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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rhytina - Ribble
Zeitwert hat. Eine von Einem Iktus beherrschte
Gruppe von Grundzeiten wird Versfuß oder
schlechthin Fuß (peä) genannt, der, je nachdem
Arsis oder Thesis vorangebt, eine ab- oder auf-
steigende Bewegung hat. Nach dem Vorgang der
Griechen unterscheidet man folgende Füße: 1) zwei-
silbige: Pyrrhickius (^> "), Iambus (^ -), Tro-
chäus (-^>), Spondeus (------); 2) dreisilbige:
Tribrachys (^ " "), Molossus (---------), Vac-
chius (____^), Palim- oder Antibacchius <>------),
Kretischer Versfuß (Creticus) oder Amphima-
cer (__^-), Anapäst (^ ^-), Amphidrachvs
<^__^), Daktylus l-^^): 3) viersilbige: Diipon-
deus l________), Dipyrrhichius oder Proceleus-
maticus (^>^^^>), Choriambus (__^"__), Anti-
spast (^____^), Ditrochäus (^.^-^), Tiiambus
(^-^-), louicug 9. inajori (------^^), 1onicu3
n. irlin0li (^>^>____), die vier Arten der Epitrite,
in denen zu drei Längen eine Kürze sich gesellt, und
die vier Päonen, die aus drei Kürzen und einer
Länge bestehen. Leicht läßt sich die Anzahl dieser
Füße im Fortschreiten zu fünf- und sechssilbigen
durch Kombination noch weiter vermehren. Indem
die Füße als Taktschritte zu einem rhythmischen
Ganzen verbunden werden, entsteht die rhythmische
Reihe oder Periode oder der Vers (s. d.). Man
kann diesen entweder Fuß für Fuß oder so abteilen,
daß je zwei oder aucb wohl drei Füße zusammen-
genommeil werden. Das erste giebt die Mono-
podie, das zweite die Dipodie, das letzte die
Tripodie. So wird z. B. der anapästische Vers
von den Alten dipodisch, von den Neuern gewöhn-
lich monopodisch gemessen. Im Versganzen ver-
einigt sich der Charakter der einzelnen Füße zu
einem Gesamtausdruck, welcker den darin vorberr-
schenden Füßen entspricht. So z. V. tragen dakty-
lische Versmaße den hüpfenden und forteilenden,
spondeische den schweren und schleppenden, anapä-
stische den aufgeregten und gespannten Charakter
an sich. (S. Metrik.)
Der R. in der Musik besteht in dem Wechsel
von Zeitteilcn vielfältiger Länge und Kürze inner-
halb eines gleichmäßig wiederkehrenden Zeitmaßes,
welches der Takt (s. d.) genannt wird. Die Zabl
der rhythmischen Längen und Kürzen in der Musik
ist ebenso groß wie die Zahl der Notenwerte über-
haupt; sie geht in der neuern Kunst von der Zwei-
taktnote bis zum Zweiunddreißigstel. Keiner dieser
Werte ist absolut lang oder kurz, sondern das Ver-
hältnis zur vorhergehenden und folgenden Note be-
stimmt erst, wie er aufgefaßt werden soll. Ebenso
verfügt die Musik über eine größere Menge von Be-
tonungsmitteln durch Tonstärke und Accentuierung
als die Sprache. Die Lehre von der musikalischen
Rhytbmik ist von den Theoretikern fast gar nicht be-
rücksichtigt worden. - Vgl. R. Westphal, Elemente
des musitalischen R. (Jena 1872).
Itk^tina., s. Borkentier.
". I., offizielle Abkürzung für Rhode-Island.
Ni, japan. Wegemaß, eingeteilt in 36 Tsio (Tschu)
von 60 Kcn zu 6 Schaku -- 3,92? kin.
Ria (span.), s. Rias.
Rial, pers. Münze, s. Kran.
Riala-Bei, die dritte Rangstufe in der türk.
Marine, entsprechend dem Konteradmiral.
Rialtobrücke (ital. lonte äi lli^Ito), Haupt'
brücke in Venedig (s. d.).
Rianzärcs/Herzog von, Gemabl der Königin
Maria Christina (s. d.) von Spanien.
Rias (Singular Ria, im Spanischen eigentlich
jede Flußmündung), nach von Rickthofen eine
Gruppe den Fjorden (s. d.) ähnlicher Buchten, von
diesen dadurck unterschieden, daß sie nie so tief
lböckstens 50 km) ins Land eindringen, sich nur
wenig verästeln und in der Regel von innen nach
außen an Tiefe und Breite zunebmen; eine beson-
dere Form, wobei die Bucht die Lage eines Längs-
thales einnimmt, heißt an der istrischcn Nordküste
Vallone, im Südwesten Irlands Vay. Typisch
sind die R. der Nordwestküste Spaniens (Galiciens),
wie die von Vigo, Pontcvedra, Arosa u. s. w. Ihrer
Entstebung nach sind die N. einfach untergetauchte
Thäler, aber ohne glaciale Erosion, wie die Fjorde.
Riau, Rio, Riouw, niederländ.3^esidentsckaft
in Ostindien, besteht aus den Riau-Lingga-In-
seln (4724 hkin) am östl. Eingänge der Straße von
Malaka und den Karimon-, Anamba-, Tambclan-
und Natuna-Inseln sowie dem Reiche Indragiri
mit Kwanten auf der Ostküste von Sumatra (37 250
qlvin). Eine Unterabteilung bildet die Gruppe der
Lingga-Inseln im engern Sinne. Die umfangreich-
sten der Inseln dieser Gruppe sind Lingga mit
einem Areal von 826 hkm und dem Hauptorte und
Hasenplake gleickcn Namens und die südlich davon
gelegene Insel Singkep. (S. Vintang.)
Ribadavia, Bezirksstadt der span. Provinz
Orense in Galicien, rechts am Mino, wo der Avia
einfließt, an der Eisenbahn Orense-Vigo, hat (1887)
4830 E., die vortrefslichen Weißwein bauen.
Ribadeo, s. Nivadeo.
Ribbcck, Job. Karl Otto, Philolog, geb. 23. Juli
1827 zu Erfurt, studierte in Berlin und Bonn. Nack
einer 1852 unternommenen wissenschaftlichen Reife
nach Italien war er als Mitglied des von Vöckb
geleiteten Seminars für Gelehrtenschulen in Berlin
thätig, wurde 1854 Lehrer am Gymnasium zu Elber-
seld, 1856 außerord. Professor in Bern, 1859 ord.
Proscssor daselbst, wo er das philol. Seminar grün-
dete. Seit Ostern 1862 lehrte er in Basel, seit Herbst
desselben Jahres in Kiel, seit 1872 in Heidelberg;
Ostern 1877 trat er an Ritschls Stelle in Leipzig.
R.s Hauptwerke sind die Sammlung der "8c^6niclw
I^omanorum 1)06813 frn^m^MH" (2. Aufl., 2. Bde.,
Lpz.1871-73), dazu "Die röm. Tragödie im Zeitalter
der Republik" (ebd. 1875), ferner die große kritische
Ausgabe Virgils mit "I'i'olLFoiuENÄ critica" und
"^.^pencUx V^i^iliin^" (5Bde., ebd. 1859-68) und
die "Geschichte der röm. Dichtung" (3 Bde., Stuttg.
1887-92; 1. Bd., 2. Aufl. 1894). Außerdem ver-
öffentlichte R. "Beiträge zu der Lehre von den lat.
Partikeln" (Lpz. 1869), eine kritische Ausgabe des
"^li^z ^loi-ioäuL" von Plautus (ebd. 1881) und im
Anschluß daran "Alazon, ein Beitrag zur antiken
Ethologie" (ebd. 1882), ferner "Kolar, eine etholo-
gische Studie" (ebd. 1883), "Agroikos" (ebd. 1885)
und viele Abhandlungen, namentlich in dem erst mit
Ritsckl, dann mit Büchclcr herausgegebenen "Rhei-
nischen Museum". Proben radikaler Textkritik sind
seine Bearbeitung des Iuvenal (Lpz. 1859) nebst der
Schrift "Der echte und unechte Iuvenal" (Berl. 1865)
und die Ausgabe der "Horazischen Episteln" (ebd.
1869). Endlich schrieb R. eine erschöpfende Vio-
grapbie Fr. Wilh. Ritschls (2 Bde., Lpz. 1879-81).
Ribble (spr. ribbl), Fluß in den engl. Graf-
schaften Mork und Lancashire, entspringt auf der
Penninischen Kette und mündet, 100 km lang, un-
terhalb Prcston, wo er schiffbar wird, mit breitem
'Astuarium in die Irische See.