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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sardinische Eisenbahnen - Sargans

di guerra 1848/49 (Tur. 1889); Cesare di Salluzzo, Histoire militaire de Piémont (ebd. 1818; 2. Aufl., 5 Bde., 1859-61); Pinelli, Storia militare del Piemonte (3 Bde. und Supplement, seit 1748, Tur. 1854); Bazancourt, La campagne d'Italie de 1859 (3. Aufl., Par. 1862; deutsch Naumb. 1860); Rüstow, Der Italienische Krieg von 1859 (Zür. 1860); Vicomte d'Almazan, La guerre d'Italie 1859 (Par. 1882); Comte d'Hérisson, Journal de la campagne d'Italie 1859 (ebd. 1889); C. Boggio, La chiesa e lo stato in Piemonte (2 Bde., Tur. 1854); Bartolomeis, Notizie topografiche e statistiche degli stati sardi (3 Bde., ebd. 1840-47); Casalis, Dizionario geografico-storico-statistico-commerciale degli stati del re di Sardegna (21 Bde., ebd. 1843-51); Stefani, Dizionario geografico-statistico degli stati sardi (ebd. 1855).

Sardinische Eisenbahnen, s. Italienische Eisenbahnen.

Sardo, Stadt auf Sardinien, s. Castel Sardo.

Sardon (frz., spr. -dóng), Fisch, s. Anchovis.

Sardōnagruppe, s. Westalpen.

Sardōnisches Lachen (Sardonius risus), bei den Alten das höhnische oder auch grimmige Lachen des Zornigen oder Verzweifelten. Es wird schon im Altertum verschieden erklärt. Nach einigen soll es nach einem giftigen Kraute Sardiniens (Sardonia herba), dessen Genuß ein solches Lachen zur Folge hatte, benannt sein.

Sardōnyx, Abänderungen des gemeinen Karneols, die weiß und rot gestreift und unter allen am meisten geschätzt sind. Von den Alten wurde er zu geschnittenen Steinen, vorzüglich zu Intaglios (s. Gemme) gebraucht.

Sardou (spr. -duh), Victorien, franz. Theaterdichter, geb. 7. Sept. 1831 zu Paris, studierte anfangs Medizin, dann Geschichte und Litteratur. Die Bekanntschaft mit der Déjazet veranlaßte ihn zu dramat. Schriftstellerei und verhalf ihm zu um so schnellerm Aufkommen, als diese berühmte Schauspielerin ihm nicht bloß ihr eigenes Theater zur Verfügung stellte, sondern auch in seinen ersten Stücken "Monsieur Garat" und "Les prés Saint-Gervais" (1860) die Hauptrollen spielte. S.s Ruf war damit sofort begründet, und seine fruchtbare Feder lieferte seitdem für verschiedene Pariser Bühnen, besonders für das Gymnase und Vaudeville, eine beträchtliche Anzahl Komödien und Dramen, die größtenteils eine glänzende Aufnahme fanden. Dahin gehören: "Les pattes des Mouche" (1860, in Deutschland bekannt u. d. T. "Der letzte Brief"), "Nos intimes" (1861), "Les ganaches" (1862), "Don Quichotte" (1864), "Les vieux garçons" (1865), "La famille Benoîton" (1865), "Nos bons villageois" (1866), "La maison neuve" (1866), "Séraphine" (1868), "Patrie", ein patriotisch-histor. Drama (1869), "Fernande" (1870), "Rabagas", ein antirepublikanisch-polit.-histor. Lustspiel (1872), "L'oncle Sam" (1873), "Les merveilleuses", "La haine" (1874), "Ferréol" (1875), "Dora" (1877), "Les bourgeois de Pont-Arcy" (1878), "Daniel Rochat" (1880), "Odette" (1881), "Fédora" (1882), "Théodora" (1885), "Tosca" (1887), "Georgette" (1887), "Marquise!" (1889), "Belle-Maman" (1889, mit R. Deslandes). Neuerdings hatten großen Erfolg "Thermidor" (1891) und "Madame Sans-Gêne" (1894), das sich auch in Deutschland großer Beliebtheit erfreut. Weniger gefiel "Ghismonda" (1894). Mit Emile de Najac schrieb S. das dreiaktige Lustspiel "Divorçons" (1880, in Deutschland bekannt als "Cyprienne"). S. hat auch Operettentexte verfaßt, zu denen Offenbach u. a. die Musik lieferten. S.s Verfahren bei der Komposition seiner Bühnenstücke ist fast überall das gleiche, und wenn sie auch des eigentlich poet. Wertes entbehren, sind sie doch effektvoll und spannend. Im Grunde genommen sind S.s Komödien Vaudevilles mit Dramen- oder Melodramenanhängseln, die nicht wesentlich dazu gehören, aber wirkungsvoll damit verbunden sind. Sein Dialog ist gewandt und witzig, die Charaktere sind nicht durchgearbeitet, aber prägnante Typen. Mit vielem Bedacht sorgt S. für die scenische Anordnung und legt großen Wert auf historische genaue Berücksichtigung von Ort und Zeit, auf histor. Treue der Kostüme, der Dekorationen und sonstigen Beiwerks. Seit 7. Juni 1877 ist S. Mitglied der französischen Akademie. - Vgl. die Charakteristik S.s in Gottschalls "Porträts und Studien", Bd. 4 (Lpz. 1871); Montégut in der "Revue des Deux Mondes" (1877); A. Wolff, Victorien S. et l'oncle Sam (Par. 1874).

Sardschu, Nebenfluß des Ganges, s. Ghagra.

Sarefschan, Fluß in Turkestan, s. Serafschan.

Sarépta, griech. Aussprache für Zarpath, Küstenstadt im alten Phönizien, zwischen Tyrus und Sidon, beim heutigen Sarafand, bekannt durch den Aufenthalt des Propheten Elias bei einer Witwe daselbst (1 Kön. 17, 9 fg.).

Sarépta (spr. ßa-), Flecken im Kreis Zarizyn des russ. Gouvernements Saratow und Kolonie der Herrnhuter Brüdergemeine, an der Sarpa, 1 km von ihrer Mündung in die Wolga, hat (1890) 5647 E., Senf- und Tabakbau und Senffabriken; in der Nähe der "Katharinenbrunnen", eine Bitterwasserquelle. S. wurde 1765 von den Herrnhutern gegründet und genoß bis 1877 bedeutende Privilegien. - Vgl. Glitsch, Geschichte der Brüdergemeine S. (Risky 1865).

S. heißt auch eine Anstalt bei Gadderbaum (s. d.).

Sarg, ein gewöhnlich aus 8 oder mehr Brettern gefertigtes Behältnis, in welchem die Leichen bestattet werden (s. Bestattung der Toten). Der aus dem Altertum stammende Gebrauch der S. entspricht durchaus unserm Gefühl, obwohl durch den S. die Verwesung der Leichen beeinträchtigt und verzögert wird. Während die Holzsärge mit der Zeit ebenfalls verwesen, widerstehen die Metallsärge der Zerstörung vollkommen, und in ihnen ist, da sie meistens luftdicht abgeschlossen sind, eine völlige Verwesung der Leichen überhaupt nicht möglich, was ja zuweilen, z. B. bei der Beisetzung in Fürstengrüften, gerade beabsichtigt wird (s. Einbalsamieren). In jüngster Zeit werden S. aus einer Mischung von Gips, Dextrin und Natronsilikat hergestellt, Tachyphage genannt; sie zerfallen in feuchtem Boden sehr rasch und ermöglichen eine Beschleunigung der Verwesung. - Über Steinsärge s. Sarkophag.

Sargans. 1) Bezirk im schweiz. Kanton St. Gallen, hat 518,4 qkm und (1888) 18223 E., darunter 1679 Evangelische, in 8 Gemeinden. - 2) Hauptstadt des Bezirks S., 7 km nordwestlich von Ragaz, zwischen dem Rhein und der Seez, am Südfuß des Gonzen, an den Linien Rorschach-Chur und Zürich-S. (102 km) der Vereinigten Schweizerbahnen, hat (1888) 873 E., darunter 45 Evangelische, Post, Telegraph, Pfarrkirche, alte Burg der Grafen von S., die 1483-1798 Sitz der eidgenössischen Landvögte der "Gemeinen Herrschaft S." war, kalte Schwefelquelle; Feld- und Weinbau.