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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rotte Korah - Rotterdam
Freiburg. Er starb 26. Nov. 1840. In Freiburg
wurde ihm 1848 ein Denkmal errichtet, das nach
der Revolution beseitigt, 1862 aber wieder auf-
gestellt worden ist. Eine weite Verbreitung der
liberalen Ideen unter allen Ständen des deutschen
Volks erreichte er durch seine "Allgemeine Geschichte"
(6 Bde., Freiburg 1813-18; 6. Aufl., 9 Bde., 1824
-27; sortgesetzt von Steger und Hermes, 25. illu-
strierte Volksausgabe, 11 Bde., Braunschw. 1866
-67; Auszug daraus: "Allgemeine Weltgeschichte",
4 Bde., Stuttg. 1830-34; 8. Aufl., besorgt von
Zimmermann, 7 Bde., 1871-72). Außerdem sind
von seinen Schriften zu erwähnen: "Lehrbuch des
Vernunftrechts und der Staatswissenschasten" (Bd. 1
u. 2, Stuttg. 1829-30; 2. Aufl. 1840; Vd. 3 u. 4,
ebd. 1834-35), "Sammlung kleiner Schriften, meist
histor. und polit. Inbalts" (5 Bde., ebd. 1829-37).
Gemeinschaftlich mit Welcker begann er das "Staats-
Lerikon" (15 Bde., Altona 1834-44; 3. Aufl., von
Welcker bearbeitet, 14 Bde., Lpz. 1856-66). Sein
Sohn Hermann gab "R.s Gesammelte und nach-
gelassene Schriften, mit Biographie und Brief-
wechsel" (3 Bde., Pforzh. 1841) heraus.
Rotte Korah, s. Korah.
Rottet, Handelsgewicht, s. Notolo.
Rottel, Fisch, s. Aland.
Rötteln, Ruine bei Lörrach (s. d.).
Rotten oder Rösten, s. Flachsspinnerei (Vd. 6,
S. 858 d); über das R. des Kakaos s. d.
Rotten, Fisch, s. Plötze.
Rottenacker Ried, s. Donauried.
Rotten NorouSks, s. Vorou^.
Rottenburg. 1) Oberamt im württemb.Schwarz-
waldkreis, hat 242,45 (ikm und (1890) 28351 (13393
männl., 14 958 weibl.) E., 1 Stadt und 25 Land-
gemeinden. - 2) Oberamtsftadt im Oberamt R.,
am linken Ufer des Neckars und an der Linie Stutt-
gart-Tübingen-Horb der Württemb. Staatsbahnen,
Sitz des Oberamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht
Tübingen) und kath. Landes'bischofs mit Dom-
kapitel, hat (1890) mit der gegenüberliegenden
ehemaligen Stadt Eh in gen 7027 meist kath. E.,
Post, Telegraph, ein 1216 von den Grafen von
Hohcnberg erbautes Schloß, ^etzt Landesgefängnis,
Priestcrscminar in dem ehemaligen Karmeliterklostcr,
Latein-, Realschule, großes Mädchenerziehungs-
institut, reiches Hospital und eine Wasserleitung.
Unter den Kirchen sind bemerkenswert der Dom zu
St. Martin (Stadtpfarrkirche) im spätgot. Stil, die
Ebinger Kirche zu St. Moritz, früher zugleich
Stiftskirche eines im 12. Jahrh, errichteten, 1806
aufgehobenen Chorherrenstists, die Sülchen- und die
Weggenthalkirche, letztere eine bedeutende Wall-
fahrtskirche. Das 1623 errichtete und 1773 aus-
gchobene Icsuitenkollegium ist jetzt bischöfl. Resi-
denz. Die Industrie erstreckt sich auf Fabrikation
von Maschinen, Leinwandweberei, Strickerei, Fär-
berei, Gerberei und Brauerei; ferner bestehen be-
deutende Kunstmühlen, Acker-, Hopfen-, Obst- und
Weinbau. R. ist nach Nürnberg der größte Hopfen-
markt Süddeutschlands. Unter dem Bistum R.
versteht man die kath. Kirche Württembergs; das-
selbe gehört zur Oberrheinischen Kirchenprovinz und
steht unter dem Erzbischos von Freiburg i. Vr. Auf
dem 3 Km entsernten Berge Alt-Rottenburg wurde
1872 ein Aussichtsturm erbaut. - R. steht auf der
Stelle der röm. Niederlassung ^umkiocsuQÄ, wovon
eine Wasserleitung, aufgefundene Steindenkmäler,
Münzen u. s. w. zeugen. Die meisten Orte des
Brockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl. XIII.
Oberamtes gehörten zu der Grasschaft Hohenberg,
die 1361 von Österreich erkauft wurde und 1805
durch den Preßburger Frieden an Württemberg fiel.
Rottenburg. 1) Bezirksamt im bayr. Reg.-
Vez. Niederbayern, hat 664,40 hkm und (1890)
33 611 (16 330 männl., 17 281 weibl.) E., 85 Ge-
meinden mit 495 Ortschaften. - 2) Markt und
Hauptort des Bezirksamtes R., an der Großen
Laber, Sitz des Bezirksamtes und eines Amts-
gerichts (Landgericht Landshut), hat (1890) 1045
meist kath. E., Post, Telegraph, kath. Kirche, Rat-
baus und Krankenhaus. Am 21. April 1809 lieferte
hier die österr. Nachhut den Franzosen ein Gesecht.
Rottenburg, Franz Johannes von, Staats-
mann, geb. 16. März 1845 in Danzig, studierte
1862-65 in Heidelberg und Berlin Rechts- und
Staatswissenschasten, arbeitete dann am Berliner
Stadtgericht und beim Kammergericht, wurde 1870
Assessor, nahm Ende 1872 seinen Abschied aus
dem Iustizdienst und lebte bis 1876 in London,
mit staatsrechtlichen Studien beschäftigt. Im März
1876 trat er in das Auswärtige Amt in Berlin
ein und wurde im Herbst 1881 als vortragender
Rat in die Reichskanzlei berufen. Im Febr. 1891
wurde R. als Unterstaatssekretär in das Reichsamt
des Innern versetzt. Zur Zeit ist er Wirkl. Geh.
Oberregierungsrat. Außer einer Schrift "Vom Be-
griff des Staates" (Bd. 1, Lpz. 1877) veröffentlichte
er anonym mehrere Aufsätze über den franz. Ultra-
montanismus und über die Französische Revolution.
Rottenfeuer, s. Heckenfeuer.
Rottenhammer, Joh., Maler, geb. 1564 zu
München, kam 1582 zu Donauer auf sechs Jahre
in die Lehre, ging dann nach Venedig und ward
ein Schüler Tintorettos. R. malte viele Bilder in
Venedig, meist in kleinem Format; später wandte
er sich auf einige Zeit nach Rom und lieferte dann
auch größere Gemälde, hauptsächlich Kirchenbilder.
Nach seiner Rückkehr nach Deutschland wohnte er
zuerst in München, dann in Augsburg, wo er 1623
starb. Zu seinen besten Bildern gehören die für
Kaiser Rudolf II. gemalten, worunter sich auch reiche
mytholog. Darstellungen befinden (im Hofmuseum
zu Wien). In der Münchener Pinakothek befindet
sich unter anderm: Urteil des Paris, Hochzeit zu
Kana, andere Gemälde in der dortigen Metro'
politankirche sowie in den Kirchen von Augsburg.
Das Louvre besitzt in R.s Tod des Adonis ein an
Tintorettos Richtung erinnerndes Gemälde.
Rottenmann, Stadt in der österr. Bezirks-
bauptmannschast Liezen in Steiermark am Palten-
bach, an der alten Salzstraße und der Linie Am-
Sitz eines Bezirksgerichts (382,24 ykin, 8990 deutsche
E.), hat (1890) 1193, als Gemeinde 1611 E., eine
Stadtpsarrkirche (15. Jahrh.), ehemals Kirche des
aufgehobenen Cborherrenstifts, Schloß, ehemals
Stiftsgebäude; Eisen- und Blechwalzwerke, Achsen-
fabrik und ein Stahlbad. >^S. 696 a).
Rottenmanner Tauern, s. Ostalpen (Bd. 12,
Rotterdam, die zweitgrößte Stadt und der
erste Handelsplatz der Niederlande, in der Provinz
Südholland, liegt unter 51" 55' nördl. Br., 4° 29'
östl. L., an der Neuen (Nieuwe) Maas und zählt
(1893) mit dem 1886 einverleibten Delfshaven an
der Mündung der Schie (13 000 E.) 228 597 E.,
darunter etwa ein Viertel Katholiken und 8000 Is-
raeliten. Seit 1894 sind auch Charlois und Kralingen
(zusammen 30336 E.) einverleibt worden.
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