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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Oster-Ems - Österley (Karl Wilhelm)
O. als Geschenk für die Kinder erhalten, die es am
Gründonnerstag oder Ostermontag im Versteck auf-
suchen müssen. Zucker- und Schokoladeneier sind oft
an Stelle der natürlichen getreten.
Oster-Gms, Fluß, s. Ems.
Osterfeld, Stadt im Kreis Weißenfels des preuß.
Reg.-Bez. Merseburg, an der Nebenlinie Zeitz-Cam-
bürg der Preuß. Staatsbahnen, Sitz eines Amts
gerichts (Landgericht Naumburg a. S.), hatte 1890:
1714,1895: 1724 E., darunter 20 Katholiken, Post,
Telegraph; Roßhaarspinnerei, Fabrikation von Pfei-
fenschläuchen, Öfen, Chamottesteinen;Taubenmärktc.
Osterfest, Ostergebräuche, s. Ostern.
Sstergötland, schwed. Provinz und als Ver-
waltungsbezirk Ö.s Län oder Linköpings Län
genannt, im N. durch die Waldeshöhen Kolmarden
und Tylöskog von Mittelschweden getrennt, östlich
von der Ostsee, westlich vom Wettersee begrenzt und
im S. allmählich in das smäländifche Hochland über-
gehend, ist 10977 ykm groß, wovon 1070 ykm auf
Binnenseen kommen, und zählt (1893) 266 892 E.
Von der Festlandoberfläche sind 23 Proz. Ackerland,
7 Proz. Wiesen und 61 Proz. Waldungen. Die
größten Seen sind Glan, Sommen, Asunden und
Roren. Die Mitte der Landschaft bildet eine weite,
sehr fruchtbare, vom Motala durchzogene Ebene.
Die Industrie ist gut entwickelt, besonders Metall-
und Textilindustrie. Zwei Kanüle, die Ostgötalinie
vom Götakanal und der 1871 vollendete Kindakanal,
sowie 338 Km Eisenbahnen dienen dem Verkehr.
Städte sind Linköping, Residenz des Landeshaupt-
manns, Norrköping, Söderköping, Motala, Wad-
stena und Skeninge.
Ostergrenze, s. Ostern.
Ostergroschen, s. Beichtgeld.
Osterhase, der Hase, der nach dem deutschen
Kinderglauben die Ostereier legt; außerhalb Deutsch-
lands weih man nichts vom Ö. (S. Osterei.)
Ofterhofen, Stadt im Bezirksamt Vilshofen
des bayr. Reg.-Bez. Niederbayern, rechts von der
Donau, an der Linie Passau-Negensburg der Bayr.
Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht
Deggendorf), hatte 1890:1515,1895:1595 kath. E.,
Posterpedition, Telegraph und ein ehemaliges Bene-
diktinerkloster (Ostrehova, Hosterhoven im Mittel-
alter), das schon unter Karl d. Gr. bestand und
unter den Hohenstaufen zum Bistum Bamberg,
später zur Landgrafschast Leuchtenberg gehörte.
Osterholz. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Stade,
hat 479,25 ykm und 1890: 28232, 1895: 28617
(14501 männl., 14113 weibl.) E., 2 Städte und
107 Landgemeinden. - 2) Flecken im Kreis O., am
Westrande des Hammemoors, durch einen Kanal mit
dem Weserzufluß Kamme verbunden, an der Linie
Hannover-Geestemünde (Station O.-Scharmbeck) der
Preuß. Staatsbahnen, Sitz des Landratsamtes und
eines Amtsgerichts (Landgericht Verden), hatte 1890:
1767 E., darunter 23 Katholiken und 48 Israeliten,
1895:1691 E., Post, Telegraph; Maschinen-, Reis-
stärke-, Dextrinfabriken, Tuchweberei und Spinnerei.
Osterholzer Hafenkanal, s. Tabelle beim Ar-
tikel Fehw und Moorkolonien.
Ostsria. (ital.), Wirtshaus, Schenke.
Osterinfel oder Waihu, auch Teapi, von
den Eingeborenen Napanui (Großrapa) genannt,
engl. N3.8t6r Island, frz. Ü6 äe I>HHU68, die öst-
lichste Insel Oceaniens, einsam im Stillen Ocean,
unter 27° 9' südl. Vr. und 109° 20' westl. L. von
Greenwich gelegen, ist 117,? gkin groß, hat drei-
eckige Gestalt und ist, wie die erloschenen Kratcr-
berge und die Lava der hafenlosen Küste beweisen-
vulkanischenUrsprungs. SieleidetHolz-und Wasser,
nlangel; doch liefert der Boden den nnr noch 150
Bewohnern reichlich Nahrungspflanzen. Viele Ein-
geborene sind nach Tnamotu übergeführt worden.
Rätselhaft erscheinen die kolossalen Steinbilder, die,
fast 5 m hoch, auf einer 26 m langen Grundmauer
stehen. Der auf der Westseite gelegene Landungs-
platz heißt Cookshaven, nach Cook, der die In-
sel 1774 besuchte. 1888 wurde die O. von Chile in
Besitz genommen, um als Strafkolonie zu dienen.
- Vgl. Geiseler, Die O. (Berl. 1883).
Sster-Iökull, isländ. Vulkan, s. Eyjafjalla.
Osterkrankheit, s. .harnwinde.
Osterkreis, s. Kirchenjahr.
Osterkuß, der Kuß, mit dem man sich in der alten
Kirche am Ostermorgen begrüßte. In der griech.
Kirche giebt noch jetzt der höchste Geistliche von der
Galerie des Altarraumes aus den einzeln vortreten-
den Gemeindegliedern den O. am Ostermorgen mit
den aus der alten Kirche übernommenen Worten:
"Christus ist erstanden!" und diese antworten: "In
Wahrheit, er ist erstanden!" Darauf küssen die Ge-
meindeglieder sich untereinander. (S. Friedenskuß.)
Osterland (lat. ^6rlH orimiwiiZ), ursprünglich
das Land zwischen Saale und Mulde südwärts bis
zur Elsterquelle und dem Fichtelgebirge; später nur
der nördl. Teil dieses Gebietes; ostwärts erweiterte
sich das O. bis über die Elbe bei Torgau und Vel-
gern, wogegen sich der westl. Teil als Mark Lands-
berg davon absonderte. Beide gehörten zu den
Besitzungen des Hauses Wettin. Nach Friedrich
Tuttas Tode (1291) nahm Friedrich der Freidige
den einen, Diezmann den andern Teil in Besitz,
bei der Örterung von 1382 siel es nebst Lands-
berg an die drei Söhne Friedrichs des Strengen.
Seit Ende des 15. Jahrh, wird das O. bei den
Belehnungen der wettinischen Fürsten nicht mehr
namentlich aufgeführt; doch hat sich im Sprach'
gebrauch der Name O. für den Teil, der ehedem
als Pleihnerland eine besondere Herrschaft bildete
und dessen Hauptort Altenburg war, bis jetzt erhalten.
Osterlen, Friedrich, Mediziner, geb. 22. März
1812 zu Murrhardt in Württemberg, stndierte zu
Tübingen 1830-34 Medizin, war sodann prakti-
scher Arzt in seiner Vaterstadt, habilitierte sich aber
1843 in Tübingen als Privatdocent, erlangte da-
selbst eine Professur und wurde 1845 als Professor
der mediz. Klinik nach Dorpat berufen. Weyen
eines verweigerten Urlaubs nahm er 1848 semc
Entlassung, privatisierte sodann in Heidelberg,
Stuttgart, Zürich und Glarus und starb 19. März
1877 zu Stuttgart. Ö. hat sich durch eine Reihe
bahnbrechender Schriften besonders um die Hygieine
und die mediz. Statistik verdient gemacht. Er schrieb:
"Histor.-kritische Darstellung des Streits über die
Einheit oder Mehrheit der venerischen Kontagien"
(gekrönte Preisschrift, Stuttg. 1836), "Handbuch der
Heilmittellehre)) (7. Aufl., Tüb. 1861), "Mediz. Logik"
(ebd. 1852), "Haudbuch der Hygieine" (3. Aufl., ebd.
1876), "Handbuch der mediz. Statistik" (ebd. 1864),
"Die Seuchen, ihre Ursachen, Gesetze und Bekäm-
pfung" (ebd. 1873). Auch begründete er 1845 die
"Jahrbücher für praktische Heilkunde" und 1860 die
"Zeitschrift für Hygieine, mediz. Statistik und Sani-
tätspolizei" (Tübingen).
Ofterley, Karl Wilhelm, Maler, geb. 22. Juni
1805 zu Göttingen, studierte daselbst Kunstgeschichte,