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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Photometrie - Phragmites

des zweiten Drittels des Negativs zu Ende geführt und nochmals die erschienene Photometerzahl bestimmt. Die Kopie wird dann entwickelt und nachgesehen, welches Drittel am besten kopiert ist, die dem entsprechende Photometerzahl ist der richtige "Kopiergrad", bis zu welchem betreffendes Negativ kopiert werden muß. Ähnlich diesem P. ist Warneckes Sensitometer zur Bestimmung der Plattenempfindlichkeit. Man bedeckt die Platte mit einer transparenten Skala, wie beim Schichtenphotometer, und legt darauf eine Phosphorescenztafel eine ganz bestimmte Zeit lang (z. B. eine Minute). Je weiter die Lichtwirkung in dieser bestimmten Zeit nach dem dicken Ende hin fortschreitet, desto empfindlicher ist die Platte.

Photometrie (grch.), die Wissenschaft, die sich mit der Meßkunst der Lichtstärke beschäftigt; die der P. dienenden Meßinstrumente sind die Photometer (s. d.). (S. auch Astrophotometrie.)

Photophobie (grch.), s. Lichtscheu.

Photophon (grch.) oder Radiophon, eine von Bell, dem Erfinder des Telephons, und Tainter konstruierte Vorrichtung zur Übertragung von Schallschwingungen durch Lichtstrahlen. Eine Linse L (s. nachstehende Fig. 1a) sammelt intensives Licht so, daß dasselbe durch eine Öffnung der ringförmigen Lochreihe einer Scheibe S hindurch geht. Nachher wird das Licht wieder durch eine Linse L{sub1}, parallelstrahlig gemacht und auf eine Linse L{sub3} (Fig. 1b) in größerer Entfernung geleitet, welche dasselbe in der Öffnung eines Hörrohrs sammelt. Schließt man die bestrahlte Öffnung durch eine dünne, am besten berußte Platte aus einem beliebigen Stoff und läßt die Scheibe S so rotieren, daß dieselbe, nach Art einer Sirene angeblasen, einen Ton geben würde, so vernimmt man durch das Hörrohr infolge der Lichtunterbrechungen diesen Ton, der nach Mercadier wahrscheinlich von der periodischen Erwärmung der bestrahlten Platte herrührt. Schließt man durch eine dünne Spiegelplatte SS (Fig. 2) ein Mundstück M, gegen das man spricht, so wird vermöge der Krümmungen der Platte beim Schwingen das in die Ferne geleitete Licht mehr oder weniger zerstreut und bringt bei der periodischen Änderung seiner Stärke auf der Endstation ähnliche Wirkungen hervor wie die zuvor betrachteten. Nach Willoughby Smith ändert sich der elektrische Leitungswiderstand des Selens bei Beleuchtung. Hat man also auf der Endstation zwischen zwei Metallplättchen eine dünne Selenplatte eingeschlossen, die dem Licht genügende Oberfläche darbietet, und leitet man durch diese Vorrichtung und ein Telephon den Strom von einigen galvanischen Elementen, so bringen jetzt die Lichtunterbrechungen Stromschwankungen hervor, die man durch das Telephon als Ton hört. Der Name P. rührt von Bell, Radiophon von Mercadier in Paris her. Auch Warmestrahlen könnte man statt der Lichtstrahlen zur Übertragung von Schallwellen benutzen; an Stelle der Selenzelle würde dann ein Bolometer (berußtes Gitter von feinstem Platinblech) zu setzen sein. (S. auch Elektrisches Sehen.) - Vgl. Bell, Das P. (Lpz. 1880).

Photopsie oder Photopie (grch.), das scheinbare Wahrnehmen von Lichterscheinungen (s. Gesichtstäuschungen).

Photoskop (grch.), s. Feuerortszeiger.

Photoskulptur (grch.-lat.), s. Photographie (S. 117a).

Photosphäre (grch.), die leuchtende Sonnenoberfläche (s. Sonne).

Phototechnik (grch.), Erleuchtungskunst, Beleuchtungskunst; Phototechniker, Beleuchtungskünstler, besonders in Bezug auf Illuminationen.

Phototheodolit, photogr. Apparat, s. Photographie (S. 118 b) und Photogrammetrie.

Phototopographie (grch.), s. Photogrammetrie.

Phototypie (grch.), s. Lichtdruck; auch soviel wie Photozinkographie.

Photoxylographie (grch.), ein in der Neuzeit als Vorarbeit für den Holzschnitt (s. Holzschneidekunst) angewendetes Verfahren, bei dem das zu reproducierende Original auf den mit einer weißen Grundschicht aus Gelatine und Bleiweiß versehenen Holzstock photographiert wird.

Photozinkographie, ein photomechan. Verfahren (s. Photographie, S. 117), bei welchem Druckplatten aus Zink mittels der Principien des Lichtdrucks (s. d.) hergestellt werden, welche das Bild des Originals in beliebiger Verkleinerung enthalten. (S. Zinkographie.)

Phoxinus, Fisch, s. Ellritze.

Phraates, Name mehrerer parthischer Könige aus dem Geschlecht der Arsaciden (s. d.).

P'hrabat, Wallfahrtsort bei Bangkok (s. d.).

Phragmidium Link, Pilzgattung aus der Familie der Rostpilze oder Uredineen (s. d.). Die Arten wachsen parasitisch auf verschiedenen Pflanzen. Die Uredo- und Teleutosporen treten in Form von schwarzen oder orangeroten Häufchen auf der Unterseite der Blätter hervor, die Sommersporen sind kugelig und einzellig, die Teleutosporen haben einen ziemlich langen Stiel und bestehen aus mehrern, gewöhnlich fünf bis sieben in einer Reihe liegenden Zellen. Die bekannteste Art dieser Gattung ist der Rost der Rosen, P. rosarum Rabenh. Es finden sich zunächst zahlreiche orangerote Häufchen von Ureoosporen auf der Unterseite der Blätter und später entwickeln sich ebenda die schwarzen Teleutosporenlager, die sich häufig fast über die ganze Fläche verbreiten. Die Blätter erhalten dadurch das Aussehen, als wenn sie auf der Unterseite mit Ruß überzogen wären; die Oberseite nimmt durch die Einwirkung des Pilzes allmählich eine gelbliche Farbe an und das Blatt stirbt schließlich ab. Eine andere Art auf den Blättern der Himbeersträucher, P. intermedium Ung., besitzt ebenfalls lebhaft rote Uredosporen und schwarze Teleutosporen, sie bewirkt wie die erstere ein Geldwerden und Absterben der Blätter; dasselbe gilt von der auf Brombeeren vorkommenden Art, P. incrassatum Link, nur zeigen sich bei der letztern auf der Oberseite der Blätter rote Flecken da, wo auf der Unterseite sich die Teleutosporenlager entwickeln.

Phragmites Trin., Pflanzengattung aus der Familie der Gramincen (s. d.) mit nur wenigen in den gemäßigten und subtropischen Gegenden weit verbreiteten Arten, hohe rohrartige Gräser mit umfangreicher Rispe und drei- oder mehrblütigen Ährchen. Die bekannteste Art ist das in Mitteleuropa