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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Peguat; Pegu-Joma; Pegukatechu; Pehlevi; Pehliwan; Pehuentschen; Peigneur; Pei-hai; Pei-ho; Peilau; Peilen

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Peguat – Peilen

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Pegu'

mit ihnen verschmolzen, selbst in betreff ihrer Sprache, die eine reiche Litteratur besitzt. Von den Talaing der Sprache nach verschieden sind die Karen (s. d.). – Die Stadt P. am Küstenfluß gleichen Namens, der mit einem östl. Arme des Irawadi in Verbindung steht, einst die Hauptstadt des Reichs mit 150000 E., 1757 von Alaung-paja völlig zerstört, 1790 wieder aufgebaut, ist jetzt ein Ort von (1891) 10762 E. Berühmt ist der auf einer stufenförmigen Grundlage sich 115 m hoch erhebende Tempel des Gautama (Buddha), Schwema-da, d.i.goldenes Heiligtum, genannt, der bei der Zerstörung der Stadt verschont wurde. Die Priester geben sein Alter auf 2320 Jahr an. – Die wichtigste Stadt des Landes ist Rangun (s. d.), als Hafen auch Bassein (s. d.). Über die Geschichte s. Birma (Geschichte).

Peguat, ägypt. Küstenstadt, s. Kanopus.

Pegu-Jōma (Pegu-Roma), Gebirge in Birma (Hinterindien). Es trennt die Flußthäler des Sittang und des Saluen und erstreckt sich von Jemethin in Oberbirma bis fast an den Golf von Martaban. Auf der rechten (westl.) Seite des Sittang setzt es sich bis an das Irawadidelta fort. Auf einem letzten Hügel erhebt sich die Pagode Schwe-Dagon (s. d.).

Pegukatechu, s. Katechu.

Pehlevi oder Pahlavi (parthisch, von pahlav, altpers. parthava, Parthien), im allgemeinen Name der pers. Sprache zur Zeit der Sassaniden, deren sich auch die spätern Parsen noch jahrhundertelang in ihren theol. Werken bedienten. Genauer beschränkt man jetzt den Ausdruck P. auf die Schriftsprache. Gesprochen wurde ein reines Persisch, das sog. Mittelpersisch, eine ältere Stufe des (von arab. Elementen freien) Neupersischen, geschrieben dagegen ein ganz sonderbares, künstliches Gemisch von aramäischen und pers. Wörtern. Die eigentliche Grammatik (Deklination und Konjugation) ist persisch wie die große Mehrzahl der Wörter; aramäisch sind einige Hunderte gerade der gebräuchlichsten Wörter. Beim Lesen werden diese aramäischen Elemente durch ihre pers. Äquivalente ersetzt. Ein altes Verzeichnis dieser aramäischen Wörter mit ihren pers. Lesungen ist erhalten und von Hoshangji und Haug (An old Pahlavi-Pazand Glossary, Bombay-Lond. 1870) und von Salemann (über eine Parsenhandschrift, Leid. 1878) herausgegeben worden. Eine große Schwierigkeit bietet das Lesen der Pehlevibücher, weil in der kursiven Schrift derselben eine Menge von Buchstaben, die auf ältern Münzen und Gemmen und in den Felsinschriften deutlich geschieden sind, hier zusammenfallen, so daß ein aus mehrern Buchstaben bestehendes Wort theoretisch auf hundertfache Weise gelesen werden kann. Schon auf den ältesten Inschriften werden übrigens r, v, u immer gleich geschrieben. Aus dem Namen P. schließt man, daß das sonderbare Schreibsystem des P. schon zur Partherzeit (namentlich in Medien) galt. Wie es aber entstanden ist, bleibt gänzlich dunkel.

Das Pehlevialphabet hat sich aus einem aramäischen Alphabet entwickelt. Es findet sich in den ältesten Sassanideninschriften in zwei Arten, im sog. Chaldäopehlevi und im Sassanidenpehlevi, in jüngerer Form auf den Sassanidenmünzen und in der jüngsten in den Pehlevihandschriften. (Vgl. Eutings Schrifttafel zum 24. Band der «Zeitschrift für vergleichende Sprachforschung», Berl. 1879.)

Von der Pehlevilitteratur sind fast nur religiöse Schriften aus der letzten Zeit der ↔ Sassanidenherrschaft und den folgenden Jahrhunderten erhalten. Von diesen sind zu nennen: die Pehleviübersetzung des Avesta, aus dem 6. Jahrh. v.Chr., von Spiegel herausgegeben; das Buch vom Minô-i-khrat (dem «Geist der Vernunft»), ein moralischer Traktat aus dem 6. Jahrh., in P. von Andreas (Kiel 1882) herausgegeben; in Pâzend (s. unten) mit Übersetzung und Glossar von West (Lond. 1871) herausgegeben; der Bundehesh, eine Kosmographie nach zoroastrischem System, später als das 6. Jahrh., mit Übersetzung und Glossar von Justi (Lpz. 1868) herausgegeben; das Buch von Artâi-Virâf, eine Höllen- und Himmelfahrt, vielleicht Ende des 9. Jahrh., mit andern Texten herausgegeben und übersetzt von Hoshangji, Haug und West (Bombay 1872, dazu ein Glossar von West und Haug, Lond. 1874); der Dinkart, ein umfangreiches theol. Werk über die Zoroastrische Religion aus dem 9. Jahrh. von Behramji Sanjana (1874 fg., noch nicht beendet) u.s.w. Die Umsetzung der Pehlevitexte nach ihrer wirklichen Aussprache (soweit sie den Parsen bekannt war) in die Avestaschrift (oder auch in die arabische) nennt man Pâzend. Darin ist Wests Minô-i-khrat (s. oben) und sein Shikand-Gûmânîk-Vijâr (Bombay 1887) geschrieben. – Vgl. West, The extent, language and age of Pahlavi literature (in den «Sitzungsberichten» der Münchener Akademie, 1888), sowie Wests Übersetzungen aus dem P. in Max Müllers «Sacred Books of the East», Bd. 5, 18 und 24.

Pehliwân (d.h. Held), im Orient eine Art Gaukler, die durch Kraft und Geschicklichkeit als Fechter, Ringer und Diskuswerfer das Publikum belustigen. Sitte und Name sind den Persern entlehnt.

Pehuentschen, Volksstamm, s. Pechuenche.

Peigneur (frz., spr. penjöhr), die Kammwalze oder der Abnehmer der Krempelmaschinen (s. Spinnerei).

Pei-hai, s. Pak-hoi.

Pei-ho (der «Nordfluß», auch Pai-ho, der «Weiße Fluß»),Fluß in der chines. Provinz Pe-tschi-li, entspringt im mongol. Grenzgebirge, durchsetzt dreimal die Große Mauer, strömt in Windungen gegen Südost, fließt an Peking vorbei, wird bei Tung-tschou, wo er den Scha-ho aufnimmt, schiffbar, nimmt vor Tien-tsin den Hu-to-ho und dann den Kaiserkanal (s. d.) auf und ergießt sich, 556 km lang, in den Golf von Pe-tschi-li. An der Mündung, 7,40 km unterhalb des durch seine Forts berühmt gewordenen Städtchens Ta-ku, bildet er eine Barre. Der Fluß ist nur zur Zeit der Schneeschmelze am östl. und südl. Randgebirge der Gobi reißend und wasserreich; im Herbst wird er seicht. Sein Unterlauf führt durch die lößbedeckte Tiefebene und hat schlammiges Wasser.

Peilau, Dorf im Kreis Reichenbach des preuß. Reg.-Bez. Breslau, an der Peile, besteht aus den Gemeinden Ober-Peilau I und II, Ober-Mittel-Peilau, Mittel-Peilau, Nieder-Mittel-Peilau, Nieder-Peilau-Schlössel und acht Gutsbezirken (4 Rittergüter) und hat (1890) etwa 7000 E., kath. und evang. Kirche, Schloß; Fabrikation von Leinen-, Baumwoll-, Marmor- und Gummiwaren, Öfen und Preßhefe, Brauerei, Dampfmahl- und Dampfsägemühlen.

Peilen, Peilung (niederdeutsch), bedeutet in der Seemannssprache sowohl die Richtung, in der man einen Gegenstand erblickt, durch den Kompaß bestimmen, als auch eine Wassertiefe mit dem Lot abmessen. Man peilt z.B. die Sonne, d.h. man bestimmt ihr Azimut; man nimmt eine Landpeilung: peilt eine Landspitze oder einen Leuchtturm, d.h. Man bestimmt den Winkel, den eine vom Kompaß aus

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 982.