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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Salamander (Geister) - Salat

Salamander, die Elementargeister (s. d.) des Feuers.

Salamanderreiben, ein bei Trinkgelagen und Kommersen der Studenten üblicher Brauch, wobei zu Ehren irgend einer Persönlichkeit die Trinkgefäße nach dem Kommando des Vorsitzenden auf dem Tisch herumgerieben, dann geleert werden und schließlich mit ihnen auf dem Tisch getrommelt wird, bis sie mit einem gleichzeitigen Schlage niedergesetzt werden.

Salamandra, s. Landsalamander.

Salamandrīnae, s. Molche.

Salamandrīna perspicillāta Daudin, s. Brillensalamander.

Salāmi (ital.), scharf geräucherte Fleischwürste, welche vorzugsweise in Welschtirol und in der Lombardei, namentlich in Bologna und Verona angefertigt werden. Sie erhalten als Gewürz einen Zusatz von Knoblauch und sind nicht sehr fein gehackt, aber fester gestopft als die deutschen Cervelatwürste und überdies dicht mit Bindfaden umwickelt. Es wird nur Fleisch von Schweinen dazu verwendet. In Ungarn werden S. aus magerm Schweinefleisch angefertigt. Die S. halten sich langer als alle übrigen Würste und werden weithin versendet.

Salamīn, portug. Hohlmaß, der 16. Teil des Alqueire (s. d.).

Salămis, eine an der Westküste von Attika südlich vor dem Eingange der Bucht von Eleusis und westlich den Häfen von Athen gegenüber gelegene Insel von gegen 100 qkm Flächeninhalt, besteht aus zwei durch einen schmalen Sattel oder Isthmus verbundenen Bergrücken. Ihren Namen (von schalâm, «Ruhe», «Friede») verdankt sie phönikischen Ansiedlern, wurde aber früh von den Griechen besetzt. In den ältesten Zeiten stand S. unter eigenen Königen aus dem Geschlecht der Äaciden; seit dem Ausgang des 7. Jahrh. v. Chr. wurde es der Zankapfel zwischen Athenern und Megarern, bis die Athener nach langen Kämpfen unter Solon und Pisistratus am Beginn des 6. Jahrh. die Insel dauernd erwarben und eine Bürgerkolonie (Kleruchie) dorthin entsendeten. S. schloß sich 318 v. Chr. den Macedoniern an, wurde aber 229 durch Aratus den Athenern zurückgegeben, die nun die alten Bewohner vertrieben und die Ländereien wieder unter attische Bürger verteilten. Die alte Hauptstadt lag nach der allerdings bestrittenen Überlieferung an der Ägina zugekehrten Südküste der Insel, spätestens im 6. Jahrh. v. Chr. (durch die Athener verlegt?) an der heutigen Bucht von Ambelaki in der Mitte der Ostküste. Der Kanal zwischen dieser und der Westküste Attikas war der Schauplatz der berühmten Seeschlacht bei S. zwischen der griech. und pers. Flotte im Sept. 480 v. Chr. (s. Griechenland, Bd. 8, S. 323 a). Gegenwärtig bildet die nach ihrer Form auch Kuluri (d. i. Brezel) genannte Insel eine (1889) 4569 E. zählende Gemeinde der zum Nomos Attika-Böotien gehörigen Eparchie Megaris; der gleichfalls Kuluri oder S. genannte Hauptort, mit einem trefflichen Hafen, liegt an der Westseite der die beiden Bergzüge verbindenden Einsattelung und zählt 3718, als Gemeinde 6254 E. – Vgl. Welzhofer, Die Seeschlacht bei S. (im «Histor. Taschenbuch», 6. Folge, 12. Jahrg., Lpz. 1892).

Den Namen S. trug im Altertum auch eine Stadt in der Mitte der Ostküste der Insel Cypern, die der Sage nach von Teukros, dem Sohne des Telamon, des Herrschers der Insel S., gegründet war. Sie wurde, wie andere cyprische Städte, von Königen beherrscht, unter denen Euagoras im ersten Viertel des 4. Jahrh. v. Chr. die größte Berühmtheit erlangt hat. Durch Kaiser Konstantin d. Gr. wurde die durch ein Erdbeben zerstörte Stadt wiederhergestellt, zur Hauptstadt der Insel erklärt und ihr der Name Konstantia verliehen. Gegenwärtig liegt neben den Trümmern von Konstantia der kleine Ort Hagios Sergios.

Salamstein, eine Varietät des Saphirs, die in kleinen, regelmäßig sechsseitigen Prismen von roter oder blauer Farbe auftritt.

Salamvrĭa, jetziger Name des Peneios (s. d.).

Salangāne (Collocalia nidifica Gray, s. Tafel: Langhänder, Fig. 2), Vogel aus der Familie der Segler, der die Sunda-Inseln und Vorder- und Hinterindien bewohnt und die eßbaren Schwalbennester liefert. Die oben dunkel rauchbraune, unten hellere S. klaftert 30 cm. Das an Felsenwände angeklebte Nest bildet eine Viertelkugel und seine Substanz ähnelt trocknem Kleister; sie besteht lediglich aus dem Sekret der bedeutend entwickelten Speicheldrüsen, das während der Periode des Nestbauens viel stärker als sonst abgesondert wird. (S. Indische Vogelnester.)

Salangor oder Selangor, Malaienstaat unter engl. Schutz (seit 1874) auf der Halbinsel Malaka, dankt seine Entstehung im 18. Jahrh. einer Niederlassung der Bûgi von Celebes und zählt auf 7740 qkm (1891) 81592 E., fast zur Hälfte Chinesen. Außer Tabak und Liberiakaffee wird Pfeffer, Kakao, Thee gebaut. Wichtig sind aber vornehmlich die Zinngruben, die (1887) 8,5 Mill. kg lieferten. Der Sitz des brit. Residenten ist Kwala Lumpor. (S. Straits Settlements.)

Salankēmen, s. Slankamen.

Salär (frz. salaire), Gehalt (s. d.), Besoldung, vom lat. salarium, d. h. die Portion an Salz, die die röm. Soldaten, sowie das Deputat an Salz,das die Magistratspersonen auf Reisen oder in der Provinz erhielten; später wurde diese Gabe in Geld umgewandelt; salarieren, besolden.

Salas, alte Stadt im span. Bezirk Belmonte in Asturien, 46 km westlich von Oviedo, in schönem Thal links vom Narcea (linkem Nebenfluß des Nalon), am Südfuß des Guion, hat (1887) 15821 E. und eine schöne got. Kirche mit prächtigem Grabmal ihres Erbauers, des Kardinals Valdés.

Salāt (vom ital. salato, salata, d. i. Gesalzenes), eine Speise aus rohen oder gekochten Pflanzenteilen, die mit Öl, Essig, Salz, wohl auch noch mit andern Zuthaten angerichtet wird. Man verwendet dazu Kartoffeln, Gurken, Bohnen, Sellerie, Kraut, Rapontika, vorzugsweise aber den Lattich oder die eigentliche Salatpflanze (s. Gartensalat), wie auch die grünen Blätter anderer Kräuter, z. B. der Endivie, der Brunnenkresse, des Rapünzchens u. s. w. Man bezeichnet mit S. auch verschiedene, aus kleingeschnittenem Fleisch, Fisch u. dgl. bestehende, mit Salz, Essig und Öl angemachte und in der Regel durch Zuthaten gewürzte Gerichte (Russischer S., Italienischer S., Herings-, Sardellen-, Hummersalat u. s. w.).

Salat (spr. ßalá), rechter Nebenfluß der Garonne in Südfrankreich, entspringt im Depart. Ariège auf der Nordseite der Pyrenäen, am Paß von Salau (2052 m) und der span. Grenze, fließt zuerst nach Norden, dann nordwestlich, erhält bei St. Girons links den Lez und mündet nach 78 km Lauf im Depart. Haute-Garonne bei Boussens, 266 m ü. d. M.