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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Pegasus - Pegu
P. durch Bellerophon zeigen antike Reliefs (s. die
Textsigur beim Artikel Vellerophon).
Pegasus, ausgedehntes Sternbild des nördl.
Himmels. Bemerkenswert sind in ihm zwei verän-
derliche Sterne, 15 und 8 Pegasi, die zwischen 7.
und 12. Größe schwanken, deren Periode aber un-
bekannt ist.
Pegau, Stadt in der Amtshauptmannschaft
Borna der sächs. Kreishauptmannschaft Leipzig, an
der Weißen Elster, von einem Arm derselben, dem
sog. Mühlgraben, in Ober- und Unterstadt geschie-
den, und an der Linie Leipzig-Zeitz der Preuß.
Staatsbahnen, Sitz eines Amtsgerichts (Landgericht
Leipzig), hatte 1890: 5289, 1895: 5084 E., dar-
unter 98 Katholiken, Postamt zweiter Klasse, Tele-
graph, Reste der ehemaligen Befestigungen, zwei
Kirchen, darunter die St. Laurentiuskirche (1190)
mit dem Grabmal des Grafen Wiprecht von Groitzsch
(13. Jahrh.), altes Vencdiktinerkloster St. Jakob
(1096), jetzt Amtsgericht, Rathaus (1559), land-
wirtschaftliche Winterschule, Kranken-, Armenhaus,
Hospital, Vereinsbank, Sparkasse; Fabrikation von
Filzwaren (Schuhen, Pantoffeln), Metallschmuck,
Kautabak, Cigarren und Pappe, bedeutende Schuh-
machereien, Weißgerbereien, Mühlen, Roß-, Vieh-
märkte, Ziegeleien und in der Nähe Braunkohlen-
gruben. - Vgl. Kühn, Chronik von P.
Pegel (niederdeutsch), ein Maßstab, an dem sich
der jeweilige Wasserstand eines Flusses, Sees, des
Meers u. s. w. absehen läßt. Die Einrichtung des
P. ist eine verschiedene; oft dient ein in Meter und
dessen Bruchteile geteilter Stab, der 3. B. an einem
Brückenpfeiler befestigt ist, unmittelbar zur Ab-
lesung , mitunter kommen eigene Vorrichtungen mit
Schwimmern, die einen Zeiger in Bewegung setzen
(Pegeluhren), ja auch selbstregistrierende Appa-
rate in Verwendnng. Der Nullpunkt, von welchem
ab man die Ablesungen zählt, wird in einigen
Staaten nach der Höhe des kleinstbekannten, in
andern nach jener des mittlern Wasserstandes fest-
gesetzt und die wichtigern derselben sind untereinan-
der durch genaue Nivellements verbunden. In
Norddeutschland wurde früher bei Wasser-, Straßen-
und Eisenbahnbauten die Höhe eines Ortes meist
nach dem Nullpunkte des Amsterdamer P. gerechnet,
wogegen jetzt alle Höhenangabcn auf den Berliner
Normalnullpunkt (s. d.) bezogen werden. Die ältesten
P. sind wahrscheinlich die Nilmesser in Ägypten. Eine
große Wichtigkeit haben korrespondierende Pcgel-
beobachtungen für die Schiffahrt, die Vorher-
bestimmung der Ebbe und Flutphänomene u. s. w.
erlangt. Soll ein P. für längere Zeit zuverlässige
Angaben liefern, so muß er an einer Stelle an-
gebracht sein, an welcher das ihn umgebende Ter-
rain möglichst unverändert bleibt. Das Pegelrecht
umfaßt diejenigen gesetzlichen Bestimmungen, welche
bezüglich des zulässigen Aufstaues von Wasserläufen
bei Mühlen u. s. w. getroffen sind.
Pegelstoof, Flüssigkcitsmah, s. Stoof.
Pegli (spr. pelji), Stadt in der ital. Provinz
und im Kreis Genua, an der Linie Genua-Venti-
miglia des Mittclmeernetzes, hat (1881) 4555, als
Gemeinde 7066 E., besuchte Seebäder und prächtige
Villen, unter denen besonders die Villa Pallavi-
cini zu nennen ist. ^Granit.
Pegmatit, grobkörniger Muskovitgranit, s.
Pegnesifcher Blumenorden, s. Pegnitzorden.
Pegnitz, rechter Zufluß der Rednitz, die nach der
Einmündung der P. den Namen Regnitz annimmt,
entspringt bei Lindenhart im bayr. Reg.-Bez. Ober-
franken aus dem Foren- und dem Heiligen Brun-
nen, fließt unterhalb der Stadt P. unterirdisch durch
den Hohlberg, dann durch Nürnberg nach Westen
bis Fürth, wo sie mündet.
Pegnitz. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-Bez.
Oberfranken, hat 557,70 qkm, 1890: 26 879,1895:
20 595 (12 849 männl., 13 746 weibl.) E. in 63 Ge-
meinden mit 265 Ortschaften, darunter 4 Städte.
- 2) Bezirksstadt im Bezirksamt P., an der P.
und der Linie Nürnberg-Eger der Bayr. Staatsbab-
nen, Sitz des Bezirksamtes und eines Amtsgerichts
(Landgericht Vayreuth), hatte 1890: 1651, 1895:
1831 E., darunter 165 Katholiken, Posterpedition,
Telegraph, Vorschußverein; Drahtfabrikation, Ger-
berei, Ackerbau: Ocker- und Eisensteingruben.
Pegnitzorden, auch Pegnitz er Hirtengesell-
schaft, Löblich er Hirten- und Blumenorden
an der Pegnitz, Gekrönter Blumenorden
genannt, eine der im 17. Jahrh, entstandenen Sprach-
genossenschaften, wurde von Georg Philipp Hars-
dörfer und Job. Klaj 1642 zu Nürnberg zur Beför-
derung der Reinheit der deutfchen Sprache, vorzüg-
lich in der Rcimkunst, nicht ohne einige Opposition
gegen die Nüchternheit der ersten Schlesischen Dich-
terschule gestiftet. Aber bald ließ sich die Gesellschaft
von der Zeitrichtung zu süßlichen Tändeleien ver-
leiten, bis endlich ihre ganze Beschäftigung in leere
Spielereien mit Sinnbildern, Devisen und Schäfer-
wesen ausartete. Der Rat zu Nürnberg hatte der
Gesellschaft ein Stück Wald in der Nähe von Nürn-
berg bei Kraftshof eingeräumt, welcher sehr kunst-
reich angelegt und der Irrhain genannt wurde.
Später wurden die Versammlungen in Nürnberg
selbst gehalten. Jedes Mitglied bekam einen Or-
densnamen und das Sinnbild einer Blume; das
Sinnbild des Ordens selbst war eine Passionsblume.
Bei der Feier ihrer hundertjährigen Stiftung ver-
suchte man der Gesellschaft eine ernstere Richtung
zugeben. DerP. (PegnesischeBlumenorden)
besteht noch gegenwärtig in freierer Form als eine
litterar. Gesellschaft fort, von der auch einige Druck-
schriften ausgegangen sind. - Vgl. Histor. Nachricht
von des löblichen Hirten- und Vlumenordens an der
Pegnitz Anfang und Fortgang (von Amarantes
Werdegen), Nürnb. 1744; neue Aufl. 1778); Titt-
mann, Die Nürnberger Dichtergesellschaft (Gott.
1847); Altes und Neues aus dem Pegnesischen Blu-
mcnorden (Nürnb. 1889); Festschrift zur 250jährigen
Jubelfeier des Pegnesischen Blumenordens (hg. von
Th. Bischoff und Ä. Schmidt, ebd. 1894).
Pegu (Paigu, birman., bei denTalaing Vag 0),
malaiischer Name eines früher auch Mone ae-
nanntcn, 1754-1852 zu Birma gehörigen Reichs,
das, seit 1852 britisch, jetzt eine Division der Pro-
vinz Vritisch-Virma bildet. P. umfaßt außer der
Stadt Nangun die drei Distrikte Hanthawadi
(früher Rangun genannt), Tharawadi und Prome
und bedeckt 237 >kin mit (1881) 1162 393 E.
l91 Proz. Buddhisten, 46 742 Hindu, 28159 Mo-
hammedaner, 19 815 Christen, 8468 Natverchrer).
Das Land gehört fast zur Hälfte dem Delta des
Irawadi an. Die Erzeugnisse des Tier-, Pflanzen-
und Mineralreichs sind die von Virma (s. d.) über-
haupt. Die Einwohner, die sich selbst Mon nennen,
von den eigentlichen Virmanen aber Talaing ge-
nannt werden, unterscheiden sich von diesen durch
hellere Hautfarbe und mildere Sitten, gehören aber
zu derselben Völkerfamilie und haben sich ziemlich