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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rubens

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Rubens'

meda, Neptun und Amphitrite (Museum in Berlin), Eberjagd (Museum in Marseille), Jagd auf Krokodil und Nilpferd (Museum in Augsburg), Perseus befreit Andromeda und Triumph des Silen (Eremitage zu Petersburg). 1617 malte er die Geißelung Christi für die Paulskirche zu Antwerpen, 1618 das große Jüngste Gericht (Münchener Pinakothek), Daniel in der Löwengrube (im Besitz des Herzogs von Hamilton), Der trunkene Silen (Münchener Pinakothek), Geschichte des Decius (6 Bilder; Galerie Liechtenstein zu Wien), Heros von der Siegesgöttin gekrönt (Galerie zu Cassel). Von Febr. 1618 bis Aug. 1619 war R. beschäftigt mit der Vollendung des Triptychons: Der wunderbare Fischzug, für die Liebfrauenkirche zu Mecheln. Für die Johanniskirche daselbst führte er Die Anbetung der Könige als Hauptbild eines Triptychons mit Predellen aus (27. März 1619 vollendet). Aus dem J. 1619 stammt Die Amazonenschlacht (Alte Pinakothek zu München: s. die beigefügte Tafel: Amazonenschlacht). In der ersten Hälfte des J. 1620 vollendete er Die Geburt Christi und Die Ausgießung des heiligen Geistes für die Jesuitenkirche in Neuburg, im Auftrage des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm, der den Künstler kurz vorher für dieselbe Kirche mit der Ausführung eines großen Jüngsten Gerichts beauftragt hatte (alle drei Gemälde jetzt in der Münchener Pinakothek). Aus derselben Zeit stammen noch: Die Himmelfahrt Mariä (Museum in Brüssel), Die heil. Dominicus und Franz als Retter der Welt (Museum in Lyon), Der heil. Stephanus (Triptychon; Museum in Valenciennes), Wunder des heil. Ignatius für San Ambrogio zu Genua, Wunder des heil. Franz Xaver und Wunder des heil. Ignatius (im Hofmuseum zu Wien); letztere beide für die Jesuitenkirche in Antwerpen gemalt. Für dieselbe Kirche begann R. 29. März 1620: 39 Plafonds und ein Altargemälde, die vor Ablauf des Jahres vollendet sein sollten. Diese großartige Arbeit wurde 18. Juli 1718 durch einen Brand zerstört. Vom J.1619 datiert noch: Die letzte Kommunion des heil. Franz von Assisi, und von 1620: Christus am Kreuz, zwei Hauptwerke, die das Antwerpener Museum besitzt. Die Zahl und Bedeutung der Werke, die R. während der zwölf ersten Jahre seit der Rückkehr nach Antwerpen vollendete, beweisen, wie schnell sich sein Ruhm in seinem Vaterlande und über dessen Grenzen hinaus verbreitete.

Im Jan. 1622 wurde er von der Königin-Mutter Maria von Medici nach Paris gerufen, die ihn beauftragte, den Ehrensaal in dem von ihr erbauten Palais du Luxembourg auszumalen; er arbeitete drei Jahre lang an diesen 24 Gemälden und ging zur Ausstellung derselben Jan. 1625 nach Paris. Die Gemälde, welche das Leben der Maria von Medici von ihrer Geburt bis zur Versöhnung mit ihrem Sohne Ludwig XIII. im J. 1620 schildern, befinden sich jetzt in der Galerie des Louvre (18 Skizzen in der Alten Pinakothek zu München). Sodann wurde R. beauftragt, einen zweiten Saal des Louvre mit Darstellungen aus der Geschichte Heinrichs IV. zu schmücken; er arbeitete daran mit Unterbrechung 1628 und 1630, doch blieb diese zweite Serie von Bildern unvollendet. Zwei großartige Skizzen aus derselben bewahrt die Uffiziengalerie zu Florenz. Zu gleicher Zeit (1622) ließ König Ludwig XIII. zwölf Kartons zu Teppichen mit der Geschichte Konstantins d. Gr. von ihm anfertigen. ↔

Unter seinen Werken dieser Epoche sind ferner zu nennen: Der heil. Rochus wird von Christus den Pestkranken zur Anrufung empfohlen, für die St. Martinskirche zu Alost (1623 oder 1624), Bekehrung des heil. Bavo, für die Kathedrale zu Gent (1624), Anbetung der Könige (1624; Museum in Antwerpen), Himmelfahrt Maria (1626; Hauptaltarbild der Kathedrale zu Antwerpen), 15 große Kartons (1627 vollendet), nach denen die Erzherzogin Isabella Teppiche für das Clarissenkloster in Madrid weben ließ. Schon 1623–25 mit diplomat. Missionen von der Infantin Isabella beauftragt, unterhandelte R. 1627 auf Veranlassung des Herzogs von Buckingham zu Brüssel mit dem engl. Agenten Balth. Gerbier über den Frieden, den Karl I. von England mit Spanien zu schließen gesonnen war. Auf Grund der Vorbesprechungen wurde R. Aug. 1628 nach Madrid zum König berufen, um endgültige Instruktionen zu erhalten. Mit diesen ging er nach London, wo er von Juni 1629 bis März 1630 verweilte und die Verhandlung über die Bedingungen zur Erledigung brachte, unter denen der Friede Nov. 1630 zu stande kam. Während seines Aufenthalts in Madrid malte R. zahlreiche Bildnisse von Mitgliedern der königl. Familie (jetzt im Museum zu Madrid); in London malte er die Familie Gerbier und als Geschenk für König Karl: Minerva verteidigt den Frieden gegen den Krieg.

Bald nach seiner Rückkehr aus London, 6. Dez. 1630, heiratete er Helena Fourment, die ihm fünf Kinder gebar. 1630–32 arbeitete er im Auftrage der Infantin Isabella an dem herrlichen Triptychon des heil. Ildefons für die Kirche St. Jakob aus Caudenberg in Brüssel (jetzt im Hofmuseum zu Wien); 1630–35 malte er für den König von England Gemälde für den Bankettsaal des Schlosses zu Whitehall, in denen er eine Verherrlichung Jakobs I. gab. 1632 vollendete er das Abendmahl für St. Rombaut in Mecheln (jetzt im Museum zu Mailand). Aus derselben Zeit stammt: Tomyris und Cyrus (im Louvre), Simsons Gefangennehmung (Münchener Pinakothek). 1634 und 1635 führte er die Kompositionen zu dem Triumphbogen für den Kardinal-Infanten Ferdinand in Antwerpen (Skizzen in der Eremitage zu Petersburg) aus, die die Erfindungsgabe des genialen Dekorationsmalers so recht offenbaren. 1635–36 fertigte er für den König von Spanien Kompositionen nach Ovids «Metamorphosen», mehr als 50 Gemälde, bestimmt zur Ausschmückung des Jagdschlößchens Torre de la Parada bei Madrid. In seinen letzten Lebensjahren schuf R. noch für König Philipp IV. eine Anzahl Gemälde mytholog. Inhalts (jetzt im Prado-Museum zu Madrid). Unter den Hauptwerken dieser Zeit sind zu nennen: Anbetung der Könige (1634; Sammlung des Herzogs von Westminster), Bathseba im Bade (Dresdener Galerie), Bethlehemitischer Kindermord (Münchener Pinakothek), Vläm. Kirmeß (im Louvre), Martyrium des heil. Livinus (Museum zu Brüssel), Raub der Sabinerinnen (Nationalgalerie zu London), Kreuztragung (1637; Museum zu Brüssel), Himmelfahrt Maria (Galerie Liechtenstein zu Wien), Kreuzigung Petri (St. Peter zu Köln), Vornehme Gesellschaft oder Garten der Venus (Museum zu Madrid), Martyrium des heil. Thomas (in der Augustinerkirche zu Prag) sowie eine große Anzahl Landschaften. R. starb 30. Mai 1640 und wurde bestattet in der Jacobskirche zu Antwerpen; für den Altar seiner Grabkapelle hatte er eine sog.

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 1044.