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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Schubert; Schubin; Schubkarren; Schubkurbel; Schubladenstück; Schublehre; Schubstange; Schubstuhl; Schuch; Schuebl

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Schubert (Friedr. Karl) - Schuch

in C, die Messe in Es und die Liedersammlung «Schwanengesang». Er starb 19. Nov. 1828 in Wien, wo ihm 1872 im Stadtpark ein Denkmal (sitzende Marmorfigur, von Kundmann) errichtet wurde.

Kein anderer Komponist hat in einem so kurzen Leben eine gleiche Fruchtbarkeit offenbart. In allen Gattungen hat S. sich versucht, doch ohne Glück in der Oper und im Oratorium. Seine eigentliche Meisterschaft und volle Größe bekundet er in den Liedern mit Pianofortebegleitung. Hier bildete er genial weiter, was von Mozart, Reichardt, Zelter, Beethoven, Weber und vielen andern vor ihm in verschiedenen Formen versucht war, schloß das frühere einfache Lied ab und leitete über zu dem breitern durchkomponierten Liede, das durch ihn das herrschende geworden ist. Die größte Zahl seiner Kompositionen (darunter etwa 700 Lieder) gelangte zum Teil erst in der neuern Zeit zur Veröffentlichung und allgemeinen Verbreitung. Die erste Gesamtausgabe seiner Werke erschien bei Breitkopf & Härtel in Leipzig. – Vgl. Kreißle von Hellborn, Franz S. (Wien 1864); Niggli, Franz S. (Lpz. 1880); Friedländer, Franz S. (in Gumprechts «Musikalischen Lebens- und Charakterbildern. Neuere Meister», 2. Aufl., Bd. 1, ebd. 1883).

Schubert, Friedr. Karl, Dramatiker, geb. 6. Nov. 1832 zu München, diente 20 Jahre in der bayr. Artillerie und widmete sich, nachdem er als Hauptmann seinen Abschied genommen hatte, philos. Studien und der Beschäftigung mit der schönen Litteratur. Er starb 14. Febr. 1892 in München. Besonders nennenswert sind seine Dramen: «Moritz von Sachsen» (Augsb. 1864), «Der deutsche Bauernkrieg» (1883 u. d. T. «Florian Geyer» mit bedeutendem Erfolg in München aufgeführt), «Wlasta, oder der Mägdekrieg», Tragödie (1874), «Napoleon ⁠⁡⁡⁡⁡Ⅰ.», dramat. Charakterbild (Münch. 1882), «Drei Küsse», vaterländisches Schauspiel (1880), «Vom Regen in die Traufe», Lustspiel nach Calderon (1873); die Romane: «Und sie bewegt sich doch» (1870), «Die Jagd nach dem Glücke» (1873), «Wlasta» (1875). Viele Novellen erschienen in der «Wiener Presse», dem «Sammler» u. a., seine «Gedichte» in Augsburg 1866.

Schubert, Gotthilf Heinr. von, Naturforscher und Naturphilosoph, geb. 26. April 1780 zu Hohenstein im Schönburgischen, studierte seit 1799 in Leipzig Theologie, dann in Jena Medizin. Nachdem er hierauf zu Altenburg zwei Jahre als Arzt praktiziert, wandte er sich nach Freiberg und 1807 nach Dresden. In den J. 1809‒16 wirkte er als Direktor des Realinstituts zu Nürnberg, worauf er als Lehrer der Kinder des Erbgroßherzogs Friedrich Ludwig von Mecklenburg-Schwerin nach Ludwigslust ging. Nach drei Jahren folgte er einem Rufe als Professor der Naturwissenschaften nach Erlangen, von wo er 1827 nach München in gleicher Eigenschaft übersiedelte. Hier wurde er in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen und in den Adelstand erhoben. Er starb 1860 zu Laufzorn bei Grünwald in Oberbayern.

S.s wissenschaftliche Bildung wurde zunächst durch die Schellingsche Naturphilosophie bestimmt. Seine philos. Forschungen führten ihn jedoch in das religiöse Gebiet, wo er sich dem Mysticismus zuwandte. Zu seinen wissenschaftlichen Werken gehören: «Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaften» (Dresd. 1808; 4. Aufl. 1840), «Ahndungen einer allgemeinen Geschichte des Lebens» (2 Tle. in 3 Bdn., Lpz. 1806‒20), «Die Urwelt und die Fixsterne» (Dresd. 1823; 2. Aufl. 1839), «Das Weltgebäude, die Erde und die Zeiten des Menschen auf der Erde» (Erlangen 1852), «Symbolik des Traums» (Bamb. 1814; 4. Aufl., Lpz. 1862), und sein Hauptwerk, die «Geschichte der Seele» (2 Bde., Stuttg. 1830; 5. Aufl. 1878); einen Nachtrag dazu bilden «Die Krankheiten und Störungen der menschlichen Seele» (ebd. 1845). Aus seiner mystischen Schwärmerei stammen die Schriften: «Altes und Neues aus dem Gebiete der innern Seelenkunde» (5 Bde., Lpz. und Erlangen 1817‒44 u. ö.), «Züge aus dem Leben des Pfarrers Joh. Friedr. Oberlin» (9. Aufl.,Nürnb. 1855). Außerdem sind zu erwähnen: «Wanderbüchlein eines reisenden Gelehrten nach Salzburg, Tirol und der Lombardei» (Erlangen 1823; 3. Aufl. 1848), «Reise durch das südl. Frankreich und Italien» (2 Bde., ebd. 1827-31), und vorzüglich «Reise in das Morgenland in den J. 1836 und 1837» (3 Bde., ebd. 1838‒39; 2. Aufl. 1840‒41). Seine Selbstbiographie gab S. heraus u. d. T. «Der Erwerb aus einem vergangenen und die Erwartungen von einem zukünftigen Leben» (3 Bde., Erlangen 1854-56). – Vgl. Schneider, Gotthilf Heinrich von S. (Bielefeld 1863). ^[Spaltenwechsel]

Schubin. 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Bromberg, hat 914,65 qkm und (1890) 44360 (21493 männl., 22867 weibl.) E., 5 Städte, 119 Landgemeinden und 78 Gutsbezirke. – 2) Kreisstadt im Kreis E., links an der Gonsawka und der Nebenlinie Bromberg-S.-Znin (im Bau) der Preuß. Staatsbahnen, Sitz des Landratsamtes und eines Amtsgerichts (Landgericht Bromberg), hat (1890) 3047 E., darunter 1783 Katholiken (Polen), 955 Evangelische und 309 Israeliten, Postamt zweiter Klasse, Telegraph, kath. und evang. Kirche, Erziehungsanstalt; Dampf- und Wassermühle.

Schubin, Ossip, Pseudonym, s. Kirschner, Lola.

Schubkarren, s. Karren.

Schubkurbel, s. Kurbelgetriebe.

Schuebl., hinter lat. Pflanzennamen Abkürzung für Gustav Schübler, geb. 15. Aug. 1787 in Heilbronn, gest. 8. Sept. 1834 als Professor der Naturgeschichte zu Tübingen.

Schubladenstück (frz. pièce à tiroir) oder Verkleidungsstück, Dramolet, dem derbern Lustspiel angehörig, mit dem Zweck, mehrere Charaktere in schneller Aufeinanderfolge durch denselben Darsteller zu veranschaulichen. Die bekanntesten Beispiele sind «Garrick in Bristol», «Die Leibrente», «Das Landhaus an der Heerstraße», «Eine Gastrolle», «Die Zwillingsbrüder», «Die Proberollen».

Schublehre, s. Lehre (Instrument).

Schubstange, soviel wie Pleuelstange (s. d.).

Schubstuhl, s. Bandfabrikation (Bd. 2, S. 360 b).

Schuch, Ernst, Dirigent, geb. 23. Nov. 1847 zu Graz, studierte anfangs die Rechte und war dann Schüler von O. Dessoff. Nachdem er kurze Zeit in Breslau, Würzburg, Graz und Basel Musikdirektor gewesen und mit der ital. Operngesellschaft der Désirée Artôt als Kapellmeister gereist war, wurde er 1872 bei der Musikalischen Kapelle in Dresden angestellt. Er ist gegenwärtig Generalmusikdirektor und Leiter der Hofoper daselbst. Seine Gattin (seit 1875), Clementine S., geborene Proska, geb. 12. Febr. 1853, seit 1873 Mitglied der Dresdener Oper, ist eine vorzügliche Koloratursängerin.

Schuch, Werner, Maler, geb. 2. Okt. 1843 in Hildesheim, besuchte die Technische Hochschule in