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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Roemer; Romanzowinsel; Romanzowinseln; Romberg; Rome; Romen; Römer; Römer, der

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Romanzowinsel - Römer (Friedr. von)

Romanzowinsel oder Tikri, zur Tuamotugruppe gehörige Insel im südöstlichsten Polynesien, unter 144° westl. L. und 15° südl. Br. gelegen, wurde 1722 von Roggeveen entdeckt und 1816 von Kotzebue zu Ehren des Grafen Romanzow benannt.

Romanzowinseln oder Wotsche, Atolle der Ratakkette in den Marshallinseln (s. d.).

Romberg, Andr., Komponist und Violinspieler, geb. 27. April 1767 zu Vechte im Niederstift Münster als Sohn des Klarinettisten und Musikdirektors Gebhard Heinrich R. (1745-1819), war mit seinem Vetter, dem Violoncellisten Bernhard R., 1790-93 Mitglied der kurkölnischen Hofkapelle zu Bonn. Dann gingen beide, als nach der Flucht des Kurfürsten die Kapelle sich auflöste, nach Hamburg. Nachdem sie 1795-97 Italien bereist hatten, ging Bernhard 1799 nach England, Spanien und Portugal. 1800 waren sie in Paris, wo sie gemeinschaftlich die Oper "Don Mendoze" komponierten. Seit 1801 hatte Andreas seinen bleibenden Aufenthalt in Hamburg, bis er 1815 an Spohrs Stelle als Musikdirektor nach Gotha ging, wo er 10. Nov. 1821 starb. Seine Instrumentalstücke, besonders die Sinfonien, vertreten in hervorragender Weise die Norddeutsche Schule und zeigen die ersten Keime der Romantik, entbehren jedoch der Selbständigkeit. Größern Beifall fanden seine Kompositionen Schillerscher Gedichte, z. B. der "Glocke", der "Macht des Gesanges", der "Kindesmörderin", Chorwerke mit Begleitung des Orchesters.

Romberg, Bernhard, Violoncellist, Vetter des vorigen, Sohn des Fagottisten Anton R. (1742-1814), geb. 11. Nov. 1770 zu Dinklage im Niederstift Münster, wurde 1801 Professor des Violoncellos am Konservatorium zu Paris, ging 1803 nach Hamburg und kam 1805 in die königl. Kapelle zu Berlin, wo er mit Unterbrechungen bis 1819 wirkte, zuletzt als Hofkapellmeister. Nach Spontinis Anstellung in Berlin nahm er seine Entlassung und privatisierte in Hamburg, von wo aus er Kunstreisen unternahm. Er starb 13. Aug. 1841 zu Hamburg. Seine Cellokonzerte werden noch heute benutzt, von seinen übrigen Kompositionen verdient die "Trauersinfonie auf den Tod der Königin Luise" in erster Linie Beachtung.

Romberg, Heinrich Wilh. Ludw., Nautiker, geb. 28. März 1833 zu Bromberg, fuhr von 1849 bis 1857 zur See, studierte dann auf der Polytechnischen Hochschule in Hannover (1858) und auf der Berliner Universität Astronomie, um sich zum Navigationslehrer auszubilden. Seit 1860 ist R. als Lehrer und seit 1892 als Direktor der Seefahrtschule in Bremen thätig. 1877 wurde er Mitglied der technischen Kommission für Seeschiffahrt und ist seit 1878 Reichskommissar beim Seeamt in Bremerhaven. Er lebt in Bremen. R. veröffentlichte "Das Straßenrecht auf See" (Brem. 1870) und ist auf nautischen und verwandten Gebieten litterarisch als Mitarbeiter der "Weserzeitung" sowie in Zeitschriften und Sammelwerken thätig.

Romberg, Mor. Heinr., Arzt und Neuropatholog, geb. 11. Nov. 1795 zu Meiningen, studierte bis 1817 in Berlin, dann in Wien Medizin, habilitierte sich 1828 zu Berlin als Privatdocent, wurde 1838 außerord. Professor und leitete von 1840 ab die Universitätspoliklinik; bald darauf erfolgte seine Ernennung zum ord. Professor der speciellen Pathologie und Therapie. R. starb 17. Juni 1873 zu Berlin. Als Schriftsteller folgte R. seiner Vorliebe, die Vorgänge des kranken Organismus auf physiol. Basis zu erklären. Er war auf diesem Gebiete als Arzt und Lehrer schon eine Autorität, ehe noch sein "Lehrbuch der Nervenkrankheiten" (Berl. 1840-46; 3. Aufl. 1857) erschien, das, sowohl für die Physiologie als für die allgemeine und specielle Pathologie bahnbrechend, außerordentliche Epoche machte. Mit demselben begründete R. in vollendeter Form und Darstellung die wissenschaftliche Behandlung der Nervenkrankheiten in Deutschland. Von R.s selbständigen Werken sind noch zu nennen: "Bemerkungen über die asiat. Cholera" (Berl. 1832), "Bericht über die Cholera-Epidemie im J. 1837" (ebd. 1837), "Neuralgiae nervi quinti specimen" (ebd. 1840), "De paralysi respiratoria commentatio" (ebd. 1845); ferner seine Ausgabe von "Albertini Opuscula" (ebd. 1828) u. s. w.

Rome (spr. rohm), Orte in den Vereinigten Staaten von Amerika; darunter: 1) Hauptort des County Floyd in Georgia, nordwestlich von Atlanta, am Zusammenfluß des Etowah und des Oostenaula, an mehrern Bahnen, hat (1890) 6957 E.; Herstellung von Baumwollöl, Möbeln, Backsteinen, Eis, Pflügen, ein Walzwerk, Theater und ein College für Frauen. In der Nähe Eisen- und Manganerze, Hochöfen und Marmorbrüche. 2) Stadt im County Oneida in Neuyork, unweit Utica, am Mohawk-River, an der Vereinigung des Erie- und des Black-Riverkanals und an mehrern Bahnen, hat (1890) 14491 E., breite Straßen, mehrere Parks, eine Freie Akademie, Bibliothek, Taubstummenanstalt; Walz- und Puddelwerke, Strumpffabrikation, Maschinenbau, Käse- und Holzhandel.

Romen, russ. Kreis und Stadt, s. Romny.

Römer, ein Trinkglas für Rheinwein mit kugeligem Bauch, hohem, auswärts geschweiftem, breitem Fuß. Meist wird der R. in flaschengrünem oder braunem Glas ausgeführt. Sein Name, wahrscheinlich von rumi, der türk. Bezeichnung für Griechenland (daher im Holländischen roemer, spr. rumer), stammend, kommt nachweislich zuerst 1589 vor. Auch die Verzierung mit Buckeln, traubenartigen Butzen u. dgl. ist bis ins 17. Jahrh. zu verfolgen. Erst in neuerer Zeit wurde der R. das typische Rheinweinglas. - Vgl. Friedrich, Die altdeutschen Gläser (Nürnb. 1884).

Römer, der, das Rathaus in Frankfurt a. M. (s. d., Bd. 7, S. 40a).

Roemer, Ferd., Geolog und Paläontolog, Bruder von Friedr. Adolf und Herm. R., geb. 5. Jan. 1818 in Hildesheim, studierte in Göttingen und Heidelberg Rechtswissenschaft, dann in Berlin Naturwissenschaften, unternahm 1845-47 eine wissenschaftliche Reise nach den Vereinigten Staaten, habilitierte sich in Bonn und wurde 1855 ord. Professor in Breslau, wo er 14. Dez. 1891 starb. Er schrieb: "Das rhein. Übergangsgebirge" (Hannov. 1844), "Texas mit besonderer Rücksicht auf die deutsche Auswanderung " (Bonn 1849), "Die Kreidebildung von Texas" (ebd. 1852), "Lethaea geognostica" (mit Bronn, 3. Aufl., 3 Bde. u. Atlas, Stuttg. 1851-56), "Die silurische Fauna des westl. Tennessee" (Bresl. 1860), "Die fossile Fauna der silurischen Diluvialgeschiebe von Sadewitz" (ebd. 1861), "Geologie von Oberschlesien" (ebd. 1870), "Lethaea palaeozoica" (Stuttg. 1876 fg.), "Lethaea erratica" (Berl. 1885).

Römer, Friedr. von, württemb. Staatsmann, geb. 4. Juni 1794 zu Erkenbrechtsweiler auf der Alb, trat in das theol. Stift zu Tübingen ein, das