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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Sambas; Sambellin; Sambesi; Sambesigebiet; Sambiase; Sambor; Sambre

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Sambas – Sambre

Anmerkung: Fortsetzung des Artikels 'Sambaki'

Fisch- und Säugetierresten, die sich an der Küste Brasiliens in den Staaten Sta. Catharina, Parana, São Paulo und Rio Grande do Sul vorfinden. Entgegen dem bei den Kjökkenmöddingern (s. d.) der dän. Küsten und den Shell-Mounds der Amerikaner beobachteten Verhalten erweisen sich die S. in der Regel deutlich geschichtet. Und zwar folgen übereinander Ansammlungen von Muschelschalen (Austern, Miesmuscheln), Sand- und Humusschichten, und Anhäufungen von Muscheln vermischt mit Fischknöchelchen und andern organischen Resten. Kohle, Holzkohle sowohl wie Knochenkohle kommt in sämtlichen Schichten vor. Überreste von Säugetieren und Vögeln sind sehr selten. Menschliche Skelette sind in allen größern S. reichlich vorhanden, gewöhnlich sehr schlecht erhalten; auch Steinwerkzeuge finden sich. Von Interesse sind die Granitblöcke mit ausgearbeiteten pfannenartigen Vertiefungen, die Karl von den Steinen in der Nabe der S. am Strande fand. Es scheint, daß diese Flächen zum Kornmahlen gedient haben. – Vgl. Karl von den Steinen, Sambaki-Untersuchungen in der Provinz Sta. Catharina (in den «Verhandlungen der Berliner Anthropologischen Gesellschaft», Sitzung vom 16. Juli 1886).

Sambas, Unterabteilung der niederländ. Residentschaft Wester-afdeeling (westl. Abteilung) von Borneo, im Malaiischen Archipel, hat 141190 qkm. Die Bevölkerung bilden größtenteils eingewanderte Malaien, zum kleinern Teil Dajak, Chinesen und einige Europäer. S. umfaßt das mittlere und untere Stromgebiet des Sambasflusses und steht unter einem früher selbständigen Sultan. Der Hauptort liegt unter 1° 33' nördl. Br. und 109° östl. L.

Sambellin, Giovanni, venet. Maler, s. Bellini.

Sambēsi oder Zambesi, großer Strom in Südafrika, hat seine Quellen unter 11–13° südl. Br. und 19–24° östl. L. von Greenwich, südlich benachbart dem Quellgebiete des zum Kongo fließenden Kassai; einer der Quellseen, Dilolo (s. d.), liegt 1445 m hoch. Der Oberlauf, Liba, durchströmt das Land der Lobale, Barotse und Mambunda in einer 60–150 km breiten, grasreichen, jährlich überschwemmten Ebene. Unter 14° 10' südl. Br. empfängt er von Osten den früher für seinen Oberlauf gehaltenen Kabompo, bald darauf von Westen den Lungo Bungo. Etwa unter 17° südl. Br. verengt sich das Flußthal, und es folgen Wasserfälle und Stromschnellen, unter denen namentlich die Treppe der Katima-Fälle zu nennen ist. Nach letztern nimmt der S. östl. Richtung an, empfängt unter 17° 50‘ den Kuando (Tschobe) von Westen, dessen 1362 m ü.d.M. gelegenes Quellgebiet dem des Hauptstroms benachbart ist, und bildet unter 18° südl. Br. den berühmten Wasserfall Mosiwatunja (d. h. donnernder Rauch, von den Engländern Victoriafälle genannt); hier stürzt der 900 m breite Strom 120 m tief in einen das Thal rechtwinklig kreuzenden, kaum 30 m breiten Schlund, aus welchem er in der Tiefe seitwärts weiter fließt, um in wiederholten Stromschnellen das bewaldete Bergland zu durcheilen. Vom Eintritt des Guai von Süden wendet er sich bis zur Einmündung des linken Nebenflusses Kafue nordöstlich, von da bis zu den Tschikaronga-Fällen östlich, und von hier aus südöstlich zum Meere. Noch einmal durch die 200 m hohen Lupatahügel auf eine Strecke von 17 km eingeengt, tritt er ins Küstenland ein, empfängt von der linken Seite den Schire (s. d.), den Abfluß des ↔ Njassasees, und bildet nun ein 5000 qkm großes Delta, das im Norden von dem Mündungsarme Quelimane-Kwakwa, im Süden vom Melambe umschlossen wird. Er kann trotz seiner Länge von 2660 km nur im Unterlaufe bis Tete und in einzelnen Teilen des obern Gebietes befahren werden; sein Stromgebiet wird auf 1430000 qkm geschätzt. Der Oberlauf wurde 1854–55 von Livingstone erforscht; lange Zeit hielt man indessen den Tschambesi im Osten des Bangweolosees für den eigentlichen Quellfluß. In neuerer Zeit (1878–79) wurde der Oberlauf durch Serpa Pinto, Capello und Ivens sowie durch Holub erforscht. – Vgl. Mohr, Nach den Victoriafällcn des Zambesi (2 Bde., Lpz. 1875).

Sambesigebiet, englisches, die Gesamtheit der von England als seine Interessensphäre beanspruchten Länder Centralafrikas nördlich und südlich vom Sambesi, und zwar vom Tanganika bis an die Grenzen der Kronkolonie Betschuanenland und zwischen den portug. Kolonien Angola und Mozambique. Der Flächeninhalt derselben beträgt etwa 1 ½ Mill. qkm; die Bewohnerzahl schätzt man auf mehr als 1 Mill. Zuerst wurde im Sept. 1885 das engl. Protektorat über das zwischen dem Molopo und dem 22.° südl. Br. gelegene Betschuanenland und im Juli 1888 Matabele- und Maschonaland als zur engl. Interessensphäre gehörend erklärt. Im Okt. 1889 erhielt die Englisch-Südafrikanische Gesellschaft (s. d.) von der engl. Regierung einen Schutzbrief über die letztgenannten Länder. Portugal mußte durch die Verträge vom Nov. 1890 und Mai 1891 die engl. Oberhoheit in den Gebieten nördlich vom Sambesi und zwar zwischen dem Schirwa-, Njassa-, Tanganika-, Moero- und Bangweolosee bis westlich zum Reich der Barotse anerkennen. Dieser Ländermasse wurde 1892 die generelle Bezeichnung «Britisch-Centralafrika» beigelegt; sie zerfällt administrativ in zwei Teile: in das Protektorat Njassaland (s. d., unter Verwaltung eines Regierungskommissars) und in die Interessensphäre von Britisch-Centralafrika (von 1895 an unter Verwaltung der Englisch-Südafrikanischen Gesellschaft). Auf Grund dieser allmählichen geschichtlichen Entwicklung ließ man die 1889 aufgetauchte Idee eines einheitlich organisierten engl. Kolonialreichs und die Benennung desselben als Zambesia wieder fallen.

Sambiāse, Stadt in der ital. Provinz Catanzaro in Calabrien, Kreis Nicastro, hat (1881) 8587 E., Schwefelquellen, Obst- und Weinbau.

Sambor. 1) Bezirkshauptmannschaft in Galizien, hat 948,09 qkm und (1890) 85042 (42 667 männl., 42375 weibl.) meist ruthen. E. in 86 Gemeinden mit 211 Ortschaften und 63 Gutsgebieten und umfaßt die Gerichtsbezirke Laka und S. –

2) Stadt und Sitz der Bezirkshauptmannschaft, einer Finanzbezirksdirektion, eines Kreisgerichts und Bezirksgerichts (31,96 qkm, 66786 E.), am Dnjestr und an der Linie Neu-Zagorz-Stryj der Österr. Staatsbahnen, hat (1890) 14324 meist poln. E., darunter 4080 Israeliten, in Garnison 2 Bataillone des 77. Infanterieregiments «Philipp Herzog von Württemberg», kath. Kirche, Bernhardinerkloster, schönes Rathaus, ein Gymnasium, Lehrerbildungsanstalt; Ölfabrik, Brauereien, Mühlen, Handel mit Flachs, Hanf, Eiern und Vieh. In der Nähe Salz- und Naphthaquellen.

Sambre (spr. ßangbr, lat. Sabis), linker Nebenfluß der Maas, entspringt im nördlichsten Teil des franz. Depart. Aisne, 210 m ü.d.M., fließt zuerst

Anmerkung: Fortgesetzt auf Seite 248.