Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Diese Seite ist noch nicht korrigiert worden und enthält Fehler.

534
Schmeckbecher - Schmelzen
sie sehr versteckt im Grase an und belegen es mit
5-7 schön blaugrün gefärbten, manchmal rostrot
gesteckten Eiern. Die bekannteste Art, die bei uns
überall gemein ist, ist das Vraunkehlchcn (I^a-
tincolI. rudkti'g. .X'oc/t).
Schmeckbecher, s. Geschmack (Bd. 7, S. 901a).
Schmeckende, Muskatellerweine (s. d.).
Schmecks,ungar.^ti-^-^ür6ä,Alt-^chmecks,
Badeort im ungar. Komitat Zips, am Fuß der
Echlagendorfer Spitze (2453 m), der Tatra, in
1018 in Hohe, hat mehrere Eisensäuerlinge, eine
kalte Schwefelquelle, Kiefernadelbäder und eine
Wasserheilanstalt (seit 1839); 1^ km westlich Neu-
Schmecks (ungar. H^-^ati-a-I'Xii'Lä), in 1005 m
Höhe, mit Sanatorium, Wasserheilanstalt, Kiefer-
nadelbädern und mehrern Villen; 4 kni südlich Un -
ter-Schmecks (ungar. ^I80'^ä.ti'3,-?ür6ä), in 940 m
Höhe, das jüngste der Schmeckser Bäder, 1881 an
der Quelle "Grützkocher" gegründet, mit fünf alka-
lischen Eisensäuerlingen, Wasserheilanstalt, Moor-
und andern Bädern. - Vgl. Heksch, S., klima-
tischer Kurort und Wasserheilanstalt (Wien 1881);
Szontagh, Illustrierter Führer in die Tätrabädcr
und die Hohe Tatra (Iglö 1885); Jarmay, lätra-
^nreä 68 Xörii^eks (Schmecks 1885); Tatra Füred-
Schmeks in der Hohen Tatra (Kaschau1886); Tatra-
Füred (S.) in der Hohen Tatra (Leutschau 1887).
Schmeerling (Lol6w8 Fraiiiilatn8 ^.), eßbarer
Pilz mit halbkugeligem, braun gefärbtem Hut, der
einen Durchmesser von etwa 6 bis 10 cin hat und
sich klebrig anfühlt. Der Stiel ist hellbraun oder
gelb und i-2 cin dick; später nimmt er eine braune
Färbung an und zeigt auf seiner Oberfläche dunkle
Punkte. Die Nöhrenschicht ist hellgelb, das Fleisch
fast weiß und ändert seine Farbe beim Auseinander-
brechen nicht; er kommt im Hocksommer oft in Na-
delwäldern vor und ist als Speisepilz geschätzt.
Schmeerwurz,Pfianzengattung,s.N0N0v-0ii3.
Schmeißfliege, Brummer oder Brumm -
fliege, zwei zur Familie der Gemeinstiegen gehörige
nahe verwandte Fliegenarten (^Ilipiiora. vomitoi'iil,
^., s. Tafel: Insekten III, Fig. 7, und erMn-oce-
pNHla. Hh.). Beide sind schwarzblau, zart blaugrau
schillernd und 9-13 min lang. Sie legen ihre Eier
an Fleisch.
Schmele, Pflanzengattung, f. ^ira.
Schmeller, Joh. Andr., Sprachforscher, geb.
6. Aug. 1785 zu Tirfchcnreuth in der Oberpfalz,
Sohn eines armen Korbflechters, besuchte die Gym-
nasien zu Ingolstadt und München, gina, 1804 nach
der Schweiz zu Pestalozzi, von hier als gemeiner
Soldat nach Spanien, wo er in Tarragona eine
Schule nach Pestalozzischen Grundsätzen errichtete,
begründete 1808 mit Sam. Hopf eine Privatanstalt
in Basel, die bis 1813 bestand, nahm als Obcr-
lieutenant an den Befreiungskriegen teil und wid-
mete sich dann in München linguistischen, insbeson-
dere Dialcktstudien. 1828 wurde S. außerord. Pro-
fessor für die ältere deutsche Sprache und Litteratur
zu München, 1829 Kustos, 1840 Unterbibliothekar
an der königl. Hof- und Staatsbibliothek, 1846 ord.
Professor an der Universität. Er starb 27. Juli 1852.
S.s Stärke lag in der Verbindung moderner Dialekt-
forschung an der lebenden Volkssprache mit den alt-
deutschen Sprachstudien. Seine Schrift "Die Mund-
arten Bayerns, grammatikalisch dargestellt" (Münch.
1821), die die erste wirkliche Lautlehre eines ger-
man. Dialekts enthält, und sein großes lexikalisches
Werk "Bayr. Wörterbuch" (4 Bde., Stuttg. 1827-
36; 2. Ausg., von Frommann, 2 Bde., Münch. 1872
-77) sind wahre Muster der Gelehrsamkeit und
Sorgfalt. Vortrefflich sind seine Ausgaben des
"Iie'iwiä" (Stuttg. und Tüb. 1830-40), der alt-
hochdeutschen Übersetzung einer meist dem Tatian,
von l^. dem Ammonius zugeschriebenen Evangelien-
harmonie (Wien 1841), des "Nu8pi11i" (Münch.
1832), der "Lat. Gedichte des 10. und 11. Jahrh."
(mit Jak. Grimm, Gott. 1838), der "(^i-niin". du-
rana" (Stuttg. 1847), der "Jagd" Hadamars von
Laber (ebd. 1850) und anderer altdeutscher Texte.
Besonderes Studium wandte S. den sog. Cimbern
der 3ett6 und 1i-6ci6ci ^oinmuni zu und hinterließ
ein Wörterbuch ihrer Sprache (hg. von Bergmann,
Wien 1855). Auch dichterisch war er thätig; ein
antikes Trauerspiel "Die Ephesier" erschien aus
seinem Nachlaß (Münch. 1885). - Vgl. Nicklas,
S.s Leben und Wirken (Münch. 1885).
Schmelz, gewöhnlich gleichbedeutend mit Email
(s. d.). Im besondern nennt man so das undurch-
sichtige weiße Email, womit Uhrzifferblätter u.s. w.
überzogen werden, und die emailartige weiße Glasur
auf Kachelöfen und gemeiner Fayence. Beide ent-
halten Zinnoxyd und Bleioxyd als wesentliche Be-
standteile. Verschiedenfarbige Stückchen von feinen
Glasröhrchen, die wie Glasperlen zu Stickerei ge-
braucht werden, werden ebenfalls als S. bezeichnet.
In der Malerei spricht man von S., wenn Glanz
und Farbe sich verbinden, so daß die Farben durch-
sichtig , wie "verschmolzen" erscheinen.
Schmelzen, der durch Wärmezufuhr bewirkte
Übergang eines Körpers aus dem festen in den
flüssigen Aggregatzustand. Die Temperatur, bei der
dies stattfindet, heißt der Schmelzpunkt des Kör-
pers. Der Schmelzpunkt ist z. B. für Eis 0°, Wachs
05°, Schwefel 110°, Blei 330", Silber 1000", Kupfer
1100", Schmiedeeisen 1600" (X Eine auffallende
Erscheinung, die Black zuerst eingehender unter-
suchte, besteht darin, daß die Schmelztemperatur
trotz der Zuführung von Wärme durch die Feuerung
nicht überschritten wird, solange noch ein Teil des
Körpers in starrer Form vorhanden ist. Erst nach
vollständiger Schmelzung steigt die Temperatur
weiter. Umgekehrt behält ein sich abkühlender und
erstarrender Körper, obgleich derselbe der Umgebung
unausgesetzt Wärme abgiebt,,seine Schmelztempe-
ratur so lange bei, bis derselbe vollständig erstarrt
ist. Black schloß hieraus, daß bei Umwandlung eines
Körpers aus dem festen in den flüssigen Zustand
eine gewisse Wärmemenge verschwindet, latent
wird, aufgebraucht wird. Diese Wärmemenge für
1 k^ (in Kilogrammkalorien) nennt man die
Schmelzwärme oder Flüffigkeitswärme.
Dieselbe ist für Eis 80, Schwefel 9,3?, Zink 28,13,
Blei 5,3i, Zinn 14,25, Silber 21,07.
Bis unter den Schmelzpunkt abgekühlt, kehrt der
Körper in den festen Zustand zurück, er erstarrt
oder gefriert. Der Gefrier- oder Erstarrungs-
punkt ist im allgemeinen derselbe wie der Schmelz-
punkt. Manche geschmolzene Körper bleiben jedoch
bei vollkommener Nuhe auch unter ihrem Schmelz-
punkte noch flüssig. Man nennt diese Erscheinung
Uberschmelzung oder Übcrkaltung. Das S.
tritt bei vielen Körpern plötzlich, bei andern nach und
nach ein, indem ein allmähliches Erweichen voraus-
geht. Die meisten Körper erfahren beim S. eine Zu-
nahme ihres Volumens, d. h. sie sind im flüssigen
Zustand specifisch leichter als im festen. Wasser und
Wismut dagegen dehnen sich im Moment des Er-