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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Ribbleton Moor - Ribnitz
Ribhleton Moor (eng!., spr. ribblt'n muhr),
s. Preston.
Riddon-inon, I^idIi0Q-80ciot7 (engl., spr.
ribb'n ßoßeilti),irische geheime Verbindung, s. Band-
männer.
Ribe oder Ripen, Hauptstadt eines Amtes
(3032 hkm, 78 611 E.) und Stifts im südl. Iüt-
land, an der Nibe-Aa oder Ripsaue, von grünen
Marschwiesen umgeben, 6 Km von der Nordsee,
nach der nach Versandung der Fluhmündung ein
Kanal führt, durch Zweigbahn nach Vramminge
mit der Jütischen Eisenbahn verbunden, ist Sitz des
Stiftsamtmanns und Bischofs und eines deutschen
Konfularagenten, hat (1890) 4135 E., eine groß-
artige im Anfang des 12. Jahrh, im Rundbogen-
stil erbaute Kathedrale mit hohem Turm, eine Latein-
schule; Ackerbau und Viehzucht, Baumwollwcberei
und Handel. - N. ist eine der ältesten Städte Däne-
marks und war einst durch Handel mit Deutschland,
England und Frankreich sehr blühend. Es hatte
einen guten Hafen, 14 Kirchen, 5 Klöster und ein
festes Schloß, Niberhus, das im 17. Jahrh, zerstört
wurde. ^Rappoltsweiler (s. d.).
Ribeauvillö (spr. -bowijeh), franz. Name von
Ribeira-Grande, Stadt auf der Nordküste
der portug. Azoreninsel San Miguel, zählt (1890)
8464 E., hat einen Hafen und warme Bäder.
Ribeiro (spr. -rü), Thomaz Antonio R. Ferreira,
portug. Dichter, geb. 1. Juli 1831 in Parada de
Gonta (Beira alta), studierte in Coimbra die Rechte,
widmete sich dann der advokatorischen Praxis, war
als Deputierter parlamentarisch thätig und bekleidete
nach und nach die verschiedenartigsten administra-
tiven Posten. Später ließ er sich in Portugicsisch-
Indien nieder und ward, nach Portugal zurückge-
kehrt, zum Minister der Kolonialangelcgenheitcn er-
nannt (1878). 1879 übernahm er das Portefeuille
des Iustizministers, 1881 das der innern Angelegen-
heiten, 1885 das der Obras Publicas, das er 1890 !
wiederum in Händen hatte. Von seinen Werken sind !
hervorzuheben zwei Sammlungen lyrischer Gedichte:
"80118 yutt pkLLHiu" (Oporto 1854) und "V^8p6i-H8"
(ebd. 1858); das patriotische Gedicht ".Ilnine" (Lissab.
1861; 6. Aufl. 1880); das erzählende Gedicht "^
(leitina. äo mal" (ebd. 1868 u. 1881) und "Di880nan-
cilr8" (Oporto 1891); unter seinen Prosawcrken einige
lebendige Schilderungen seiner Reisen: "Do 1<^o "o
Nanäovi" und "i^nti-6 Pii1in6i!'cl8" (ebd. 1864).
Ribera, Landschaft in Spanien, f. Navarra.
^ Ribera, Stadt im Kreis Vivona der ital. Pro-
vinz Girgenti auf Sicilien, über dem linken ilfcr
der Verdura, in 267 m Höhe, 7 1cm von der Küste,
hat (1881) 8122 E. und Wein- und Olivenbau.
Ribera, Cav. Iusepe de, von den Italienern
Spagnoletto genannt, span. Maler, geb. 12. Jan.
1588 zu Iativa (jetzt San Fclipc) im Valenciani-
scken, lernte zuerst bei Ribalta in Valencia und
bildete sich dann auf einem freien Wanderleben in
Italien, zuerst in Parma nach Corrcggio. Dann
eignete er sich, der Mode nachgebend, die Art des
Caravaggio an. Der Vicekönig von Neapel, D. Pedro
Giron, Herzog von Osuna, machte ihn zum Hof-
maler. In dieser Stellung blieb er unter dessen
Nachfolgern bis an feinen Tod; er fandte feine
Bilder, die von Schülern und Nachahmern verviel-
fältigt wurden, in alle Länder. 1628 wurde er Aka-
demiker von San Luca in Rom; er starb angeblich
1656. Seine Stoffe entnahm er oft dem ascctischen
Gebiet (Einsiedlcrfiguren) und der Märtyrerlcgende;
durch und durch Spanier, ist er stets ernst, aber zu-
gleich folgerichtiger Naturalist, er malte stets mit
dem Modell vor Augen. Seine Gemälde fesseln
den Kenner durch die Kraft der Modellierung, das
anatom. Wissen, aber auch durch die stets pastose
Farbe. Während seiner ganzen Laufbahn wechselt
er zwischen einer Caravaggio verwandten Manier
mit schroffen Gegensätzen von Licht und Schatten,
und einem hellen System, hier in Wärme und
Leuchtkraft der Farben Tizian nahekommend. Seine
Meisterwerke sind die Pieta und die Kommunion
der Apostel in'San Martino zu Neapel und die
Conception zu Salamanca. Er versuchte sich auch
in Mythologien (Adonis in der Galerie Corsini in
Rom, Silcn in Neapel), Vettlerstücken (Louvre; Lazza-
ronen als antike Philosophen). Seine mit leichter,
den Formen des Nackten und den Falten geistreich
solgender Nadel bearbeiteten Blätter (darunter eine
Zeichenschule nach Guercino) sind glänzende Leistun-
gen der Radierkunst des 17. Jahrh.
Itidss ^., Pflanzengattung aus der Familie der
Sarifragaceen (s. d.) mit gegen 60 Arten in der
nördl. gemäßigten Zone und in den Anden Süd-
amerikas, strauchartige Gewächse mit meist gelapp-
ten und in Büscheln stehenden Blättern und kleinen
verschieden gefärbten, in der Regel zu Trauben
vereinigten Blüten. Die Frucht ist eine vom ver-
trockneten Kelche gekrönte, mehrsamige Beere. Die
Ribcsarten zerfallen in stachlige und unbewehrte.
Zur erstern gehört: 15. Fro^niaria. ^., die Stachel-
beere (s. d.), und einige andere als Zierpflanzen kul-
tivierte in Nordamerika heimische Arten, von denen
jedoch nur 15. niveuin ^?>M., ein bis 2 m hoch
werdender Strauch mit schneeweihen, wohlriechen-
den Blüten, eine größere Verbreitung gesunden hat.
Zur Gruppe der stachellosen gehören auher K.
i-udi'um und niFrum ^. (Gicht- oder Ahloeere,
s. Johannisbeere) noch 15. alpinum ^., ein in Europa
und dem nördl. Asien heimischer Gebirgsstrauch,
der auch in Wäldern vorkommt und zum Bepflanzen
schattiger Plätze im Garten als Deckstrauch ver-
wendet wird; 15. aureuni I^'s/i, eine der am
häufigsten verwendeten Arten, mit gelben Blüten
und schwarzen Beeren, aus Kalifornien; 15. L^ui-
ii6um ^tt?-F/i, ebenfalls in Kalifornien heimifch,
zeichnet sich durch schöne rote, bei einigen Varietäten
dunkelrote oder fleischfarbene Blüten in Trauben
aus; er verlangt in Norddeutschland einen leichten
Winterschutz. Alle Ribesarten lassen sich leickt durch
Stecklinge vermehren und gedeihen in jedem Boden.
Ribhu (im Sanskrit IMiu, Plural I5dwva8),
Name dreier göttlicher Wesen in der ino. Mytho-
logie. Die R. wurden infolge ihrer Geschicklickkcit,
indem sie aus einem Becher, den der ind. Hephaistos,
Tvashtar, gebildet hatte, vier machten, zu göttlicher
Würde erhoben. Sie gelten auch als Verfertiger
des Wagens und der Rosse Indras (s. d.) und des
dreiräderigen Wagens der Acvins (s. d.), und es
wird von ihnen erzählt, daß 'sie ihre alten Eltern
wieder jung machten. - Vgl. Neve, ^33^1 3ur 1s
m^tliO äL8 I5idkNva8 (Par. 1847).
Ribletten (frz.), geröstete Fleischschnitte.
Ribnitz, Stadt in Mecklenburg-Schwerin, am
Ribnitzer Bodden (s. Bodden), der hier die Neck-
nitz aufnimmt, und^ an der Nebenlinie "^tralsund-
Rostock der Preuh. ^taatsbahnen, Sitz eines Amts-
gerichts (Landgericht Rostock) und Seemannsamtes,
hat (1890) 4061 evang. E., Postamt zweiter Klasse,
Telegraph, Realprogymnasium, Gasanstalt; Schiff-