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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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oz. - Ozorkow
braucht (1895: 7902 Kurgäste). - Vgl. Nohden, !
Kurze Diätetik für Nervenkranke mit einem Anhange
über O. (3. Aufl., Oeynh. 1888); dcrs., Bad O. und ^
seine Umgebung (ebd. 1891); Ninteln, Die Ther- !
malsolbäder in O. sin der "Mcdiz. Centralzeitung", ^
1879); Voigt, Die Kurmittel O.s (Braunschw. 1883); ^
Lehmann, O. gegen Ischias sin der "Deutschen me- !
diz. Wochenschrift", 1884); ders., Bad O. (4. Aufl., !
Oeynh. 189')); Sauerwald, Bad O. und Umgegend I
(4. Aufl., ebd. 1893); Bahr und Otter, Vad O. und !
seine Umgegend (3. Aufl., ebd. 1895).
02., Abkürzung für ounce, ounc63 (engl.), s.
Troygewicht.
Ozäna (grch.), Stinknase, chronischer Katarrh
der Nasenhöhle mit übelriechender Absonderung.
<S. Nase, anatom.)
Ozanam (spr. osanämm), Antoine Frederic,
sranz. Schriftsteller, geb. 23. April 1813 zu Mai-
land, wurde 1840 Professor der ausländischen Lit-
teratur an der I?acu1t6 ä68 I^6ttr68 zu Paris und
starb 8. Sept. 1853 zu Marseille. Er war einer
der Stifter des Ordens des Vincenz von Paula.
Seine hauptsächlichen Schriften find Dante und der
tath. Litteratur Italiens im Mittelaltcr gewidmet;
davon find hervorzuheben: "Dante 6t 1a plii1o80-
pliie cat1io1ihU6 au X1I1° 8i5oi6" (Par. 1839; 2. Aufl.
1845; deutsch Münst. 1858), "Vocum6ut8 in6äit8
pour 86rvir a 1'tii8t0ii'6 1itt6iaii'6 cl6 1'ltalie ä6pui8
w VIII° 8iöcl6 ^iL^i'an XIII^" (Par. 1850), "1.68
p06t68 li-anci8cain8 6n ItaÜ6 au XIII^ 8i6ci6" (ebd.
1852; deutsch Münst. 1853). Seine "(Nuvi-68 eoin-
p1et68" (hg. von Ampere) erschienen in 11 Bänden
(4. Aufl., Par. 1873). O.s Leben beschrieben Karker
(Paderb. 1867), Miß Kathlecn, O'Meara (Edinb.
1876; neue Ausg. 1879), Hardy (Mainz 1878)
und iem Bruder Älphonse O. (2. Aufl., Par. 1882).
Ozark- Mountains (spr. osark mauntins),
Bergzug in den Vereinigten Staaten von Amerika,
zieht vom untern Missouriflusse im Staat Missouri
südwestlich über die nordwestl. Ecke von Arkansas in
das Indianerterritorium, wo er nahe demNed-River
Ozea, Gebirge, s. Parnes. Endigt.
Ozelot (^6Ü8 pai-äa1i8 ^.), schöne, in Amerika
von Texas, Louisiana und Arkansas an durch ganz
Mittelamcrika und das warme Südamerika vor-
kommende Pardelkatze von 80 ein Länge, deren Fell
durch in Längsreihen angeordnete, vom Halse und
den Schultern schräg nach hinten verlaufende schwarze
Flecken aufrehgelbem Grunde gezeichnet ist. DerKopf
dar Tüpfel und Striche auf dem Nacken, der Schwanz
ist schwarz geringelt. Der O. ist leicht zu zähmen und
hält sich in der Gefangenschaft gut. Sein Preis
schwankt je nach der Größe zwischen 100-200 M.
Ozene, bei Ptolcmäus Name der Hauptstadt
des ind. Reichs Larica, das heutige Udschain.
Ozw, Berg (1003 m) auf Naxos (s. d.).
Ozieri, Hauptort des Kreises O. (41193 E.) in
der ital. Provinz Sassari auf Sardinien, 42 Icin
im OSO. von Safsari, auf einer fast überall von
Bergen umgebenen Erhöhung (371 m), an der Sekun-
därbahn Chilivani-Tirso, ist'Bischofssitz, hat (1881)
8569 E., eine Kathedrale; Getreide und Viehzucht.
Ozokerit, Vergtalg, Vergwachs, Erd-
wachs, ein in der Natur vorkommendes minerali-
sches Wachs, das bräunliche bis dunkellauchgrüne,
geschmeidige und beim Kneten klebrige Massen bildet,
die aus einem filzig-faserigen Gewebe allerfeinster
doppeltbrechender Nädelchen bestehen; die Substanz
hat das spec. Gewicht 0,<^ bis 0,97, scheint in hohem
zorkow 79?
Grade an den Kanten durch, besitzt einen aromatisch-
bituminösen Geruch, schmilzt zwischen 62 - 85^ ().
zu einer klaren öligen Flüssigkeit und ist chemisch ein
dem künstlichen Paraffin ganz ähnlicher Kohlen-
wasserstoff, (^ Ü2n- Der O. kommt mit Kohlenflözen
und Eteinsalzlagern vor, wie namentlich bei Bory-
slaw in Galizien, bei Slanik in der Moldau, New-
castle in England. Das am Kaspischen Meere massen-
haft vorkommende N ef t- g i l (oderN ap h thadil) ist
mit dem O. identisch. Man gewinnt aus dem O.
durch Destillation Paraffin, das sich von dem aus
Braunkohle dargestellten durch größere Härte und
höhern Schmelzpunkt vorteilhaft unterscheidet. In
neuerer Zeit ist der O. ein wichtiges Material für
die Erzeugung von Ceresin (s. d.) geworden.
Ozon oder aktiver Sauerstoff, eine Modi-
fikation des gewöhnlichen (inaktiven) Sauerstoffs
(s. d.); es wurde auf Grund älterer Wahrnehmun-
gen von Schönbein in Basel 1840 entdeckt. Infolge
seines eigentümlichen Geruchs erhielt der neue Kör-
per den Namen O. (vom grch. ox6in, riechen). Er
findet sich häufig in der Luft, aber immer nur in
äußerst geringen Mengen; in reiner Gestalt konnte
das O. bis jetzt nicht dargestellt werden, sondern tritt
stets mit gewöhnlichem Sauerstoff gemengt auf, in
den es leicht, vollständig schon bei 200", übergeführt
wird. Es unterscheidet sich von dem inaktiven
Sauerstoff außer durch seinen Geruch durch seine
energischen oxydierenden und bleichenden Wirkun-
gen und seine bläuliche Färbung. Das Molekül des
O. enthält drei Atome Sauerstoff, während das-
jenige des gewöhnlichen Sauerstoffs nur zwei ent-
hält. Seine chem. Formel ist daher 0". - Aus dem
gewöhnlichen Sauerstoff entsteht es durch funken-
losen Austausch starker elektrischer Spannungen
und bei allen langsamen Oxydationen, z. B. wenn
man feuchten Phosphor der Luft so aussetzt, daß
er nur sehr allmählich sich oxydieren kann. Zur
Darstellung von O. elektrisiert man einen langsamen
Strom von reinem Sauerstoffgas durch funkenlose
elektrische Entladungen. Bei der Elektrolyse von
Oxyden sich abscheidendes Sauerstoffgas enthält
stets namhafte Mengen von O. Aus einer Iod-
kaliumlösung macht O. das Jod frei. Papierstreifen,
die mit Iodkaliumstärkelösung getränkt sind, lassen
sich daher als Ozon ometer, d. h. zur Abschätzung
der in der Luft enthaltenen Ozonmengcn anwenden,
wenn man sie, vor der Einwirkung des Lichts ge-
schützt, einige Zeit der freien Luft aussetzt. Die
Intensität der Bläuung nach einer bestimmten Zeit-
dauer zeigt geringere oder größere Ozonmengen an.
Die Menge des in der Luft enthaltenen O. lst stets
gering; so fanden Plesse und Pierre in 255 1 Luft
0,00002 ss, Zenger in 1001 untersuchter Luft 0,000002
bis höchstens 0,00001 F O. Auf die Schleimhäute
der Ätmungswege wirkt das O. heftig reizend und
rnft schon in sehr verdünnter Form bei längerm
Einatmen Hustenreiz, Schnupfen, Schläfrigkeit und
Abstumpfung des Gefühls in der Haut hervor. Der
Gebrauch von Ozoninhalationen und von sog. Ozon-
wasser gegen zahlreiche Krankheiten hat sich nicht
bewährt. Eine dritte Modifikation des Sauerstoffs
nahm man früher irrtümlich im Antozon (s. d.)
an. - Vgl. Hammerschmied, Das O.und seine Wich-
tigkeit im Haushalt der Natur und des menschlichen
Körpers (Wien 1873); Fox, 020116 anä _^nt020U6,
t1i6ir di3toi-v anä natui'6 (Lond. 1873); Engler,
Histor.-kritische Studien über das O. (Lpz. 1880).
Ozorköw, russ.-poln. Stadt, s. Osorkow.