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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Rübenblattwespe; Rübenmelasse; Rübennematode; Rübenreps; Rubens

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Rübenblattwespe – Rubens

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Rübenaufbewahrung'

Verhältnise. Die Rüben sollen vor Frost geschützt werden, da sie beim Wiederauftauen sehr schnell verderben. Außerdem muß eine zu starke Verdunstung des in den Rüben enthaltenen Wassers verhindert werden. Endlich findet in größern Rübenhaufen auch eine Erwärmung statt, die bis zur verderblichen Erhitzung steigen kann. Man bringt deshalb (wenigstens im nördl. Deutschland) die Rüben in lange Haufen (Mieten), deren Höhe und Breite gering genug ist, um keine starke Erwärmung austreten zu lassen (Einmieten der Rüben); diese Haufen müssen sofort mit Erde bedeckt werden. Die Erddecke soll auch Schutz gegen die zu starke Blattentwicklung und das Abwelken infolge der äußern Wärme bieten. – Die Aufbewahrung der Rüben zu Futterzwecken geschieht in ähnlicher Weise.

Rübenblattwespe, s. Blattwespen.

Rübenmelasse, die Melasse (s. d.) des Rübenzuckers.

Rübennematode, Rübenwurm oder Rübenälchen (Heterodera, Schachtii Schmidt, s. Tafel: Würmer, Fig. 16), ein kleiner Rundwurm, der gefährlichste Feind der Zuckerrübe, die Ursache der Rübenmüdigkeit des Bodens, die darin besteht, daß ein sonst fruchtbarer und an Nährstoffen reicher Boden keine Rübenernten mehr erzielen läßt. Dieser Wurm findet sich zahlreich an den Wurzelfasern der Rüben, denen er im jugendlichen Zustande durch Saugen schädlich wird und die er zum Absterben bringt. Die trächtigen, citronenförmigen Weibchen erscheinen dem bloßen Auge wie kleine Grieskörnchen, die Männchen sind weit kleiner und wurmförmig. Die Vermehrung geschieht so schnell, daß durch eine einzige kranke Rübe binnen kurzem ein ganzes Feld infiziert werden kann. Als Mittel gegen die R. empfiehlt J. Kühn den Anbau von Fangpflanzen, die die Nematoden lieben. Als solche Fangpflanze hat sich der Sommerrübsen am besten bewährt. Derselbe wird im Laufe des Sommers auf dem mit Nematoden behafteten Felde drei- bis viermal angebaut und die Pflanzen nach ungefähr vier Wochen, wenn durch das Mikroskop die Einwanderung der jungen Brut in die Wurzeln der Fangpflanzen festgestellt ist, durch Grubbern und Pflügen zerschnitten und zum Absterben gebracht; mit ihren Nährpflanzen gehen auch die Nematodenlarven zum größten Teil zu Grunde. Will man nicht auf den ganzen Jahresertrag verzichten, so empfiehlt es sich, Hanf anzubauen, diesen zur Femelzeit zu ernten und vor und nach seinem Anbau Sommerrübsen oder eine andere Fangpflanze einzuschieben. – Vgl. Kühn, Die Wirksamkeit der Nematoden-Fangpflanzen (in den «Berichten aus dem physiol. Laboratorium der Universität Halle», 3. und folgende Hefte, Dresd. 1881 fg.); Strubell, Untersuchungen über den Bau und die Entwicklung der R. (in der «Bibliotheca zoologica», 2. Heft, Cass. 1888).

Rübenreps, s. Rübsen.

Rubens, Peter Paul, der berühmteste vläm. Maler, geb. im Juni 1577 wahrscheinlich zu Siegen (im Nassauischen), Sohn eines Antwerpener Rechtsanwalts und Schöffen, Jan R., der als Reformierter sich vor den religiösen Verfolgungen 1568 nach Köln flüchtete und dann, weil er mit der Witwe Wilhelms von Oranien intimen Umgang gepflogen hatte, in Siegen (1573) seinen Aufenthalt nehmen mußte. 1578 erhielt die Familie die Erlaubnis, sich wieder in Köln niederzulassen; nach dem Tode des Vaters (1587) kehrte die Witwe, Maria Pypelincx, ↔ mit den Kindern nach Antwerpen zurück. Dort besuchte der junge R. drei Jahre lang die Lateinschule und kam 1590 als Page zu der Gräfin Lalaing, wahrscheinlich nach Oudenaarde. Doch bald begann er seine künstlerischen Studien; er besuchte das Atelier des Tobias Verhaecht, eines mittelmäßigen Landschaftsmalers, arbeitete 1592–96 bei Adam van Noort und vier weitere Jahre bei Otto Venius. Darauf trat er eine Studienreise nach Italien an; er reiste 9. Mai 1600 nach Venedig ab, von wo der Herzog von Mantua, Vincenzo Gonzaga, ihn mit in seine Residenz nahm. Von Juli 1600 bis Dez. 1608 erfreute er sich der Gunst des Herzogs, der ihn im Sommer 1601 nach Rom schickte, damit er dort einige Gemälde kopierte und ausführte. Dort angekommen, erhielt er 1602 vom Erzherzog Albrecht, dem Statthalter der Niederlande, den Auftrag, drei Altarbilder für die Kapelle der heil. Helena in der Kirche Sta. Croce in Gerusalemme zu malen. Im April 1602 kehrte R. nach Mantua zurück, reiste im Auftrage des Herzogs März 1603 nach Spanien, um König Philipp III. Geschenke zu überbringen. Im Febr. 1604 war er wieder in Mantua und führte nun drei große Gemälde: Die heilige Dreieinigkeit von der herzogl. Familie verehrt, Die Transfiguration, Die Taufe Christi, für die Jesuitenkirche daselbst, aus. Von Ende 1605 bis Juni 1607 weilte R. wieder in Rom, von neuem seit 1608; doch riefen ihn im Oktober die Nachrichten über den schlechten Gesundheitszustand seiner Mutter nach Antwerpen zurück. Als er Dez. 1608 in der Heimat eintraf, war seine Mutter bereits verstorben.

In Rom hatte R. die Werke der großen ital. Meister studiert und selbständig Bildnisse sowie mytholog. und religiöse Kompositionen gefertigt, bei seinem letzten Aufenthalt daselbst einen heil. Gregor mit andern Heiligen für die Chiesa Nuova, welches Bild später die Grabkapelle seiner Mutter zierte (jetzt im Museum zu Grenoble). Am 3. Okt. 1609 verheiratete er sich mit Isabella Brant, der Tochter des Ratssekretärs, die ihm eine Tochter und zwei Söhne gebar, und baute sich in Antwerpen ein stattliches Haus, das ihm als Wohnsitz, Atelier und Museum diente. Alsbald erhielt er zahlreiche Aufträge; so malte er für die Kathedrale zu Antwerpen 1610 Die Aufrichtung des Kreuzes und 1612 Die Kreuzabnahme Christi (kleinere Wiederholung im Antwerpener Museum). Das ebenfalls 1610 ausgeführte große Bild einer Anbetung der Könige kam nach Spanien und befindet sich jetzt im Prado-Museum zu Madrid. Vom J. 1614 sind datiert: Susanna im Bade (Stockholm, Nationalmuseum), Flucht nach Ägypten (Museum in Cassel) und die Erkältete Venus (Museum in Antwerpen). 1615 vollendete R. das Triptychon, darstellend die Geschichte des ungläubigen Thomas mit den Bildnissen des Nic. Rockox und seiner Frau für die Kirche der Franziskaner. Ungefähr aus derselben Zeit stammen: Das kleine Jüngste Gericht, Der Sturz der Verdammten, Die Versöhnung Esaus und Jakobs, Jesus und die vier reuigen Sünder, Der Früchtekranz (sämtlich in der Münchener Pinakothek), Anbetung der Könige (Museum in Brüssel), Christus am Kreuz (im Louvre), Kreuzabnahme Christi (Museum in Valenciennes und in Lille), Der heil. Franz von Assisi (ebenfalls in Lille), Martyrium des heil. Georg (Museum in Bordeaux), Dianas Rückkehr von der Jagd (Galerie in Dresden), Meleager und Atalante (Galerie zu Cassel), Perseus und Andro-

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 1043.