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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schmid (Leopold) - Schmidt (Erich)
Theologie und Philologie, wurde 1825 Prüceptor
in Vesigheim, 1829 Diakonus und Präceptor in
Göppingen, 1838 Rektor des Pädagogiums in Eß-
lingen, 1852 des Gymnasiums in Ulm, 1859 des
Gymnasiums in Stuttgart. 1878 trat er in den
Ruhestand und starb 27. Mai 1887 in Stuttgart.
Sein .Hauptwerk ist die "Encyklopädie des gesamten
Erzichungs- und Untcrrichtswesens" (von Palmer
und Wildermuth, 11 Bde., Gotha 1858-78; 2. Aufl.,
von Schrader fortgesetzt, 10 Bde., Lpz. 1870-87).
Ein Auszug daraus ist das "Pädagogische Hand-
buch" (2. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1883-54). Ferner er-
schien von S.: "Geschichte der Erziehung" (mit G.
Baur, Vd.1-3, Stuttg.1884-92; auf vier Bände
berechnet), "Griech. Chrestomathie" (mit Mezger,
5. Aufl., ebd. 1889), "Aus Schule und ^eit. Reden
und Aussätze" (Gotha 1887), "Die modernen Gym-
nasialreformer" (Stnttg. 1878).
Schmid, Leopold, tatb. Theolog und Philosopb,
geb. 9. Juni 1808 zu Zürich, studierte in Tübingen ,
und München, wurde 1831 Lehrer am Priestcr-
seminar zu Limburg a. Lahn, 1832 Subregens da-
selbst, 1834 Hauskaplan zu Stift Neuburg bei Hci-
del'oheim, 1837 Pfarrer zu Großholbach (Nassau),
1839 Professor der Dogmatik an der kath.-theol.
Fakultät zu Gießen, 1813 zugleich Honorarprofessor
der Philosophie. ^). suchte das tath. Dogma speku-
lativ zu erfassen und zu vertiefen und den Katho-
licismus und "Evangelismus" zu vermitteln. Als
er 1849 zum Bischof von Mainz gewählt wurde,
wußte die ultramontane Minorität, die an seinem
Werke "Der Geist des Katholicismus oder Grund-
legung der christl. Irenik" (4 Bde., Gieß. 1848-50)
Anstoß ucchm, die päpstl. Bestätigung zu hinter-
treiben; aus der mit Umgehung der kanonischen
Rechtsordnung angeordneten Neuwahl ging der
ultramontane Freiherr von Kctteler bervor. S. trat
darauf ganz in die philos. Fakultät über und erklärte
in der Schrift "Ultramontan oder katholisch?" (Gieß.
1867), "auf die specifisch röm. Kirchengemcimchaft
so lange verzichten zu müssen, als sie den eigentlichen
Wert des Evangeliums anzuerkennen ablelmt." S.
starb 20. Dez. 1869 in Gießen. Als Philosopb ver-
trat S. einen spekulativen Tbc'ismus und scbrieb
"Grundzüge der Einleitung in die Philosophie"
(Gieß. 1860) und "Das Gesetz der Persönlichkeit"
(ebd. 1862). Seine "Mitteilungen aus der neuesten
Geschichte der Diöccse Ätainz" (Gieß. 1868) beleuchten
die Vorgänge bei der letzten Vischofswabl und bei der
Auflösung der kath.-thcol. Fakultät Gießen. Aus
seinen: Nachlaß erschien: "Über die religiöse Aufgabe
der Deutschen" (in den "Bildern aus der Geschichte der
kath.Reformbcwegung", Bd. 1, .heft 2-4, Mannb.
1875, hg. von Lutterbcck). - Vgl. Schrocder und
Schwarz, Leopold S.s Leben und Denken (Lpz. 1871);
Luttcrbeck, L. S.s Leben und Wirken (Mannh. 1875).
Schmid, Matthias, Genremalcr, geb. 14. Nov.
1835 zu See im Paznaunthal in Tirol, bildete sich
seit 1856 auf der Münchener Akademie unter I.
Schraudolph zum Maler aus. Sein erstes Bild:
Ruth aus dem Wege nach Bethlehem (1858), wurde
von dem damaligen Statthalter von Tirol, Erzher-
zog Karl Ludwig, angekauft; dock konnte er sich trotz
guter Arbeiten, wie Die drei Frauen am Grabe
Christi (stereochromisch in der Fricdhofshalle zu
Innsbruck 1859 gemalt) und einiger Altarbilder in
Tirol uicht behaupten und wendete sich hauptsächlich
der Genredarstcllung aus dem Volksleben der Berge
zu. 1867 ging S. nach Salzburg. Der bedeutende
Erfolg seiner Herrgottsschnitzcr und Vilderhändler
auf der Alm verschafften ihm den Auftrag, die Vii/a
des Ritters von Tschavoll in Feldkirch mit Bildern
aus der Vorarlberger Volkssage zu schmücken. 1869
siedelte er wieder nach München über, trat 1871 bei
Piloty ein und schuf nun eine Reihe bedeutender
Kompositionen, welche zunächst das Verhältnis der
Geistlichkeit zum Volk in Tirol in satir. Weise zum
Gegenstand haben. So: Die Vettelmönche, Veicht-
zettelahlieferung, Der Sittenrichter, Das Braut-
examen, Auszug der Prot. Zillerthaler, DerKarren-
zieher, Herrgottshändler (1874). Dann wurde sein
Genre tendenzlos: Das Verlöbnis, Der Iägergruß,
Der eingeseifte Herr Pfarrer und Die Rettung (1883),
Verlassen, Der Gang zur Wallfahrt (1886), Die
Zeuerdeschau(1888), Lieblingsspeise (1889), Aus
den Tiroler Befreiungskämpfen (1891) und Spiel-
wareuhändlerin (1892). Der Künstler, seit 1883
Professor, lebt in München.
Tchmidscher Motor, s. Wassersäulenmaschine.
Fe/i/nicii, hinter lat. Pflanzennamen Bezeich-
nung für Johann Anton Schmidt, Professor
der Botanik in Heidelberg.
Schnndt, Albert, Baumeister, geb. 16. Sept.
1841 ;u Sonneberg in Thüringen, besuchte die Vau-
gewerbeschule und das Polytechnikum zu München,
bereiste 1864 Oberitalien und etablierte sich 1865
in Müncben als Privatarchitekt, wo er seitdem wirkt.
Auf zahlreicben Studienreisen sammelte er Stu-
dien für die Baukunst und Aquarelle. Er baute in
München eine Anzahl Wobn- und Geschäftshäuser,
den Löwcnbräukellcr, die Neue Synagoge, ferner
die Schlösser Frauenau im Bayrischen Walde, Hoch-
schloh am Ammersce, neuerdings das to'uigl. Vank-
gebäude und (seit 1893) die dritte prot. Kirche in
Müucbeu. Seit 1888 ist S. Professor, seit 1883
Mitglied der Akademie.
Schmidt, A. L. M., bekannt unter dem Namen
Schmidt-Mülheim, Tierarzt, geb. 7. Mai 1851
zu ^ettwig (Reg.-Bez. Düsseldorf), war nacb Er-
ledigung seiner tierärztlichen Studien (1872) zu-
erst als Assistent an dem Landwirtschaftlichen In-
stitut der Universität Halle (bis 1873), hierauf als
praktischer Tierarzt zu Mülheim a. Rh. (bis 1876)
tbätig. Bis 1879 widmete sich S. wissenschaftlichen
Arbeiten unter Salkowski in Berlin, dann unter
Ludwig in Leipzig, war 1879-81 Repetitor an der
damaligen Tierarzneischulc zu Hannover, dann
Assistent an dem Milchwirtschaftlichen Institut zn
Proskau und von 1882 bis 1886 Kreistierarzt zu
Iserlohn. Er starb 22. Juli 1890 zu Wiesbadeu.
Seine Hauptwerke sind: "Grundriß der speciellen
Physiologie der Haussäugctiere" (Lpz. 1879), "Hand-
buch der Fleischkunde" (ebd. 1884), "Der Verkehr
mit Fleisch und Flcischwarcn" (Berl. 1887). 1885
begründete er die "Zeitschrift für Fleischbeschau"
(1888 zum "Archiv für animalische Nahrungsmittel-
kunde" umgewandelt), die fast ausschließlich von
ihm hergestellt wurde und bahnbrechend für Fleisch-
beschau und Milchhygieine wirkte.
Schmidt, Erich, Literarhistoriker, Sohn von
Oskar S., geb. 20. Juni 1853 zu Jena, studierte
klassische und deutsche Philologie in Graz, Jena
und Etraßburg, wurde 1875 Privatdocent in
Würz bürg, 1877 Professor in Straßburg, 1880 in
Wien, lebte seit 1885 als Direktor des neubegrün-
deten Goethe-Archivs in Weimar, von wo er 1887
als ord. Professor nach Berlin berufen wurde. S.
hat sich, abgesehen von seiner Dissertation "Reiw