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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Palao-Inseln - Paläontologie
meister und Wattenbach, I^x6inM coäicuiu lÄtino-
rum Iitt6ri8 m^n8cu1i8 Zci'ipwruiu (Heidelb.1876;
Supplement 1879). (S. Manuskript, Palimpsest,
Palao-Infeln, s. Palau-Inseln. ^Schrift.)
Paläokaftron von Dramerchus, s. Dodona.
Paläokrystisch (grch., d. i. altgefroren), Bezeich-
nung für ungewöhnlich dichte Massen von Meereis
(sog. Packeis, s. Treibeis).
Paläo-Limisso, Ruinen auf Cypern,s.Amathus.
Paläolithische Periode, s. Steinzeit.
Paläologen, Name einer berühmten byzant.
Familie, als deren erste Vertreter Nikephoros
und Georg Paläologos unter Nikephoros III. im
11. Jahrh, genannt werden. Die P. bildeten die
letzte Dynastie des Byzantinischen Reichs. Ihr Stif-
ter war Michael VIII. (s. d.), der 1261 Kaiser des
Byzantinischen Reichs wurde. Außer ihm gehörten
Andronikos II., III. und IV., Johannes V., VII.
und VIII. sowie Manuel II. und Konstantin IX.
(s. diese Artikel und Byzantinisches Reich, Bd. 3,
S. 815) dieser Dynastie an. Ein Seitenzweig der
P. herrschte 1305-1533 in dem ital. Montserrat.
Eine Sekundogenitur der byzant. Kaiserlinie be-
stand in Misthra 1383-1460; nach der Eroberung
von Morea durch die Türken wandten sich diese P.
nach Italien; der letzte Titulardespot von Morea,
Thomas' Sohn Andreas, beschloß sein Geschlecht
1502; eine Tochter dagegen, Zoe, heiratete unter
dem Namen Sophia 1472 den russ. Großfürsten
Iwan III. Wassiljewitsch, ihre Tochter Helena den
Iagellonen Alexander I. von Polen. Ein anderer
Zweig aus dem Blute dieses peloponnes. Thomas
Paläologos verglich sich in Stambul mit dem Sul-
tan und ging später zum Islam über. Wenn der
Name der P. noch längere Zeit nachher erscheint,
so kommt dies daher, weil auch mehrere adlige Fa-
milien in Morea und im Fanar ihn sich angeeignet
hatten. 1874 starb zu Turin der Fürst Giovanni
Antonio Laskaris Palüologo als der letzte Nach-
komme der P. ^Paläontologie (s. d.).
Paläolögie (grch.), Altertümerkunde, soviel wie
?Hiaeoniot^8, s. Kreodonten.
?2.1asoni8ou8 F?a"'n?)., fossile Fischgattung
kleinschuppiger paläozoischer Ganoiden, die schon
in der Steinkohlenformation auftreten und massen-
haft angesammelt in dem sog. Kupferschiefer von
Mansfeld u. s. w. vorkommen. (Abbildung von I>.
l>6i68i6d6ni ^4</. s. Tasel: PetrefaktenderPa-
läozoifchen Formationsgruppe IV, Fig. 6,
beim Artikel Paläozoische Formationsgruppe.)
Paläontologie (grch.) oder Versteinerungs-
kund e, die Lehre von den Pflanzen und Tieren der
Vorwelt oder von den fossilen Resten früherer Orga-
nismen; sie nimmt auch besondere Rücksicht auf die
Formationen oder Schichten, in denen sich diese
Reste finden. Deshalb sind die Ergebnisse der P. von
höchstem Werte für die Geologie (s. d., Leitfossilien
und Versteinerungen); ihr Wert für die Lehre von
der Abstammung der Organismen und ihrer onto-
genetischen und phylogenetischen Entwicklung ist
aber ebenso groß.
1) P. der Pflanzen, auch Paläophyto-
logie oder Phyto Paläontologie. Da die
fossilen Reste von Pflanzen in sehr verschiedener
Weise teils verkohlt, teils verkieselt oder in andere
Gesteinsarten umgewandelt, teils auch nur als Ab-
drücke oder Steinkerne oder in noch anderer Weise
erhalten sind, so wird auch die Untersuchungs-
methode eine verschiedene sein müssen. Sind bloß
Abdrücke oder Stcmkerne vorhanden, so kann nur
die äußere Form dabei in Betracht kommen, bei ver-
kohlten, besonders aber bei verkieselten oder in ähn-
licher Weise erhaltenen Resten läßt sich in den meisten
Füllen auch die innere Struktur der fossilen Pflan-
zenteile untersuchen, sei es durch Anwendung von
stark oxydierenden Mitteln, wie Kochen in einer
Lösnng von chlorsanrem Kali und Salpetersäure bei
verkohlten Nestel:, sei es durch Anfertigung von
Dünnschliffen durch die betreffenden Gesteinspartien
bei verkieselten oder ähnlich erhaltenen Fossilien.
Die Erhaltung solcher Reste, selbst aus den Pe-
rioden der Steinkohlen und der Dyas ist oft so
ausgezeichnet, daß man auch die feinsten Details in
der Struktur erkennen und mit ziemlicher Sicherheit
auf die Zugehörigkeit jener Reste zu einer bestimm-
ten Gruppe der Jetztzeit schließen kann, während bei
Abdrücken, Steinkernen u. dgl. meist nur eine un-
sichere Deutung möglich ist, wenn nickt ein besonders
auter Erhaltungsznstand vorliegt. Eine zusammen-
hängende Entwicklungsreihe der Pflanzenwelt läßt
sich noch nicht mit Sicherheit aufstellen. Die Resul-
tate der botanischen P. widersprechen zwar keines-
wegs den auf der Descendenztheorie basierenden An-
schauungen, aber sie reichen allein auch nicht aus,
um einen unwiderleglichen Beweis dafür zu bringen.
Durch genaue Vergleichung der jetzigen Florengebiete
mit denen früherer Perioden, soweit dieselben be-
kannt sind, lassen sich ferner durch die P. manche Er-
scheinungen, die die Entwicklung der Floren, die Wan-
derung der Pflanzen, kurz das Zustandekommen der
heutigen Florengebiete, die Verteilung der einzelnen
Pflanzenformen auf der Erdoberfläche betreffen, er-
klären. Allerdings sind die meisten hierauf bezüg-
lichen Anschauungen noch streitig, und es wird
besonders auch Aufgabe der Pflanzengeographie sein,
bei Entscheidung solcher Fragen durch genaue Be-
rücksichtigung der Verhältnisse des Klimas, der Erd-
oberfläche, der Meeresströmungen, Fluhläufe u. s. w.
mitzuwirken. Endlich wird gerade die botanische P.
vielleicht am ersten dazu geeignet sein, die Frage
nach der Beschaffenheit der klimatischen Verhältnisse
der einzelnen Perioden, aus denen Pflanzenreste
erhalten sind, einer Lösung näher zu bringen, denn
bei genauer Kenntnis der Struktur der einzelnen
Pflanzenteile lassen sich mit ziemlicher Sicherheit
Rückschlüsse auf das Klima des Standortes ziehen.
Die Zeit des Auftretens der ersten Pflanzen läßt
sich nicht mit Bestimmtheit angeben. Jedenfalls
haben schon in der eozoischen Periode Gewächse
und zwar Algen existiert, aber von diesen Wasser-
pflanzen sind keine Reste erhalten, nach denen man
zweifellos auf das Vorhandensein gewisser Formen
schließen könnte. Zwar sind von mehrern Paläon-
tologen eine große Anzahl von Algen aus jener
Zeit, z. B. aus dem Silur, beschrieben worden,
doch hat sich bei genauerer Untersuchung heraus-
gestellt, daß die meisten dieser Gebilde ebenso gut
als Kriechspuren von Krustaceen u. dgl. gedeutet
werden können. Wenn auch das aus den oft massen-
haft vorkommenden Ablagerungen von Kohlenstoff,
wie Graphit u. dgl., in jenen Perioden geschlossen
werden kann, daß die Meere der Silurperiode be-
reits zahlreiche Pflanzen, wahrscheinlich aus der
Gruppe der Algen enthielten, so ist es doch auf der
andern Seite nicht möglich, aus den größtenteils
höchst zweifelhasten Resten eine Beschreibung und
Gruppierung dieser Algen zu geben. Auch die als
erste Landpflanze Europas von Saporta beschriebene