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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Perczel - Perekop
1756 das Pfarramt zu Wilby in Northamptonshire.
1769 ward er Hofkaplan des Königs, 1778 Dechant
von Carlisle und 1782 Bischof von Dromore in Ir-
land, wo er 30. Sept. 1811 starb. Ein Freund der
Dichtkunst, versuchte er sich zuerst in Übersetzungen
isländ. Runenverse (1763) und einer Bearbeitung
des Hohen Liedes Salomonis (1764), bis er auf
die verborgenen Schütze in den altengl. Volksliedern
und Balladen aufmerksam wurde. Durch die Samm-
lung und Herausgabe der "I56ÜHU68 ok anei6nt
NuZIi8Q pokti-^" (1765) leitete er eine neue Ara in
der engl. Dichtkunst ein. Die "I^6iihU68" sind oft
erschienen (am besten ^3Bde.^> Lpz. 1866; Lond.1877;
neue Ausg. von Schröer, 1. Bd., Heilbr. 1890;
2 Bde., Verl. 1893).
Perczel (spr. pertzel), Moritz, ungar. Revolu-
tionsgeneral, geb. 14. Nov. 1811 zu Tolna, errich-
tete 16. Sept. 1848 auf Landeskosten ein Freikorps,
Mang mit diesem 6. Okt. das 10000 Mann starke
Armeekorps unter Roth und Philippovich auf offe-
nem Felde zur Waffenstreckung und wurde dafür
zum Generalmajor ernannt. Am 31. Dez. wurde er
von den Österreichern bei Moor angegriffen und
sein Korps großenteils gesprengt. P. sammelte
seine Schar wieder, zog sich nach einem siegreicken
Gefecht bei Szolnok über die Theiß zurück und be-
gab sich mit neu gebildeten Freischaren zum Entsatz
von Peterwardein ins Banat, wo er seit 22. März
rasch Sieg auf Sieg erfocht (namentlich bei Zom-
bor, Sireg und Horgos) und die Besatzung von
Peterwardein verstärkte. Er nahm die Serbenburg
Szent-Tamas ein, wurde aber von der österr.-russ.
Hauptmacht bis nach Szegedin gedrängt, und da er
den Plänen Görgeys und der Regierung ent-
gegentrat, 29. Juli seines Kommandos enthoben.
Dessenungeachtet kämpfte P. nock unter Dembinski
bei Temesvar. Er flüchtete nach der Katastrophe
von Vilägos (13. Aug.) in die Türkei und ging
1851 nach London. 1867 kehrte P. nach Ungarn
zurück, wurde in das Unterhaus gewählt und ge-
hörte der Deäk-Partei an, als deren Präsident er
1873 und 1874 einen hervorragenden Einfluß aus-
übte. Seitdem lebt er zurückgezogen auf feinen Be-
sitzungen. - Vgl. Kuppis, Biographie des Honved-
generals Moritz P. (Pest 1867).
^orHenäo (?6lä6näö8i, ital.), musikalische Vor-
tragsbezeichnung: sich verlierend, allmählich ab-
?brÄioina.e, s. Feldhühner. ^nehmend.
Perdikkas, Name mehrerer macedon. Könige
<s. Macedomen). Bekannter ist P., der Freund und
Feldherr Alexanders d. Gr., dem dieser in den letz-
ten Tagen seiner tödlichen Krankheit seinen Siegel-
ring als Symbol der königl. Gewalt übergeben
haben sott. P. zeigte bald, daß er eine Selbständig-
keit der Statthalter nicht aufkommen lassen wollte,
veranlaßte dadurch ein Bündnis des Antigonus,
Antipater, Kraterus und Ptolemäus gegen sich und
wurde auf einem Zuge in Ägypten im Juli 321
v. Chr. von seinen eigenen Truppen erschlagen.
Perdition (lat.), Verderben, ewige Verdammnis.
?orüix (lat.), das Rebhuhn.
Perdrigon (frz., spr. -gong), bunter, Pflaumen-
sorte, s. Damascenen.
?srÄn (frz., fpr. -düh), verloren.
Perduellio (lat.), im ältern röm. Recht ein
schweres Verbrechen, dessen Urheber dadurch eine
Feindseligkeit oder Verachtung gegen die höchste
Staatsordnung an den Tag legte, wie Mord vor
versammeltem Volke, Aufruhr, Streben nach Obcr-
VrockhauZ' Konversations-Lexikon. 14. Aufl.. XII.
Herrschaft. An seine Stelle trat später das crimen
ing.Z63tHti3 (s. Majestätsbeleidigung).
Perdurabel (lat.), ausdauernd, dauerhaft.
I>ersaä (lat.), er cfehe zu Grunde, verderbe;
auch substantivisch gebraucht: Einem ein?. bringen.
Pere Tuchesne (spr. pähr oüschähn), franz.
Demagog, s. Hubert, Jacques Rene.
Pere Gregoire (spr. pühr gregöahr), schweiz.
Pädagog, s. Girard, Jean Baptiste.
Pöreire (spr. -rehr), Emile und Isaac, zwei
sranz. Bankiers, von israel. Familie und portua,.
.Herkunft, geb. zu Bordeaux, Emile 3. Dez. 1800,
Isaac 25. Nov. 1806, trieben zu Paris kleine
Maklergeschäfte und waren in der Presse thätig.
Die Eisenbahn nach St. Germain gab die Grund-
lage ihres Russ und ihres Erfolgs. 1852 brachten
sie mit 60 Mill. Kapital den (^rüäit niodilier (s. d.)
zu stände. Bei Auflösung desselben (1867) zogen
sie sich auch von der Leitung der ^oniMFuie tr^n!?-
atlHntihnE zurück. Emile P. starb 6. Jan. 1875 in
Paris, Isaac 12. Juli 1880 in Armainvilliers. Der
letztere veröffentlichte: "1,3. L^n^us ä6 ?i-Hnc6 6t
i'oi-AHniZktion äu creäit 6n?rHno6" (1864), "Hu63-
tioiig nnanciersL" (1877), "1^0iiti^u6 knaucierL"
(1879). - Isaacs Sohn, Eugene P., geb. 1. Okt.
1831 zu Paris, schrieb: "^dl68 äs8 intsretZ coin-
P0868 Ä68 9,imuit68 6t ä68 l6nt68 vig,F6r68"
(3. Aufl. 1864). Alle drei P. waren Abgeordnete
im Gesetzgebenden Körper.
Perejaflaw. 1) Kreis im nordwestl. Teil des
russ. Gouvernements Poltawa, links am Dnjepr,
hat 4091,5 ykm, 178160 E. (Kleinrussen); Acker-
bau, Schas-, Pferdezucht, Strohhut- und Mützen-
fabrikation, Brennereien und Zuckerfabriken. -
2) Kreisstadt im Kreis P., an der Alta und Tru-
besch, hat (1893) 13 620 E., 14 Kirchen, 1 Synagoge,
Stadtbank, Handel mit Getreide, Leinsamen u. s. w.
Perejäslawl. 1) Kreis im westl. Teil des russ.
Gouvernements Wladimir, an kleinen Zuflüssen der
Wolga, hat 3675,7 Hkm, darunter 58,2 hkni Seen,
95 348 E.; Ackerbau, Fischerei, Waldindustrie und
Weberei. - 2) P. oder Pereslawl Saljehskij,
Kreisstadt im Kreis P., am See Pleschtschejewo
oder Perejaslawlskoje, hat (1893) 8911E., Post, Tele-
graph, 30 Kirchen, 4 Klöster: Obst- und Gartenbau-
schule, grosie Baumwollfabriken und Färbereien.
Perejäslawl Rjasanfkij, s. Rjasan.
Pereköp. 1) Landenge, die die Halbinsel Krim
mit dem Festland verbindet und den Siwasch (s. d.)
vom Golf von P. oder dem Toten Meer (russ.
N6lt^o^6 inoi'6) oder demKarkinitischen Meer-
busen scheidet. Eine Durchstechung derselben wird
vorbereitet. - 2) Kreis im russ. Gouvernement
Taurien, im N. der Halbinsel Krim, unfruchtbare,
wasserlose Steppe, im NO. vom Siwasch durch-
zogen, bat 5950 hkm, darunter 141,3 ykin Seen,
33 528 E., Russen, Tataren, Israeliten, Bulgaren;
Viehzucht und Salzgewinnung (jährlich 4^ Mill.
Pud). - 3) P., tatar., Or-Kapu, d. i Goldenes
Thor, Kreisstadt im Kreis P., mitten auf der
hier 10 km breiten Landenge von P., in öder, un-
gesunder Gegend, hat (1893) 4516 E., Post, Tele-
graph, 2 russ., 1 armenische und 1 kath. Kirche,
3 Synagogen; Handel mit Salz, Wolle und Lämmer-
fellen. - P. hieß im Mittelalter Comania, dann
Tozla und Sosiati. Im Altertum lag etwas
südöstlicher der Küstenort Taphros (Graben). Das
beutige P. wurde im 15. Jahrh, gegründet an
Stelle einer alten Festung.
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