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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Quevedo y Villegas - Quieto
hintereinander sich aufstellen, um die Eröffnung eines
Theaters u. dgl. abzuwarten, daher Q. machen,
sich hintereinander aufstellen. - Q. heißt auch der
Stab beim Villard (s. d.).
Quevedo y Villegas (spr. kewehdo i willjeh-
gas), Don Francisco de, fpan. Schriftsteller, geb.
Ende Sept. 1580 zu Madrid, studierte zu Alcala de
Henares, lebte dann am Hofe und galt schon 160 li
als witziger Poet. Den Folgen eines Duells mit
tödlichem Ausgang ging er 1611 nach Sicilien, dann
nach seinem Erdsitz 2a Torre aus dem Wege, lebte
seit 1613 bei dem Herzog von Offuna, Vicekönig
von Sicilien, als dessen Vertrauter, vermittelte für
diesen 1615 in Madrid die Ernennung zum Vice-
könig von Neapel und diente seiner unruhigen Poli-
tik in mehrfachen diplomat. Aufträgen, bis das
Mißglücken einer Sendung nach Madrid 1619 das
Verhältnis löste. Seit 1623 stand er in der Gunst
des allmächtigen Olivares, büßte auch 1628 seine
erfolgreiche Parteinahme für das alleinige Patronat
St. Jacobs gegen die heil. Tcrefa, die große natio-
nale Frage der Zeit, nur mit zeitweiliger Verwei-
sung, erhielt 1632 den Titel eines königl. Sekretärs,
wandte sich aber später in scharfen Satiren gegen
seinen Gönner. Ein verwegener Poet. Appell an
den König brachte ihn 1639 in strenges Gesängnis
in Leon, das ihm schwere Leiden zuzog, von denen
er auch nach seiner Freilassung nicht wieder genas.
Er starb 8. Sept. 1615 in Valbuena. Q.s Ruhm
beruht auf seinen zahlreichen, äußerst scharfen, wenn
auch ganz in den fpan. Vorurteilen befangenen Sa-
tiren ;"die von ihm herausgegebenen lyrifchen Gedichte
eines Fr. de la Torre sind ihm mit Unrecht zugeschrie-
ben worden. Bekannt sind besonders seine Lucian
nachgebildeten "8n6üo8", unzühligemal gedruckt und
nachgeahmt (deutsch von Moscherosch,Straßb.^645),
und der Schelmenroman "1^1 i^uLcon" (deutsch von
Keil, Lpz. 1826; von Guttenstein, Heilbr. 1842).
Vieles sittlich allzu Verwegene ist noch ungedruckt.
Von den Gesamtausgaben sind zu nennen die clf-
bändige Madrider (1791-91), die kritische der
Prosawerke von Fernandez-Guerra (3 Bde., Madr.
1852-58) in der "Nililiotoca äo tnitoi-68 68MÜ0
163", die der witzigen Gedichte von Ianer(ebd., Bd. 69).
- Vgl. Me'rimee, ^88ki 8ur 1^ vie 6t 1s8 wuvi-05
äs <^. (Par. 1886). Vrte, s. Petit-Quevilly.
Quevilly, Le Petit- und Le Grand-, franz.
Quezal (spr. ke>; 1^ilN'oinlicru3 i-68i)l6ncl6N3
60u?< s. Tafel: Kuckucksvögel I, Fig. 5),
Prachttrogon, die fchönste Ärt der Gattung
Trogon (s. d.). Das Männchen ist von 1 in Länge,
wovon auf die längsten Schwanzdeckfedcrn allein
fast 0,80 m entfallen. Auf dem Kopf steht eine aus
zerschlissenen Federn gebildete, seitlich zusammenge-
drückte Haube. Oben^ ist der Q. glänzend smaragd-
grün, unten scharlachrot. Er bewohnt waldige Gegen-
den vom mittlern Meriko südlich bis Columbia.
Quezaltenango (spr. ke-), Hauptort des Dc-
partamento Q. (110000 E.) in der mittclamerik.
Republik Guatemala, mit etwa 27000 E., fast aus-
schließlich Indianern, an Stelle der zweitgrößten
Stadt des ehemaligen Quiche'-Neichs 1524 von Al-
varedo gegründet, liegt am Fuße des Vulkans Sta.
Maria, hat eine schöne Kathedrale und andere Kir-
chen; Leinen-, Baumwoll- und Wollweberei. Q.
vermittelt den Handel zwischen Guatemala und dem
merik. Staate Chiapas.
Quiberon (spr. kib'röng), Landzunge im franz.
Depart. Morbihan, Arrondisfement Lorient, an der
Südküste der Bretagne, gegenüber Velle-Isle, mit
der Stadt Q. an der Linie Auray-Q. (28 km) der
Orle'ansbahn; diese hat (1891) 937, als Gemeinde
2884 E., zwei Häfen, Seebäder, Sardinensischerei
und ist bekannt durch die Niederlage (20. Juli 1795),
die die hier unter Graf Puisaye "gelandeten franz.
Emigranten durch Hoche erlitten.
Quibo (spr. ki-), Insel, s. Coiba.
Quiche (spr. titsche), ein zu den Mayavölkern
(s. d.) gehörender indian. Stamm.
Quichua, südamerik. Volksstamm, s. Quechua.
Quick, soviel wie Quecksilber; Quickarbeit,
soviel wie Amalgamation; Quickbrei, soviel wie
Amalgam; Quickgold und Quicksilber, soviel
wie Gold- und Silbcramalgam.
Quidam (lat.), eine gewisse Person, jemand.
yuia^nris (lat.), was Rechtens ist.
yniÄ pro yuo (lat.), etwas für etwas, eins für
das andere, Verwechselung, Mißverstand.
tzuiÄHniä ^"is, pruäöütor a.Aa.3 st res-
pioo KNVIN, "was du auch thust, thue es klug und
bedenke das Ende", lateinischer, wohl nach Sirach 7,40
gebildeter Spruch.
yni6<MÄ Äsilrant rs^es, pieotnutur
^.okivi (lat.), "alles was die Könige (nämlich
Agamcmnon und Achilles, die sich vor Troja ent-
zweiten) in ihrer Naserei thun, müssen die Achiver
büßen", d. h.: für unheilvolle Handlungen der Herr-
scher muß das Volk büßen, Citat aus Horaz' "Epi-
steln" (I, 2,1^).
Quicscieren (lat.), in Ruhestand versetzen;
Quiescenz, Ruhe, Ruhestand.
Quictismus (vom lat. (M68, "Ruhe"), eine
mystisch-religiöse Richtung in der röm.-kath. Kirche
des 17. Jahrh., ausgegangen von dem Weltpriester
Mich. Molinos (s. d.). Nach der in dessen Erbauungs-
buch "6mäH 8M'itua.l6" (Rom 1675) gegebenen An-
leitung suchten die Andächtigen (Quiötisien) die
Ruhe eines gänzlich in Gott versunkenen Gemüts.
Der erzwungene Widerruf des Molinos hinderte die
Verbreitung des Q. nicht. Der "Geistliche Weg-
weiser" fand in Deutschland und Frankreich, wo man
durch die Schriften der Vourignon, Poirets und der
Pietisten vorbereitet war, immer weitere Verbreitung
und veranlaßte eine Menge Erbauungsbücher in
gleichem Geiste. Die berühmteste Pflegerin des fran-
zösischen Q. war die Witwe Ieanne Marie Vouvicr
de la Motte-Guyon (s. Guyon), die auch Ftinelon
(s. d.) in seiner "Ux^Iication äc!8 in^xim63 ä68
8Hint3 Lur la. vi" iut"'i0ui-6" (1697) verteidigte.
Doch erwirkte Bossuet 1699 ein päpstl. Vreve, das
23 Sätze aus Fönelons Buche als irrig verdammte
und der weitern Ausbreitung des Q. Grenzen setzte;
noch 1724 wurde in Palermo an zwei Quietisten ein
Auto de Fö vollzogen. Der Q. fordert die sog. reine
Liebe, die sich ohne Furcht und Hofsnuncz, gleich-
gültig gegen Himmel und Hölle, mit Selbstverleug-
nung aus Gott richtet; dabei muh die Seele in einen
leidenden Zustand versetzt werden, bei dem Gott
allein in ihr wirkt. (S. auch Hesychasten.) - Vgl.
Matter, 1^6 m)'8tici8M6 en ^i-ance au t6in^>8 äs
^onolon (Par. 1864); Heppe, Geschichte der quie-
tistischim Mystik in der kath. Kirche (Berl. 1875).
Quieto, Fluß in Istrien, entspringt oberhalb
Pinguente und geht in einem gewundenen, tief ein-
geschnittenen Thal in wcstl. Richtung bei Citta-
nuova zum Meere (Porto Q.>. Er wird 10 Kni vor
seiner Mündung schiffbar, ^eine fruchtbare Ebene
heißt Valle Montona.