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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Sarsaparill-Abkochung - Sarto
hervorzuheben sind: "Bidrag til Södyrenes Natur-
bistorie" (Bergen 1829), "Beskrivelser og Iagttag-
clser over nogle märkelige eller nye i Havet oed den
Vergenske Kyst levende Dyr" (ebd. 1825), "I'aunH
litwi-lllis ^0rv6Fia6" (Krist. 1846 und Bergen 1856),
< Om de i Norge forekommende fossile Dyrelevningen
sra Qvartärperioden" (Krist. 1865), "Vidrag til
Kundskab om Christianiasjordens Fauna" (ebd.
1868). gekokt.
Sarsaparill-Abkochung, s. Zittmannfches
Sarsaparille, Wurzel,s. 3mi1ax; deutsche S.,
s. l^lii-ex. j^im Artikel Geheimmittel.
3a.r32.pa.ri11ia.ll, s. Airys Naturheilmethode
Sarsenet oder Sarsonet (frz., spr. -neh), ge-
färbter, meist zu Unterfutter in Kleidern angewen-
deter Kattun, der ziemlich dicht gewebt und geglänzt,
manchmal auch durch gravierte Walzen dergestalt
gepreßt ist, daß er ein geköpertes oder kleingemuster-
tes Gewebe nachahmt.
Sarstedt, Stadt im preuß. Neg.-Vez. und Kreis
Hildeshcim, unterhalb der Vereinigung des Vruch-
grabens mit der Innerste und unweit der Einmün-
dung der letztern in die Leine, an der Linie Hannover-
Cassel der preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 2768
(5., darunter 561 Katholiken und 34 Israeliten,
Post, Telegraph; Zuckerfabrik, Fabriken für Koch-
herde und Zündhölzer, Handelsmühle, Ziegeleien.
Sart, Dorf bei den Trümmern von Sardes (s.d.).
Sarten, Volk in Turkestan, s. Tadschik.
Sartene (spr. -tähn). 1) Arrondissement im S.
der franz. Insel Corsica, hat auf 1176,93 <^m (1891)
42 342 E. in 8 Kantonen und 47 Gemeinden. -
2) Hauptstadt des Arrondissements S., in malerischer
und fruchtbarer, aber im Sommer durch Trockenheit
und Fieber verödeter Gegend, hat (1891) 3646, als
Gemeinde 5615 E., einen Gerichtshof erster Instanz,
Ackerbaukammer, Forstinspektion, Arrestbaus; Pa-
stetenbäckereicn und Handel-mit Vieh, Wachs, Honig,
Getreide, Häuten und Fellen.
Sartenkrankheit, Tascbkentgeschwür oder
Pasckachurda, ein endemisches Hautleiden der
Bewohner von Taschkent und seiner Umgebung, ist
wahrscheinlich identisch mit der Aleppobeule.
Sarthe (spr. hart), rechter Nebenfluß der Loire
in Nordwestfrankreich, entspringt auf den nördl.
Hügeln der Perche im Depart. Orne, westlich von
derAbtei LaTrappe, fließt erst nach SW., gebt unter-
dalb Alencon in westl. Bogen durch einen Höhenzug
nach S., erhält links die Bienne, (südlicke) Orne und
bei Le Mans die Huisne, wird auf 130 km fchiffbar,
wendet sich bald südwestlich, rechts die Vegre und
Erve bei Säble' aufnehmend, fließt weiter mebr nach
E., wo links der Loir mündet, und vereinigt sich bei
Angers nach 276 km Lauf mit der Mayenne (s. d.),
um nach 12 Km als Maine zur Loire zu gehen.
Sarthe (spr. ßart), franz. Departement in Nieder-
Maine, zwischen den Dcpart. Orne (N.), Eure-et-
Loir, Loir-et-Cher (O.), Indre-et-Loire, Maine-et-
Loire (S.) und Mayenne (W.), hat 6205,92 (nack
planimetrischer Berechnung 6244) hkm, (1891)
429 737 E. (6374 weniger als 1886), d. i. 69,2 auf
l. hkm, in 4 Arrondissements (La Fleche, Le Mans,
Mamers, St. Calais), 33 Kantonen und 386 Ge-
meinden. Hauptstadt ist Le Mans. Das Ganze,
eine mit Hügelreihen durchzogene Ebene, ist, mit
Ausnahme des südöstlichen, sandigen, mit Heide
und Nadelholz bedeckten Teils, fruchtbar und durck
die schiffbaren Flüsse S. (mit Merdereau, Orthe,
. Vienne, Orne, Huisne) und Loir (mit Braye und
Aune) gut bewässert und liefert auf 4050 ykm Acker-
land (1893) an Weizen 1238400, Roggen 280000 bi.
an Gerste 259 960 Metercentner, an Hafer 180075
Metercentner, außerdem Buchweizen, Hanf, Flachs
und viel Klee, dessen Samen ausgeführt wird. Ferner
sind wichtig Garten-, Obst- und Weinbau (1893:
386 660, im 10jährigen Durchschnitt nur 91942 Iii
eines mittelmäßigen Weins), Apfel- und Virnwein
(1893: 1296155, im 10jährigen Durchschnitt
499 893 Iil Cider) werden viel genossen. Vortreff-
liche Weiden dienen der Viehzucht; es gab 1887:
207 748 Stück Nindvieb, 62 203 Schafe und 102 730
Schweine, viel Geflügel und Bienenstöcke. Le Mans
und La Flöche versorgen Paris mit Kapaunen,
Poularden und Eiern. Der Boden liefert etwas
Eisen (1893: 13 t), Steinkohlen (1893: 12 362 t),
Anthrazit, Marmor, Thon, Mühl- und Bausteine.
Außerdem giebt es Hüttenwerke, Fabriken für Segel-
tuch, Decken, Taschentücher, Eisenwaren, Fayence,
Handschube, Wachslichter sowie Leinwand- und
Wachsbleichen, Gerbereien, Glashütten und Papier-
müblen. Den Handel fördern die Eifenbahnen von
Le Mans nach Orleans, Tours, Angers, Nantes,
Rennes, Caen, Chartres und viele Nebenlinien, zu-
sammen 736 km (inkl. 94 km Dampftrambahnen)
nebst (1892) 404,3 km Nationalstraßen. Von höheru
Unterrichtsanstalten sind ein Lyceum und drei Col-
leges vorhanden. - Vgl. Edom, (^kOFi-arMs äe 1a
3. (Le Mans 1876).
Sarti, Giuseppe, ital. Komponist, geb. 28. Dez.
1729 zu Faenza, studierte in Bologna beim Pater
Martini und schrieb im Alter von 22 I. seine erste
Oper "?0mp60 in ^rm6niÄ", die in Faenza viel
Glück macbte. Als Hofkapellmeister wirkte S. neun
^abre in Kopenhagen, besuchte London, kehrte 1770
nach Italien zurück, wo er (als Sacchinis Nachfolger)
Direktor des Konfervatoriums dell' Ofpedaletto in
Venedig, von 1779 bis 1784 Domkapellmeister in
Mailand war. In dieser Zeit verfaßte er eine ganze
Neihe von erfolgreichen Opern, unter denen nament-
lich der "(^iulio 3adino" (1781) Weltruf erlangte.
1784 ging er nach Petersburg als taiserl. Kapell-
meister, gründete 1795 das erste russ. Konservato-
rium in Iekaterinoslaw und wurde dafür geadelt.
Auf der Rückreise in seine Heimat starb S. 28. Juli
1802 in Berlin. Als Komponist besaß er die Gabe
reicher Erfindung und wußte wirkfam für die Scene
zu setzen. Er gehörte zu den besten Musikern seiner
Zeit; eine mehrfach gedruckte achtstimmige Gesangs-
fuge zeigt ibn als echten Schüler Martinis.
Sarto, Andrea dcl, einer der berühmtesten Maler
der florentin. Schule, geb. 1486 in Florenz. Sein
Vater hieß Agnolo del S.; der angebliche Familien-
name Vannucchi kommt erst bei spätern Schriftstel-
lern vor. Anfangs war er bei einem Goldschmied
in der Lehre, wurde dann Schüler des Piero di Co-
simo. Vorzugsweise aber bildete er sich nach Ma-
saccios Werken in Sta. Maria del Carmine in Flo-
renz, nach Domenico Ghirlandajo und nach Leonardo
da Vincis und Michelangelos berühmten Kartons
im Palazzo Vecchio daselbst. Diese Vorbilder führten
ihn auf die Freskomalerei hin, in der er sich beson-
ders auszeichnete. 1509 begann er die Darstellungen
aus dem Leben des heil. Filippo Venizzi im Vor-
hofe der Annunziata zu Florenz, die er 1514 mit
dem Bilde der Geburt der Maria (gestochen von
A. Perfetti) beendigte. In ihnen zeigt sich seine
Eigentümlichkeit am schönsten. Bei schlichter Würde
der Komposition und Reinheit der Form ist Anmut