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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schleifen (einer Festung) - Schleimgewebe
schleifen fällt die Arbeit auch bei Benutzung gröbe-
rer Schleifmittel sauberer aus und die Bildung des
Schleifstaubes wird vermieden.
Über Glasfchleifen f. Glas (Bd. 8, S. 43a);
über das der Linsen s. Linse (in der Optik, Bd. 11,
S. 195a); über das S. von Edelsteinen s. Edel-
steinsckleifcrci; über das S. von hölzernen Flä-
chen s. Sandpapiermaschinen; über das ^. von
Letterns. Schriftgießerei; über H o lz s ch l e i f e r e i
für die Herstellung von Holzstoff f. d.
Schleife", demolieren, das Abtragen (Nie-
derreißen) der Befestigungsanlagen eines Platzes,
Entfestigung des Platzes. (S. Rasieren.)
Schleifen, in derIägerfprachc,f.Valzcn,Tohnen.
Schleifen, Name der Mörserlafetten in Österreich.
Schleifenblume, s. Idei-is. ^S.881I)).
Schleifenkanäle, s. Ringelwürmcr (Bd. 13,
Schleifer, in der Musik eine Verzierung, die aus
dem Vorschlag von zwei oder auch mebr Noten,
meist von unten nach oben, besteht und in kleinen
Noten vorgeschrieben wird.
Schleifereischulen (für Edelsteinbearbcitung),
Aiistalten, die jungen Leuten in technischer und künst-
lerischer Beziehung eine vollendete Ausbildung in
der Edelsteinschleiferei gewähren follen. Eine folche
Schule besteht seit 1884 zu Turnau (Böhmen), um
die Industrie der Verarbeitung der böhm. Granaten
zu unterstützen. Die Schule zerfällt in zwei Ab-
teilungen, eine für Edelsteinschleifer und Edelstein-
graveure und eine für Goldarbeiter. An der Schule,
welche jährlich von 20 bis 30 ordentlichen Tages-
schülern und 10 bis 20 Hospitanten befucbt wird,
wirken 8 Lehrkräfte. Schulgeld wird zumeist nicht
erhoben. Die Schule wird vom Staate unterhalten,
die Unterrichtsräume beschafft die Stadtgcmcindc.
Schleiffeder, Konstruktionselement der Dy-
namomaschine, s. Bürste.
Schleifgleis, s. Eisenbahnbau Wd. 5, E. 838a).
Schleifheim von Sulsfort, German, s. Grim-
melshausen.
Schleifkontakt, eine Einrichtung, welche dazu
dient, rotierenden Teilen einer elektrischen Maschine
oder eines Apparats Strom zu- oder auch von
ihnen abzuleiten. Sie besteht in der Negel aus zwei
auf die rotierende Welle aufgefetzten, mit den Enden
des rotierenden Stromweges leitend verbundenen,
voneinander und an der Welle aber ifolicrten Metall-
vingen, auf denen Metallbürsten fchlcifen, die ihrer-
seits mit den Enden des ruhenden Etromweges
leitend verbunden, voneinander und vom Gestell
aber ebenfalls isoliert sind. Der Strom tritt von
der einen Bürste zum Ring, auf dem sie schleift,
über, durchläuft die rotierende Strombabn und gebt
durch den andern Ring und die zugehörige Bürste
wieder in den ruhenden Teil der Leitung und zur
Stromquelle zurück. Handelt es sich statt um Strom-
zuführung um Ableitung von Strom aus der ro-
tierenden Bahn, so geht der Strom von dem einen
Ring zur Bürste, durch den ruhenden Teil der
Strombahn zur Vcrbrauchsstelle und durch die an-
dere Bürste und den zugehörigen Ring zurück.
Schleiflade, s. Windlade.
Schleifmittel, Schleifscheiben, Schleif-
stein, s. Schleifen (S.488K). ^S. 323a).
Schleifwege, s. Holztransportwesen iVd. 9,
Schleifwerk oder Schleifmühle, maschinelle
Anlage zum Schleifen (s. d.) von Gegenständen aus
Metall, Glas, Stein, Thon u. s. w.
Schleihe, Fisch, s. Schleie.
Schleim (>Iucu8), eine zähe, schlüpfrige, fchwach
klebende Flüssigkeit, von der zwei Arten zu unter-
scheiden sind, der stickstoffhaltige tierifche und der
stickstofflose pflanzliche S. Der tierische S. ist das
Produkt der Schleimhaut oder besonderer Schleim-
drüsen (s. Schleimhaut) und besteht aus einer dem
Eiweiß der Hühnereier ähnlichen klaren, alkalisch
reagierenden Flüssigkeit, in der in mehr oder minder
großer Zahl kleine runde granulierte Zellen von
dem Ausseben der weißen Blutkörperchen, die sog.
^ chlei m körperchcn, enthalten sind, deren Haupt-
bestandteil von einem eigentümlichen stickstoffhal-
tigen Körper, dem Schleim st off oder Mucin
ls. d.), gebildet wird. Der S. macht die Schleimhäute
schlüpfrig, hält sie feucht und bietet gegen äußere
Einwirkungen einen gewissen Schutz. Die flüssige
Substanz des S. entsteht durch eine eigentümliche
Umwandlung (Echleimmetamorphose), die die
Zellen der Schleimdrüsen und die Epithelzellen der
Scklcimbaute ersahren.
Schleimaal, soviel wie Ingcr (s. d.).
Schleimbälge, s. Gebärmutter (Bd. 7, S. 609d).
Schleimbeutel (Zui'8^6 mucoz^o), verschieden
große, vollständig geschlossene, mit einer ciweiß-
artigen Flüssigkeit (s^noviu.) angefüllte Hohlräume,
die entweder zwischen einer Sehne und einem Kno-
chen oder zwischen der äußern Haut und einem von
ibr bedeckten Knochenvorsprung eingeschaltet sind,
um die Reibung beweglicher Teile an ihrer knöcher-
nen Unterlage zu verringern. Derartige S. finden
sich namentlich in der Nähe des Handgelenks, des
Kniegelenks und am Fuß. Bisweilen entzünden sie
sich (Schleimbeutclcntz ün düng, ZurzitiZ), was
sich durch große Schmerzhastigkeit, Schwellung, Rö-
tung und Hitze der benachbarten Weichteile zu erkennen
giebt. Die Behandlung besteht teils in zweckmäßiger
Lagerung und absoluter Ruhe des erkrankten Glie-
des, teils in kalten Umschlägen, in der Anwendung
von zerteilenden Salben und Bepinseln mit Jod-
Schleimdrüsen, s. Schleimhaut. stinktur.
Schleimfieber (^eliris mucoLlr), früher Bezeich-
nung fieberhafter Krankheiten, in denen die Kranken
viel Schleim abfondcrten, oder von denen man
alaubte, daß ihnen eine sog. Verschleimung, eine
Anhäufung von Sckleim, zu Grunde lüge. Dahin
gehörten z. V. die Brustkatarrhe (Tuberkulose), der
Darmkatarrh, Typhus, ssewisse Formen des Magen-
katarrhs. Die neuere Medizin hat den Ausdruck S.
ganz fallen lassen.
Schleimfische (ZiLnuiiäao), eine artenreiche
(über 200 Artcn), kosmopolitisch verbreitete Familie
! der Stackelflosfer; sie sind von gestrecktem, voll-
^ rundem Leib, mit nackter oder kleinschuppiger Haut,
^ mit 1-3Rückenflossen, in denen die stachligen Strah-
! len meist zahlreicher als die gegliederten sind, die letz-
^ tern können sogar östers fehlen. Die Vauchflosfen
! sind kcblständig mit weniger als 5 Strahlen' bis-
i weilen sind sie völlig rudimentär. Die meisten leben
^ mr Meere, einzelne auch im süßen Wasser. Zu den
^ ^.gehören außer andern derSeeschmetterling,
die Aalmutter, der Scewolf (s. die betreffen-
den Artikel). - Echlcimfifch heißt auch der Inger
Schleimfluß, s. Katarrh. s(s. d.).
! Schleimgärung, Umwandlung von Zucker-
lösungen in Mannit und Kohlensäure unter Bil-
dung bedeutender fadcnziehendcr schleimiger Massen.
(S. Gärung.)
Schleimgewebe, Gallertgeweb^"'^^^-
artige durcbscheinende Form des tierischen Binde-