonnte, dauerten seit dem 5. Jahrb. v.Chr.
mit Einschluß der Verteilung der Preise "Kranze von
wildem Ölbaum) an die Sieger fünf Tage. Die
Kämpfer mußten sich dazn 10 Monate lang sorgfäl-
tig vorbereiten, in den letzten 30 Tagen im Gmnna
sinm zu Elis selbst. Die Festlichkeit nalnu abends
mit großen Opfern ihren Anfang, die eigentlichen
Spiele aber mit dem Anbruch des folgenden Tages.
Die älteste Art des Wettkampfes war der einfache
Wettlauf, wobei die 192 in lange Nennbabn (Sta-
dion) einmal durchlaufen werdeil mußte', dazukam
seit 724 der Doppellauf (Diaulos), seit 72<> der
Dauerlauf (Dolichos), seit 708 der Ringkampf und
der Fünfkampf (Pentathlon, s. d.), seit 688 der Faust'
kämpf, seit 080 das Wettfahren, seit 048 das Wett-
reiten und das Pankration ls. d. und Agon); andere
Fornien des Wettkämpfer kamen später hinzu, seit
520 namentlich der Wettlauf gerüsteter Krieger. Von
überall her strömten Zuschauer herbei, dock war
(ailßer der Priesteriu der Denleter j verheirateten
Frauen der Zutritt verboten. Die Sieger, die man
Olympioniken nannte, wurden mit dem Sicges-
tranze geschmückt und mit Palmzweigen in der Hand
dem Volke vorgestellt. Dazu tam noch die Vcrberr-
lichung durch Siegeslieder und Bildsäulen, bei der
Rückkehr in ihre Vaterstadt feierlicher Einzug auf
einem Viergespann weißer Rosse, ein Ehrenplatz bei
össentlichm Schauspielen, Befreiung von öffentlichen
basten, in Athen Speisnng im Prvtaneum und ein
Geldgeschenk. Die Anordner und Veiter dcr Spiele
waren seit dem 7. Jahrh. v. Ehr. mcist die Elcer, vor-
der die Pisaten (s. d."; sie bestimmten die Tage und
verkündeten die wäbrend dieser Zeit gesetzlich vorge-
schriebene Waffenruhe Mecheiria) im gangen Pclo
ponnes, sowie die Ilnverletzlichkcit des Festen und
der zum Feste Reisenden. Die ungefähr eiu Jahr
vorher bestellten Kampfrichter (Hellanoditen"
nabmen die Anmeldungen derer, welche an den Känv
pfen teilnehmen wollteil, entgegen, untersuchten,
ob sie freigeborene Hellenen und im Genusse der
bürgerlichen Ehre waren, beeidigten sie, daß alles
im .dampfe, ehrlich vor sich geben sollte, ordneten
die .Nampfhandlung, entschieden darüber, wenn je
mand nach der Aufforderung der Herolde als An-
tläger gegen die Kämpfer auftrat, paarten diese
endlich durch das ^os und sahen auf die Beobach-
tung der Kampfgesetze. Die Aufseber, die bei den
Spielen selbst Ordnung hielten, bießen Alyten und
standen unter einem Vorgesetzten, dem A ly t ar cb e s.
Modernisierte O. E. fanden im April 1890 in dem
dafür neu hergerichteten Stadioll des Herodes Atti-
tlis zu Atben statt und sollen, zunächst 1900 in Paris,
wiederholt werden. Auch für Deutschland sind O. S.
geplant. - Vgl. Mommsen, i'lb^r die -->eit der
Ölympien (Lpz.'i891); H. Förster, Die Sieger in
den O. S. (Zwickall 1891-92); ^alnbros und Poli-
tis, Die O. S. 770 v. Ebr. bis 1890 n. Ebr. Tl. 1:
Die O. S. inl Altertllm (delltsch Lpz. 1.^90).
Olympos, s. Olvnlp.
Dll)ttthos, eine wahrscheinlich von Euböa alls
gegründete, aber auch stark mit thraz. Volks-
elementen (Bottiäern) durchsetzte griecb. Kolonie auf
der Halbinsel Chalkidike an der Nordwestseite des
Toronäischen Meerbusens, gelailgte seit Beginn des
Peloponnesischen Krieges, als auf Antrieb des
Königs Perdikkas von Macedonien die Belvohllc-r
mehrerer kleiner Küstenstädte der Chalkidike dahin
übersiedelten, zu bedeutender Macht. Sie bildete
aus den Städten ihrer Nachbarschaft bis nach Ma
eedonien hinein einen straff eentralisierten Bund,
dock wurde dieser im sog. Olynthiscken Krieg
(383-379) durch Sparta gesprengt. Als König
Philipp II. von Maeedomen seine Mackt immer
weiter ausdehnte, griff er 349 v. Chr. auch den seit
370 wieder erneuerten Bund von O. an, das nun
durck ein Bündnis mit Athen Hilfe gegen den ge-
meinsamen Feind suckte. Ehe jedoch die Athener an-
langten, war die Stadt bereits verraten und zerstört
(348). Reste von O. finden sich bei der jetzigen Ort-
schaft Hagios Mamas vor. - Vgl. Voemel, 5)c
OiMti^i 8itu, civitHttt, V>0t6Iiti^ tiit 6V81'^i<"U0
lFrankf. a. M. 1829).
Slzucker, s. ^liieo^ace^^ium.
Om, ein in der brahmanischen Liturgie und im
nördl. Buddbismus besonders heilig gehaltenes
Wort letwa mit unserm Amen zu vergleichen), das
namentlich zu Anfang und Ende der Recitation bei-
ligcr Schriften ausgesprochen wird. Ursprünglich
wobl nur ein einfacher Ausruf, wurde es von den
Brabmanen bereits in früher Zeit mit einem mysti-
scken Ebaraktcr bekleidet, so daß die drei Buchstaben,
aus denen es im Indischen besteht lA, II und Nj,
als Ausdruck der ind. Dreieinigkeit, der Trimurti,
betrachtet wurden. sSchultergickt.
^magra (grcb.), Gickt in der Sckultergegeud,
Oma'gua oder Unläua, ein ehemals zahlreicher
und mäcktiger, deil Tupi und Guarani verwandter
Fndiancrstamnl Südamerikas, am Maranon lind
Ucavali. W^cil sic- früher durch zwei Brettcken den
Sckädcln der Nellgeborenen eille mitraähnlicke Ge
stalt gabeil, nennt man sie auch Campevas, d. i.
,vlackköpfe. Jetzt sind sie längst mit andern Stäm-
men vermischt. (S. Tafel: Am erikallis ch e V ö l -
kertvpen, ^.ig. 19.) ^ Vgl. Waitz, Anthropologie
der Naturvölker, Bd. 3 (Lpz. 1802).
Omaha, größte Stadt des nordamerik. Staates
Ncbraska, Hallptstadt des Coullty Douglas, rechts
am Missouri, 29 ^n^ oberhalb der Mündung des
Platte-River, der Stadt Council-Bluffs ss. d.) gegen-
über lind mit ibr dllrch drei Brücken verbundeil,
wurde 185)4 gegründet, zählte 1880: 30518, 1890:
140452, mit Souch-Omaha 148514 E. Es ist ein
wicbtigcr Eisenbahnknotenpunkt, uuter anderm Aus-
gangspunkl derIinioll-Pacific. Das Gcsckäftsviertel
liegt am Flusse, die Wohnungen am Abhang des
Hügels. Unter den öffentlichen Gebäuden sind das
Gericktsbaus, Zollbaus, Postamt, City-Hall, die
Hochschule, das Opernhaus, die Eisenbahndirettionen
und das der Home ^ife-Versicherllngsgesellschaft. Die
Industrie und noch mehr der Handel sind bedeutend.
Hervorzubcdcn sind die Schmelzwerke, die Groß-
sckläcktc-rcien, Maschinenbau, Ziegelei, die Getreide-
elevatorcn, Großhalldcl nlit ^iaterialwareu, Pro-
dukten, Ackcrbaugeräten und Holz sowie Brauerei.
Die Fleisckverpackllngsgeschäfte verbrauchten 1892
-93: 1,i2 :vlill. Stück Schweine. Der Wert der
Industrieprodutte betrug (1890) 39 Mill. Doll.
O'Mahoney (spr. inebobne), John, Gründer
des Bundes der genier ss. d.).
Qmajiäden, Omejjaden, Nmajjaden, die
erste mobamnled. Ebalifelldynastic, welche ibren
Namen von ibrein Ahnherrn Omajja ibn Abd
Scheins vom Stamme der Koreisch führt, dessen
Großvater auch ^cohalnmeds Ahnherr war, tam
mit Moawija zur Herrschaft, regierte im Orient