Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

383
Preßordonnanz - Preston (Municipal-County)
eingegangen. An P. stößt das ausgedehnte Neisck -
dorf (3213 deutsche E.) am Fuße des Reichsberges
(828 w), mit bedeutendem Holzhandel. i
Preßordonnanz, volkstümliche Bezeichnung
für die während des Konflikts zwischen Regierung !
und Volksvertretung in Preußen ergangene Ver-
ordnung vom ^l. Juni 1863, welche den Verwal- !
tungsbehörden das Recht gab, oppositionelle Blätter ^
nach wiederholter Verwarnung zu unterdrücken.
Preßpappe, soviel wie Glanzpappe (s. d.).
Preßpolizeidelikte, s. Preßvergehen.
Preßschwämme (spönne comi)i-688Ä6), in
der Chirurgie und Gynäkologie feine, gut desinfi-
zierte und in einer Presse stark zusammengedrückte
gewöhnliche Badeschwämme, die zur Erweiterung
von Fistelgängen und engen Kanälen verwendet
werden. Sie werden in trocknem Zustande in den
engen Kanal eingeführt, dehnen sich, in der Feuch-
tigkeit aufquellend, bedeutend aus und üben so einen
allmählich sich steigernden elastischen Druck auf ihre
Umgebung. (S. Dilatatorium.)
Preßspanböden, eine Art der Liderung (s. d.),
die seiner Zeit bei den Geschützrohren mit Kolben-
verschluß überall eingeführt war; sie bestand aus
einem napfartigen Boden aus stark gepreßter Hanf-
pappe (Preßspan), der die Fuge zwischen Ver-
schlußkolben und Geschützseele schloß, mußte bei
jedem Schuß erneuert werden und war daher häufig
von vornherein mit der Kartusche verbunden. Da
die Pappe sehr zähe und fast unverbrennlich war, so
war das Funktionieren der P. sehr gut, solange eine
peinliche Revision auch die geringfügigsten Beschädi-
gungen namentlich des umgebogenen Randes der
P. ermittelte und schadhafte von der Verwendung
ausschloß. Wenn trotzdem beim Schießen Pulver-
gase rückwärts durchschlugen, entstanden Versckluß-
klemmungen, deren Beseitigung sebr zeitraubend
war, weshalb man anderes Material für die Li-
derungen verwendete.
Preßspäne, aus Glanzpappe (s. d.) bestehende
Tafeln, die zum Glattpressen von Papierbogen so- z
wie zum Appretieren von Geweben (s. Appretur,
Bd. 1, S. 763d) benutzt werden.
Preßsteine, s. Preßkohlen.
Preßvergehen, im weitern Sinne alle ver- z
mittelst der Presse begangenen oder eine Übertretung
der Prehpolizeivorschriften enthaltenden strafbaren
Handlungen. Im engern Sinne versteht man unter
P. diejenigen Delikte, welche durch die Verbreitung
von Druckschriften strafbaren Inhaltes begangen
werden, im Gegensatz zu den Preßpolizeidelik- !
ten, den Übertretungen preßpolizeilicher Strafvor- ^
schriften. Beispiele von P. im engern Sinne: Hoch- ,
verrat, begangen durch Aufforderung zu hoch-
verräterischen Handlungen in Druckschriften, die
verbreitet worden sind; Majestätsbeleidigung, Auf-
forderung zum Ungehorsam, zu Gewaltthätigkeiten, !
Vcleidigung, Gotteslästerung, Unzüchtigkeit': alles ^
dies, wenn es in Druckschriften enthalten ist, die
verbreitet wurden. Die Strafe ist die auf das or-
dentliche Delikt gesetzte. Preßpolizeidelikte kommen
im Gesetze folgende vor: 1) Der Name und Wohn-
ort des Druckers und Verlegers lauf periodischen
Druckschriften auch des verantwortlichen Redacteurs) >
müssen auf jeder Druckschrift genannt sein. 2) Von
jeder periodischen Druckschrift muß ein Pflickterem- !
plar polizeilich hinterlegt werden. 3) Amtliche Ve- !
tanulmachungen (gegen Bezahlung) ebenso Verick- ^
tigungen ldiese auch von Privatpersonen) müssen !
in periodische Druckschriften auf Verlangen auf-
genommen werden. 4) Verboten ist die Verbreitung
der vom Reichskanzler verbotenen ausländischen
periodischen und aller in Beschlag genommenen
Druckschriften sbei diesen auch der Wiederabdruck),
ferner die öffentliche Aufforderung zur Aufbringung
von erkannten Geldstrafen und Kosten, und die
vorzeitige Veröffentlichung der Anklageschriften und
anderer amtlichen Schriftstücke eines Strafprozesses.
Zuwiderhandlungen gegen die unter 1-3 gedachten
Bestimmungen werden mit Geldstrafe bis 15l) M.
oder Haft, Zuwiderhandlungen gegen die Bestim-
mung unter 4 und wissentlich falsche Angaben gegen
die Bestimmung unter 1 mit Geldstrafe bis 1000 M.
oder mit Haft oder Gefängnis bis 6 Monaten
bestraft. Eigentümlich ist den P. und Preßpolizei-
delikten die Bestimmung, daß sie in 6 Monaten ver-
jäbren. (S. Preßgesetzgcbuna..) ^6523.).
Preßvergolden, s. Buchbinderei (Bd. 3, S.
Preßwein, s. Most.
Presteigne (spr. -tihn), Hauptstadt von Nadnor
(s. d.) in Wales.
Prestel, Job. Gottlieb, Maler und Kupferstecher,
geb. 1739 zu Grünbach in Schwaben, erhielt den
ersten Unterricht in der Malerei durch die Brüder
Zeiller in Tirol, ging 1760 nach Venedig und 1766
nach Florenz. 1769 ließ er sich in Nürnberg nieder
und war 1775 vorübergehend in Zürich thätig, wo
er für Lavaters physiognomische Fragmente zeich-
nete und stach. Bedeutung erlangte er durch eine
von ihm erfundene und auch nach ihm benannte
Manier der Wiedergabe von Handzeichnungen durch
den Kupferstich. 1783 siedelte er nach Frankfurt
über, wo er 5. Okt. 1808 starb. Außer zahl-
reichen Einzelblättern gab er drei Sammlungen be-
deutender Handzeichnungen heraus: "Das Schmidt-
sche Kabinett" (30 Blätter, 1779), "Das Praunsche
Kabinett" (48 Blätter, 1780), "Das kleine Kabinett"
(36 Blätter, 178-)).
Preste-les-Vains, La (spr. preßt lä bang),
franz. Badeort, s. Prats de Mollo.
Preftidigitateur (frz. -dischitatöhr), Taschen-
spieler (s. d.).
I>rs8tiF0 (frz., spr.-tihsch), eigentlich Blend-
werk, Gaukelei; dann soviel wie Nimbus, über-
legenes Ansehen. ^Taschenspieler (s. d.).
Prestigiateur (frz., spr. -ischiatöhr), Gaukler,
Prestitz (spr. psche). 1) Bezirkshauptmannschaft
inVöbmen,hat517,"4(iIiuiund(1890) 42351 (20551
männl., 21800 weibl.) czech. E. in 103 Gemeinden
mit 125 Ortschaften und umfaßt die Gerichtsbezirke
Nepomuk und P. - 2) P., czech. llestics, Stadt und
Sitz der Bezirkshauptmannschaft sowie eines Be-
zirksgerichts (318,59 sikm, 25215 E.), links am Flusse
Angel und an der Linie Pilsen-Eisenstein der Österr.
Staatsbabnen, hat (1890) 3059 meist czech. E., eine
Dekanatskircke aus bohrn. Marmor (1775) mit un-
vollendeten Türmen und wunderthätigem Marien-
bild; Spiritusbrennerei, Dampfmühle, Brauerei
und Viebmärkte.
I>rs8to (ital., "eilig"), in der Musik das schnellste
der fünf Haupttempi (s. ^ä^io); eine weitere Stei-
gerung ist I'reztiLZiino (sehr eilig).
Preston (spr. prest'n), Municipal-County und
Parlamentsborough (2 Abgeordnete) in der Graf-
schaft Lancashire, rechts am schiffbaren, fischreichen
Nibble unweit seiner Mündung und am Lancast^-
kanal auf einer Anhöhe gelegen, ist wichtiger Eisen-
bahnknotenpunkt und zählt (1891) 107 573 E. P.,im