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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Russisches Heerwesen

ter im Frieden nur 4). Der Kriegsetat, etwa 1000 Mann mit 900 Pferden, ist dem Friedensetat gleich, so daß die Kavalleriedivisionen bei der Mobilmachung sofort marschbereit sind.

Die Artillerie besteht aus 48 den Infanteriedivisionen entsprechenden Fuß- (fahrenden) Artilleriebrigaden (3 Garde-, 4 Grenadier-, 41 Armee-) zu je 6 Batterien (2 schwere), welche (1895) zu je drei oder zwei zu 2 Divisionen (Gruppen) in jeder Brigade vereinigt werden. Bereits sind 3 Garde-, 3 Grenadier-, 38 Feldbrigaden zu je 2 Divisionen von je 3 Batterien geteilt. Die Batterie hat 4, im Kriege 8 bespannte Geschütze. In 5 Brigaden sind die 5. und 6. Batterie Gebirgsbatterien. Jede der 5 Schützenbrigaden hat 2 leichte, die kaukasische 2 Gebirgsbatterien. Ferner bestehen: 1 finn. Artillerieregiment zu 4 leichten Batterien; 1 Gebirgsartillerieregiment (Kiew) mit 3, im Kriege 6 Gebirgsbatterien; 7 Mörserregimenter: 3 Regimenter zu je 4, 4 zu je 2 Batterien, zu je 6 Geschützen; die turkestan. Artilleriebrigade mit 7, die westsibirische mit 4, die ostsibirische mit 6 Batterien, und 3 transkaspische selbständige Batterien. Die Zahl der reitenden Batterien zu je 6 Geschützen beträgt 28, nämlich 5 Garde-, 23 Armeebatterien, außerdem 20 ständige Kosakenbatterien; die Garde-Donkosakenbatterie bildet mit den 5 Gardebatterien die Garde- (reitende) Artilleriebrigade. Die den Kavallerie- und Kosakendivisionen zu je 2 zugeteilten Armee- und Kosakenbatterien stehen in keinem Brigadeverband. Außerdem steht 1 reitende Gebirgsbatterie in Turkestan, 1 in Omsk.

Nach der Umformierung der Ingenieurtruppen werden vorhanden sein: 25 Sappeurbataillone, 1 Garde-, 1 Grenadier-, 21 Armee-, 2 kaukas. Bataillone; ferner 1 turkestan., 1 transkaspisches, 1 ostsibir. Sappeurbataillon, 1 westsibir. Sappeurcompagnie; 24 Sappeurbataillone des europ. Rußlands, des Kaukasus, Turkestans und Ostsibiriens bestehen aus 3 Sappeur- und 1 Telegraphencompagnie; das transkaspische aus 2 Sappeur- und 1 Telegraphencompagnie; der westasiat. Sappeurcompagnie wird 1 Telegraphenkommando zugeteilt. Im Frieden werden die Sappeurbataillone des europ. Rußlands und des Kaukasus zu 7 Sappeurbrigaden zusammengelegt, die übrigen sind selbständig. Im Kriege werden 6 Brigaden aufgelöst und die entsprechenden Bataillone verteilt. Jedem zweiten Sappeurbataillon wird ein leichter Brückenpark beigegeben. Die Telegraphencompagnien werden im Kriege in 3 Sektionen geteilt (2 Stangensektionen mit 27 km, 1 Kabelsektion mit 38 km Leitung), im asiat. Rußland in 4 Stangensektionen mit 27 km Leitung. Die 8 Pontonierbataillone haben je 2 Compagnien mit Material für eine Pontonbrücke von 224 m Länge. Ferner bestehen 6 Eisenbahnbataillone, davon 2 in Transkaspien; im Frieden mit 2 Bau-, 2 Betriebs- und 1 Stammcompagnie, im Kriege mit 2 Bau- und 2 Betriebscompagnien; 3 Bataillone (das 2., 3., 4.) sind zu einer Eisenbahnbrigade vereinigt.

Reservetruppen. Die Infanterie besteht im Frieden aus Regimentern zu je 2 Bataillonen mit 4 Compagnien, und selbständigen Bataillonen zu je 5 Compagnien. Im Kriege formieren die erstern Regimenter 4 Bataillone, letztere aus den 4 ersten Compagnien 1 Regiment zu 4 Bataillonen erster Ordnung, aus der 5. Compagnie Reserveabteilungen zweiter Ordnung durch Einziehung von Reservisten; Bekleidung, Ausrüstung u. s. w. sind vorhanden. Die neu formierten Regimenter haben gleiche Organisation mit den Feldregimentern und führen die Nummern von 166 ab. Im europ. Rußland stehen 28 Regimenter und 53 selbständige Bataillone. Die Regimenter Nr. 166-193 sind zu je 4 in 7 Reservebrigaden (Nr. 42-48, an die Nummern der Feldinfanteriedivisionen anschließend) vereinigt formiert. Die selbständigen Reservebataillone zu je 4 bilden 13 Reservebrigaden mit den Nummern 49-61 (das Gardebataillon und 2 andere in Archangelsk und Astrachan sind keiner Brigade zugeteilt, so daß 2 Brigaden nur 3 Bataillone haben); die aus letztern gebildeten Regimenter erhalten Nummern von 200 ab. Jede Reservebrigade bildet im Kriege 1 Infanteriedivision, so daß 20 Infanteriedivisionen erster Ordnung aufgestellt werden. Im Kaukasus stehen 8 Reserveregimenter, wovon 4 aus Eingeborenen bestehen, und 10 Reservebataillone; sie bilden zusammen 4 Reservebrigaden, 2 Bataillone stehen in keinem Brigadeverband. In Sibirien stehen 7, in Transkaspien 2 Reservebataillone. Weiter bestehen im Frieden 6 Artillerie-Reserve- (fahrende) Brigaden und 1 selbständige Batterie. Die Brigaden 1-5 haben je 6 Batterien, die 6. 7 Batterien, zusammen 38 Reservebatterien. Im Kriege entwickelt sich jede Batterie zu 4 Batterien, zusammen 152 Batterien, wovon 40 zu Ersatzbatterien bestimmt, 112 Batterien den Reserve-Infanteriedivisionen beigegeben werden. Jede der 20 Infanteriedivisionen erster Ordnung erhält 1 Artilleriebrigade zu 4 Batterien (1 schwere, 3 leichte). Die übrigen 32 Batterien können den Reserve-Infanterieabteilungen zweiter Ordnung beigegeben oder als Ersatzbatterie verwandt werden. Jede Reserve-Artilleriebrigade wird in Zukunft in 2 Divisionen zu je 3 oder 2 Batterien geteilt. Die im Frieden bestehenden 2 Reserve-Sappeurbataillone zu je 3 Compagnien formieren sich zu je 6 Compagnien. Als Stamm für Reserve-Eisenbahnbataillone dienen im Frieden die Stammcompagnien der 3 Eisenbahnbataillone. Im Kriege wird aus jeder einzelnen Compagnie ein Bataillon zu 4 Compagnien.

Besatzungstruppen. Die Festungsinfanterie besteht aus 1 Regiment zu 2 (im Kriege zu 5) Bataillonen und 29 selbständigen Bataillonen, von denen jedes im Kriege zu 1 Regiment zu 5 Bataillonen wird.

Finn. Landwehrbataillone werden im Kriege in einer vom Kaiser zu bestimmenden Anzahl aus den im Frieden bei den finn. Schützenbataillonen befindlichen Stämmen aufgestellt.

Weiter sind zu nennen Lokalkommandos für den innern Dienst, den Lokalbrigaden (s. d.) unterstellt, Schloßgrenadiere zum Dienst in den kaiserl. Schlössern, 4 Disciplinarbataillone und 2 selbständige Disciplinarcompagnien zur Ausbildung und Besserung von Militärgefangenen, Convoikommandos zur Bewachung und Geleitung von Strafgefangenen, 5 den Truppen zugeteilte Gendarmerie-Eskadrons.

Die Festungsartillerie zählt 57 Festungsartilleriebataillone und 10 selbständige Festungsartilleriecompagnien. Ferner bestehen im Frieden 5, im Kriege 16 Ausfallbatterien.

3 Belagerungsartilleriebataillone und 14 Lokalartilleriekommandos versehen den Wachtdienst bei den Artillerieanstalten.

Sonst bestehen im Frieden noch: 11 Festungssappeurcompagnien (im Kriege 22) und 4 Cadre-Festungssappeurkommandos (im Kriege 2 Compagnien), 9 Festungstorpedocompagnien für die