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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Rudolstädter Senioren-Convent - Ruffini
und Kunstdenkmäler Thüringens (hg. von Lehfeldt,
19. Heft, Jena 1894).
Rudolstädter Tenioren-Convent (abgekürzt
R. 8. (!.), die Vereinigung von acht aus den tier-
ärztlichen Hochschulen Deutschlands (Berlin, Dres-
den, Hannover und Stuttgart) bestehenden Lands-
mannschaften.
Rudolstädtifche land- und forstwirtschaft-
liche Berufsgenossenfchaft zu Rudolstadt, s.
Land-und forstwirtschaftliche Verufsgenossenschaften.
Rudorff, Adolf Friedr., Jurist, geb. 21. März
1803 zu Mehringen im Hannoverischen, studierte in
Göttingen und Berlin, habilitierte sich 1825 in Ber-
lin, wurde 1829 außerord., 1833 ord. Professor,
1860 Mitglied der Akademie der Wissenschaften.
Er starb 14. Febr. 1873 in Berlin. R. vertritt die
an Savigny sich anschließende Historische Schule
nach der rechts geschichtlichen Seite hin, seine größern
Werke leiden an verkehrter Systematik und Ord-
nungslosigkeit. Seine Hauptwerke sind: "Das Recht
der Vormundschaft" (3 Bde., Verl. 1833-35), "Gro-
matische Institutionen" (in der von ihm mit Blume,
Lachmann und Th. Mommsen besorgten Ausgabe
der Schriften der röm. Feldmesser, 2 Bde., ebd. 1848
-52) und die "Nöm. Rcchtsgeschichte" (2 Bde., ebd.
1857 - 59), "Nclicti pkipetni yua,6 i-eii^uk 8iint"
(Lpz. 1809). Viele Abhandlungen R.s sind in der
"Zeitschrift für geschichtliche Rechtswissenschaft"
(1842-50), dem "Rhein. Museum für Philologie",
der "Zeitschrist für Rcchtsgcschickte" (seit 1861) und
den "Denkschriften" der Berliner Akademie enthalten.
Besonders verdient machte er sich durch Heraus-
gabe der Werke Puchtas und der 7. Auflage von
Savignys "Das Recht des Besitzes" (Wien 1865).
Rudra, Name eines Gottes in der ältesten ind.
Mythologie. Sein Name bedeutet wahrscheinlich
"der Roie". Er gilt als Vater der Marut (s. d.)
und wird als ein schrecklicher Gott mit Bogen und
Pfeil gedacht, zugleich aber auch als bester der Ärzte,
den man um Heilmittel ansteht, die er in seiner
Hand trägt. Unter seiner Herrschaft stehen die
Tiere, weshalb er "Herr der Tiere" heißt. Seine
Frau ist Rödasr. Später wird er dem ^iva (s. d.)
gleichgesetzt.
N.NV (frz., spr. rüh), Straße, Gasse.
Nueda, Lope de, span. Dramatiker, aus Sevilla
gebürtig, wo er ursprünglich Goldschläger war.
Seine Blütezeit als Schauspieler, Komödicndichter
und Direktor einer wandernden Truppe sällt zwi-
schen 1544 und 1566. Von den Bühnendichtun-
gen, welche er hinterlassen, haben die größern zwar
wenig poet. Gehalt und Erfindung, dafür sind seine
Pasos echte natürliche Volksstücke, derbkomische Dar-
stellungen des Alltagslebens. Scine Werke bestehen
aus den Komödien: "Unfeinia", "^rmsiina", "1^08
6NFKÜ08" und "Nsäoi'N", einigen "(^Ohuios",
Echäfergesprächen in Prosa und Versen, zehn Pasos
in Prosa, nebst einem Zwischenspiel in Versen: "Nl
801-äo". Dazu kommt noch ein "Dialog" äe 1a8
cai2tl8" (in Versen). Herausgegeben wurden R.s
Werke von Juan de Timoneda ("Ooiueäi^", Va-
lencia 1567, 1570 und Sevilla 1576; "1^808",
Valencia 1567 und Logrono 1588 unter dem Gc-
samttitel "N1 äelsitoZo"), neuerdings von Moratin
in "0i'iZ6N68 l^6i tsiUro 68ZMIW1" ("IMIiotLca ä(>
g,utoi'63 68PHN0163", Bd. 2), von Ochoa in "^680rtt
äsi teatro sspHuoI", Bd. 1 (Par. 1838) und in
Bohl von Fabers "'leatro espaüol anterim- H I.op"
äs V6Flv> (Hamb. 1832). M. Rapp übersetzte zwei
Komödien und sechs Zwischenspiele R.s ins Deutsche
("Span. Theater", Bd. 1, Hildburgh. 1868).
Rueil (spr. ruch, Stadt im franz. Depart. Seine-
et-Oise, Arrondissement Versailles, am Westfuß des
Mont-Valörien, an der Linie Paris - St. Germain
der Westbahn, hat (1891) 8263, als Gemeinde
9937 E., in Garnison das 16. Artilleriebataillon zu
Fuß; Fabrikation von Zucker, Strumpfwaren und
Papier; Baumschulen, Weinbau und eine jetzt im
Renaissancestil umgebaute Kirche mit Grabmälern
der Kaiserin Iosephine (von Cartellier) und ihrer
Tochter Hortense (1846), vonVartolini, sowie einen
Orgelchor von Baccio d'Agnolo (15. Jahrh.). Dabei
liegt südlich Schloß Malmaison (s. d.).
NuVilia. I>., Pflanzengattung aus der Familie
der Acanthaceen (s. d.) mit gegen 150Arten, größten-
teils in den Tropen Amerikas, kraut- oder strauch-
artige Gewächse mit meist dichter Behaarung und
ansehnlichen lebhaft gefärbten Blüten. Mehrere
Arten sind deshalb beliebte Zierpflanzen, so vor
allem die aus Brasilien stammende 1l. tui-moLH ^4n^.
mit großen leuchtendroten Blüten und die ostind.
K. Nllculatll. ^a?i. mit blauen Blumen. Sie ver-
langen eine Kultur im Warmhause und während der
Vegetationszeit öfteres Begießen. Die Vermehrung
geschiebt durch Stecklinge, die leicht wachsen.
Rufach, Stadt und Hauptort des Kantons R.
(11967 E.) im Kreis Gebweiler des Bezirks Ober-
elsah, links von der Lauch, an der Linie Straßburg-
Vasel der Elsaß-Lothr. Eisenbahnen, Sitz eines
Amtsgerichts (Landgericht Colmar) und Stcuer-
amtes, bat (1890) 3225 E., darunter 142 Evan-
gelische, Post, Telegraph, kath. Dekanat, große drei-
schissige Basilika St. Arbogast (12. bis 14. Jahrh.),
got. ehemalige Franziskanerkirche, staatliche Land-
wirtschaftsschule mit Versuchsstation, Spital; Orgel-
fabrikation und Weinbau. R. war ehemals der Haupt-
ort des fog. Obern oder RufacherMundats, bestehend
aus den Herrschaften R., Sulz und Egishcim, welches
655 König Dagobert II. dem Bistum von Strahbnrg
schenkte, dem es bis zur Französischen Revolution
verblieb. Oberhalb N. die Isenburg, deren Ur-
sprung in die merowing. Zeit verlegt wird.
Rufe, in der Schweiz Name der Muren (s. d.).
Nuffec (spr. rüfjeA). 1) Arrondissement im franz.
Depart. Charente, hat auf 871,7? c^cm (1891)
47079 E., 4 Kantone und 82 Gemeinden. -
2) Hauptstadt des Arrondisfements R., rechts von der
Charente, an den Linien Tours-Vordcaur der Or-
l^ansbahn und Niort-R. der Staatsbahnen, hat
(1891) 3257, als Gemeinde3527 E., Gerichtshof erster
Instanz, Ackerbaukammer, roman. Kirche; Hütten-
werke, Brauerei, Lohgerberei, Handel mit Holz, Ge-
treide und ist berühmt durch seine Trüffelpasteten.
Ruffini, Giovanni Domenico, ital.-engl. Po-
litiker und Schriftsteller, geb. Sept. 1807 in Ge-
nua, wo er ander Universität Jurisprudenz stu-
dierte und 1830 in die advokatorische Lausbahn ein-
trat. Infolge feiner Teilnahme an der carbona-
ristiscken Bewegung der nächsten Jahre mußte er
1833 Italien verlassen und nahm seit 1836 seinen
Aufenthalt in London. Von dort siedelte er 1841
nach Paris über. 1848 kehrte er nach Piemont zu-
rück, wurde in das fardin. Parlament gewählt und
ging zu Anfang 1849 als sardin. Gesandter nach
Paris, entsagte diesem Posten nach der Schlacht
von Novara und nahm seinen Aufenthalt wieder in
England. Seit 1875 lebte R. in dem Städtchen
Taggia an der Riviera di Ponente, wo er 3. Nov.