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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rammenau - Ramsay
der Bergakademie hielt. 1855 wurde er Mitglied
der Akademie der Wissenschaften, 1874 ord. Pro-
fessor der Chemie an der Universität sowie Direktor
des zweiten chcm. Instituts derselben. R.s chem.
Arbeiten, über die er zum größten Teile in Poggen-
dorffs "Annalen" und in den Schriften der Akademie
der Wissenschaften berichtet, betreffen Vorzugsweife
die chem. Natur der Mineralkörper. Seine Haupt-
werke sind das "Handwörterbuch des chem. Teils
der Mineralogie" (Berl. 1841; Supplement 1-4,
1843-49), das in zweiter Bearbeitung den Titel
"Handbuch der Mineralchemie" (2. Aufl.', Lpz. 1875)
führt, das "Handbuch der krystallographischen Che-
mie" (Berl. 1855; Supplement 1857) und das "Hand-
buch der krystallographisch-pbysik. Chemie" (2 Bde.,
Lpz. 1881-82). Hieran reihen sich das "Lehrbuch
der Stöchiomctric" (Berl. 1842), "Leitfaden für die
chem.-quantitative Analyfe" (4. Aufl., ebd. 1886),
"Leitfaden für die chem.-qualitative Analyse" (7.Aufl.,
ebd. 1885), "Lehrbuch der Krystallkunde" (ebd. 1852),
"Lehrbuch der chem. Metallurgie" (2. Aufl., ebd.
1805), "Grundriß der Chemie" (5. Aufl., ebd. 1882)
und "Chem. Abhandlungen 1838-88" (ebd. 1888).
Rammenau, Dorf bei Vischofswerda (s. d.).
Rammler, der männliche Hase und das männ-
liche Kaninchen.
Nammmaschinen, s. Ramme.
Ram Möhan Roy, s. Vrahmosomadsch.
Ramnes, patricische Tribus (s. d.) in Rom.
Ramolmo, Maria Lätitia, s. Vonaparte (Bd. 3,
S. 272 a).
Ramon Arriala, Pseudonym des span. Dich-
ters Don Mariano Iost de Larra (s. d.).
Ramotl), Ramoth Mizpe, Orte in Palästina,
s. Mizpa und Nama.
Rampe, die zur Auffahrt für Wagen an ein
Gebäude dienende geneigte Ebene, meist durch Erd-
aufschüttung gebildet und gepflastert. Das Stei-
gungsvcrhältnis ist 1:20 bis 1:12. Auf der Höhe
der R. befindet sich eine ebene Fläche von 3 bis 6 m
Länge für Pferde und Wagen. R., die für den Trans-
port von Geschützen bestimmt sind, erhalten bei ge-
ringer Höhe etwa 2,5 ni Breite und vier- bis fünf-
fache Anlage; höhern R., namentlich die von der
Wallstraße auf den Wallgang führenden Wall-
rampen, giebt man bei 3-4 m Breite eine fechs-
bis siebenfache Anlage. Uferbauten erhalten auch
meist eine N., welche vom Ufer zur Uferstraße führt
und insbesondere als Appareille bezeichnet wird.
(S. Laderampe.)
Im Theater nennt man R. das am Fußboden
angebrachte Gestell mit der zur Beleuchtung der
Vorderbühne dienenden Lampenreihe.
Rampolla, Mariano, Marchese del Tindaro,
Kardinalstaatssetretär, geb. 17. Aug. 1843 in Po-
lizzi (Sicilien), wurde zu Rom auf der Adelsschulc
zum Geistlichen herangebildet. Von Pins IX. 1865)
zum Hilfsarbeiter im Sekretariat für kirchliche An-
gelegenheiten, 1875 zum Rat bei der Nuntiatur in
Madrid, später zum Prälaten und Sekretär der Pro-
paganda ernannt, dann von Leo XIII. 1880 mit dem
Amt eines Sekretärs in der Kongregation für die
außerordentlichen geistlichen Angelegenheiten be-
traut, wurde er 1882 Erzbischof von Heraklca in
pln'tidus iiiKäeiwiQ und Nuntius in Madrid, wo
er 1883 den günstigen Empfang des spätern Kaifers
Friedrich von feiten des span. Klerus veranlaßte und
1885 die Begleichung der Karolinenfrage anbahnte,
indem er hie Anrufung des Papstes als Schieds-
Brockhaus' Konvcrsations-Lexilon. 14. Aufl. XIII.
richtcr anregte. Bei den verschiedenen Parteien in
Spanien und insbesondere bei der Königin-Regen-
tin, der Witwe Alfons' XII., wußte er sich allerseits
in Gunst zu setzen. Leo XIII. ernannte ihn 14. März
1887 zum Kardinal und berief ihn Ende Mai 1887
als Nachfolger Iacobinis. Kaifer Wilhelm II. ver-
lieh ihm 1893 den Schwarzen Adlerorden.
Ramponieren (frz.), beschädigen, verderben.
Rämpur, indobrit. Vasallenstaat in der Divi-
sion Rolülkhand der Nordwestprovinzen, wird gegen
N. und W. von dem brit. Distrikt Muradabad, gegen
NO. und SO. von dem brit. Distrikt Bareli begrenzt
und zählt (1881) auf 2447 hkm 541914 E. (302989
Hindu, 238 925 Mohammedaner). - Die Haupt-
stadt R., 28° 48 V nördl. Br., 79° 5^ östl. L.,
liegt am linken Ufer des Kosila, ist mit Muradabad,
Varcli und Aligarh durch Eisenbahn verbunden
und zählt (1891) 76 733 E., darunter 53 552 Mo-
hammedaner, 23044 Hindu.
Namsau, Pfarrdorf im Bezirksamt Berchtes-
gaden des bayr. Reg.-Bez. Obcrbayern, an der
Ramsauer Ache, in 663 in Höhe, Sitz eines Zoll-
und Forstamtes, hat (1890) 933 kath. E., Pfarr-
kirche, Wallfahrtskirche und Holzindustrie. Das
Alpenthal der Namsauer Ache, die Namsau ge-
nannt, zeichnet sich aus durch den Gegensatz des
üppigen Thalgrüns und der gewaltigen, in den
schönsten Formen ansteigenden grauen Gebirge und
wivd viel besucht. Südöstlich die Wimbachklamm,
das großartige Wimbachthal und der nördlichste
Gletscher Deutschlands ("Blaueis"). ^housie.
Ramfay (spr. rämmse), schott. Familie, s. Dal-
Ramsay (spr. rämmse), Allan, schott. Dichter,
geb. 15. Okt. 1686 zu Leadhills (Lanark), kam zu
einem Perückenmacher in Edinburgh in die Lehre
und errichtete dann ein eigenes Geschäft, das er je-
doch 1716 aufgab, um Buchhändler zu werden. Er
starb 7. Jan. 1758. Sein Hauptwerk ist "^6 Fontw
Lii6i)1i6i'ä" (1725), ein Hirtenfpiel in schott. Mund-
art, ausgezeichnet durch treue und lebendige Schil-
derungen schott. Natur und schott. Landvolks. Auch
schrieb er Lieder, Fabeln und Erzählungen; seine
Sammlungen alter schott. Lieder: "^Ii6 tea-tHdls
iuiäC0i1an^u (1724) und ""l1i6 6V6r^i'66n" (1725),
hat man der willkürlichen Veränderungen halber
getadelt. Die beste Ausgabe seiner Gedichte ist die
von George Chalmcrs (2 Bde., Edinb. 1800, mit
Biographie des Dichters; neue Aufl. 1877). Eine
gute Auswahl befindet sich in den "^anterdur^
?06t8" (Lond. 1887). In Edinburgh wurde ihm
1865 ein Standbild errichtet.
Ramsay (spr. rümmfe), Andrew Crombie, engl.
Geolog, geb. 1814, studierte in Glasgow, trat 1841
unter Te la Beche in den Dienst der geolog. Auf-
nahme Großbritanniens und wurde 1845 deren
Lokaldirektor für England; 1848 erhielt er auch die
Professur der Geologie an der Universität, 1851
diejenige an der Ho^ai Zeliool ok niinoä in London;
das berühmte ^Iu86uni ol practicÄi FsoloF^ ist
zum großen Teil sein Werk. 1872 übernahm er die
Stellung als Generaldirektor der gesamten Auf-
nahme Großbritanniens, welche er 1881, von einem
Augenleiden betroffen, an A. Geikie abgab; seit-
dem lebte er meist zu Veaumaris auf Anglefey; er
starb 11. Dez. 1891 in Glasgow. R. ist namentlich
durch seine Gletscherforschungen bekannt geworden.
Er fchricb unter anderm: "(-eolo.^ ol tks isiand
ol Xirllii" (Glasgow 1841), "^Ii6 olä Sla.ciei'Z
ol ^Vüi^L 9.11(1 8>vil^i'wii(1" (Lond. 1861), "1^1^31-
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