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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rua - Rübenaufbewahrung
Rua, s. Kassougos Reich.
Ruabon (spr. ruäbb'n oder richb'n), Ort in der
Grafschaft Denbigh des engl. Fürstentums Wales,
Eisenbahnknotenpunkt, unweit des Flusses Dee, mit
(1891) 17 258 E. und bedeutenden Eisen- und Kohlen-
gruben, ^grober Aussall.
Ruade (frz., rüabd), Ausschlagen des Pferdes;
Ruaha, Fluß, s. Rusiji.
Rub, ägypt. Getreidemaß, s. Ardeb. s(s. d.).
Rubaga, ehemalige Hauptstadt von Uganda
Audä.to (ital., "geraubt"), in der Musik eine
Führung des Tempo, bei dcr zu Gunsten des leb-
haftern Ausdrucks auf die Gleichmäßigkeit der Takt-
teile und Takte verzichtet wird. Die Mittel des
tempo i'udato sind 8ti-inF6näo und ritaräanäo.
Rubber (engl., spr. röbbcr), s. Whist.
Rubbiatella, Getreidemaß, s. Rubbio.
Nubbio oder Rubbo, älteres Gewicht in Ober-
italien und im vormaligen Kirchenstaate, von 25
Libbre - 8-22 1^; ferner Getreidemaß im Kirchen-
staat (V2 R. heißt dort Rubbiatella) ^294,46 I,
und Feldmaß ebendaselbst ^ 184,46 a.
Rübe, s. Rüben.
Rubeen, Abteilung der Rosacccn (s. d.).
"udstaoisntia. (lat.), hautrötende Mittel.
(S. Hautreize.)
Rubel, russ. rudl^', die Einheit des russ. Geld-
wesens, zu 100 Kopeken (s. d.), in den Goldmünzen
zu 900 Tausendstel sein und 1,29039 F schwer, also
1,161349 3 Feingold enthaltend, zum Preise des letz-
tern von 1395 M. für 500 3 - 8,24016 M. deutsckc
Neichswährung; in den Silbermünzcn (der Silber-
rubel) nach dem Gesetz vom 29. (17.) Dez. 1885
900 Tausendstel fein und 19,995? F schwer (vorher
868 Vi8 Tausendstel fein, aber 20,7215 3 schwer), also
vorher wie jetzt 17,99011 3 Feinsilber enthaltend, no-
minell ebenfalls - 3,24 (beim Umrechnen von Essek-
ten teils 3,20, teils 8,25, je nach dem Gebrauch der
verschiedenen Börsen) M., bei einem Preise von
125 M. für 1 kF Feinsilber aber nur 2,25 M. deut-
scher Rcichswährung wert. Geprägt werden in Gold
Impcriale zu 10, Halbimperiale zu 5, bis 1885 auch
noch Imperialdukaten zu 3 R., in Silber vollwertige
Stücke (bis Aug. 1893) zu 1, ^ und ^ R., ferner
als Silberscheidemünze, nur die Hälfte des Courant-
geldes wert, Stücke zu 20,15,10 und 5 Kopeken. Fast
das einzige Umlaufsmittel in Rußland ist aber seit
Jahrzehnten ein Staatspapiergeld, die sog. Reichs-
treditbillete, mitZwangsumlauf, in Stücken von 100,
50, 25, 10, 5 und 3 R., ebenfalls als Eilberrubel
(statt richtiger Kreditrubel) bezeichnet. Sie sollen
eigentlich dem Mctallcourant gleichstehen; doch war
Anfang Febr. 1895 der Halbimperial ^ 7,36 R.
Papier, so daß das Papiergeld gegen Goldwährung
reichlich 36 Proz. verlor. Der R., von rndit^, ab-
hauen, war ursprünglich ein nach Bedarf größeres
oder kleineres Stück, das inan zur Ausgleichung
einer Zablung von einem Silberbarren abhieb; seit
dem 14. Jahrh, soviel wie 100, später infolge der
Münzverfchlechtcrung soviel wie 200 Dcngi. Im
17. Jahrh, stellte man N. durch Abstcmpelung aus-
wärtiger Thaler her; geprägt wurden sie zuerst
unter Peter 0. Gr.
Rübeland, Dorf im Kreis Blankcnburg des
Herzogtums Vraunschweig, an der Vodc im Harz,
an der Nebenlinie Vlankenburg-Tanne der Haldcr-
stadt-Vlankenburger Eisenbahn, hat (1890) 786 E.,
Post, Telegraph; Pulverfabrik, Holzverkoblungs-
anstalt, Marmorbruch, Kalkosen, Steinbrücbe und
Brockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl. XIII.
I Sägewerk. Nahebei die Baumannshöhle (s. d.),
Viclvböhle (s. d.), Hcrmannshöhle (s. d.).
Rubelllt, Atineral, s. Turmalin.
Rüben (hebr., nach einer Volksetymologie:
"Sehet einen Sohn!"), Name eines israel. Stammes,
dessen Gebiet im Gebirge Gilead oder südlich von
diesem lag. In den frühesten Zeiten fcheint er sehr
mächtig gewesen zu sein, weshalb er Jakobs Erst-
geborener (von der Lea) heißt. In der histor. Zeit
wird er kaum erwähnt. Der Stamm scheint durch
unbekannte Ereignisse früh zurückgegangen zu sein.
Rüben, Christian, Maler, geb. 30. Nov. 1805
in Trier, erhielt seine künstlerische Bildung seit
1823 in Düsseldorf unter Cornelius. Diesem Mei-
ster solgte er nach München, wo er zunächst Ent-
würfe zu Glasgemalden zeichnete und für Hohen-
scbwangau malte. Nachdem er inzwischen nur ge-
legentlich auch in Öl gemalt, widmete er sich jetzt
ganz der Staffeleimalerci, und es entstand nun eine
Reihe gemütvoller und ansprechender Genrebilder,
von denen namentlich: Der Überfall eines das Sa-
krament tragenden Mönches durch Näuber (1838),
Das Ave Maria auf dem See (1839) und einige
Scenen aus dem Klosterleben hervorzuheben sind.
Später ging er zur Geschichte über und malte: Co-
lumbus bei der Entdecknng Amerikas (Graf Nostitz
in Prag). Um die Reorganisation dcr Prager Aka-
demie, an die er 1841 berufen ward, hat R. bedeu-
tende Verdienste. Seine produktive Thätigkeit nah-
men hier hauptsächlich Entwürfe für die Wandge-
mälde im Velvedere zu Prag aus der Geschichte
Vöbmcns in Anspruch. Außerdem malte er für den
Fürsten Salm mit einigen Schülern einen Pracht-
saal aus und lieferte der Kirche in Turnau drei
Altargemälde; ein Schlachtbild, Die Schlacht bei
Lipan 1434, besitzt die kaiserl. Galerie in Wien.
Seit 1852 wirkte N. als Direktor der Akademie zu
Wien. Er starb 8. Juli 1875 daselbst.
Sein Sohn Franz N., geb. 16. Aug. 1842 in
Prag, war zuerst in Wien als Historienmaler thätig.
Hauptgemälde von ihm sind: Die schöne Melusine
(1867), Die beiden Leonorcn, Torquato Tasso im
Garten zu Bclriguardo, Hoslcben des Papstes LeoX.,
Tillys Rückzug "nach der Schlacht am ^echfeld und
Turnier am burgund. Hofe. Später ließ sich R. in
Venedig nieder und malte dort Genresccnen aus den
glänzenden Tagen der Republik oder Typen aus
dem modernen Volksleben Venedigs. So: An den
Zattcre (1886 in der Berliner Jubiläumsausstel-
lung), Am St. Markustag und Winter in San
Marco (1888 in München), Das Blumenmädchen
und Lagunenübcrfabrt (1889).
Rüben, die fleischigen Wurzeln verschiedener
Pflanzen aus dcr Gattung Lkta, ÜraLZica. 1)aucu8,
die als Futter für das Vieh sowie zum Zweck der
Zuclcrgewinnung große Bedeutung im Landwirt-
sckaftsbctriebe besitzen. Angebaut werden nament-
lich die Runkelrübe (s. liew) sowie deren Varietät,
die Zuckerrübe (s. d.), die Kohlrübe (s. d.), die Weiße
Rübe (s. d.) und die Mohrrübe (s. d.). - Vgl. Füh-
ling, Der praktische Rübenbauer (3. Aufl., Bonn
1877); Vucrstcnbinder, Die Zuckerrübe (2. Aufl.,
Braunsckw. 1884); Knaucr, Dcr 'Rübenbau (7. Aufl.,
Verl. 1894).
Rübenälchen, f. Nübenncmatode.
Rübenaufbcwahrung. Die Aufbewahrung
derjenigen Zuckerrüben, welche nicht gleich nach der
Ernte auf Zucker verarbeitet werden können, erheifcht
große Sorgfalt und Rücksicht auf die klimatifchen
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