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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Pergamos - Pergolese
Statuen und Resten von solchen, ragen durch ihre
Masse und Bedeutung die Skulpturen der beiden
Friese des Altarbaues hervor. Letzterer (s. die
nachstehende Abbildung), von Eumenes II. errich-
tet, bestand aus einem 37,70 m X 34,60 in mes-
senden Unterbau, den ein über 2 m hoher, im
höchsten Relief den Kamps der Götter mit den Gi-
ganten (s. d.) darstellender Fries umgab, und einem
von Säulen umgebenen und mit einem etwas klei-
nern, die Telephossage behandelnden Fries in Hoch-
relief geschmückten Oberbau. Die Skulpturen des
größern Frieses, welche die dem Triumph der Götter
über die Giganten vergleichbaren Siege der perga-
menischen Könige über die Galater (s. d.) verherr-
lichen sollen, machen in ihrer meisterlichen techni-
schen Ausführung einen überwältigenden Eindruck.
Durch Großartigkeit der Auffassung zeichnet sich
namentlich die Zeusgruppe und die den eigentlichen
Mittelpunkt bildende Athenagruppe aus. (S. die
beigefügte Chromotafel.) Noch deutlicher als in
diesen Skulpturen tritt die der pergamenischen Kunst
eigene naturalistische Richtung hervor in den Reliefs
des kleinern Frieses.
Perger von Höchenperg, österr. Geschlecht,
s. Clam.
Pergine (spr. perdsch-), deutsch Fersen oder
Persen, Marktflecken in der österr. Bezirks Haupt-
mannschaft Trient in Tirol, an der Suganathalbahn,
Sitz eines Bezirksgerichts (136,39 ykiu, 14357 E.),
hat (1890) 3288, als Gemeinde 4336 E., in Gar-
nison 1 Bataillon des 18. böhm. Infanterieregi-
ments "Erzherzog Leopold Salvator", altes Kastell
der Fürstbischöfe von Trient, got. Pfarrkirche (16.
Jahrh.), Franziskanerkloster, Irrenanstalt, elektrische
Licht- und Kraftanlage; Feld- und Weinbau und Sei-
denindustrie. In der Umgebung finden sich, nament-
lich in dem obern Val Fersina, mehrere deutsche Ge-
meinden als Sprachinseln in Welschtirol (z. B. Palü).
P. war im Mittelalter (noch um 1480) zum Teil
deutsch und hieß Perzen und seine Bewohner (meist
Bergleute) Persenaiter. Um diese Zeit blühte hier
der Silberbergbau. - Vgl.Brentari, 6uiä3. Ltoricc)-
aipiiio äi La335l.n0-86tt,6 Oommuni (Verona).
Pergola (ital.), in Gärten ein auf steinernen Pfei-
lern oder Säulen ruhender Laubengang, dessen Dack
aus Latten besteht und mit Schlingpflanzen überdeckt
Fielollstruktion des Altarbaucs zu Pcrgamon (nach Vohn).
Vgl. Conze, Humann, Vohn u. a., Die Ergeb-
nisse der Ausgrabungen zu P. (1. bis 3. vorläufiger
Bericht, Verl. 1880-88), sowie Brunn, Über die
kunstgeschichtliche Stellung der pergamenischen Gi-
gantomachie (in Bd. 1, 3 u. 5 des "Jahrbuchs der
königlich preuß. Kunstsammlungen", ebd. 1880,1882,
1884); Altertümer von P. (Bd. 2: Heiligtum der
Athena Polias Nikephoros, von Vohn, ebd. 1885;
Bd. 5, 2: Das Trojaneum, von Stiller, ebd. 1895:
Bd. 8, 1 und 2: Die Inschriften von P., von
Fränkei, ebd. 1890-95); Puchstein, Zur pergame-
nischen Gigantomachie ("Sitzungsberichte der preuß.
Akademie der Wissenschaften ", ebd. 1888, S. 1231 fg.;
1889, S. 323 fg.); Thraemer, Pergamos. Unter-
suchungen über die Frühgeschichte Kleinasiens (Lpz.
1888); Beschreibung der Skulpturen aus P. (hg. von
der Generalverwaltung der königl. Museen zu Berlin,
Verl. 1895 fg.).
Pergamos (später auch Pergamon), in der
Ilias und anderweitig Name der Burg von Troja
?orF0 (lat.), fahre fort. lls. d.).
Perge, im Altertum Stadt in Pamphylien am
Kestros, berühmt durch ihren Artemiskult. Bedeu- <
tende Ruinen jetzt bei Murtana. !
ist. Ursprünglich in Italien heimisch, werden solche
Laubengänge in neuerer Zeit auch vielfach in Verbin-
dung mit Villen oder öffentlichen Gebäuden gebaut.
Pergola, Stadt im Kreis Pesaro der ital.
Provinz Pesaro e Urbino, am Cesano, gemeinsam
mit Cagli Bischofssitz, hat (1881) 3811, als Ge-
meinde 8763 E., technische Schule, Seminar, Biblio-
thek und Tapeten- und Wollstofffabrikation.
Pergolefe, Giovanni Vattista, ital. Komponist,
geb. 3. Jan. 1710 zu Iesi im Kirchenstaat, kam früh
nach Neapel auf das Konservatorium Dei Poveri
di Gesü-Cristo. Das Oratorio "8an 6uZ1i6lni0
ä'^yuitknia", die Opern "saliustia", "^mor la
1'uoino cieco" (Intermezzo) und "Nicimero",
Streichtrios und verschiedene acht- und zehnstimmige
Messen waren seine ersten Versuche. Nachdem P.
1734 die Kapellmeisterstelle an der Domkirche in
Loretto erhalten hatte, schrieb er das Jahr darauf
für Neapel die Buffaoper "II ^lamiiiio" und
für Rom die ernste Oper "I^'Olinipiaäe". Nacb
seiner Rückkehr nach Loretto komponierte er sein
schönes "8a1v6 KsZina" für eine Singstimme mit
Streichinstrumenten und Orgel und das "3tadat
matei-". Um seine zerrüttete Gesundheit wieder-