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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Samt - San
lys) und der des Ieschil-Irmak (Iris), wichtige
Dampfcrstation, zählt etwa 10000 E. und bat be-
deutende Einsuhr von Kolonialwaren, Eisen, Petro-
leum und Manufakturen, Auofubr von ^pium,
Äichl, Tabak u. s. w. mit den Küstenstädten des
Eckwarzen Meers und Konstantinopel.
Samt, s. Sammet.
Samter. 1) Kreis im prcusi. Reg.-Bez. Posen,
bat 1092,23 hkm und (1890) 54498 (25593 männl.,
28905 weibl.) E., 5 Städte, 103 Landgemeinden und
70 Gutsbczirke. - 2) Kreisstadt im Kreis S., an
der links zur Warthe gebenden Samica und der
Linie Stargard-Posen-Vrcslau der Preust. Staats-
bahnen, Sitz des Landratsamtes, eines Amtsgerichts
(Landgericht Posen) und Warendepots der Reichs-
bank, hat (1890) 4292 E., darunter 1124 Evan-
gelische und 710 Israeliten, Postamt erster Klasse,
Telcgrapb, zwei katb., eine evang. Kirche, Synagoge,
landwirtschaftliche Schule; Eisengießerei, Spiritus-
brennereien, Zuckerfabrik, Dampfmahl-, Ol- und
Sägemühlen, Vieh-, besonders Schafzucht und ein
Rittergut mit Schloß und 110 E.
Samtgemeinde, s. Gemeindeverbände.
Samtgut, bei der ehelichen Gütergemeinschaft
das beiden Ehegatten gemeinschaftlich zugehörende
Vermögen im Gegensatz zum Sondergut oder Ein-
handsgut der Frau.
Samtlehn, ein mehrern Vasallen zu gesamter
Hand verliehenes Lehn (s. Gesamte Hand).
Sam-tsien, große chincs. Geige mit drei Saiten.
Samuel (Hebr.8c1i6inu6l, wahrscheinlich "Gottes
Name"), der Seher, der Saul (s. d.) inspiriert hat,
sich an die Spitze Israels zu stellen und so die Ver-
anlassung zur Stiftung des israel. Volkskönigtums
geworden ist (1 Sam. 9, i bis 10, ia und 11). Sein
Sitz fcheint nach Kap. 9 Rama in Ephraim ge-
wesen zu sein. Die im Anfang des ^amuelisbuches
stehende Erzählung bringt ihn in Verbindung mit
Eli (s.d.) und dem Heiligtum zu Silo, indem sie ihn
von seiner lange unfruchtbaren Mutter diesem ge-
lobt werden und dort aufwachsen läßt. Unbistornch
ist die Darstellung der jüngsten Schichten des Sa-
muelisbuchcs, die ihn als den letzten der Richter
(s. d.) bezeichnen, von dem sehr wider seinen Willen
infolge des sündigen Verlangens Israels die höchste
Gewalt auf den König Saul überging, und ihn mit
den Prophetenschulen in Verbindung bringen. Auch
daß er David gesalbt und zum Kronprätendenten
aufgestellt habe, ist eine jüngere und unbistor. Vor-
stellung. Unter dem Namen Samuelisbücher
Neben in der deutschen und den gedruckten bebr.
Bibeln zwei Bücher, die in den hcbr. Handschriften
ein Buch Samuelis, in der griech. Bibel und der
Vulgata mit den Königsbüchern zusammen aber
vier Bücher der Regierungen oder Könige
bilden. Sie reichen von den Zeiten Elis bis zu den
letzten Jahren Davids, haben ihre jetzige Gestalt
frühestens im Exil erhalten, da sie deuteronomistisch
überarbeitet sind, enthalten aber sebr umfangreiche
und wertvolle Reste vorexilischer Geschichtschreibung.
Samuel Greifufon von Hirschfeld, s. Grim-
melshauscn.
Samum, auch H arrur (von den Persern Vad-
i-Samum, den Türken Sam-jeli, den Agvptern
Chamsin genannt, von dem arab. Worte 8lnnm,
d^b. GiW. der gewöhnliche Wüstensturm in Arabien,
Syrien und dem nordwestl. Indien, entsteht auf den
brennenden Sandwüsten der genannten Länder und
weht in den benachbarten Kulturstrichen fast immer
Brockhaus' Konversations-Lexikon. 14. Aufl. XIV.
von der Wüste her. In Ägypten kommt er, von
Mitte Juni bis Mitte Februar, aus Süden und
wird in den ersten Nachmittagsstunden am heftig-
sten; er heißt dann Merisi. Kommt er mehr aus
Osten oder Westen, so beißt er Schöbe. Bestimmte,
den Eingeborenen wohlbekannte Vorzeichen verkün-
digen seine Annäherung. Eine gelbliche Farbe, die
ins Bleifarbige übergeht, verbreitet sich in der Atmo-
sphäre, so daß die Sonne in seinen heftigsten Perio-
den dunkelrot wird: man bort Zischen und Prasseln
in der Luft, und alsbald fäbrt der glühende Wind-
sturm mit dumpfem Geräufch schnell über den Bo-
den. Man hat Temperaturen bis zu 56" (?. be-
obachtet. Um sich vor dem Einatmen des Windes
zu bewahren, verhüllen die Araber ihr Gesicht mit
dem Kefieb, einen: Tuche, das sie auf dem Kopfe
tragen, und die Kamele der Karawanen werfen sich
nieder und verbergen Maul und Nase im Sande,
bis nach höckstens einer halben Stunde der heiße
Hauch verweht ist. Nie weht der S. länger als
sieben Tage nacheinander. Durch seine große Hitze
und Trockenbeit tötet er bisweilen die von ihm
überraschten Menschen und Tiere in kurzer Zeit.
SwMUttd (8lVinunär Kinn t'ruälii, d. i. S. der
Geschichtskundige), gelehrter Isländer, Sohn des
Sigfus, eines Geistlichen zu Oddi im südl. Island,
geb. zwischen 1054 und 1057, unternahm frühzeitig
Reisen nach Deutschland, Frankreich und Italien.
Zurückgekehrt, lieh er sich auf seinem Gute Oddi
nieder und wurde Priester. In hohem Alter scheint
er das Leben der norweg. Könige von Harald Har-
fagr bis zu Magnus dein Guten (gest. 1047) gc-
scbriebcn zu haben, eine Arbeit, die zwar in ihrer
ursprünglichen lat. Gestalt nicht auf uns gekommen
ist, aber den Schriften anderer zur Grundlage ge-
dient bat und auszugsweise in einem dem Enkel
S.s, Ion Loptson, gewidmeten, von Snorre ver-
faßten Gedicht su. d. T. "^01-6^3 XonunzMai" in
deN "^O1'INUÜN!1N.80FUI-", Vd. 10, iM "1^t6)-M'-
I)0ic", Bd. 2, und im "lüor^nZ iwsticnm dorsale",
Bd. 2) erfchienen ist. Keinen Anteil hat S. an der
nach ibm benannten ältern oder poet. Edda (s. d.),
ebensowenig an den vielen Sagas, die ihm seit dem
14. Iabrh. zugeschrieben werden. Er starb 1133.
Samundri,Titeldes.herrschersvonCalicut(s.d.).
Samur, Fluß im südl. Teil des russ.-kaukas. Ge-
bietes Dagestan, entspringt an den nördl. Abhängen
des Kaukasus, fließt in südl. Bogen nach Osten und
mündet nach 214 km südlich von Derbent in meh-
rern Armen ins Kaspische Meer. Sein Fluhgebiet
beträgt 4802 ^m.
Samurfakan, Landschaft im russ. Gouverne-
ment Kutais in Transkaukasien, am Schwarzen
Meer, zwischen den Flüssen Ingur und Ochuri, im
Norden von Swaneticn begrenzt. (S. Abchasen.)
Samvat, ind. Zeitrechnung, s. Llra.
San (ital. und span., Abkürzung von Santo),
beilig, in Verbindung mit Namen von Heiligen und
Städten häufig vorkommend. Zusammensetzungen
mit S., die man hier vermißt, sind unter dem be-
trcssendcn Hauptnamcn zu suchen; s. auch Saint,
Sainte, Sankt, Santa, Santo, Sao.
San, ein 470 kin langer rechter Nebenfluh der
Weichsel in Galizien, der unweit des Halicz in den
Ostbevkiden entspringt, fließt zuerst in einem engen
Tbale, berührt Lisko und Sanok, wird bei Przemysl
schiffbar, tritt bci Iaroslau in die Ebene und mündet
bei Slupka. Rechts empfängt er die Wisznia, die
Lubaczowka und den Tanew, lints die Solinka und
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