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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Robinson (Therese Albertine Luise) - Robot
Geographie von Palästina, so die "Neuen Unter-
suchungen über die Topographie Jerusalems"
(deutsch, Halle 1847), finden sich auch in der von ihm
begründeten "izidIis)tIi6s'^8lici-cT" (Neuyort 1843 fg.).
Robinson, Theresc Albertine Luise, unter dem
Pseudonym Talvj (die Anfangsbuchstaben ihres
Mädchennamens) bekannt, Gattin des vorigen, geb.
26. Jan. 1797 zu Halle als Tochter des Professors
Ludwig .Heinrich von Jakob, kam mit diesem 1806
nach Charkow, 1810 nach Petersburg, 1816 wieder
nach Halle. 1828 vermählte sie sich mit Edward R.,
folgte ihm 1830 nach Amerika, begleitete ihn ans
seinen Forschnngsreisen und kehrte 1864 nach
Deutschland zurück. Sie starb 13. April 1870 in
Hambnrg. Bekannt wnrde sie namentlich durcb ihre
Übersetzung der "Volkslieder der Serben" (2 Bde.,
Halle 1825-26; 3. Aufl., Lpz. 1853). 1840 erschien
ihr "Versuch einer geschichtlichen Charakteristik der
Volkslieder german. Nationen mit einer Übersicht
der Lieder außereurop. Völkerschaften" (Leipzig) so-
wie eine Schrift "Die Unechtbcit der Lieder Ossians"
(ebd.), 1847 "Geschichte der Kolonisation von Neu-
england" (ebd.), auch veröffentlichte sie "Ili^oriclü
vi">v ok tke Liavic iHUAUkFog" (Neuyork 1850;
deutsch von Brühl, Lpz. 1852) und mehrere Erzäd-
lnngen. Nach ihrem Tode erschienen "Gesammelte
Novellen" (2 Bde., Lpz. 1874).
Nobinsonaden, s. Robinson Crnsoe.
Robinson Crusoe (spr. -soh), der Held eines
Abenteuerromans des Engländers Tcfoe (s. d.).
Dieser Roman erschien u. d. T. "liie lits anä
8tl'^Nss6 8U1'I)1'i8iNF 3xlv0ntni'68 nl 1^. (^. ok ^OI'K"
(Lond. 1719) und wnrde überall mit lebhaftestem
Beifall anfgcnommen. Der Stoff wird der Geschichte
eines schott. Matrosen, Alexander Selkirk, entnom-
men sein; dieser hatte über vier Jahre ans der Insel
Inan Fernandez allein zugebracht, wo er 1709 von
einem engt. Schiffe aufgefunden worden war. Seine
Schicksale erzählte zuerst Woodcs Nogers "^ crni-
81NA V0)"^6 round t1i6 >V0!'16" (1712). Die Fort-
setzung, in der N. C. nach seiner Befreiung große
Reisen nach China und Sibirien macht, sällt gegen
den ersten Teil sehr ab und ist in den Bearbeitungen
meist fortgelassen, ebenso eine andere Fortsetzung,
die sich in staatvwisscnschaftlicken Anscinander-
setznngen ergeht. Schon 1720 wurde Dcfoes Roman
in das Französische und Holländische übersetzt; auch
die^erste deutsche übersetzuug erschien 1720 (von
L. F. Vischer, Frankfurt und Leipzig) und erlebte so-
gleich im ersten Jahre mehrere Auflagen und Nach-
drucks. Bald folgten zahllose Nachahmungen. Bis
zum Schlüsse des Jahrhunderts erschienen in Deutsch-
land mindestens 100 verschiedene Robinsone und
Robinsoninnen, bald nach verschiedenen Ländern,
Provinzen und Städten (persische, russische, schweize-
rische, pfälzische, schlesische, Leipziger u.s. f.), bald
nach verschiedenen Gewerbsarten (der mediz. Ro-
binson, der Buchbändlcr-Robinson u. s. f.) benannt.
Unter den deutschen Robinsonaden ist die be-
deutendste und poesiercichste die "Insel Felsenbnrg"
von Joh. Gottfr. Schnabel, die er unter dem Pseu-
donym Gisandcr (4 Bde., Nordb. 1731 - 43) ver-
öffentlichte und die später von Ochlensckläger (1826)
und Tieck (6 Bde., Bresl. 1827) gearbeitet wurde.
Indem besonders Rousseau in "^mil?" ans die Ur-
geschichte der menschlichen Erfindungen, welche in:
Robinson liege, mit begeisterten Worten binwics,
hob er die pädagogische Wichtigkeit des Romane
hervor. Aus dieser Anregung ist Campes (s. d.)
"Robinson der Jüngere" hervorgegangen (2 Bde.,
Hamb. 1779 -80). Gleichzeitig unternahm Wezel
eine Bearbeitnng (2 Bde., Lpz. 1779-80) in dem-
selben Sinne, nicht so lebhaft moralisierend, aber
anch nicht fo faßlich und eindringlich und darum von
geringerer Wirksamkeit. Neuerdings ist man vielfach
wieder anf die einfache Übersetzung des Originals
zurückgegangen; z. B. L. von Alvensleben (2. Aufl.,
Lpz. 1850) und Altmüller (Hildbnrgh. 1869; neue
Aufl., Lpz. 1886), Lauckhard (9. Aufl., Lpz. 1889),
Heubner (9. Aufl., ebd. 1889). - Vgl. Haken,
Bibliothek der Robinsone (5 Bde., Verl. 1805-8);
Hettner, Robinson und die Robinsonaden (ebd. 1854);
Denis und Chanvin, 1^08 vrai8 15odin80ii8 (Par.
1863); Kippenberg, Robinson in Deutschland bis
zur Insel Felscnbnrg (Hannov. 1892).
Nobinsons Schalenkreuz, Meteorolog. In-
strnment zur Bestimmung der Windgeschwindigkeit,
bestehend aus 4 Halbkugeln, die an den vier Spei-
chen eines horizontal liegenden Kreuzes befestigt sind.
Das Kreuz ist um eine vertikale Welle drehbar, an
der ein Zäblwerk und meist auch eine elektrische Kon-
taktvorrichtung zur Signalisiernng irgend einer An-
zahl von Umdrehnngen nach entfernten Orten ange-
brackt sind. Dnrch jeden Wind entsteht Vewegnng,
die Druckwirkung des Windes auf die hohle Seite
der Kugeln ist größer als auf die konvexe. Man
recknet, daß die Geschwindigkeit der Luft 2^-bis
3mal so groß ist als die des Mittelpunktes der Scha-
len und kann so aus der Zahl der Umdrehungen
die Windgeschwindigkeit bestimmen.
Röbling, Joh. August, Brückenbauer, geb.
12. Iuui 1806 zu Mühlhausen in Thüringen, be-
suchte die königl. Banakademie zu Berlin, kam 1831
nach den Vereinigten Staaten, ließ sich als Ingenieur
bei Pittsburgb in Pennsylvanien nieder und grün-
dete dort einen Ort mit dem Namen Sachsenbnrg.
Seine Erfolge auf dem Gebiete der Hängebrücken
sind von großer Vcdentung für die weitere Ent-
wicklung dieser Vrückengattnng gewesen. 1844-45
baute er den Drahtseil-Hänge-Äquädukt über den
Alleghany-River bei Pittsbnrgh, 1816 die Drahtseil-
brücke über den Monongahela ebendaselbst, 1846
-50 die über den Delaware und Hudsonkanal,
1852-55 die Hängebrücke über den Niagara (s. d.),
1858-60 die Drah'thüngebrücke über den Alleghany-
River in Pittsburgb und 1863-67 über den Ohio
in Cincinnati. Sein letztes Werk war der groß-
artige Entwurf der East-Rivcrbrücke zwischen Nenyork
und Vrootlyn. Er starb 20. Juli 1869. Der Bau
der East-Riverbrücke wurde von seinem Sohne
Wasbingto n W. R. (geb. 26. Mai 1837 zu Sachsen-
burg in Pennsylvanicn) in höchst geschickter Weise
fortgesetzt und glücklich beendet. R. hat geschrieben:
"I^onF knä L^oi-t 8Mn i-aii^vll^ I)i'id^63)) (Neuyork
1869). Sein Sohn verfaßte: (Military 8n8ii6N8ian
di'iä^Z" (Washingt. 1862).
Nöblingen, Ober- und Unter-, Dörfer am
Salzigen See (s. d.).
A.odora.ntia. (lar.), s. Stärkende Mittel.
Nobot (von dem slaw. i-odota, d. i. Arbeit),
in slaw. Ländern, namentlich anch in den slaw.
Provinzen Österreich-Ungarns Bezeichnung der
Frone. Die R. sind in nenerer Zeit in Österreich-
Ungarn zuerst dnrch das sog. Robotpatent der
Kaiserin Maria Theresia vom 13. Aug. 1775 ge-
regelt und endlich durch Gesetz vom 7. Sept. 1848
und kaiserl. Patent vom 4. März 1848 gegen Ent-
schädigung aufgehoben worden.