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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

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Schußzeug - Schuttkegel
chirurg. Regeln. Vei Schuftfrakturen erfordert der
Transport des Verletzten besondere Vorsichtsmaß-
regeln. (S. Knochenbrüche.)
Vgl. Nichter, Chirurgie der Schußverletzungen im
Kriege (Bresl. 1875); ssischer, Handbuch der Kriegs-
chirurgie (2 Bde., 2. Aufl., Stuttg. 1882); Vruns,
Die Geschoßwirkung der neuen Kleinkaliber-Gewehre
(Tüb. 1889).
Schußzeug, Kriegsmaschinen, s. Antwerk.
Schuster, s. Schuhmacher.
Schuster, Stadt in Persien, soviel wie S chuschter.
Schusterfleck, in der Musik, s. Nosalie.
Schusterpappe, s. Kleberpappe.
Schusterpech, s. Pech.
Schustervogel, soviel wie Säbelschnabler (s.d.).
Schute, in Hamburg Name der Leichtcrfahrzeuge
(s. d.); Kastenschuten sind gedeckte S.
Schütt, slaw. ö^iw^ 08ti-ov (d. i. Gctreideinsel),
zwei Inseln der Donan in der ungar. Tiefebene
zwischen Preßburg und Komorn. Die Große
S. (ungar. (^Iiö-Ivö?, d. h. die Trügerische, we-
gen des veränderlichen Flußbettes genannt), von
der Neuhäusler oder.Kleinen Donau (XiL-Dun^),
dem Schwarzwasser (()i-0F-I)nna) und der mittlern
oder Großen Donau umströmt, ist 90 km lang und
15-30 km breit, eben, und besteht meist aus frucht-
barer Erde, weshalb sie auch der Goldene Garten
^ranv-15ort) Ungarns genannt wird. Sie ist reich
an Getreide, Obst und Garteufrüchten sowie an
Wassergeflügel und Singvögeln, besonders Epros-
lern. Die Bewohner trciben Feld- und Garten-
bau, Viehzucht und Fischerei. Die Insel gehört zum
größern Teile zum Komi tat Prcßburg, zum kleinern
zum Komitat Komorn, Teile zu Raab und Wiesel-
burg und enthält an 200 Ortschaften mit magvar.
Bevölkerung. An der äußersten Südostspihe liegt
Komorn (s.d.), zu dessen Komitat die Groß-Gemeinden
Guta (s.d.) mit (1890) 7088 und Nagy-Megyer
mit 3241 magyar. E. gehören. Im Presiburger
Komitat liegen die Stadt mit geordnetem Magistrat
Sommcrein oder Somorja, im 15. Jahrh, eine
tönigl. Freistadt, mit 2643 magyar. E., Garnison
(13. Divisionsartillerieregiment) und starkem Handel,
besonders mit Getreide; die Groß-GemeindeBöös
mit 2450 magyar. kath. E., Zuckerfabrik, Brennerei,
bekannt durch ein siegreiches Gefecht des Generals
Neischach gegen die ungar. Insurgenten 16. Iuui
1849; die Marktflecken Szerdahcly oder Duna-
Szerdahely mit 4453 meist kath. magyar. E., dar-
unter 2018 Isracliten, und großen Viehmärkten, und
Bischofsdorf (Vischdorf, ungar. i'üZ^iilii) mit
1789 meist magyar. E., wo im Dez. 1704 die Öster-
reicher die Näkoczyschen Insurgenten schlugen.
Die Kleine S. (ungar. s^i^t-N?), zwischen
der Großen und der Wieselburger Donau, der mitt-
lern Großen S. südwestlich gegeuüber, ist schmaler
und nur 45 kin lang. Sie gehört zu den Komitatcn
Wieselburg und Raab. In letzterm liegt die Ge-
meinde He'dervär (1082 magyar. E.), mit Schloß
des Grafen Khuen-Hedcrvary nebst Bibliothek,
Waffensammlung und botan. Garten.
Schütte, eine Krankheit der Kiefern, die darin be-
stebt, daß die Nadeln im Frühjahr gelb werden und
abfallen. Junge, ein- bis fünfjährige Kiefern gehen
infolge der S. oft massenhaft ein, während ältere
Pflanzen meist nur an den untern Liften von der S.
direkt leiden, dadurch mehr oder weniger lange
kränkeln und kümmern, ehe sie sich wieder erholen.
Verheerend trat die S. in vielen Waldungen Deutsch-
lands und Österreichs 1830-83 auf; viele hundert
Hektar Kulturstächen sind ihr damals zum Opfer ge-
fallen. Früher hielt man die S. für eine einzelne,
bestimmte Krankheit. Neuerdings hat man erkannt,
daß sehr verschiedene Ursachen verschiedene Formen
der S., eigentlich verschiedene Krankheiten bedingen,
die in der äußern Erscheinung sehr ähnlich sind und
häufig gleichzeitig auftreten. Eine Form der S.
wird hervorgerufen durch im Herbst auftretende
Frühfröste, die die noch nicht verbolzten Teile der
Pflanzen schädigen. Eine zweite Form der S. ent-
steht durch Vcrtrocknung, wenn im zeitigen Frühjahr
der Boden noch gefroren ist, in den oberirdischen
Teilen der Pflanze das vegetative Leben an warmen
Tagen bereits erwacht, die Nadeln also Wasser ver-
dunsten, die Wurzeln aber solches nocb nicht zu-
führen können (Theorie von Ebermayer). Eine dritte,
die gefährlichste Form der S., wird hervorgerufen
durch den Kicfernritzenfchorf (s. d.), der übrigens
überall auf den natürlich absterbenden Nadeln vor-
kommt (Theorie von Göppert, Prantl u. a.). Wirk-
lich durchgreifende Mittel kennt die Forstwirtschaft
gegen die S. nicht. - Eine ähnliche Krankheit ist
die Ficht enschütte (s. Fichtenritzenschorf).
Gchüttelbaum, Musikinstrument, soviel wie
Schellenbaum, s. Halbmond. ^Frost.
Schüttelfrost, s. Fieber (Bd. 6, S. 775 d) und
Schüttellähmung, s.Lühmung (Vd.10,S.895d).
Schüttenhofen. 1) Bezirkshauptmannschaft in
Böhmen, hat 864,89 ^in und (1890) 59246 (28 539
männl., 30707 weibl.) czech. und deutsche E.in 71 Ge-
meinden mit 179 Ortschaften und umfaßt die Ge-
richtsbezirke Vergreichenstein, Hartmanitz und S. -
2) S., czech. 8u"ic6 (lat. 8iccH), königl. Stadt und
Sitz der Vezirkshauptmannschaft sowie eines Be-
zirksgerichts (279,62 qkm, 26414 E.) im ehemaligen
Piseker Kreise, an der Wottawa, am Fuß des Berges
Swatobor und an der Linie Iglau-Taus der Österr.
Staatsbahnen, hat (1890) 2563, als Gemeinde 6469
czech. E., fünf Kirchen, Rathaus, Stadtpark, Herr-
fchaft (885 1^); eine königl. Landesfischzuchtanstalt,
zwei der größten Zündholzfabriken Asterreichs, drei
Lederfabriken und in der Umgebung bedeutende
Kalköfcn, Ziegeleien, Glashütten, Papierfabriken,
Holzbearbeitungsmaschinen.
Schutter. 1) Linker Zufluß der Kinzig im bad.
Kreis Offenburg, entspringt im Schwarzwald, tritt
unterhalb Lahr in die Ebene und mündet oberhalb
Kehl. - 2) Linker Zufluß der Donau bei Ingolstadt.
Schutterij (spr. schötterei), s. Niederländisches
Heerwesen (Bd. 12, S. 344a).
Schütterlwien, s. Erdbeben. Miannuiz.
Schüttgelb,s.Veerengelb, Gelbholz, O6ni3tH und
Schuttkegel, die Massen von GebirgZ-, beson-
ders Moränenschutt, die durch die Wildbäche im
Hochgebirge hauptsächlich an solchen Stellen abge-
lagert werden, wo das Gefalle sich rafch verändert,
alfo zumeist dort, wo steil geneigte Nebenthälcr hoch
oben an den Seitenwandungen ebener Thalböden
endigen. Die Gestalt des S. ist im allgemeinen die
eines halben Kegelmantels, dessen Neigungswinkel
bis zu 30" ansteigt. Nber die Oberfläche strömt das
Wasser radial nach allen Seiten ab, durch Geschiebe-
zufuhr ihn stets allseitig erhöhend. Einzelne Hoch-
wasser und die Zeit der Schneeschmelze bewirken
ruckweise und meist sehr ausgiebige Erhöhungen des
S. Nuht auf dem S. die Neuablagerung durch lange
Zeit, fo bedeckt er sich mit Moos, Gestrüpp und
Wald. Treten sich benachbarte große S. so nahe,