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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Santo Domingo (Stadt) - Santorin
wäblt, der 8. Dez. sein Amt antrat, aber durch die
imIuni 1866 unter General Pimentel ausgebrocbenc
Revolution genötigt ward, das Land zu verlassen.
Nun wurde wiederum Cabral zum Präsidenten ge-
wählt, aber durch einen Aufstand schon im Jan.
1868 zur Flucht gezwungen. Bereits in demselben
Monat wurde Vaez wieder auf den Präsidentenstuhl
erhoben, der mit den Vereinigten Staaten von Ame-
rika einen Vertrag abschloß, wonach den Ameri-
kanern die Stadt Samana gegen eine Summe von
1500000 Doll. überlassen werden sollte. Der amcrik.
Kongreß verwarf jedoch 30. Juni 1870 den Vertrag.
AufBaez folgte 20. Dez. 1873 Gonzalez als Prä-
sident, der sich trotz fortwährender Anfstände bis
zum Ablauf seiner verfassungsmäßigen Regierungs-
zeit 1879 hielt. Ihm folgte General Guillerme,
doch wurde er schon nach Vcrlanf von zwei Iabren
durch Don Fernando Arturo dc Merino ersetzt.
General Ulysses Heureaur verwaltete seit 1884 die
Präsidentschaft nur ein Jahr lang. 1885 wurde
Francisco G. Belliui Präsident, der einen Auf-
standsversuch seines Gegenkandidaten, des Gene-
rals de Noya, schnell unterdrückte. Sein Nachfolger
wurde 1887 wieder General Heureaur, der 1892
abermals zum Präsidenten gewählt wurde. Auch
er batte 1893 mit einer Rebellion zu kämpfen, schlug
sie aber siegreich nieder und hält seitdem in despoti-
scher Weise die Ruhe im Lande aufrecht.
Vgl. Delmonte y Tejado, Historie äs 8. v.
(Madr. 1860); Keim, San Domingo (Philad. 1871);
IFo in 8. I). (Neuyork 1873); S. Hazard, 8. D.;
pÄ3t!lnä I)i'686nt (Lond. 1873); Gabb, Ou tdo topo-
Ara^ii)' and A0olo^ ot'8. O. (in den "^ranL^ctioiiZ"
der ^meiican I^iloLo^liical Zociot^ zu Pbiladel-
phia, 1873, XV, 49); F. A. Leal, I.a i^-pudlicius
Dominicllino (Par. 1888); I. R. Abad, 1.Ä Ilcpü-
dlica Ooniinicana (Santo Domingo 1889).
Santo Domingo, Hauptstadt der Republik
S.D., erhebt sich mit ihren verfallenden Befestigungen
malerisch auf einer Anbohc der Südküstc Haitis, an
der Mündung des schiffbaren Ozama, der kleinern
Schiffen Zugang zur Stadt gewährt, während grö-
ßere auf der oft stürmischen Reede ankern müssen.
Die Stadt ist Sitz der Regierung, des Gouverneurs
der Provinz, eines kath. 6'rzbischofs und eines deut-
fchcn Konsuls, bat (1892) 14150 E., einen Leucbt-
turm, gerade, aber ungcpflasterte Straßen, Klöster,
eine got. Kathedrale von 1540, in der bis 1795 die
Gebeine des Kolumbus ruhten, ein ehemaliges Ic-
suitcnkollegium, jetzt Militärmagazin, mehrere ver-
wahrloste Kirchen, zwei Hospitäler, eine böbere
Schule, ein großes Arsenal und Kasernen, östlich
von der Stadt erstreckt sich eine ausgedehnte, überaus
fruchtbare Ebene (1817 hkm), welche vorzugsweise
Los Llanos heißt. Wichtigster Ausfuhrartikel ist
Zucker. - S. D. ist die älteste Europücrstadt der
Neuen Welt, gegründet 1496 von Vartolomeo Co-
lumbus. Die Blüte der Stadt fällt in die Mitte des
16. Jahrh.; 1586 aber wurde sie von den Engländern
großenteils verheert.
3a.lito1In2. ^., Pflanzengattung aus der Fa-
milie der Kompositen (s. d.) mit 8 sämtlich mediter-
ranen Arten, niedrige Halbsträucher mit dicht ge-
drängt stehenden, häufig filzigen Blättern und klei-
nen Blütenköpfchen von gelber Farbe. Die Achänen
sind zusammengcdrückt-vierkantig und besitzen keinen
Pappus. Die bekannteste ist das Cy p r e s s e n k r au t
(8. ctiÄmaec^ai-iLLug ^.), ein kleiner, immergrüner
Strauch mit vierzei/iiM, fleischigen, kahlen Schup-
pcnblättchcn, die so klein sind, daß die Ästchen wie
mit vier Reiben von grünen Zähnen besetzt er-
scbeinen. Diese aromatische Pflanze wird oft kulti-
viert. Von 8. maritime ^. dient der dichte Haarsilz
zur Herstellung von Lampendochtcn.
Santomischel, Santomysl, Stadt im Kreis
Schroda des preuß. Reg.-Bez. Posen, an zwei Seen
mit der Eduardsinsel/hat (1890) 1301 meist poln.
E., darunter 264 Evangelische und 116 Isracliten,
Post, Telegraph, kath. und evang. Kirche, Synagoge;
Holz- und Viehhandcl. S., eine alte Ansiedelung
mit Pfahlbauresten, wurde 1632 gegründet.
Santona (svr.-tonnja), Bezirks- und Hafenstadt
der fpan. Provinz Santander, an der Nordküste und
an der Südfeite einer Halbinsel mit dem Monte
de S. (403 m), die die Ria de Marron gegen Norden
schützt, zählt (1887) 5444 E.
Santönes, ein großes kelt. Volk in der durch
Auaustus gebildeten Provinz Aquitanien, am At-
lantischen Ocean, nördlich der Garoune; das Land
beißt jetzt Saintongc, ihre alte Hauptstadt (Medio-
lanum) jetzt Samtes.
Santonm, ^HiZl)"., der wirksame Bestandteil
des Wurmsamcns (s. ^rtemi8i3.). Das S. bildet
krystallinische, glänzende, geruchlose Blättchen, die
kaum in kaltem Wasser, in 250 Teilen kochendem
Wasser, leichter in Weingeist, Äther, Chloroform
löslich sind. In alkalischen Flüssigkeiten ist es leicbt
löslich und wird durch Säuren daraus wieder ab-
geschieden. Mit alkoholischem Kali giebt es eine
sich nacb und nach entfärbende scharlachrote Lösnng.
Durch Einwirkung des Lichts wird es verändert
und muß deshalb sorgfältig vor Lichtzutritt bewahrt
werden. Das S. dient als Wurmmittel und wird
namentlich in Form von Pastillen (San tonin-
Plätzchen, Santoninzeltchcn) gegeben; in gro-
ßen Dosen wirkt es giftig, besonders auf die Nerven-
centren ; auch schon in geringen Dosen erregt es Gelb-
sehen und färbt den Harn citronengelb.
Santortn, San torin erde, s. Cement und
Mörtel.
Santorm oder (altgrch.) Thera, in neugriech.
Aussprache Tbira, die südlichste Insel der Gruppe
der Eytladen, 18 km südlich von Ios, 110 km nörd-
lich von Kreta, ist 71 hkm groß und bildet jetzt mit
Ios, Amorgos, Anaphi und einigen Eilanden die
Eparchie Thira des griech. Nomos Cykladen. Die
sichelförmige Hauptinsel umschließt mit der westlich
vorliegenden Insel Therasia (7 hkm) und der
Klippe Aspronisi ein rundes, bis 390m tiefes
und 11 Kni langes Becken; es ist ein Krater,
welchen das Meer bedeckt hat. Die drei Inseln
bilden die Ränder des Kraters; sie bestehen ganz
aus Lava und Tuff und wenden steile Abstürze dem
Innern des Kraters zu, während sie nach außen
sanft abfallen. Nur im SO. von Thera tritt, außer-
halb des Kraters, das krystallinische Grundgebirge
dervor und bildet den 584 in hohen Eliasberg
(Ha^io81Im8). Die Zerreißung des Kraterrandcs
in die drei Inseln fällt in die prähistor. Zeit. Seit-
dem fanden im Innern des Kraterbeckens wiederholte
Eruptionen statt, welche daselbst zur Aufschüttung
mehrerer kleiner Inseln führten. So entstand 197
v. Chr. das Eiland Hiera, jetzt Paläa-Kaime'ni
oder s^aym^ni (die Alte Verbrannte); 19 und 46 n.Chr.
bildeten sich zwei Inseln, die bald wieder verschwan-
den. 726 n. Chr. wurde Palä'a-Kaimeni bedeutend ver-
größert, während 1457 ein Teil wieder versank. 1570
entstand nordöstlich das EilandMitra-Kaime'ni