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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rheinschanze - Rheomotor
Lehn an den Kurfürsten Friedrich Wilhelm über. >
1734 kaufte König Friedrich Wilhelm I. das Gut R.
und gab es dem Kronprinzen, nachmaligen König
Friedrich II., als Residenz, der das Schloß durch G.
N. von Knobclsdorff umbauen, Park, Gärten und
Gewächsbäuser anlegen, durch den Baron von Reise-
witz eine Porzcllanfabrik errichten ließ und der Stadt
durch seinen Hoshalt zum Wohlstand verbalf. Fried-
rich II. schenkte R. 1744 seinem Bruder Heinrich, der
es dauernd 1763 zur Residenz erwäblte und hier
3. Aug. 1802 starb. Nun ging der Besitz an den
Prinzen Ferdinand, den dritten Bruder Friedrichs II.,
nach dessen Tode 1813 an dessen <^ohn, den Prinzen
August, über. Seit dessen Ableben 1843 gebort die
Stadt nebst Schloß und Park der königl. Verwal-
tung. - Vgl. Hoppe, Chronik von R. (Ncuruppin
1847); R. Schulz, R., eine Wanderung durch Schloß
und Umgebung (ebd. 1879).
Rheinschanze, s. Ludwigshafen.
Rheinstein, Burg im Kreis St. Goar des preuß.
Reg.-Bez. Koblenz, am linken Ufer des Rheins,
liegt Aßmannshausen gegenüber, 80 in über dem
Rhein und ist eine der schönsten Burgen des Rbeins,
deren eigentümliche Anlage (zinnengckrönte Türme,
die sog. Bergfriede, das Herrenhaus oder Pallas
und die mächtige Schildmauer) trefflich zur An-
schauung kommt. Sie enthält bedeutende Samm-
lungen. Die Burg, ursprünglich Faitz-, Vauts- oder
Voigtsberg genannt und zuerst 1279 erwähnt,
wurde vom Rheinischen Städtebund als Raub-
schloß zerstört und von Philipp von Hohenfcls neu
aufgebaut. Später wurde die Burg eine Zollstatte
der erzbischöfl. Kämmerei in Mainz. Prinz Fried-
rich von Preußen, der N. von der Familie von
Eyß erworben hatte, ließ die Ruine 1825-29 aus-
bauen und nahm hier seinen Wohnsitz. Nach sei-
nem Tode (1863) siel das Schloß an seine Söhne,
die Prinzen Alexander und Georg.
Rheinthal. 1) Ober-Rheinthal, Bezirk im
schweiz. Kanton St. Gallen, hat 97,2 hkm und (1888)
17574 (5., darunter 5643 Evangelische, in 6 Gemein-
den. Hauptort ist Altstätten. - 2) Unter - Rhein -
thal, Bezirk ebendaselbst, hat 50,7 ykm und
15676 C'., darunter 8626 Evangelische, in 8 Ge-
meinden. Hauptort ist Rheineck.
Rheinthalbahn, Vadischc, von Mannheim
nach Karlsruhe führende Strecke der Bad. Staats-
bahn (62 km, 1870 eröffnet).
Rheinwald, Kreis im Bezirk Hmterrhem des
Kantons Graubünden. ^693 d).
Rheinwaldgebirge, s. Ostalpen (Bd. 12, E.
Rheinwaldhorn, höchster Gipsel des Rhein-
waldgebirges in den Adula-Alpen, 3398 m hoch,
im Winkel zwischen Guferhorn (3392 m) und den:
Vogelberg (3220 m), welch letzterm sich gegen O.
zu das Rheinqucllhorn (3200 m) und die Zapport-
hörner anschließen. Die genannten Gipfel sckließen
den Rheinwaldgletscher ein, dessen unterer Teil
Paradiesgletscher heißt. In der Nähe des Gletschcr-
endcs die Zapportklubhütte (2320 m), von welcher
aus das R. (HI0113 ^änla) beschwerlich aber ge-
fahrlos zu ersteigen ist.
Rheinweine, im allgemeinen sämtliche im Fluß-
gebiet des Rheins erbaute Weine; im speciellen
unterscheidet man Nheingauer (welche gern das
Vorrecht in Anspruch nehmen, die eigentlichen R.
zusein), Moselweine (s. d.), Ahrwcine (s. 0.),
B erg sträß er W ei ne(s.d.), Rhein hessische und
Pfalz er Weine (s. d.). Das gesamte Gebiet der
N. (die Bergstraße ausgeschlossen) umfaßt ein Areal
von 30000 lili mit einem durchschnittlichen Jahres-
ertrag von 1400 000 Iii. Darin sind inbegrisfen die
edelsten und kostbarsten Sorten der Welt, wie nicht
minder die allergewöhnlichsten Verbrauchsweine.
Die besten R. erzeugt der Rheingau mit Hoch-
beim (1893 waren in der Nheinprovinz 11540 Ka
Areal mit einem Ertrag von 305103 kl im Werte
von 16,8 Mill. M.), dann folgen im Range die
Hockgewächse der Pfalz und Rheinhessens. Die
Mebrzahl der R. ist weiß; nur wenige Lagen pro-
duzieren Rotweine. Ihr Charakter ist ein eigen-
tümlicher. Vor allen zeichnen sich die R. aus durch
ihr Bouquct, welches sich bei andern nirgends fin-
det, fodann durch eine eigentümlich hervorstechende
Säure, welche ihren diätetischen Wert, ihren nach-
baltigcn Geschmack und ihre Haltbarkeit bedingt.
Sie gehören sämtlich zu den, nach franz. Kunstaus-
druck, trocknen Weinen, ohne dabei körperlos zu
sein; im Gegenteil sind einzelne Lagen, z. B. in der
Psalz, der Körperhaftigkeit ihres Produkts halber
bcrühmt. Von den R. im engern Sinne (Rheingau
und Rhcinhcssen) sind die besten Berg Johannis-
berger, Steinberger, Markobrunner, Rauenthaler,
Rüdesheimcr, Hochheimer, Geiseuheimer, Aßmanns-
häuser (rot) vom Rheingau und Liebsraumilch (s. d.)
in Rbeinhcssen; dann folgen die Kabinettsweine
von Schloß Johannisberg (4 M. 50 Pf. bis 35 M.
die Flasche), Oberingelheimer (rot), Scharlachberger,
Laubenheimcr, Nicrsteiner.
Rheinzabern, Marktflecken im Bezirksamt
Gcrmcrsheim des bayr. Reg.-Bez. Pfalz, am
Erlenbach und der Linie Schifferstadt-Lauterburg
der Pfalz. Eisenbahn, hat (1890) 1830 E., darunter
23 Evangelische, Post, Telegraph; Brauerei, Malz-
sabrikation und Tabakbau.
Rhenanus, Veatus, s. Veatus Rhenanus.
Nhene-Diemelthal-Bahn, s. Deutsche Eisen-
bahnen (Bd. 4, S. 1004). ftei Delos (s. d.).
Rheneia, eine der griech. Cykladen, 17 ykm groß,
Rhens, auch Rhense oder Rense, Flecken im
vreuß. Reg.-Vez. und Landkreis Koblenz, am Rhein
und der Linie Köln-Bingcrbrück der Preuß. Staats-
dahncn, hat (1890) 1550 meist kath. E., Postagen-
tur, Telegraph, Reste der alten Mauern und Türme,
altertümliche Häuser (16. bis 18. Jahrh.) mit Erkern
und Holzschnitzereien, Überreste des Alten Saales,
eines frank. Königshofs; einemechan. Weberei, Land-
wirtschaft, Obst- und Weinbau und einen alkalisch-
muriatischen Säuerling, mit einem 1892 - 94 in
340 in Tiese erbohrtcn, mächtigen Sprudel, der be-
reits 1680 als NhenserSauerbrunnen erwähnt,
und dessen Wasser versandt wird (1894: 3,5 Mill.
Kruge). 300 m unterhalb R. der Königsstuhl (s. 0.).
- R. wird urkundlich zuerst 874 erwähnt. Später
geborte es zu Kurköln; 1675 kam es in Besitz der
Abtei Gladbach, 1694 der Abtei Rommersdors und
wurde 1724 durch Kurfürst Clemens August von
Köln eingelöst. In R. hatten 1338 die Kurfürsten
den sog. Kurvcrein geschlossen zur Aufrechterhaltung
ihrer Wahlrechte gegenüber den Ansprüchen des
Papstes <s. Ludwig IV., Bd. 11, S. 339 a).
IdksiuiZ, lat. Name des Rheins. Asiaten.
Rheochord (grch.), auch Rheokord, s. Rheo-
Rheometer (grch.), Strommesser, soviel wie
Galvanometer (s. d.); auch die Apparate zur Ge-
schwindigkeitsmessung (s. d.) des Wassers.
Rheomotor (grch.-lat.), Stromerzeuger oder
Stromerreger, jede Quelle eines elektrischen