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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Permíß; Permjaken; Permoser; Permutation; Permutationsspalte; Perna; Pernambūco

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Permiß - Pernambuco

dung hat die P. F. in Deutschland am Harz und in Thüringen erlangt. Sie umgürtet den westl., südl. und östl. Rand des Harzgebirges in einem schmalen Streifen, der nur im Mansfeldischen eine größere Oberflächenausdehnung gewinnt. Südlich davon erhebt sich die P. F. im Kyffhäuser zu einem kleinen isolierten Gebirge, noch weiter südlich besteht der Thüringer Wald aus Rotliegendem, während sich ein Mantel von Zechstein um den ganzen Gebirgszug legt. - Vgl. Geinitz, Dyas oder die Zechsteinformation und das Rotliegende (Lpz. 1862).

Permíß (lat.), Perméß (ital.), Erlaubnis, Erlaubnisschein, Passierzettel; Permission, Erlaubnis; permittieren, erlauben, beurlauben.

Permjaken, Volksstamm, s. Permier.

Permoser, Balthasar, Bildhauer, geb. 13. Aug. 1650 zu Kammer in Oberbayern, war einer der originellsten Plastiker der Barockzeit in Deutschland. Er lernte zeichnen bei Guckebieler in Kammer, dann als Bildhauer bei Weißkirchner in Salzburg, endlich bei Knaker in Wien und weilte hierauf 14 Jahre in Italien. In Florenz arbeitete er viel in Elfenbein für den Großherzog Cosimo III., zwei allegorische Figuren und den heil. Cajetan für das Theatinerkloster. Noch unter Johann Georg III. kam er nach Dresden und starb 18. Febr. 1732. Er wurde begraben auf dem kath. Friedhofe zu Dresden, wo sein von ihm selbst gefertigtes Grabdenkmal, eine lebensgroße Kreuzigungsgruppe, steht. P. schuf den berühmten Fliegenden Saturn (den sog. Tod), ehemals an der Dresdener Augustusbrücke, arbeitete verschiedenes für den Schloßgarten in Charlottenburg, dann das Grabdenkmal der Kurfürstin Sophie zu Lichtenburg bei Prettin (1703-4), jetzt im Dom zu Freiberg i. S., Apollo und Minerva am südwestl. Zwingerpavillon zu Dresden (1715), für Kaiser Karl VI. 1718-21 das mit allegorischen Figuren verzierte Standbild Prinz Eugens im Belvedere zu Wien (er steht auf P. selbst, der durch sein verzerrtes Gesicht die Unlust an der Arbeit andeutet), die Gruppe der Madonna mit Joseph und Franz Xaver für die Schloßkapelle in

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Hubertusburg, ebendaselbst die Reliefs der vier Evangelisten. Von ihm stammt auch die Kanzel in der kath. Hofkirche (früher in der kath. Kapelle) in Dresden, ein Werk des üppigsten Barockstils.

Permutation (lat., "Vertauschung"), s. Kombination.

Permutationsspalte, in der Buchhaltung, s. Logismographie.

Perna, s. Schinkenmuschel.

Pernambūco. 1) Küstenstaat Brasiliens, von Parabyba, Rio Grande do Norte und Ceara im N., Piauhy im W., Bahia und Alagoas im S. begrenzt, zählt auf 128395 qkm (1888) 1110831 E. Die flache Küstenregion erstreckt sich 50-70 km landeinwärts; dann erheben sich Hochebenen und Bergzüge. Die Serra dois Irmaos an der Westgrenze bildet die von SW. gegen NO. streichende Wasserscheide des Parnahyba- und Sao Francisco-

^[Abb.: Pernambuco (Situatiousplan).]

gebietes und sendet Seitenäste nach SO. Im Innern sind sämtliche Gewässer linke Nebenflüsse des Sao Francisco; Stromschnellen hindern die Schiffahrt. Das Innere besteht großenteils aus den Sertaes, Hochebenen von 500 bis 1200 m Höhe, die unter häufigen Dürren leiden, dagegen besitzt die Küste fruchtbaren Alluvialboden, der mit üppigem Urwald bestanden ist und den Anbau von Zuckerrohr und Baumwolle, Tabak, Kaffee und Kakao reichlich lohnt. Die Wälder liefern das nach P. benannte Fernambuk- oder Pernambukholz