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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rheoskop - Rhetoren
Stroms, z. V. die galvanischen Elemente, die
Dynamomaschinen, die Thermoelemente.
Rheoskop (grch.), s. Galvanoskop.
Rheoftaten (grch.), Widerst and ssäulen oder
Stromregulatorcn, Vorrichtungen, die dazu
dienen, elektrische Ströme auf konstanter Stärke zu
erhalten, elektrische Stromstärken miteinander zu
vergleichen oder elektrische Leitungswidcrstände zu
messen. Im wesentlichen kommt es hierbei darauf an,
gemessene Leitungswidcrstände (bestimmte Draht-
längen) schnell und bequem in den elektrischen Strom
ein- oder ausschalten zu können. Dies geschieht beim
R. nach Iakobi (1841) und Wheatstone (1843) mit-
tels isolierender Schraubencylinder, an denen sich die
eingeschaltete Länge und folglich der Widerstand
der aufgewundenen Drähte leicht kontinuierlich ver-
ändern läßt. Zu den N. gehört auch das zu feinern
Widerstandsmessungen dienende Rheochord oder
die Widerstandsbank von Poggendorff (1841),
wobei zwei parallel nebeneinander gespannte Me-
tallsaiten mittels eines verschiebbaren Mctallstegs
(Schlittens) miteinander leitend verbunden werden.
Durch Verschiebung des Schlittens lassen sich ver-
schiedene Längen jener beiden Dräbte nach Belieben
begrenzen, mithin beliebige Widerstände in den elek-
trischen Strom kontinuierlich einschalten oder aus
demselben wegschaffen. An der Widerstands-
säule von Eisenlohr (1852) kann man keine kon-
tinuierlichen Einschaltungen vornehmen, sondern
die Niderstände bestehen aus einzelnen Drahtrollen,
die man als Ganzes ein- und ausschalten muß. Die
Stöpselsäule von Siemens besteht aus einer
Reihe von dicken Metallstücken, von denen je zwei
aufeinanderfolgende durch einen zur Spule gewickel-
ten Draht von bekanntem Widerstand verbunden
sind. Wird zwischen die Metallstücke ein Mctall-
stöpsel gesteckt, so geht nur ein verschwindender
Stromteil durch die Rolle, fast der ganze Strom
quer über den Stöpsel. Zieht man den Stöpsel
heraus, so ist die Rolle eingeschaltet. Bei der
Eisenlohrschen und Siemensschen Säule sind die
Widerstände der Größe nach wie der Gewichts-
satz einer Wage angeordnet. Das Duboissche
Rheochord verbindet das Princip der Stöpsel-
säule mit jenem des Poggendorfjfchen Nheochords.
(S. Regulatoren, elektrotechnische.)
Rheostätische Maschine, eine 1878 vonPlantt
nach dem Princip der Flaschenbatterie (s. d.) kon-
struierte Vorrichtung zur Entwicklung eines Funkcn-
stroms. Denkt man sich eine Flaschenbatterie bei
Verbindung aller gleichnamigen Belegungen geladen
und dann rasch in eine Franklinsche Kaskadenbatterie
umgeschaltet, so steigt hierbei die Potcntialoifferenz
(f. Elektrisches Potential) und Schlagweite so viel-
mal , als Flaschen hintereinander eingeschaltet sind.
Bei der R. M. wird die Flaschenbattcrie durch eine
große Anzahl mit Stanniol belegter Glimmerblätter
ersetzt, und die rasche Umschaltung wird mechanisch
durch einen rotierenden Apparat besorgt. Die La-
dung bei Verbindung aller gleichnamigen Be-
legungen vollführt in einem Augenblick eine Plan-
tssche Polarisationsbatterie (s. Elektrische Polari-
sation) von 800 Elementen, die etwa 1200Vunsen-
elementen entspricht, worauf sofort die Umschaltung
und Entladung erfolgt. Bei scyneller Rotation des
Umschalters erhält man einen kontinuierlichen Fun-
kenstrom von mehrern Centimetern Länge, ähnlich
demjenigen eines Funkeninduktors. Auf diese Weise
zeigt sich, daß eine bloße Steigerung des Potentials
bei galvanischen Strömen alle Eigenschaften der
Reibungselektricität hervortreten läßt. ^(s. d.).
Nheotom (grch.), soviel wieWagnerschcr Hammer
Nhefos, König von Thrazien, Bundesgenosse
der Troer, wurde gleich in der ersten Nacht nach
seiner Ankunft von Odysseus und Diomedes über-
fallen und von dem letztern nebst zwölf andern Thra-
kern ermordet, seine Rosse aber von Odysscus fort-
Rhefusaffe, s. Makako. getrieben.
Rhetoren (grch.), Redner, dann auch (aber nicht
bei den Römern) Lehrer der Beredsamkeit. Am
frühesten entwickelte sich im klassischen Altertum die
Redekunst in Sicilien durch Korar, Tisias und Gor-
gias, der 427 nach Athen kam und dort den Anstoß
zur Pflege der Redekunst durch die Sophisten gab.
In Athen kam die antike Beredsamkeit zur höch-
sten Vollendung. Schon im Altertum (unter Kaiser
Augustus) wurde eine Gruppe von zehn attischen
Rednern (der sog. Kanon der Redner) als den
ersten zusammengestellt. Von ihnen entwickelt am
wenigsten eigentliche Kunst Andocides; der erste
kunstmäßige Redner war Antiphon, zugleich Lehrer
der Beredsamkeit. Als Meister des schlichten Stils
und als erster wirklich klassischer Redner gilt Ly-
sias, während Isokrates der Vollender der schul-
^ mähigen Beredsamkeit wurde. Sein Schüler war
Isäus. Dessen Schüler Demosthenes gilt als der un-
übertroffene, größte Redner des Altertums. Neben
und unmittelbar nach ihm wirkten Aschines, Dc-
mades, Hyperides, Lykurgus und Dinarchus. Von
den aus der Praxis hcrvorgegangenen kurzen Lehr-
büchern der Rhetorik ist noch das wahrscheinlich von
Anarimenes von Lampsakus verfaßte erhalten. Dann
schuf Aristoteles eine wissenschaftliche, zugleich auch
< sachliche, einen Gegensatz zu der auf formell-stili-
stische Vollendung ausgehende des Isokrates bildcn-
l den Rhetorik, auf welche nachher zahllose andne Lchr-
! bücher folgten. In der Zeit der Nachblüte der griech.
Kultur entwickelte sich die asianische (kleinasiatische)
Beredsamkeit, als deren Gründer oder tzauptvertreter
.yegesias von Magnesia in der zweiten Hälfte des
3. Jahrh. v. Chr. gilt. Er wollte zu dem schüchtern
Stil des Lysias zurückkehren, aber diese Einfachheit
war gekünstelt und artete später in leeren Redcpomp
aus. Dagegen brach sich Ausgangs des 2. Jahrh,
durch Molon aus Alabanda eine bessere Richtung
Bahn, die, weil jener auf Rhodos lehrte, die rho-
dische genannt wurde. Um dieselbe Zcit erhielt auch
die Rhetorik ihre systematische Gestalt, namentlich
durch Hermagoras. Den N., die mehr nur schul-
mäßig ihre Kunst lehrten und ausübten, traten die
sog. neuen Sophisten zur Seite, die eine hochver-
feinerte Redekunst in öffentlichen und Neisevorträgen
sowie auch litterarisch übten. Ihre Blüte fällt ins
2. Jahrh. n. Chr. Die attischen Redner haben na-
j mentlich Bekker ("Orawi-LL anici", 4 Bde., Orsord
! 1822-23, und 5 Bde., Verl. 1823 u. 1824), Baiter
und Sauppe (0 Tle., Zür. 1838-50) und C. Müller
(2 Bde., Par. 1846-58) herausgegeben; die Schrif-
ten der griech. Lehrer der Beredsamkeit hat am voll-
stündigsten Walz (9 Bde., Stuttg. 1832-36) und
Spengel (3 Bde., Lpz. 1853-56; 2. Aufl. von Noe-
mer und Hammer, Bd. 1, ebd. 1894) gesammelt.-
Vgl. Blaß, Die attische Beredsamkeit (4 Tle., Lpz.
1868-80; 2. Aufl. 1887 fg.); ders., Die griech. Bered-
samkeit von Alexander bis Augustus (Berl. 1865).
Die römische Beredsamkeit war fast während
! der ganzen Zeit der Republik keine kunstmäßige.
! Zwar veröffentlichte schon Appius Claudius eine