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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Pattinsonieren - Pauke
sie in Gastspielen die übrigen bedeutenden: Städte
der Vereinigten Staaten und kam 1861 nach Europa,
wo sie in England und Frankreich, den Niederlanden
und Deutschland Triumphe feierte. Dann gehörte
sie den ital. Opern in Paris, London und Madrid
als Mitglied an. Ihre spätern Gastspiele hatten
außerordentliche Erfolge. Sie ist eine glänzende
Vertreterin des ital. Gesangs und auch durch Grazie
der Darstellung ausgezeichnet. 1868 vermählte sie
sich zu London mit dem Marquis de Caur, von dem
sie im Juli 1885 geschieden wurde. Am 12. Juni
1886 ging sie eine zweite Ehe mit dem Tenoristen
Nicolini ein. Sie lebt vorzugsweise auf ihrem Schloß
Craig-y-Nos-Castle bei Brecknock in Wales.
Ihre Schwester, Carlotta P., geb. 1840 zu Flo-
renz, war Konzertsängerin und erregte Aussehen
durch die Biegsamkeit und Geläufigkeit ihres sehr
hohen Soprans. Sie starb 27. Juni 1889 in Paris.
Pattinfonieren, ein von dem Engländer Pat-
tinson 1833 eingeführter Hüttenprozeß, der die Dar-
stellung eines silberreichen Bleies aus einem die
Operation des Abtreibens (s. d.) nicht lohnenden
silberarmen Blei bezweckt. Das P. gründet sich
daraus', daß sich aus geschmolzenem silberhaltigem
Blei (Werkblei) bei Abkühlung desselben bis zu einer
bestimmten Temperatur Krystalle von Blei ausschei-
den, die silberarmer als der flüssig bleibende Teil
des Werkbleies sind und von diesen: durch Aus-
schöpfen getrennt werden können. Nach mehrfach
wiederholtem Einschmelzen, Krystallisieren und Aus-
schöpfen erhält man schließlich einReichblei mit
etwa 0,5 bis 1,5 Proz. Silber, das abgetrieben wird,
und Armblei, das als fast silberleer in den Han-
del kommt. Meiweiß.
Pattinsons Bleiweitz, s. Bleioxychlorid und
Paturages (spr. -türahsch'), Gemeinde in der
belg. Provinz Hennegau, in der sog. Borinage (s. d.),
im SW. von Mons, hat Maschinenfabriken, beden-
tcnden Kohlenbergbau und 10739 E.
Pätus, Cäcina, der Gatte der Arria (s. d.).
Patzcuaro, Stadt im mexik. Staate Michoacan,
südöstlich vom See von P., mit Morelia im NO.
durch Bahn verbunden, hat 8000 E.; Bergbau,
Zuckerrohrbau und Zuckerfabrikation.
Patzinaken, Volk, s. Petschenegen.
Patznaunthal, s. Paznaunthal.
Pau (spr. poh). 1) Arrondissement im franz.
Depart. Niederpyrenäen, hat auf 1604,84 ^ni
128902 E. in 11 Kantonen und 185 Gemeinden. -
2) Hauptstadt des Depart. Niederpyrenäen sowie
der ehemaligen Grafschaft Warn (s. d.), auf dem
Rande des unfruchtbaren Pont-Long-Plateau, in
-v 207 ni Höhe, an den Linien
(7^ Toulouse-Bayonne und P.-
Laruns (39 km) der Süd-
bahn, rechts an dem Gave-
de-Pau und dem Ousse in
romantischer Umgebung, ist
Sitz des Präfekten, des Ge-
neralkommandos der 72. In-
fanteriebrigade, eines Appel-
lations- und Assisenhofs, eines Gerichtshofs erster
Instanz, eines Handelsgerichts, hat (1891) 27 832,
als Gemeinde 33111 E. und in Garnison das
18. Infanterieregiment. Das milde, windstille Klima
(mittlere Temperatur des Winters 6,75", des Jahres
16,68° 0.) zieht im Winter, von September bis Mai,
Tausende von Kranken und Rekonvalescenten (be-
sonders Engländer) nach P. Dic 1724 gegründete
Brockhaus' Konversations-Lexikon. )4. Aufl.. XII.
Universität ging in der Revolutionszeit ein, des-
gleichen die 1721 gestiftete Akademie der Wissen-
schaften. Jetzt hat H. ein Lyceum (im ehemaligen
Iesuitenkollegium), ein Lehrerseminar, eine Gesell-
schaft der Kunstfreunde, ein Mufeum, eine öffent-
liche Bibliothek von 25000 Bänden sowie ein Theater
mit ital. Oper; ferner ein Nationalgestüt, einen
Hippodrom und eine Irrenanstalt. Die merkwür-
digsten Gebäude sind: das im 10. Jahrh, gegrün-
dete, im 14. Jahrh, neu gebaute, im 16. verschönerte
Schloß Heinrichs IV., der Iustizpalast (1847-55),
die neue Halle mit Arkaden, Turm, der Mairie und
der Bibliothek: das Museum, die Präfektur und
das aus weißem Marmor erbaute neue Theater
mit Konzertsaal. Der Königsplatz mit einer Mar-
morstatue Heinrichs IV. von Raggi (1843) gewährt
eine prachtvolle Aussicht auf die schneebedeckte Kette
der Pyrenäen und das Thal des Gave-de-Pau. Seit
1894 besitzt P. ein Denkmal des Marschalls Bos-
quet; ein solches für den Kardinal Lavigerie (von
Falguiere) ist (1896) in Ausführung begriffen. Die
Industrie erstreckt sich auf Weberei von Leinwand,
besonders Taschentücher (Mouchoirs de Märn),
Tischzeug und Kattun, aus Flachsspinnerei, Färberei
und Gerberei. Bedeutend ist der Handel mit Wein,
besonders Iurancon- und Ganwein aus der Um-
gebung, mit Schinken (Bayonner Schinken), Ka-
stanien, Getreide, Marmor, Kalk, Eisenwaren,
Blech, Leder und Häuten. - Die Stadt bildete sich
nm das im 10. Jahrh, erbaute Schloß der Grafen
von Bö'arn, wurde im 15. Jahrh. Hauptstadt und
erlangte große Wichtigkeit, als ihre Herren 1479
! Könige von Navarra wurden. Besondere Bedentung
gewann P. seit 1527 als Residenz der geistreichen,
hugenottenfreundlicken Margarete (s. 0.) von Na-
varra. In den Religionskriegen hatte es viel zu
i leiden; 1620 kam es durch Ludwig XIII. an Frankreich,
j Paucartambo, rechter Quellfluh des Ucayali
! (s. d.), entspringt südöstlich von Cuzco in Peru, durch-
> bricht die Ostcordilleren, erreicht am Fuße derselben
! den Urubamba und erhält nach Zusammenfluß mit
i demselben den Namen Quillabamba.
! Pauckfchkefsel, s. Dampfkessel.
Pauer, Ernst, Musiker, geb. 21. Dez. 1826 in
Wien, erhielt daselbst bei S. Sechter Kompositions-,
bei W. A. Mozart (Sohn) Klavierunterricht, stu-
dierte dann in München unter Franz Lachner und
wurde 1847 Musikdirektor in Mainz. Seit 1851
lebt er in London als ausgezeichneter Pianist und
Principal - Professor am RoMi ^oiiegL ok Nu3ic.
Besonders bekannt ist P. durch instruktive Ausgaben
und Bearbeitungen älterer Klaviermusik: des "^6^-
Ai-aäu8 aä 1^rna38um", der "Alten Meister" (67
Hefte, Leipzig), der "Alten Klaviermusik)) (12 Bücher,
ebd.), "I'riinLrs of tl)6 art ol pianolorte pia^in^"
(72. Aufl. 1894), "1k6 inusical torius" (in 20. Aufl.),
"LI10 6i6ni6nt8 ok tli6 deautitui in musio" (in
14. Aufl.), "11i6 piano, coinpoZßrZ) perloriuerg anä
mak6r8) 9. doolc ok dioFrap1iic3,1 rsference" (1885).
Pauillac (spr. poijack, Pouillac), Stadt im
sranz. Depart. Gironde, Arrondissement Lesparre,
an der Gironde und der Linie Bordeaux-Le-Verdon
' der Mdocbahn, hat (1891) 2311, als Gemeinde
! 4564 E., ist Vorhafen mit Leuchtfeuer für Bordeaux
und Verschiffungsplatz für die Msdocweine.
Paukant, in der Studentensprache der Duellant.
Paukboden, s. Fecktboden.
Pauke oder Kesselpauke (ital. liinpano, frz.
5 Limdale), ein Orchester-Schlaginstrument aus einem
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