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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rio (Ercole del) - Rio de Janeiro
Nio, Ercole del, ital. Schachspieler, Begründer
der sogenannten ital. Schule, veröffentlichte 1750
U. d. T. "Hopi'3, ii Aiuoco lie^ii Lcucciii 0886rva-
xioui praticiiL äkii'^noniino Noä6U686" ein klei-
neres Vuch über das Schachspiel. Ein zweiter,
ergänzender Teil zu diesem Werke wurde von Lolli
(s. d.) fortgesetzt. ftel Nio.
Nio, Julian Sanz del, span. Gelehrter, s. Sanz
Rio Atrato, Fluß in Columbia, s. Atrato.
Riobamba, Cajabamba, Volivar, .Haupt-
stadt der Provinz Chimborazo in Ecuador, 35 ^m
südöstlich vom Chimborazo, 2650 m ü. d. M., un-
weit des Nio Chambo, Bischofssitz, hat 12 000 E.,
7 Kirchen; starke Industrie in wollenen Decken und
Sackleinwand. Bis 1797, wo sie durch ein Erdbeben
zerstört wurde, lag die Stadt 5 km von ihrer jetzigen
Stelle entfernt. Neste eines alten Inkapalastcs und
der Inkastraße sind in der Nähe vorhanden.
Nio Bermeio oder Vermejo, rechter Neben-
stuß des Paraguay, entspringt im W. des Depart.
Tarija der Nepublik Volivia in mebrcrn Quell-
armen, nimmt in der argentin. Provinz Salta
rechts den Nio Grande deIujuy, feinen größten
Nebenfluß (445 km lang), aus und mündet nach
einem vorwiegend südöstl. Laufe von 1224 kiu etwa
50 km nordnordöstlich von der Vereinigung des
Paraguay mit dem Parana. Er ist sür flacbgehendc
Dampfer das ganze Jahr hindurch, für tiefgebende
6 Monate lang bis Presidencia Noca, wo der Teuco
mündet, schiffbar.
Nio Blanco, span. Fluh, s. Guadalaviar.
Nio Branco, linker Nebenfluß des Nio Negro,
im brasil. Staate Amazonas, entspringt unter dem
Namen Uraricoeraauf demOstabbang der Serra
Parima, unweit der Orinocoquelle, fließt dann süd-
lich längs der Serra de Pacaraima in ostl. Nich-
tung, biegt oberhalb der Einmündung des Tacutu-
Mahu-Cotingo nach S. um und mündet nach einem
Laufe von 1340km oberhalb Carvoiero. Während
derNegenzeit steht er durch den Tacutu mit dem
Essequibo in Verbindung. Er ist bis 2^// nördl. Br.
schiffbar. ^Norte.
Nio Bravo del Norte, s. Rio Grande del
Nio Vueno, Fluß in Chile, entstebt am Fuße
des Vulkans Ninihue aus dem Andensee Lago de
Nanco (40 km lang, 20 km breit) und mündet süd-
lich von Valdivia. Von den 140 km sind 80 schiffbar.
Nio Chico (spr. tschihko), Fluß in Süd-Pata-
gonien in der Gobernacion Santa Cruz, entspringt
untcr 49° südl. Vr. in den Anden, nimmt von links
den Nio Belgrano auf und verläuft in füdöstl. Nick-
tung zum Ülicere, das er in dem Mündungstrichter
des Nio Santa Cruz erreicht. Im Unterlauf em-
pfängt er den Nio Scheuen. Sein Thal wurde von
Moreno und Lista erforscht. ^ss. d.).
Niochico (spr. -tschihko), Hafen in Cbiriqui
^ Nio Cuarto, auch Concepcion del N. C.,
Stadt am Flusse N. C. in der argentin. Provinz
Cordoba, an der Bahn von Cordoba nach San
Luis, regelmäßig gebaut, von Gärten umgeben,
mit starkem Obstbau, 2 Buchdruckereien, Filiale der
Provinzialbant und 13300 E.
Nio das Amazonas, s. Amazonenstrom.
Nio de Janeiro (spr. scha-). 1) Staat Bra-
siliens, zwischen Espirito-Santo, Minas Geraes
und Säo Paulo, hat 68 982 ykm mit 1164 000 E.,
d. i. 17 auf 1 hkm. (S. die Nebenkarte zur Karte:
Brasilien.) Die Hauptgebirgszüge sind die der
Küste parallel laufende Serra do Mar und die Serra
da Mantiqueira. .Hauptstrom ist der Rio Parahyba
do Sul, an dessen unterm Verlaufe am Südufer die
aufblühende Stadt Campos (s. d.) liegt. Das Klima
zeigt fich an der Küste heiß, wenn auch durch die
Seewinde gemildert, in der Serra angenehm, gesund
und außerordentlich fruchtbar. Die wichtigsten Er-
zeugnisse des Landes sind Kaffee, Zucker, von denen
besonders ersterer in großartigen Plantagen kulti-
viert wird. Aus den Wäldern werden kostbare Nutz-
hölzer gezogen. Hauptstadt ist Petropolis, früher
war es Nictheroy. Sehr zahlreich sind die ehemali-
gen Sklaven und die Mischbevölkerung. Handel und
Industrie sind gut entwickelt.
! 2) Bundesdistrikt, O DistrictoFederal,früher
! Municipio Neutro, 1394 ykm mit 515560 E.,
! d. i. 370 auf 1 hkm, umfassend, besteht aus der
! Stadt R. d. I. und ihrer nächsten Umgebung', der
Municipalrat untersteht unmittelbar der Central-
regierung der Nepublik.
3) A Cidade de Sao Sebastiäo do R.d.I.,
meist kurz Nio genannt, Hauptstadt der Vereinig-
ten Staaten von Brasilien, liegt unter 22" 54^24"
südl. Br. und 43" 10' 21" westl. L. (Sternwarte) von
Greenwich, im Hintergrunde einer herrlichen Bai,
! die zahlreiche Inseln enthält, ist, obgleich zwischen
Bergen (Corcovado 717 m, Pao de Assucar 382 m)
gelegen, eben und zerfällt in die Altstadt, die Neu-
stadt, seit 1808, und dte Vororte. Die durch-
schnittliche Jahrestemperatur betrügt 23,8°, die des
kältesten Monats (Juli) 21,2°, die des wärmsten
(Februar) 26,6° 0. (Hierzu eine Karte: Nio de
Janeiro und Umgebung, sowie ein Text-
plan auf S. 884.)
N. d. I. hat 423000 E., darunter 200 000 Aus-
länder, deren Einwanderung feit Aufhebung der
Sklaverei rasch zunimmt. Andere schätzen 600000,
! mit den Vorstädten 900000 E. Die Altstadt mit
! engen Straßen, darunter die Verkehrsadern Rua
! Primeiro de Marco und do Ouvidor, ist Sitz des Han-
i dels und enthält das Zollhaus mit Docks, Hauptpost,
! Schatzamt, Hospital da Misericordia, Börse, Natio-
nale Kunstakademie mit jährlichen Ausstellungen,
das Etadtbaus, Museum, die polytechnische und
die mediz. Schule, die Nationaldruckerei, fast alle
Theater, die Arfenale und die Ministerien für
Landwirtschaft und für öffentlichen Unterricht;
das letztere mit dem Haupttelegraphenamt im ehe-
, maligen Palacio Imperial. In der Neustadt liegen
die Münze, das Gefängnis (0H8g. da. Oori-eihllo), der
Hauptbahnhof und das Invalidenhaus. Von an-
dern Bauten find hervorzuheben: die schönen
Kirchen Nossa Senhora do Carmo und Candelaria,
die frühern Klöster Sao Benito, Säo Antonio und
das der Kapuziner, ferner die frühere kaiserl. Resi-
denz, Boa Vista mit Park, jetzt Museum, der bot.
Garten mit berühmter Palmenallee und die Pro-
menade Passeio Publico mit herrlichem Blick auf die
Bai. Die schönsten Plätze sind Praca da Re-
publica, früher da Acclamacao, die Prac'a do Tira-
dentes, früher da Constituic'äo, mit Reiterstandbild
Pedros I., der Largo de Sao Francisco de Paula
mit gleichnamiger Kirche und Statue des Iose'Boni-
,' facio, des "Patriarchen der Unabhängigkeit", und
die Praca 15 de Novembro mit Denkmal des Gene-
rals Osorio. Von den Vorstädten sind wichtig:
Botafogo an der gleichnamigen Bucht, Villa Izabel
mit dem zoolog. Garten, Gloria, Larangeiras,
Andarahy, Nio Comprido, das mit Iardim durch
Tunnel verbunden ist. Die Anhöhen tragen Land'
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