Schnellsuche:

Brockhaus' Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

286
Sankt Wendel - San Luis-Potosi
Lohmühlen, bedeutende Gerberei (Sohlleder), Ge-
treidehandel und Viehzucht.
Sankt Wendel. 1) Kreis im preuß. Reg.-Vez.
Trier, hat 537,25 c^m und (1890) 47356 (23682
männl., 23674 weibl.) E., 1 Stadt und 94 Land-
gemeinden. - 2) Kreisstadt im Kreis S. W., an
der Vlies und der Linie Vingerbrück-Saarbrücken
der Preuh. Staatsbahnen, Sitz des Landratsamtes
und eines Amtsgerichts (Landgericht Saarbrücken),
hat (1890) 4972'E., darunter 657 Evangelische und
70 Israeliten, Postamt zweiter Klasse, Telegraph,
kath. Kirche mit den Reliquien des heil. Wendelin,
evang. Kirche, Progymnasium, höhere Mädchen-,
Ackerbauschule; Eisenbahnwerkstätte, bedeutende
Tabaksfabriken, Wollspinnereien, Brauereien und
Tuchfabrik sowie bedeutende Viehmärkte. S. W.
erhielt 1332 Stadtrechte, war 1816-34 Hauptstadt
des vom jetzigen Kreis S. W. gebildeten coburg.
Fürstentums Lichtenberg (s. d.) und ging durch Ver-
trag vom 31. Mai 1834 an Preußen über.
Sankt Wolfgang. 1) Markt im Gerichtsbezirk
Isckl der österr. Vezirkshauptmannschast Gmunden
in Oberösterreich, am Nordufer des Abersees oder
Sankt Wolfgangsees (12 km lang, bis 2 km
breit, 112 m tief, 1348 lia groß) und am Fuß des
Sckafberges (1780 m), auf den feit 1893 eine Zahn-
radbahn führt, fowie an der Salzkammergut-Lokal-
bahn (Bahnhof jenseit des Sees), ist Dampfer-
station und hat (1890) 501, als Gemeinde 1455 E.
und eine got. Kirche (15. Jahrh.) mit einem pracht-
vollen geschnitzten Hochaltar, von dem berühmten
'Maler und Bildschnitzer Pacher 1481. Im Vorhof
ein 1515 zu Passau gegossener Brunnen zu Ehren
des heil. Wolfgang, Bischofs von Regensburg, der
bier als Einsiedler 972-977 lebte. In der Nähe
Papier- und Holzstofffabriken. - 2) Bad in Salz-
burg, s. Fuscherthal.
Sankuru (im Oberlauf Lubilasch genannt),
Nebenfluß des Kassai (s. d.), entspringt im südöstl.
Teil von Muata Iamvos Reich, ungefähr unter 10"
südl. Vr. und 24" östl. L. von Greenwich, bildet bis
zum Wolsfall (6" südl. Br.) die Grenze gegen Urua,
wird von 5" 20^ schiffbar und unterhalb Mona
Katschitsch 200 m breit und 3 m tief, verändert
unter 5" südl. Vr. die bisherige Richtung in eine
westliche und nordwestliche, nimmt von links den
Lubi und später von rechts den Lubefu (Lomami)
auf, erweitert sein Bett zuweilen bis zu 3 km
Breite, durchströmt eine prachtvolle Gegend, in
welcher die üppigsten Palmenwüldcr mit freien, oft
endlos erscheinenden Grasflächen wechseln, und
mündet durch ein Wirrsal von Inseln und Sand-
bänken. Die Wichtigkeit der Entdeckung des S. für
den Handel geht daraus hervor, daß er in Verbin-
dung mit dem Kassai eine über 1000 kin befahr-
bare Wasserstraße vom Stanley Pool bis Lusambo
bildet, die in ein ungemein elfenbein- und kautfchuk-
reiches Ländergebiet führt. - Der S. wurde 1881
zum erstenmal von Pogge und Wißmann bei Mona
Katschitsch berührt, während sein Quellgebiet Came-
ron schon 1874 durchschritten hatte. vr. Wolf hat
1886 seinen Lauf bis 6° südl. Vr. verfolgt.
SanLazzäro, Laguneninfel und Kloster darauf,
4 km im SSO. von Venedig, am Lido von Mala-
mocco. Nachdem die Türken den Venetianern Morea
abgenommen hatten, ließen sich hier 1717 die Mechi-
-taristen (s. d.) nieder. s(s. d.).
San Leucio (spr. le-ütscho), Kolonie bei Caserta
San Lucar, Herzog von, s. Olivarez.
Sanlücar de Barrameda, Bezirksstadt der
span. Provinz Cadiz, links an der mit Leuchtfeuern
versehenen Mündung des Guadalquivir, an der
Zweiglinie Ierez de la Frontera-Vonanza (29 km)
der Andalus. Bahnen, in fruchtbarer Hügellandschaft,
hat (1887) 22 667 E., Wein-, Oliven-, Südfrüchte-
und Gemüsebau, bedeutenden Handel mit Ierez-
weinen (Sherry), ein schönes Schloß des Herzogs
von Montpensier, auf einem Hügel Ruinen eines
maur. Kastells, viel benutzten Badestrand und 4 km
aufwärts den eigentlichen Hafen La Vonanza mit
Leuchtturm, wo Dampferverbindung mit Cadiz und
Sevilla besteht. S. d. V. war als Vorhafen von
Sevilla lange Zeit Rivale von Cadiz.
San Lms. 1) Provinz der Argentinischen Re-
publik, zwischen San Juan und La Rioja, Cordoba
und dem Territorio de la Pampa und der Provinz
Mendoza, zählt auf 75 917 hkni (1892) nur 105 000 E.
Im NO. des Landes endet die Sierra de Cordoba,
mitten durch den nördl. Teil zieht die Sierra de
S. L. (1670 m), reich an Kupfer und Edelmetallen, die
jedoch noch wenig ausgebeutet werden. Im N. wer-
den die Bergketten durch Salzsteppen getrennt; im
S. dehnen sich salzige Pampas aus. <S. die Karte:
La Plata-Staaten, Bd. 10, S. 976.) Der Boden
ist der Erschöpfung ausgefetzt, da nichts geschieht,
um ihn zu bessern, außer der Abbrennung der Pampa
im Winter. Das Klima ist sehr trocken, aber gesund
und zeichnet sich durch große Extreme (-i-38,6 und
- 7,2° lü.) aus. Im Jahre fallen 559,i mm Regen,
aber davon nur 17,7 Proz. im Herbst und Winter.
Große zerstörende Wassermassen fallen in einem
Tage, dann dauert es oft Monate, bis wieder Regen
fällt. Die Flüsse sind nicht schiffbar, die Verkehrs-
wege schlecht, die Industrie gering. Bei Villa de
Mercedes kreuzen sich die drei Bahnlinien. Die
Provinz ist sehr arm; noch nicht 1 Proz. des Han-
dels der Republik kommt auf S. L.; unter Anbau
stehen etwa 20000 Im. - 2) Hauptstadt, am Süd-
ende der Sierra de S.L., am Chorrillo, Station der
Bahn Villa-Nueva-San Juan, mit 8000 E., Natio-
nalcolleg, 8 Elementarschulen, Filiale der Bank,
großer Wasserleitung, Verfertigung von Ponchos
und Handel mit Pferden, Häuten und Vicunawolle.
Der schon 1597 gegründete Ort besteht großenteils
aus Lehmhütten und ist rings von ansehnlichen
Mimosenwäldcrn umgeben. - Vgl. Ave-Lallemant,
N6M0I-1H ässcriptiva. <16 1a ^rovincia äs 8. 1^.
(San Luis 1888).
San Lms de Maranhäo, s. Maranhäo.
San Lms-Potofi, gewöhnlich bloß Potosi,
auch San Luis genannt. 1) Staat der Republik
Mexiko, zwischen Zacatecas im W., Guanajuato,
Queretaro und Hidalgo im S., Veracruz, Tamau-
lipas und Nuevo-Leon im O. und Coahuila im N.,
hat auf 66510 ykm (1894) 516447 E. (S. Karte:
Mexiko.) Das Land ist im S. gebirgig. Ostwärts
fällt das Hochland allmählich ab und geht in niedri-
ges Hügelland, dann in die flache, sumpfige Küsten-
ebene über, in welcher die Ostspitze sich der Seestadt
Tampico nähert. Dieser Osten besteht aus mesozoi-
schen Ablagerungen, der Westen wahrscheinlich aus
vulkanischen Decken. Der Panuco und sein reckter
Nebenstuß San Juan sind die Hauptflüsse. Der
Boden ist im ganzen fruchtbar und liefert, ungeachtet
des vernachlässigten Anbaues, viel Mais und ande-
res Getreide, Obst und am Panuco Zuckerrohr. Die
großen Landgüter, namentlich des Nordens, betreiben
Schaf-, Rindvieh- und Pferdezucht. Die höhern Ge-