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Brockhaus Konversationslexikon

Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896

Schlagworte auf dieser Seite: Schwartz; Schwartze; Schwarz

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Schwartz (Marie Sophie) - Schwarz (Bernh. Wilh.)

Bankiers Brandt, lebte, nachdem sie sich von ihrem zweiten Gatten, dem Hamburger Bankier S., getrennt hatte, zu Rom. Bekannt wurde sie namentlich durch ihre aufopfernde Freundschaft für Garibaldi (seit 1849). Ihn betreffen ihre Veröffentlichungen: «Garibaldis Denkwürdigkeiten» (2 Bde., Hamb. 1861), «Garibaldi in Varignano und auf Caprera» (Lpz. 1864), «Garibaldi. Mitteilungen aus seinem Leben u. s. w.» (2 Bde., Hannov. 1884; 2. Aufl. 1886; französisch Par. 1885). Im J. 1865 ließ sie sich auf Kreta nieder, wo sie in dem Dorfe Khalepa ihren festen Wohnsitz nahm. Mit besonderer Wärme vertritt sie hier die Bestrebungen des Tierschutzes. Als Schriftstellerin liegt ihre Hauptbedeutung auf dem Gebiete der ethnogr. Schilderungen, die hauptsächlich Kreta betreffen, wie «Kreta-Biene oder: kretische Volkslieder, Sagen, Liebes-, Denk- und Sittensprüche» (Münch. 1874), «Erlebnisse und Beobachtungen eines mehr als zwanzigjährigen Aufenthalts auf Kreta» (Hannov. 1891) u. a.

Schwartz, Marie Sophie, schwed. Romanschriftstellerin, geb. 4. Juli 1819 zu Borås, wo ihr Vater, Karl Birath, Kaufmann war, erhielt, frühzeitig Waise, im Hause von Verwandten eine sorgfältige Erziehung und vermählte sich 1840 mit dem Phrenologen Gustav Magnus S. (gest. 1858). Sie starb 7. Mai 1894 in Stockholm. Schon mit ihren ersten Erzählungen, die feine Beobachtung und bedeutendes Darstellungstalent bekunden, gewann sie nicht bloß in ihrem Vaterlande, sondern auch auswärts, namentlich in Deutschland, einen weiten Leserkreis. Ihre Arbeiten sind in mehrern deutschen Übertragungen erschienen. Hervorzuheben ist die Kretzschmarsche Übersetzung ihrer «Gesammelten Romane» (44 Bde., Lpz. 1865‒74). Genannt seien: «Der Mann von Geburt und das Weib aus dem Volke», «Schuld und Unschuld», «Zwei Familienmütter», «Blätter aus dem Frauenleben», «Die Kinder der Arbeit», «Wilhelm Stjernkrona», «Die Frau eines eiteln Mannes».

Schwartz, Wilh., Forscher auf dem Gebiete der Mythologie, geb. 4. Sept. 1821 zu Berlin, wurde 1844 Lehrer am Werderschen Gymnasium, war 1864‒72 Direktor des Gymnasiums zu Neuruppin, 1872‒82 des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums zu Posen, dann des Luisen-Gymnasiums zu Berlin und trat 1894 in den Ruhestand. Mit A. Kuhn sammelte er «Norddeutsche Sagen» (Lpz. 1849). Sein mythologisches, auf volkstümlichen Grundlagen beruhendes System baute er aus in den Schriften: «Der heutige Volksglaube und das alte Heidentum mit Bezug auf Norddeutschland» (Berl. 1850; 2. Aufl. 1862), «Der Ursprung der Mythologie, dargelegt an griech. und deutscher Sage» (ebd. 1860), «Die poet. Naturanschauungen der Griechen, Römer und Deutschen in ihrer Beziehung zur Mythologie der Urzeit» (Bd. 1: «Sonne, Mond und Sterne», ebd. 1864; Bd. 2: «Wolken und Wind, Blitz und Donner», 1879), «Der Ursprung der Stamm- und Gründungssage Roms unter dem Reflex indogerman. Mythen» (Jena 1878), «Prähistor.-anthropolog. Studien» (Berl. 1883), «Indogerman. Volksglaube» (ebd. 1885), «Nachklänge prähistor. Volksglaubens im Homer» (ebd. 1894). Ferner erschien von S. «Sagen der Mark Brandenburg» (3. Aufl., Berl.1895), «Materialien zur prähistor. Kartographie der Provinz Posen» (Posen 1875; mit vier Nachträgen 1879‒82), «Zur Stammbevölkerung der Mark Brandenburg, Mecklenburgs und Pommerns» (in den «Märk. Forschungen», 1887), «Der Organismus der Gymnasien in seiner praktischen Gestaltung» (Berl. 1876), «Leitfaden für den deutschen Unterricht» (17. Aufl., ebd. 1894), «Grundriß der brandenb.-preuß. Geschichte» (3. Aufl., ebd. 1894) u. s. w.

Schwartze, Herm., Ohrenarzt, geb. 7. Sept. 1837 zu Neuhof in Pommern, studierte 1855‒59 in Berlin und Würzburg Medizin, war danach Assistent am Pathologischen Institut in Würzburg, sodann Arzt in Düben, habilitierte sich 1863 als Docent für Ohrenheilkunde in Halle, wurde 1868 außerord. Professor und 1884 Direktor der königl. Universitätsohrenklinik daselbst; 1887 wurde er zum Geh. Medizinalrat ernannt. S. gehört zu den Begründern der modernen wissenschaftlichen Ohrenheilkunde; besondere Verdienste erwarb er sich um die pathol. Anatomie des Gehörorgans sowie um die operative Behandlung der Ohrenkrankheiten, namentlich um die Paracentese des Trommelfells und die operative Eröffnung des Warzenfortsatzes, durch die bei eiterigen Entzündungen des Mittelohrs ernste, das Leben bedrohende Symptome beseitigt werden können. Außer zahlreichen Journalaufsätzen veröffentlichte er: «Praktische Beiträge zur Ohrenheilkunde» (Würzb. 1864), «Paracentese des Trommelfells» (Halle 1868), «Die pathol. Anatomie des Ohrs» (Berl. 1878), «Die chirurg. Krankheiten des Ohrs» (Stuttg. 1884‒85), «Handbuch der Ohrenheilkunde» (2 Bde., Lpz. 1892‒93). Auch redigiert er seit 1872 das von Tröltsch, Politzer und S. 1864 begründete «Archiv für Ohrenheilkunde», die älteste Zeitschrift in diesem Fache (bis 1895: 38 Bände).

Schwarz, im Sinne der Physik nicht eine eigentümliche Farbe, sondern vielmehr die Abwesenheit alles Lichts und aller Farben. Es erscheinen demnach schwarz diejenigen Körper, welche alle darauffallenden Lichtstrahlen absorbieren und keinen Teil des Lichts zurückwerfen. Nichtsdestoweniger ist im physiol. Sinne, wie zahlreiche Versuche lehren, S. eine besondere Empfindung, wie Weiß und nicht etwa der bloße Mangel einer Empfindung. Zu den wichtigsten schwarzen Farben gehört die Tusche (s. d.), die Druckerschwärze (s. Buchdruckfarbe), das Beinschwarz (s. d.), Frankfurter Schwarz (s. d.). Über die zum Schwarzfärben des Glases benutzten Stoffe s. Glasfärbungen; über die zum Schwarzfärben von Geweben s. Färberei (Bd. 6, S. 573 b).

Schwarz, Bernh. Wilh., Afrikareisender, geb. 12. Aug. 1844 zu Reinsdorf bei Greiz, wurde 1876 Pfarrer in Freiberg in Sachsen, wo er nach Reisen durch ganz Europa und Nordafrika seit 1880 auch Vorlesungen über Erdkunde an der Bergakademie hielt. Im Auftrage des Auswärtigen Amtes trat er 1885 an die Spitze einer Expedition zur Erforschung des Hinterlandes von Kamerun, begleitet von Lieutenant Prittwitz-Gaffron und dem Schweden Knutson. Die Expedition wurde durch die Feindseligkeit der Eingeborenen im Basaramilande, 300 km von der Küste, zur Umkehr gezwungen. 1888 führte S. eine Goldsucherexpedition von der Kapstadt nach Damaraland. 1890 übernahm er wieder ein Pfarramt in Gefrees (Oberfranken). Er schrieb unter anderm: «Wimpheling, der Altvater des deutschen Schulwesens» (Gotha 1875), «Algerien nach 50 Jahren franz. Herrschaft» (Lpz. 1881; 2. Ausg. 1888). «Montenegro» (ebd. 1883), «Frühlingsfahrten» (ebd. 1883), «Nordrußland» (Osnabr. 1887), «Dobrudscha» (Lpz. 1886), «Quer durch Bithynien» (Berl. 1889), «Kamerun» (Lpz. 1886; 2. Ausg. 1888), «Im deutschen Goldlande» (Berl. 1889), «Aus dem Osten»