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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schafkamel - Schakal
sea ein Laboratorium errichtete, um den Puddelprozeh
zu studieren. S. erfand unter anderm in England
1836 eine Maschine zum Puddeln von Schmiedeeisen,
entdeckte die Anwesenheit des Stickstoffs im Eisen
(1838) und konstruierte ein Vibrationsphotometer
(1840). Seine Abhandlung "Über die Ursachen der
Dampfkesselexplosionen" (1841) erwarb ihm die
große silberne Telford-Medaille. Im April 1841
kehrte S. nach München zurück, wo er 1842 Mit-
glied der Akademie wurde und das geognost. Kabi-
nett gründete, dessen Konservator er wurde. 1843
wurde er auherord.,1844ord.Professor derGeologie,
Bergbau- und Hüttenkunde, 1849 Oberbibliothekar.
Er starb 25. Febr. 1890 in München. Seine geo-
gnost. Forschungen über das Alpengebiet legte er
teils in Leonhards und Bronns "Jahrbuch", teils
in den "Geognost. Untersuchungen des südbayr.
Alpengebirges" (Münch. 1851) und "Südbayerns
I^6tda63. F60FN08tica" (Lpz. 1863, mit Atlas) nieder.
Ferner schrieb er "Die Geologie in ihrem Verhältnis
zu den übrigen Naturwissenschaften" (Münch. 1843)
und "Die neuesten geolog. Hypothesen und ihr Ver-
bältnis zur Naturwissenschaft überhaupt" (1844).
Daneben beschäftigte er sich mit technisch-akustischen
und musikalischen Untersuchungen und erfand unter
anderm ein Universal-Vibrationsphotometer, ein
Phonometer (1853) und ein Taschenphonometer
(1860). Einen wichtigen Beitrag zur Geschichte der
Kirchenmusik lieferte er in der,Schrift: "Der echte
gregorianische Choral in seiner Entwicklung bis zur i
Kirchenmusik unserer Zeit" (Münch. 1869). Ferner ^
schrieb er: "Ein Spaziergang durch die liturgische !
Musikgeschichte der kath. Kirche" (Münch. 1887), !
"Abt Georg Joseph Vogler" (Augsb. 1888). - Vgl. !
Böhm, C. E. von S. (Separatabdruck aus dem "Bayr. !
Industrie- und Gewerbeblatt", Münch. 1890).
Schafkamel, s. Lama.
Schafkäse, Liptauer, s. Liptau.
Schafklee, Futterpflanze, s. Klee.
Schafknoten, s. Hartleibigkeit.
Schafkopf, früher auch Societäts- oder Kon-
versations-, auch Denunciationsspiel ge-
nannt, deutsches Kartenspiel, das je nach der Ge-
gend in sehr verschiedener Weise von vier, sechs
oder acht Personen, die sich in zwei Parteien teilen,
gespielt wird; doch wird der Gewinn allgemein
durch die Zahl der in den gemachten Stichen ent-
haltenen Augen entschieden und zählt bei 61 Augen
einfach, bei 91 Augen doppelt. Die Wenzel über-
stechen alle andern, auch die Trumpfkarten. Als
Wenzel gelten hier die vier Unter (Buben), dort
die vier Ober (Damen), anderwärts alle Unter
und Ober, bei einer andern Spielweife die vier
Unte" nebst Eichel- und Grünober. Die Wertfolge
der Wenzel nach der Farbe ist die gewöhnliche
(Eichel, Grün, Rot, Schellen). In einigen Spiel-
weisen ist Schellen immer Trumpf, in andern Rot.
Die angespielte Farbe muh bekannt werden, doch
ist man, wenn man dies nicht kann, nicht gezwungen,
zu trumpfen. S. kann mit einem oder mit zwei
Kartenspielen von 32 Blättern gespielt werden;
in letzterm Fall nennt man es Doppelkopf. Eine
Verschmelzung des Solo (s. d.) mit S. ist der wen-
disch e S. zu vier Personen mit sechs Wenzeln. Eichel-
ober heißt hier "der Alte", Grünober "die Baste".
Schaflaus, s. Schaffliege. S. heißt auch der
Holzbock (s. d.).
Schaflinse, Pflanze, s. ^oi-oniHa.
Schafmäulchen, Pflanze, s. Feldsalat.
Schafött(Schaffot, vom frz. 6cdafHuä), Blut'
bühne oder Blutgerüst, die erhöhte Richtstätte,
auf welcher die Hinrichtung (s. d.) von Verbrechern
stattfindet. (S. auch Guillotine.)
Schafpocke, s. Kuhpocke. j^heit.
Schafquefe oder Gehirnquese, s. Drehkrant-
Schafschur, s. Schaf (S. 371a).
Schaffchwingel, Grasart, s. ^68wca.
Schafstädt (Schafstedt), Stadt im preuß.
Reg.-Bez. und Kreis Merseburg, am Ursprung der
Laucha, an der Nebenlinie Schlettau-S. (im Bau)
der Preuß. Staatsbahnen, hat (1890) 2781 E.,
darunter 133 Katholiken, Post, Telegraph, ein Ritter-
gut; Zuckerfabrik, Eisengießerei und Fabrik land-
wirtschaftlicher Maschinen, Molkerei, Ziegeleien,
Steinbrüche und Handel mit Getreide und Fettvieh.
Schafstelze, s. Bachstelze.
Schaft, Bezeichnung für dünne und schlanke Kör-
per oder Teile derselben, z. B. einer Lanze, eines Ge-
wehrs, einer Säule, einer Pflanze. In der Nadel-
fabrikation bezeichnet man mit S. die Drabtstücke
von der zwei-, drei- oder vierfachen Länge der herzu-
stellenden Nähnadeln oder Stecknadeln; ferner heißt
so der rückwärtige Teil eines Schloßriegels, auch
der cylindrische Teil eines nicht hohlen Schlüssels;
im Maschinenbau ist S. bei einfachen Tragachsen
der zwischen den Zapfen befindliche eigentliche
Achsenkörper, bei Pleuelstangen (Pleuelschaft), Kup-
pelstangen der zwischen den beiden Stangenköpfen
liegende Teil; auch ein Teil des Webstuhls, der Vo-
gelfeder (f. Federn), sowie der die Wade umschlie-
ßende Teil des Stiefels (Schaftstiefel) heißt S.
Schaftcelt, beilartiges Gerät, s. Celt.
Schafteke, s. Schaffliege.
Schäften, s. Veredelung.
Schafthalme, Pflanzenfamilie, s. Equi'etaceen.
Schaftmörfer, s. Hakenmörser.
Schafwaffer, s. Fruchtwasser
Schafwolle, s. Wolle.
Schafzecke, s. Schaffliege.
Schafzucht, f. Schaf.
Schah, in der pers. Sprache der allgemeinste
Name für den Beherrscher eines Landes, sowohl für
den unabhängigen Souverän als für den lehns-
pflichtigen Vasallen. Als Titel des Königs von
Persien und des Sultans wird aber jetzt die zu-
sammengesetzte Form Schahinschah (Oberschah,
Schah der Schahs) oder Pädischah (s. d.) gebraucht.
S. ist auch der Name eines großen Diamanten, s.
Diamant (Bd. 5, S. 218 a).
Schahi, pers. Rechnungsstufe und Kupfermünze,
als erstere der 20. Teil eines Kran (s. d.) oder etwa
2,6 Pf. "es Firdusi (s. d.).
3ok3.kn3.nzv ("Königsbuch"), episches Gedicht
Schaitan, arab. Form des Wortes Satan.
Schakal, eine zur Gattung Hund gehörige kleine
Gruppe nächtlich lebender Raubtiere, die zwischen
den Wölfen und Füchsen steht. Ihre Mitglieder sind
von gestrecktem Bau, selten höher als 50 cm, haben
scharf zugespitzte Ohren, kleine Augen mit runder
Pupille, lange Bartborsten und ein ziemlich grob
behaartes, gelbes oder braungelbes, stellenweise
schwarzgrau überlaufenes Fell, tragen den buschigen
Schwanz horizontal und verbreiten einen sehr übeln
Geruch um sich. Die S. leben gesellig, legen unter-
irdische Baue an und sind seit alten Zeiten wegen
ihres eigentümlichen nächtlichen Geheuls berüchtigt,
das einen melancholischen, unheimlichen Eindruck
mackt. Erst mit Eintritt der Dämmerung verlasser.